zu Besuch bei J. Vellguth

Heute bin ich im schönen Brühl bei Köln, wo ich die diplomierte Astro-Physikerin und Autorin J. Vellguth treffe. Ich bin schon sehr gespannt auf unser Treffen, denn bisher hatte nur Kay das Vergnügen, sie interviewen zu dürfen. (Weiterlesen) Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass J. Vellguth neben dem Schreiben romantischer Geschichten auch einen Blog führt und anderen mit Artikeln hilft, selbst Autor zu werden. Mal sehen, was ich noch alles über sie erfahren werde. In bin in jedem Fall sehr neugierig und gespannt …

 

zu Besuch bei J. Vellguth, die es liebt, das romantische Knistern zwischen zwei Menschen zu beschreiben …

 

In einem Wort: Was bedeutet für dich „Schreiben“?

Hoffnung

Eine wirklich interessante Assoziation …

 

 

Was ist der seltsamste Ort, an dem du je geschrieben hast?

Ich weiß nicht, ob man meine Schreiborte seltsam nennen würde, aber ich habe meinen Laptop eigentlich immer dabei und nutze jede Wartezeit.

Das ist wirklich praktisch und könnte man auch Effektivität nennen 🙂 Wo findet man dich überall tippend an?

Zum Beispiel schreibe ich regelmäßig im Flugzeug und in der Bahn – nur im Auto wird mir schlecht. Manchmal wird es mir an meinem Schreibtisch zu eng und still, dann gehe ich mit dem MacBook ins Café. Ich hab auch schon auf dem Spielplatz geschrieben, im Wartezimmer und in einer Turnhalle 🙃

 

 

Wie entstehen deine Geschichten?

Da könnte ich wohl ein eigenes Buch drüber verfassen und schreibe dazu auch einen  Blog ☺️

Ja, das habe ich bei meiner Recherche schon entdeckt. Wann ist für dich die geschickteste Zeit zum Arbeiten?

Generell setze ich mich gleich morgens an den Schreibtisch, sobald die Kinder aus dem Haus sind.

Bist du ein strukturierter Schreiber oder lässt du dich treiben?

Für meine Geschichten habe ich immer nur eine grobe Landkarte. Ich muss wissen, wohin die Reise geht, deshalb lege ich Ende, Mitte und Anfang so früh wie möglich fest – meistens in der Reihenfolge.

Wie geht es weiter?

Danach kommt es sehr auf die Geschichte an, wie viel geplottet wird oder ob die Figuren von alleine beginnen zu sprechen. Im ersten Ansatz kann das noch sehr hölzern wirken, aber das ist okay, der erste Entwurf ist immer Mist und muss Mist sein, denn schließlich hast du, egal wie viel du geplottet hast, noch keine Ahnung, was im Detail alles passieren wird.

Wann ändert sich das?

Spätestens bei der ersten oder zweiten Überarbeitungsrunde werden die Charaktere dann zu meinen Freunden und im Fall der Protagonisten muss ich mich sogar verlieben, damit sie Wirklichkeit werden und sich echt anfühlen.

An welchem Punkt gibst du die Story erstmals aus der Hand?

Sobald ich das Gefühl habe, dass man die Geschichte „von Anfang bis Ende lesen kann, ohne, dass ich daneben sitzen muss, um die Hälfte zu erklären“ geht sie an die Alphaleser, mit deren Korrekturen dann ans Lektorat, Betaleser, Korrektorat und in den Buchsatz bevor „echte Leser“ sie zu sehen bekommen und ich sie endgültig hinaus in die Welt entlasse.

 

 

„Es wird immer weniger gelesen“ – Wie reagierst du auf diesen Satz?

Beim Lesen entstehen ganze Welten in deinem Kopf, in 3D, Farbe und mit Dolby Surround.

Da stimme ich dir absolut zu, doch inwieweit passt das zu meiner These?

Solange es noch keine Holodecks wie in Star Trek gibt, sehe ich keine Gefahr für Geschichten. Selbst wenn Holodecks irgendwann existieren, geht einfach nichts über das Gefühl, sich gemütlich in einen Sessel zu kuscheln und aus der Sicherheit deines Wohnzimmers heraus das Universum zu retten oder die große Liebe zu finden 💖

 

 

Wie stehst du zu Schreibregeln, die bestimmen, was der 1. Satz auf keinen Fall enthalten darf, welche Worte man verwenden soll und welche zu vermeiden sind, wie lang ein Satz sein darf, etc.?

Jede Regel hat ihren Sinn und ihren Grund. Wenn du die kennst, ist es völlig in Ordnung die Regeln zu brechen, solange du bereit bist, mit den Konsequenzen zu leben.

Würdest du mir das erläutern?

Du kannst den Charakter im ersten Satz unsympathisch machen, aber dadurch wirst du viele Leser verschrecken. Natürlich kannst du auch mit dem Wetter anfangen, aber dadurch wirst du einige Leute langweilen. Solange du die „falschen Leser“ verlierst und die „richtigen Leser“ behältst, ist alles in Butter 😉

 

 

Welches Buch hat dich am meisten geprägt und warum?

