Statistik zur Longlist 2021

Skoutz-Award – Statistik zur Longlist 2021

Für alle, die sich auch für den Hintergrund interessieren, schreibe ich wie alle Jahre wieder in einer Art Statistik zur Longlist 2021 meine Beobachtungen zusammen. Alle, die ungeduldig sind, können gleich runterscrollen, wo die Links zu den Kategorien sind.

Man merkt, dass das letzte Jahr anders war. In vielerlei Hinsicht und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich die Trends finde.

Nackte Zahlen der Statistik zur Longlist 2021

Es wurden dieses Jahr 4.259 Titel zum Wettbewerb angemeldet. Das sind überraschenderweise weniger als in den Jahren zuvor, wir haben allerdings in diesem Jahr auch etwas weniger geworben. Bemerkenswert ist, dass trotzdem deutlich mehr Titel im Feld sind, nämlich 1.997, ohne Cover. Das liegt daran, dass deutlich weniger Mehrfachnennungen erfolgt sind, was bedeutet, dass es in unserer Statistik zur Longlist 2021 keine klaren Favoriten gibt. 2020 war mit anderen Worten ein Jahr ohne die ganz großen Bestseller.

Generell war auch die Teilnahme etwas geringer als im Vorjahr, viele Verlage haben uns direkt ihre Meldungen gemailt und der fleißigste Melde-Skoutz hat 98 Titel vorgeschlagen. Respekt!

FantasyDie stärkste Kategorie ist in diesem Jahr erstmals nicht Romance, sondern Fantasy. Vielleicht, weil das Bedürfnis, sich in fremde Welten zu flüchten, in Corona-Zeiten besonders ausgeprägt ist?  Neben Fantasy haben auch Horror und Crime haben große Sprünge gemacht. Woran das liegt, kann ich nicht erkennen, aber alle Kategorien haben bereinigt Zuwächse zum Vorjahr von 15% bis 22%. Die anderen Kategorien haben jedenfalls keine Einbußen erlitten, was zeigt, dass Skoutze einfach die Vielfalt lieben. Ich persönlich freue mich auch sehr, dass die „kleinen“ Kategorien aufholen und nicht mehr ganz so hinter den drei großen Kategorien (Fantasy, Crime, Romance) herhinken. 🙂

  • 111 Titel in Anthologie
  • 216 Titel in Contemporary
  • 341 Titel in Crime
  • 157 Titel in Erotik
  • 392 Titel in Fantasy
  • 190 Titel in History
  • 171 Titel in Horror
  • 168 Titel in Humor
  • 323 Titel in Romance
  • 181 Titel in Science Fiction
  • 354 Buchcover

Dass diese Zahlen nicht der Zahl der Gesamt-Titel entspricht, liegt daran, dass viele Bücher zweimal, einige drei- und manche sogar in vier Kategorien gemeldet wurden.

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Verlage und Self-Publisher in der Statistik

Eine der Besonderheiten des Skoutz-Awards ist es, dass nur die Geschichte zählt und uns egal ist, ob das Buch über einen großen oder kleinen oder auch gar keinen Verlag zu uns gekommen ist. Umso mehr freut uns, wie ausgewogen das Feld auch in diesem Jahr wieder ist. Nicht ganz die Hälfte der angemeldeten Titel stammt von Self-Publishern und Eigenverlagen. Die andere Hälfte teilen sich Kleinverlage, mittlere Verlage und Großverlage zu gleichen Teilen.

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Ärgernisse in der Statistik zur Longlist 2021

Als Problem erweist sich, dass „Nachhaltigkeit“ auch im Buchbereich Einzug hält und in diesem Jahr – deutlich mehr noch als in den Vorjahren – unzählige Remakes, überarbeitete, erweiterte und sonstwie aufgerüschte Neuauflagen als Erstauflage deklariert durch die Listen geistern. Die Kontrolle, ob das Buch nun eine zweite Chance bekommen soll oder tatsächlich eine echte Erstauflage ist, wird dadurch erschwert, dass sich bei den E-Books die Mode durchsetzt, das Impressum mit den zur Beurteilung wichtigen bibliografischen Angaben nach hinten zu packen, sodass wir das Buch kaufen müssten, um nachzusehen, was bei der Vielzahl der Titel jenseits unseres Budgets ist. Wir haben daher entschieden, das Reglement zu ändern und nicht mehr auf einer Erstauflage zu bestehen, sondern auch Neuauflagen zuzulassen. Das reduziert unsere Fehlerquote und macht damit den Wettbewerb auch fairer.

