Interview Julia Dippel

zu Besuch bei Julia Dippel

Heute darf ich mit dem Skoutz-Kauz Kollegen eine Autorin besuchen, auf die ich scho sehr gespannt bin, weil ich ihre romantische Fantasy Serie „Izara“ zumindest für die Midlist Fantasy zwingend finde. Zum Glück sah das  Fantasy-Jurorin J.K. Bloom genauso und hat Julia Dippels „Verbrannte Erde“ aus der Izara-Reihe gleich einmal für die Midlist Fantasy des diesjährigen Skoutz-Awards nominiert, von wo aus das Buch die Shortlist 2021 und damit das Finale erreicht hat.

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Und jetzt freue ich mich auf den Menschen hinter dieser großartigen Reihe….

Fantasy

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Kay zu Besuch bei Julia Dippel, die das freaky Barkeeper-Gen besitzt

Portrait Julia Dippel
(c) perkins-photo

Liebe Julia, schön, dass es geklappt hat. Ich freu mich ja immer, wenn ich meine Autoren in München treffen darf. Der Skoutz-Kauz und ich haben uns auf dem Weg hierher schon über deine wunderbare Izara-Reihe ausgetauscht und sind jetzt sehr gespannt, wie der Mensch hinter dieser wunderbaren Geschichte so drauf ist.

Lass uns gleich mal anfangen …

 

Welches ist die größte Herausforderung, der man sich als Autor stellen muss?

Oh, da gibt es viele.

Seufz wohl wahr. Und mit jedem Interview erfahre ich neue. Was ist denn die deiner Meinung nach größte?

Die größte bleibt wohl, die eigene Geschichte – und damit ein Stück des eigenen Herzens – ungeschützt in die Welt zu entlassen.

Ich sage immer, wer meine Schwerttanz-Saga liest, liest in meiner Seele. Von daher ja. Es ist auch irgendwie schwierig, wenn „deine“ Figuren plötzlich zu den Helden fremder Leute werden. Speziell, weil jeder doch ganz was anderes in den Figuren sieht, wie in richtigen Menschen auch.

Absolut!

Bleiben wir mal noch kurz beim eigentlichen Schreiben …

Hast du Lieblingsworte in deinen Skripten, die vom Lektorat regelmäßig angestrichen werden?

Das Wort „Schnute“

Schnute?

Ja, wie in „eine Schnute ziehen“. Ich mag es total, weil in diesem einen Wort so viele Assoziationen stecken: Mimik, Haltung, Kindlichkeit, Trotz. Aber es gehört trotzdem nicht zu den Favoriten meiner Lektorin und fliegt fast immer raus.

Hm … mir ist es jedenfalls in deinen Büchern noch nicht aufgefallen.

Jap, schnutenfreie Zone 🙂

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Was ist deine präferierte Erzählform?

Die Ich-Perspektive.

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Bist du im Team Adjektiv oder bevorzugst du eher einen „schnörkellosen“ Stil?

Definitiv Team Adjektiv. Das liegt aber auch ein meiner Erzählperspektive und dementsprechend an meinen Protagonisten.

Wie meinst du das? Ich habe viele, viele Autoren, die sehr für ich und gar nicht für Adjektiv sind.

Na ja, als Ich-Erzähler schreibt man so, wie die Protagonisten denken. Mein Hauptfiguren habe da eindeutig sarkastisch-farbenfrohe Tendenzen. Sollte ich mal aus der Sicht eines schnörkellosen Pragmaten schreiben, gibt’s auch weniger Adjektive.

Ich bin gespannt. Aber da du schon von deinen Figuren sprichst …

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Cassaardim von Julia DippelHast du einen speziellen Trick, um aus deinen Figuren echte Persönlichkeiten zu machen?

Beim Schreiben achte ich immer darauf, dass jede Figur ihre ganz eigene (Lebens-)Motivation hat, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht, sei mal dahingestellt.

Du betonst das „beim Schreiben“ so… Kommt da noch was?

Nach dem Schreiben zeichne ich viele meiner Charaktere und hauche ihnen damit auch optisch Leben ein.

Das ist ja toll! Hast du ein Bild?

Viele 🙂 Hier mal ne kleine Auswahl, aber auf meinem Insta-Profil gibts mehr.

Ja, da hab ich auch schon gestöbert. Sehr empfehlenswert!

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Welchen Fehler darf man beim Schreiben keinesfalls machen?

Man sollte sich auf gar keinen Fall verbiegen und anfangen zu schreiben, was andere lesen wollen.

Nun, da gibt es einen riesigen Markt von Auftragsarbeiten. Wo siehst du das Problem?

Nur, wenn man schreibt, was man selbst lesen würde, kann man zu 100% dahinterstehen.

Das ist natürlich richtig und hat eben mehr den künstlerischen als den kommerziellen Ansatz. Weil du das Lesen gerade erwähnst …

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Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Das Textbuch des Theaterstücks, das ich aktuell (ganz corona-konform) inszeniere. Corona und die Lockdowns haben es zwar ein wenig verschleiert, aber eigentlich bin ich neben dem Autoren-Dasein auch noch Theater-Regisseurin.

