Autoreninterview Janna Ruth 2022

Zu Besuch bei Janna Ruth

Wieder einmal durfte der Skoutz-Kauz, dieses Mal in Begleitung von Ela, die Autorin Janna Ruth im fernen Neuseeland besuchen und ihr einige Fragen stellen.

Grund des Besuchs ist, dass ihr wundervolles Buch „Memories of Summer“ es in die Skoutz-Award Midlist Science Fiction 2022 geschafft hat. Das freut uns natürlich doppelt sehr und so wollen mir mal sehen, was uns dieses Mal erwartet …

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Zu Besuch bei Janna Ruth – die gerne schnell unterwegs wäre

Hallo liebe Janna, vielen lieben Dank, dass wir wieder einmal bei dir sein dürfen und du uns Rede und Antwort stehst. Wir sind schon sehr gespannt wohin uns das Interview führen wird, deshalb lass uns einfach gleich loslegen.

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Wenn du ein Tier wärst, wärst du ein …? (Und warum?)Janna Ruth

Kolibri, weil ich oft in der doppelten Geschwindigkeit wie alle anderen arbeite und ein Dutzend Dinge gleichzeitig mache.

Oh wie süß,  ja das möchten wir doch gerne sehen, wie du zu Höchstform aufläufst *lach*. Aber unter uns: Du wirkst so schon seeeeeehr schnell. 🙂

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Womit kann man dich im Alltag glücklich machen?

Indem man etwas mit meinen Kindern unternimmt und mir so ein paar Stunden Zeit für mich verschafft.

Vielleicht sollten wir mal eine Interview-Reihe mit Autorenkindern starten … da würden wir dann drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Tolle Artikel für uns und deine Kinder und Zeit für dich.  Bleiben wir doch noch bei der Wunschfee …

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Wir alle haben Wünsche, für uns, für die Welt. Was sind deine?

Mein wohl größter Wunsch ist es, eines Tages meine Ashuan-Serie verfilmt zu sehen.

Das wäre toll. Wir hatten die ja schon in der Midlist 2020 (weiterlesen). Ashuan ist ja schon sehr TV-Serientauglich aufgebaut, das würde bestimmt toll. Und was machst du dafür? 

Das Skript schreiben 😉 Aktuell übersetze ich die Serie ins Englische und zum ersten Mal in eine Romanform. Wer weiß, vielleicht wird die Geschichte ja doch eines Tages berühmt.

Wir arbeiten daran. 🙂  Sag uns unbedingt Bescheid, wenn der Film in die Kinos kommt, damit wir genug Popcorn machen können. Diese Antwort ist übrigens die perfekte Überleitung zu Büchern.

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Welches Buch hat dich am meisten geprägt?

Ich würde sagen Robin Hobb’s Farseer-Trilogie/Serie. Robin hat mir beigebracht, wie man charakterfokussierte Fantasy schreibt. Ihre Charaktere sind für mich wie alte Freunde. Als die Folgetrilogie rauskam, war es echt, wie einen alten Freund treffen. Wir sind beide gealtert in der Zwischenzeit, aber immer noch dieselben.

*lach* ja, wer bleibt schon ewig jung. Keine Frage, Robin Hobb hat mit ihrem Universum und der Art, es zu beschreiben, die Fantasy nachhaltig geprägt. Die Bücher stehen darum ja auch aus gutem Grund bei uns auf der Fantasy-Classics-Liste

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Bleiben wir noch kurz beim Buchregal. Welcher Klassiker liegt allen Vorsätzen zum Trotz immer noch auf deinem SuB?

1984 liegt da schon eine ganze Weile rum. Irgendwann komme ich mal dazu.

Oh weh, 1984, big brother is watching you. Da hast du dir was vorgenommen, in der heutigen Zeit ist das Buch, finde ich, beklemmender denn je. Was als Warnung gemeint war, liest sich plötzlich wie eine Gebrauchsanleitung. 