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Trendthemen in der Longlist

Corona macht sich auch in den Themen bemerkbar, die durch die Kategorien geistern.  Corona kann die Liebe nicht unterdrücken. So gibt es tatsächlich ein paar pandemische Romance-Titel in der Longlist, ebenso wie zeitgenössische, mehr oder minder gesellschaftskritische Betrachtungen. Zudem bietet das Virus ein hervorragendes Stichwort für Horror-Geschichten, was nicht wirklich überraschend ist. Zudem lassen sich auch spannende Verschwörungs- oder Medizinthriller plotten und wenn gar nichts mehr hilft, dann lachen wir einfach gemeinsam über den Irrsinn, in dem wir stecken. Ist eh die beste Medizin.

Dem Lockdown dürfte auch geschuldet sein, dass deutlich mehr Kinderbücher als im Vorjahr nominiert wurden und die Skoutze offenbar auch ihren Spaß an interaktiven Büchern (Rollenspielbüchern, Escape-Rätseln u.ä.) gefunden haben. Die Vorschläge sind jedenfalls deutlich gestiegen.

Auffallend ist auch, dass wahnsinnig viele Gay-Titel in allen Genres, in denen man Liebe auch nur streift, auftauchen. Das ist einerseits schön, andererseits verwundert es auch, denn rund die Hälfte der Titel sind hier gemeint und sie enthalten dabei aber so gut wie keine Titel über lesbische Liebe oder trans-Themen. Gay Romance mit männlichen Protagonisten, die sehr stark von Frauen gelesen und auch geschrieben werden, sind in den letzten Jahren ein Phänomen, das kein Pendant in Romanen mit weiblichen Protagonisten findet. Das ist deshalb ein spannendes Thema, von dem nicht klar ist, weshalb es die LTGB Community zahlenmäßig so ungleich abbildet.

Während einige Geschichten sich mit ganz verschiedenen Ansätzen auch schwierigen Themen widmen – Depression, Sucht, Behinderung – sind Diskriminierung und Multikulti weiterhin kaum Thema. Mal sehen, was die Longlist 2022 zu bieten haben wird.

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Wo sind die Blogger?

Vielleicht liegt auch ein anderer Punkt an Corona, den ich gerne wieder ändern würde. Deutlich abgefallen ist im Vergleich zu den Vorjahren die Kategorie Buchblog. Da ich nicht glaube, dass das am schwindenden Interesse unserer Buchblogger am Skoutz-Award liegt, fürchte ich eher, dass dies Ausdruck einerseits einer gewissen Corona-Depression ist. Die bemerke ich auch in anderen Ecken des Blogiversums. Zudem haben einfach viele Blogger in letzter Zeit angesichts der immer aufwändigeren Vorgaben an Seitenbetreiber und steten Ärger um das Rezensieren das Handtuch geworfen haben und bloggen allenfalls noch ein bisschen über ihre Social Media Accounts. Wir hoffen, dass uns trotzdem viele, viele Blogger mit ihrer Leidenschaft erhalten bleiben.

Aber genug …

 

Und hier sind die Longlists in den Hauptkategorien!

  • Anthologie (in der Kürze liegt die Würze und die richtige Sammlung macht’s)
  • Buchblog (ein Loblied auf alle, die uns die Geschichten zu den Geschichten erzählen)
  • Buchcover (unserer Bücher schönsten Kleider)
  • Contemporary (Zeitgenössische und ausgefallene Bücher)
  • Crime (Krimis und Thriller)
  • Erotik (wenn sich die Geschichte Zeit für pikante Details lässt)
  • Fantasy (gibt’s nicht, gibt’s hier nicht)
  • History (alle Arten von Geschichten quer durch die Zeiten)
  • Horror (wenn die Geschichte richtig düster wird …)
  • Humor (… oder lustig)
  • Romance (alles rund das schönste Gefühl der Welt in allen Facetten)
  • Science Fiction (für alle, die räumlich und zeitlich nach vorne schauen)

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Für das Engagement und den Fleiß aller “Vorschläger” möchten wir euch auch im Namen all derer, die nominiert wurden, ganz herzlich danken. In Zeiten, wo man selbst mit Gewinnspielen oft keine nennenswerte Interaktion mehr erreichen kann, ist das beachtlich. Weil ihr hierfür überhaupt nichts bekommt.
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Doch es ist – und wir hoffen, dass das es war, was euch motivierte – eine Liebeserklärung an “eure” Bücher, ein Dankeschön für die gute Zeit, die euch diese Geschichten schenken konnten und eine kleine Anerkennung für die Autoren, Lektoren, Verleger und Coverdesigner, die aus ihrem Herzblut eure Schätze formen.

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Wie geht es weiter?