Das war ein Ponyhofbuch. Ich habe es gelesen, als ich ungefähr vierzehn war.

Und inwiefern hat dich dieses Buch geprägt?

Als ich damit fertig war, habe ich festgestellt, dass die Autorin nur etwa ein Jahr älter war als ich und habe beschlossen: Das will ich auch. Ohne dieses Buch gäbe es wahrscheinlich keine meiner heutigen Geschichten ☺️

 

 

Wenn du für einen Tag in ein Buch reisen könntest, in welches würde es dich ziehen?

Das ist leicht!

Echt?

Ich glaube, in dem Fall gäbe es wohl für keinen Autor etwas cooleres, als in die eigenen Geschichten zu reisen.

Was würdest du erleben wollen?

Einmal mit Jake auf der Suche nach Youtube-Story-Material durch New York ziehen (#FolgeDeinemHerzen), oder mit Nell und Sam die „Lost Places“ erkunden (Der letzte Liebesbrief), oder mit Natty im Dachgarten des kleinen Stadthauses einen Samstagsbrunch veranstalten (Home Sweet Home). Das klingt für mich einfach himmlisch.

 

 

Bist du ein mutiger Mensch? Wann hast du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht und was war das?

Ich bin auf alle Fälle neugierig auf das Leben und die Welt da draußen. Ich denke, das ist für Autoren sogar eine ganz besonders wichtige Eigenschaft. Denn für jedes Buch und jede Geschichte lerne ich wieder etwas Neues dazu.

Und warum genau ist es so wichtig?

Dadurch wird es erst möglich, immer wieder zu wachsen, sich weiterzuentwickeln und neue Dinge zu probieren.

Jetzt bin ich neugierig … Hast du mir da ein paar Beispiele?

Letzten Sommer war ich zum Beispiel in Costa Rica, habe Delfine beobachtet und bin auf einen haushohen Baum geklettert – was für ein Sprung! Am Seil — um wieder runterzukommen.

Im Oktober war ich in New York und zum ersten Mal auf dem One World Trade Center – ein gigantischer Ausblick.

Alles Dinge, die ganz sicher auf die eine oder andere Weise ihren Weg in meine Geschichten finden werden 😉

 

 

Für welches Produkt würdest du als Testimonial Werbung machen? Warum?

Scrivener! Es ist einfach das genialste Schreibprogramm aller Zeiten und ich empfehle es immer wieder gern 💖

Aber damit können natürlich nur Autoren etwas anfangen. Deshalb entscheide ich mich für das „Bullet Journal“, obwohl das natürlich kein Produkt im eigentlichen Sinne ist.

*lach* Und warum denkst du, sollte das jeder haben?

Es ist „einfach nur“ ein Notizbuch mit einem coolen System dahinter, das man leider nicht in zwei Sätzen erklären kann. Aber es ist unheimlich simpel und flexibel und kann helfen, Ordnung in das größte Gedankenchaos zu bekommen.

Dazu gibt es auch ein Erklär-Video auf Youtube und der Erfinder „Ryder Carrol“ hat auch ein Buch darüber geschrieben: „Die Bullet Journal Methode“.

Benutzt du selbst auch eines?

Ich hab mein Erstes 2016 gestartet, hab (warum-auch-immer?) eine Pause eingelegt, letztes Jahr wieder zum Bullet Journal zurückgefunden und bin so glücklich damit, dass es endlich keine heillose Zettelwirtschaft mehr gibt. Ich freu mich jetzt schon darauf, wenn ich bald in mein Nächstes wechsele ☺️

*Fanmodus aus*

 

 

Was machst du, wenn du eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen wärst?

Ich nehme an, ich habe kein Handy, es gibt keinen Nachtwächter und die Sicherheitssysteme sind auch alle ausgefallen? 😉

Richtig 😉 Du kannst dich also voll austoben …

Wenn ich (wie es wahrscheinlich ist) meinen Laptop dabeihabe, würde ich an meiner Geschichte schreiben und vielleicht sogar das Setting „nachts allein im Kaufhaus“ nutzen. Falls dem Laptop der Strom ausgeht und ich keine Steckdose finde, würde ich mich in die Bücherecke zurückziehen und einfach lesen, bis zum Umfallen.

 

 

Was ist der erste Gedanke nach dem Aufstehen? Was machst du in der ersten Stunde nach dem Aufstehen?

Zuerst hechte ich in den Flur, um meinen Handywecker auszuschalten, damit die anderen noch ein wenig weiterschlafen. Denn ich liebe die Zeit, wenn das Haus noch friedlich und ruhig ist.

Wie geht es im Hause Vellguth weiter?