Blutrecht (Greatcoats 1) von [Sebastien de Castell, Andreas Decker]Und welches Buch hätte deiner Meinung nach deutlich mehr Leser verdient ?

Ich nehme mal an bei den Aufmerksamkeitsbüchern geht es nicht um Klassiker.

Nein, ganz allgemein … wir sind immer auf der Suche nach Lesetipps. 

Ich möchte Sebastien de Castell’s Greatcoat Saga vorstellen. Irgendwer muss die gelesen haben, aber ich habe noch niemanden getroffen und das sind meine absoluten Lieblingsbücher. Die drei Musketiere-Vibe mit Dark Fantasy gemischt. Grandios.

Das tut mir jetzt wirklich leid, dass wir die auch nicht kennen. Aber keine Frage, das hört sich großartig an, und der Skoutz-Kauz gelobt an dieser Stelle feierlich Besserung! 

Hier ist der Amazon-Link* zu diesem Buch (auf deutsch), für alle, die jetzt auch neugierig geworden sind.

Themen finden ist oft einfacher als aus den vielen Ideen, die richtige Auswahl zu treffen. Wie entscheidest du, welches Projekt du als nächstes verwirklichst?

Mittlerweile gehe ich tatsächlich strategischer ran.

Okay … nachdem ich in den letzten Interviews immer nur Intuitiv- und Launenschreiberlinge getroffen habe, bin ich jetzt gespannt. Was erwartet die Welt aus deiner Feder? 

Aktuell konzentriere ich mich rein auf Urban Fantasy, daher wandern alle nicht UF-Ideen erstmal zur Seite und dann geht’s ein wenig danach, welches am weitesten fortgeschritten ist und was noch mehr Zeit zum Gären braucht.

Das hört sich sehr professionell an. Das heißt also, es gibt demnächst reichlich Lesestoff! Sehr schön! 

Wo stehst du beim Schreiben einer Szene? Bist du eher der aufmerksame Beobachter und Dirigent oder mittendrin in allen Höhen und Tiefen mit Blut, Schweiß und Tränen?

Ich bin in der Szene.

Das habe ich bei dir jetzt auch erwartet! Wie läuft das ab? 

Die Szenen entstehen bei mir meistens im Kopf. Ich spiele die Charaktere und dann schreibe ich das auf, was sich da so ergeben hat. Deshalb sind meine Bücher auch so dialoglastig 😉

Ich liebe deine Dialoge! Die sind so … echt! Dann fragen wir jetzt aber mal anders herum … 

Welche Szenen fallen dir beim Schreiben am schwersten und wie meisterst du sie trotzdem?

Ich müsste jetzt ehrlich sagen, Sexszenen, aber da ich die aus dem Grund nicht drin habe, würde ich auch Kussszenen sagen.

Naja, Küssen kann auch sehr erotisch sein. Ich würde das sogar als Sexszene gelten lassen. Und ganz ohne geht es halt in vielen Plots auch nicht, oder? Wie gehst du also mit deiner „Sex-Schwäche“ um?

Ich tue mich da schwer, mehr als eben nur den Kuss zu beschreiben. Also, wie komme ich auf mehrere Absätze für einen (wichtigen) Kuss? Aber mittlerweile habe ich so einige Romance-Werke übersetzt und hoffe, dabei gleich was für mich gelernt zu haben.

Also schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Das hört sich super an. Viel Erfolg weiterhin! 

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Was ist dir beim Schreiben deiner Geschichten am wichtigsten, worauf achtest du besonders?

Das Wichtigste sind für mich die Charaktere. Die müssen glaubhaft sein, ihre Aktionen nach ihrem Charakter nachvollziehbar.

Und sonst?

Ansonsten achte ich besonders auf den Flow/Rhythmus. Es darf sich nicht abgehackt oder umständlich lesen, sondern muss alles in einander fließen, bzw. an den richtigen Stellen anhalten.