Aus dieser Liste wird nun unsere fantastische Jury für jede Kategorie eine Auswahl treffen und dann am in den jeweiligen Midlists präsentieren. Diese (die Midlists) stellen wir am Sonntag, den 25. April 2021 vor. Die Jury natürlich auch! 🙂 Alle Details findet ihr hier.

Bedingt durch die Unwägbarkeit in diesen Lockdown-Zeiten ist die Planung für ein so großes ausschließlich ehrenamtlich organisiertes Projekt sehr schwer. Seht uns also bitte nach, wenn es zu Verschiebungen kommt. Wer nichts verpassen will, kann sich zum Skoutz-Newsletter anmelden. Das ist einfach und wir melden uns auch nur, wenn wir was zu berichten haben.

Skoutz bemüht sich auf vielfache Weise um mehr Sichtbarkeit von Büchern und den Menschen um sie herum. Unterstützt uns, indem ihr unsere Angebote nutzt, uns auch auf Instagram und Facebook folgt und vor allem Bücher für die Buchsuche bewertet.  In 5 Klicks zu einer vollständigen Rezension. Das ist doch ein Wort! Unser Ziel ist, dass ihr in jeder Lebens- und Gemütslage bei uns euer passendes Buch-Date findet. Also macht mit! Das wäre unser schönster Lohn.

 

8 Comments

    • Kay

      Doch, aber ich hänge noch an der Longlist. Ich wollte nur mit den anderen nicht noch länger warten. Die Liste kommt.

  • Cifer

    Ernsthaft, liebes Skoutz-Team? Sorge wegen zu vieler „Gay-Titel“ in allen Genres?

    Lese ich den Absatz mit gnädigst-möglicher Auslegung, scheint er mir ziemlich verfehlt formuliert.
    Wenn es darum geht, dass es zu wenig lesbische Literatur gibt, dann ist „zu viele Gay-Titel“ nicht der Grund zur Sorge.
    Wenn es darum geht, dass problematische Vorurteile aufgegriffen werden, dann ist „zu viele Gay-Titel“ nicht der Grund zur Sorge.
    Wenn es darum geht, dass in Zeiten von Coronapandemie, auf den Reichstag marschierenden Nazis und sich verstärkender Klimakrise nun gerade die Darstellung von schwuler Romantik das Fortbestehen der Menschheit gefährden mag, dann … fehlt mir irgendwie die Sprache. Geht es um Hetero-Futterneid? Soll das witzig sein? Der einsam stehende Smiley und die Steinigungsbitte sagen ja, meine versteinerte Miene sagt nein.

    Mit weniger gnädiger Auslegung wäre der Absatz ordentlich homophob: „Schwule sind ja nett, solange wir unsere aufgeklärte tolerante Gesellschaft mit ihnen schmücken können – aber müssen die jetzt so auffallen?“ Ich hoffe, dass er nicht so gemeint war.

    Ich mache mich mal an eine Umformulierung:
    „Auffallend ist auch, dass wahnsinnig viele Gay-Titel in allen Genres, in denen man Liebe auch nur streift, auftauchen. Das ist schön, aber gleichzeitig natürlich nur ein Anfang, denn andere Formen queerer Romantik sind noch im Hintertreffen und könnten gern nachziehen. Auch wäre natürlich darauf zu achten, dass es nicht nur eine Modeerscheinung werden darf, die eher neue Vorurteile verfestigt, statt welche aufzubrechen. [Wir?] Heteros schauen da mal gespannt von der Seitenlinie zu.“
    Hätte das jetzt wehgetan?

    • Kay

      Danke für die Formulierungshilfe und deinen Versuch, meine sehr unglückliche Formulierung wohlwollend zu interpretieren. Tatsächlich war es so gemeint, wie du es vorschlägst. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass es meine Meinung und mein Eindruck war und ich daher nicht von „uns Heteros“ sprechen kann. Und als Hetero will ich bei einer Entwicklung meiner Gesellschaft nicht von der Seitenlinie zusehen, sondern mitmachen. Auch dafür steht Skoutz, für ein buntes, alle wertschätzendes Miteinander.
      Dafür, dass hier ein falscher Eindruck von mir erweckt wurde, entschuldige ich mich.

      • Muriel

        Wer steht denn da eigentlich?
        Unter „über uns“ stehen nur leere Platzhalter, soweit ich das erkennen kann. Ist das Absicht?
        Vielleicht offenbare ich hier gerade nur peinliche Ahnungslosigkeit, aber ich habe Skoutz bisher halt nicht und bin jetzt neugierig.

        • Kay

          Liebe Muriel, ich habe die Links gecheckt, sie funktionieren alle. Wenn da noch Fragen offen sind, wende dich gerne an mich. Ich bemühe mich, alles zu beantworten.

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