Dann starte ich mit einem kurzen „Miracle Morning“. Das heißt, ich mache eine kleine Runde Yoga, meditiere für ein paar Minuten, lese ein paar Seiten, mache mich im Bad fertig und setzte mich mit einer Tasse Tee oder Kaffee noch so lange an den Schreibtisch, bis es Zeit wird die Kinder zu wecken.

 

 

Welche Superkraft hättest du gerne?

Die von Violet aus „The Incredibles“ 💖

Für alle, die Violet nicht kennen – welche wäre das?

Also Unsichtbarkeit gepaart mit Kraftfeldern. Ich finde, das ist einfach die ultimative Kombination. Du kannst überall hingehen, ohne dass es jemand bemerkt und niemand kann dir etwas anhaben.

 

 

Welcher Irrtum kursiert über dich?

Nach 12in12 hat man mir nachgesagt, dass ich niemals schlafe, aber das stimmt bei Weitem nicht 🤣

Du stehst nur recht früh auf, wie ich gerade gelernt habe 🙂

 

 

Was würdest du deinem 10 Jahre jüngeren Ich raten?

Oh, das ist eine Menge. Zu dem Thema hab ich sogar einen Artikel geschrieben: https://www.schriftsteller-werden.de/schreibtipps/10-jahre-schriftsteller-werden-de-10-tipps-fuer-mein-frueheres-ich/

Und noch ausführlicher werde ich in diesen beiden Artikeln:

https://www.schriftsteller-werden.de/motivation-und-organisation/103-monster-tipps-um-erfolgreich-zu-schreiben-oder-wie-du-deine-erste-geschichte-beendest/

https://www.schriftsteller-werden.de/motivation-und-organisation/103-monster-tipps-um-erfolgreich-zu-schreiben-teil-2/

Ja, das Sammeln hat sehr viel Spaß gemacht 😉

 

 

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Da gibt es so viel … aber im Augenblick beschäftige ich mich insbesondere mit Gewohnheiten und deshalb nehme ich wohl das:

Jeder Mensch ist die Summe seiner Gewohnheiten, ganz egal, ob er sich dessen bewusst ist, oder nicht. Also überleg dir, was für ein Mensch du sein möchtest und welche Gewohnheiten so ein Mensch hätte. Und dann fang an, diese Gewohnheiten in dein Leben zu übernehmen.

Wundervolle Schlussworte. Tausend Dank, liebe J. Vellguth, dass du dir die Zeit genommen hast, mich zu treffen und mir all meine Fragen zu beantworten. Deinem Roman wünsche ich für den weiteren Wettbewerb viel Erfolg und wer weiß, vielleicht sehen wir uns bereits in Frankfurt zur Verleihung des Skoutz-Awards wieder.

 

Mehr über J. Vellguth und ihre Bücher findet ihr auf:

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Skoutz-Lesetipp: Home Sweet Home – gefühlvoller Liebesroman von J. Vellguth

Für die hübsche Mary Simmons, Designerin in ihrem eigenen kleinen Modegeschäft in New York City mit einer Vorliebe für extravagante Kleider, läuft es gerade gar nicht gut: Erst verliert sie einen wichtigen Auftrag und dann bricht sie auch noch auf der Straße zusammen. Im Regen.

Eins ist klar: Mary bräuchte dringend Unterstützung, aber was, wenn sie die unmöglich annehmen kann? Dann ist da auch noch Luke: Frauenheld, Lebenskünstler und Organisationstalent, der mit Schirm und Charme viel zu schnell ihr Herz erobert. Doch was steckt wirklich hinter seinen zweideutigen Sprüchen und dem verschmitzten Lächeln?

Skoutz meint: Eine wirklich tolle Liebesgeschichte, die uns nach New York entführt. Neben dem tollen Setting und der mitreißenden Handlung sind es vor allem die wundervollen Figuren, die überzeugen. Besonders Marys Vermieterin, Natty, die einen eigensinnigen Kater namens Moriarty und ein Faible für Star Wars hat, geht einem direkt ans Herz. Doch auch die beiden Protagonisten Mary und Luke überzeugen mit ihrer charmanten und überaus sympathischen Art. Mit viel Spannung, Gefühl und Witz überzeugt uns J.Vellguth und macht Lust auf weitere Teile dieser neuen Reihe. 

 

 

Hinweis:

In ihrem gefühlvollen Liebesroman “Der letzte Liebesbrief”, der im Juni 2018 von ihr selbst veröffentlicht wurde, erzählt uns J. Vellguth auf 429 Seiten eine herzergreifende Liebesgeschichte über alte Narben, wahre Schönheit und die Bedeutung von Familie.

Mit ihrem berührenden Liebesroman konnte J. Vellguth unsere Skoutz Jurorin Heike Wanner überzeugen, “Der letzte Liebesbrief” aus über 300 Titeln der Romance-Longlist zu erwählen. Sie ergatterte einen der begehrten Midlist-Plätze und damit vielleicht die Chance auf den Skoutz Award 2019.

Mehr Details findet ihr wie immer in der ausführlichen Buchvorstellung. (Weiterlesen)

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