Stimmt, ich hasse nichts so sehr, als wenn ich beim Lesen rausfliege, weil … wie du sagst, der Rhythmus nicht passt. Jetzt kommt meine Lieblingsfrage …

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Es heißt, jeder Künstler muss auch ein bisschen wahnsinnig sein. Was ist dein Schuss „Wahnsinn“?

Ich würde sagen, dass ich mich unheimlich schwertue, frei zu machen und quasi vom Aufstehen bis Schlafengehen schreibe/an den Büchern arbeite. Meine Kollegen und Kolleginnen würden wohl aber alle sagen, dass ich z.B. letzten November (im NaNoWriMo), 200.000 Wörter und zwei Bücher geschrieben habe, ist schon ziemlich wahnsinnig 😉

*lach* Wenn du mir das so sagst, würde ich auch spontan „Waaaahnsinn!“ rufen. 

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Beschreibe dein aktuelles Buch in 3 Sätzen

Ich bleibe mal bei der letzten deutschen Veröffentlichung: Blumenthal – die versunkene Stadt.

Das Buch ist ein romantischer Fantasyroman nach der wahren Legende von Blumenthal (kurz vor Berlin). Hier trifft die achtzehnjährige Ina auf einen mittelalterlichen Geist, nur um kurz darauf selbst in Blumenthal vor 750 Jahren zu landen. Gemeinsam mit ihrem Geist versucht sie, einen Weg zurück in ihre Zeit zu finden, doch das ist nicht so einfach.

Oh, das hört sich fantastisch an.

Wow, das sind echt schon tolle Antworten, aber jetzt lass uns mal nach vorne blicken …

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Was würdest du noch gerne lernen und wozu?

Hättest du mich vor 15 Jahren gefragt, hätte ich gesagt, alles. Damals habe ich noch davon geträumt, einfach mein Leben lang zu studieren.

Und heute?

Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so ambitioniert. Zurzeit bilde ich mich über die verschiedenen Werbemöglichkeiten als Autorin weiter. Da warten noch einige Stunden Videomaterial auf mich.

Na, da sind wir auch ständig dran, vor allem, weil sich das auch ständig ändert. Mit den Seh- und Lesegewohnheiten der Adressaten, mit dem Markt, mit den Kanälen, selbst für die verschiedenen Genres braucht man unterschiedliche Ansätze. Vielleicht sollten wir mal einen Workshop machen. 🙂

Und was für große Aufgaben hast du dir sonst noch vorgenommen?

In meinem nächsten Leben will ich dann Journalistin werden, aber da bin ich in diesem Leben so oft knapp vorbeigeschrammt, dass ich den Lebenslauf stattdessen meiner Protagonistin aus Time to Remember gegeben habe 😉.

Na dann drücken wir dir die Daumen, dass du alles, was du in diesem Leben noch erreichen möchtest, auch schaffst.

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Welcher Moment im Leben hat dich besonders geprägt?

Man könnte jetzt natürlich sagen, nach Neuseeland gezogen zu sein.

Das könnte ich mir natürlich gut vorstellen. Aber du verwendest den Konjunktiv?

Ja, denn bestimmt gibt es viele solche Momente. Aber am meisten geprägt hat mich der Umzug damals, als ich zehn Jahre alt war.

Also ein anderer Umzug. Warum? 

In meiner alten Klasse waren wir alle noch Kinder. Ich habe mich mit allen verstanden, war Klassensprecherin und selbstbewusst. Und in der neuen Klasse waren alle irgendwie schon präpubertär und ich kam da als Außenseiterin rein in eine Klasse, die kaum jemanden reingelassen hat und hab in den zwei Jahren viel von meinem Selbstbewusstsein und der Offenheit verloren. Ich würde wirklich sagen, dass ich ohne diesen Umzug wohl ein anderer Mensch geworden wäre. Was für einer, keine Ahnung und irgendwie bin ich ja doch wieder an einem Punkt angekommen, an dem ich mich traue, mich zu öffnen und ganz ich zu sein.