Das ist ja cool! Da habt ihr gewiss auch während Corona eine harte Zeit gehabt. Umso schöner, dass ihr nicht aufgebt, sondern trotzdem Geschichten inszeniert. Darüber müssen wir uns unbedingt mal ausführlich unterhalten – also über das Geschichten im Theater erzählen, nicht über Corona.

Klar, können wir gerne mal machen!

Unbedingt! Aber erst mal weiter …

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Welche 3 Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?

Meine Lieben, meine Gesundheit und das Geschichten-Erzählen.

Das glaube ich sofort, wo du Geschichten ja gleich über mehrere Medien erzählst. Das beschäftigt mich ja immer noch. 🙂

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Wenn du wählen könntest, wärst du lieber extrem intelligent oder gut im Umgang mit Menschen?

Extrem intelligent.

Warum?

Das bedingt für mich auch ein tiefes Verständnis für menschliches Verhalten, menschliche Bedürfnisse und dementsprechend auch die Option, einen guten Umgang mit Mitmenschen pflegen zu können. Ob man diese Option nutzt, ist dann zwar eine Entscheidung, aber ich würde sie definitiv treffen.

Hm, das sehe ich etwas differenzierter, Theorie und Praxis sozusagen, denn zu wissen, dass ein Mensch gerade Trost braucht, heißt noch nicht, dass man ihm den auch gefühlsecht geben kann. Aber so im Grundsatz hast du natürlich recht.

Stimmt wohl, wobei es ja sehr viele Intelligenzarten gibt, z.B. die linguistische und die mathematisch-logische Intelligenz oder eben auch die soziale oder die emotionale Intelligenz. „Extrem intelligent“ würde für mich da so ziemlich alles abdecken 🙂

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Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Ich bin mitten in der Nacht meistens sowieso noch wach, da ich eine waschechte Nachteule bin.

Wie überaus skoutzig! Ich geh auch immer erst ins Bett, wenn die anderen schon aufstehen. Was machen wir denn da?

Die Frage müsste bei uns also eher lauten, wofür wir extrem früh aufstehen würden.

Hihi, stimmt! Und?

Ich würde früh aufstehen für … wichtige Termine, Theaterproben und natürlich IMMER, wenn mich meine Freunde brauchen.

Das würde ich in leichter Variation unterschreiben, meine letzte Theaterprobe war in Schulzeiten. Und die waren immer nachmittags.

Echt? Du hast mal Theater gespielt? Ich seh schon, wir müssen das wirklich mal ausführlicher bequatschen. Aber zurück zum Thema, ich will ja nicht ständig aus der Reihe tanzen 🙂

Ach, ein bisschen Bewegung schadet uns allen nicht. Autoren sitzen viel zu viel vor dem Laptop. Aber du hast natürlich recht.

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Was ist deine größte Stärke?

Man sagt mir eine große kognitive Empathie nach, also die Fähigkeit, Gefühle anderer sehr deutlich wahrnehmen und analysieren zu können, ohne sie zwangsläufig spiegeln zu müssen.

Dann kannst du natürlich bei der Frage vorhin ganz entspannt die Intelligenz fordern, weil du die Empathie schon mitbringst.

Jetzt bin ich auf die nächste Frage sehr gespannt …

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Wenn dein fünf-jähriges Selbst plötzlich deinen jetzigen Körper bewohnen würde, was wäre das Erste, das es tun würde?

Ein Eis kaufen.

Hahaha! Das war jetzt knapper als erwartet. Aber wahrscheinlich absolut zutreffend. Schokolade und Eis stehen hoch im Kurs. Bei Erin Lenaris und Asuka Lionera etwa. Vor allem bei den Fantasten. Die Crime-und Horror-Autoren argwöhnen, dass man vor dem Spiegel schreiend zusammenbrechen würde.  Da drängen sich Nika Lubitsch und Stefan Krell und noch ein paar.

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Welcher fiktionale Charakter ist in Buch/Serie/Film unglaublich, wäre aber in banalen alltäglichen Situationen unerträglich?

Oh, da gibt es viele.

Nenn mal ein paar. Als Theatertante hast du da gewiss einen besonders strengen Blick.

Angefangen bei Sheldon Cooper aus der Big Bang Theory

Ja, der wurde schon mehrfach genannt …

Über Sherlock Holmes aus Sherlock.

Den hatten wir auch schon auf der Liste …

Bis hin zu Professer Xavier aus den X-Men

Der ist neu! Und richtig, der ist zwar anders als viele Figuren in seiner Set-Welt gut integriert, aber im alltäglichen Umgang möchte ich ihn auch nicht als WG-Partner haben.

Aber wenn wir schon bei Geheimorganisationen wie den X-Men sind …

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Stell dir vor, du würdest einen Geheimbund gründen, wie würdest du ihn benennen und was wäre eure Mission?

Wer sagt, dass ich nicht schon einen Geheimbund gegründet habe?

Ich stelle die Frage um … Und was wäre die Mission?

Die Mission: wie der Name schon sagt, geheim 🙂

Ach Menno! Und ich muss neugierig sterben.