Na, das dich das geprägt hat, können wir uns gut vorstellen. Aber egal, wer du geworden wärst, wir mögen die Janna, die du heute bist, sehr, sehr gerne.  

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Was sollen deine letzten Worte sein?

Pfft… keine Ahnung. Darüber mache ich mir keine Gedanken.

Siehst du, das sind doch letzte Worte. Und ehrlich … „Pffft“ hatten wir noch nicht. 🙂 Aber anders gefragt:

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Und mit welchen Worten soll dieses Interview enden?

Vielen lieben Dank für das Interview. Ich habe mich sehr über die Midlistplatzierung gefreut und bin gespannt, wo die Memories of Summer noch hinkommen.

Ja, das ist auch für uns spannend. Wir drücken dir jedenfalls ganz fest die Daumen! 

Umgekehrt haben wir dir für deine tollen und ehrlichen Antworten zu danken! Bis hoffentlich bald! 

 

Hier erfahrt ihr noch mehr über Janna Ruth, viel Spaß dabei:

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Skoutz-Lesetipp:

Blumenthal: Die versunkene Stadt – Märchenhafte Fantasy von Jana Ruth

Cover

„Wie kann ich tot sein, wenn ich noch so viel fühle?“

Im Blumenthaler Forst spukt es. Ein Lachen im Wind, das Läuten von Glocken und das Hämmern einer geisterhaften Schmiede. Während es Geisterjäger ins Blumenthal zieht, sehnt Ina den Schulabschluss herbei, um endlich das Dorfleben und die Spukgeschichten hinter sich lassen zu können. Bis sie selbst einer Erscheinung gegenüber steht, die sich kurz darauf in Luft auflöst. Doch der faszinierende Blick des jungen Mannes in mittelalterlicher Kleidung geht Ina nicht mehr aus dem Kopf. Sie muss ihn wiedersehen.

Tief im Blumenthaler Forst entdeckt Ina einen See. Angelockt von einer geheimnisvollen Melodie wird sie unachtsam und stürzt in das eisige Wasser. Doch statt zu ertrinken, landet sie in der versunkenen Stadt Blumenthal. Dort begegnet sie dem Schmiedegesellen Johan, dem Mann mit dem faszinierenden Blick. Während Ina einen Weg zurück in ihre Zeit sucht, entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Liebe. Doch eine gemeinsame Zukunft steht außer Frage, denn Johan ist wie alle Blumenthaler vor 650 Jahren an der Pest gestorben. Und wenn Ina nicht bald den Rückweg findet, droht ihr dasselbe Schicksal.

Skoutz meint: Wenn man für eine Buchvorstellung in die Leseprobe reinschnuppert, dann empört ist, dass sie vorbei ist, das Buch kauft und es am Rutsch durchliest, dann sagt das doch mehr als tausend Worte? Gut! Das Buch ist so schön erzählt, mit lebendigen Figuren, dem Flair dunkler Geheimnisse und romantischer Märchen, genau das richtige für einen schönen Leseabend! 

Wenn ihr, was wir sehr hoffen, neugierig geworden seid, dann könnt ihr das Buch über unseren Affiliate-Link auf Amazon* bequem näher prüfen. Aber Vorsicht! Macht süchtig.

 

Janna Ruth - memories of summer - Skoutz-AwardHinweis:

Wie schon erwähnt, ist Janna Ruth mit ihrer schönen Cyber-Mystery „Memories of Summer“ auf E.F. von Hainwalds Midlist Science Fiction gelandet.

Emotionen als Handelsware? Das klingt so spooky wie faszinierend und sollte sicherlich auch im weiteren Wettbewerb die Neugierde der Jury und des Publikums wecken. Wir sind gespannt.

 

 

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz.net bewerten, damit unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).

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