Von Interview-Partner quälen abgesehen …

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Gibt es etwas, das du kannst, die meisten anderen Menschen aber nicht?

Ich bin ein Freak-Magnet.

Äh, ja?

Aus unerfindlichen Gründen fühlen Freaks – und das ist positiv gemeint. Ich nehme mich übrigens bei dieser Bezeichnung selbst nicht aus – von mir angezogen und verspüren das dringende Bedürfnis, mit ihre Lebensgeschichten anzuvertrauen.

Ah! Ich nannte das immer das Barkeeper-Gen, aber ich weiß, was du meinst.

Hihi, bei mir setzt sich sogar der Barkeeper hin und erzählt mir von seinem Leben. Oder wahllose Passanten. Oder mein Arzt. Zuschauer nach einer Vorstellung. Oder die Großeltern meiner Schüler. Oder oder oder …

Liebe Julia, bevor der Skoutz-Kauz auch noch anfängt, dir sein Herz auszuschütten, machen wir lieber weiter.

Es ist jetzt auch Zeit für einen Absacker, denn wir sind mit meinen Fragen fast durch! Eine habe ich noch …

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Die Wahrheit hat immer mehr als eine Perspektive.

Das kann ich als Jurist nur von Herzen bestätigen.

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Liebe Julia, wie erwartet war das ein wunderbares Gespräch, bei dem ich wieder spannende Sachen gelernt habe. Ich hoffe, dass wir uns nächstens mal noch ausführlich über deine Theaterprojekte unterhalten können und wir alle würden uns freuen, wenn du uns über den Wettbewerb hinaus und unabhängig von ihm als Autorin bereichern würdest. In unserer Gruppe reden wir gerne über alle Arten von Geschichten und wollen auch neue Konzepte zur Präsentation ausprobieren. Du bist herzlich willkommen.

Super gern! Vielen Dank!

Aber erstmal viel Erfolg bei der nächsten Runde im Skoutz-Award!

Dankeschön!

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Hier könnt ihr Julia Dippel erreichen

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Skoutz-Lesetipp

Belial: Götterkrieg – Fantasy aus dem Izara-Universum von Julia Dippel

Beilial (Izara) - Julia DippelDie junge Tempeldienerin Cassia weiß genau, wer hinter dem Tod ihrer Freundinnen steckt, aber der skrupellose Dämon Ianus wird in ganz Rom als Gott verehrt und scheint unantastbar.

Als dem Mädchen, das immun gegenüber dämonischen Kräften ist, eines Tages in Aussicht gestellt wird, Ianus zu Fall zu bringen, willigt sie ohne zu zögern ein, sich als Sklavin in dessen Palast einschleusen zu lassen. Doch dort bringt ein unerwarteter Gast ihre Pläne durcheinander: Belial, seines Zeichens angehender Teufel und Ianus‘ Erzrivale. Cassias ohnehin riskante Mission droht an seinem unwiderstehlichen Lächeln zu scheitern und wird noch aussichtsloser, als sie plötzlich in einen dämonischen Wettstreit zwischen Bel und Ianus gerät – einem Wettstreit um ihre Seele.

Skoutz meint:   Das von den Fans geforderte Spin-Off zu Bel ist eigentlich ein Prequel zur Izara-Reihe, was heißt, dass man es auch allein lesen kann. Sollte man aber nicht, denn Julia Dippel hat viele Anspielungen auf ihre Serie eingearbeitet und so freut man sich, wenn man das jüngere Ich bekannter Figuren trifft. Die Geschichte um Belial und Cassia ist wunderschön in das Rom-Setting, das wir aus Izara kennen und lieben, eingebaut und man merkt, dass Julia ihre Welt und ihre Figuren liebt, denn man kann sich vertrauensvoll in ihre Geschichten fallen lassen und wird immer gut und logisch aufgefangen. Ich freu mich auf die Fortsetzung. (kn)

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Und auf YouTube gibt es auch noch einen IZARA-Trailer*

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Izara - Fantasy Shortlist 2021 Skoutz-AwardMehr Info.

Izara 4 – Verbrannte Erde –  ist für die Midlist Fantasy des Skoutz-Awards nominiert und steht nun im Finale. In diesem Zusammenhang wurde die romantische High Fantasy-Reihe von uns besprochen (weiterlesen).

Wir hoffen natürlich, dass auch dieses Interview von Julia Dippel dazu bei trägt, dass sie und ihre Bücher im Wettbewerb weiterkommen und drücken fest die Daumen.

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Hinweis:
Wenn ihr die Bücher schon kennt, würdet ihr uns, dem Autor und allen lektüresuchenden Lesern einen großen Gefallen, wenn ihr das Buch in der Skoutz-Buchdatenbank mit einer  Skoutz-Buchfieberkurve bewerten würdet. 5 Klicks statt 5 Sterne. Einfacher lässt sich eine Rezensionnicht schreiben, bequemer kann man sein nächstes Buch-Date nicht finden. Und so helft ihr, dass unsere Buchfindemaschine weiter wächst.

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