Zu Besuch bei Amanda Frost

Heute bin ich zu Besuch bei meiner lieben Autorenkollegin Amanda Frost, die ich schon sehr lange kenne. Ich habe mich sehr über ihre hochverdiente Nominierung für den Erotik-Skoutz 2020 gefreut und bin schon gespannt, was der Skoutz-Kauz und ich bei unserem Besuch so an Neuem erfahren. 

Doch seht selbst.  

 

Zu Besuch bei Amanda Frost, die für Rock and Roll zu haben ist 

Amanda FrostHallo liebe Amanda, es ist ja ewig her, seit wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben. Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt geklappt hat. Sitzt du bequem? Gut! Dann lass uns gleich anfangen …  

 


Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?

Temperamentvoll

Ja, niemand, der dich kennt, will da widersprechen! 

 

Beruf oder Berufung?

Definitiv Berufung.

Inwiefern?

Es bereitet mir Freude, andere Menschen mit meinen Büchern ein paar Stunden aus ihrem stressigen Alltag zu entführen.

Wie selbstlos! 🙂 

Und dass ich mir meine Arbeitszeiten dabei völlig eigenständig einteilen kann, ist ein weiteres Highlight.

Oh ja, darum beneide ich alle Vollzeitautoren. 


Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht?

Mein erstes Buch kam 2013 auf den Markt.

Du bist echt ein alter Hase! Was ich nur positiv meine. Und wie lange bist du an diesem Buch gesessen?

Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich daran geschrieben habe. Mindestens ein halbes Jahr, vermutlich sogar länger. Heute geht das etwas schneller, aber damals fehlten mir Erfahrung und Routine.

Ich kenne einige Kollegen, die bei einem halben Jahr von einem Quickie sprächen. Zeit ist eindeutig relativ. Aber bleiben wir bei dir …

 

Wie läuft ein typischer Tag als Autor bei dir ab? 

Routine gibt es bei mir nicht.

Das wundert mich bei einer so temperamentvollen Schnellschreiberin nicht. Wie sieht deine Nicht-Routine im Detail aus? 

Ich schreibe, sobald ich Lust und Zeit habe. Da ich ein Langschläfer bin, arbeite ich oftmals nachmittags oder abends. Wenn es gut läuft auch mal in der Nacht. Darüber hinaus richte ich mich häufig nach den Arbeitszeiten meines Mannes. Sobald er zu Hause ist, unternehmen wir lieber etwas gemeinsam.

Oh, wie schön! Geht das aktuell auch noch? 

 


Wie sehr beeinflusst Corona deinen Schreiballtag? 

Da ich seit März viel weniger unterwegs bin, komme ich häufiger zum Schreiben.

Das ist ein Effekt, den viele Autoren beschreiben, sofern sie nicht in der Home-Schooling-Falle saßen. 

Positiv war auch, dass während des Lockdowns viele meiner Bücher gelesen wurden, so habe ich neue Leser dazugewonnen.

Das ist ja perfekt. Ich habe das bei mir noch gar nicht ausgewertet, da ich zufällig passend zum Lockdown eine Veröffentlichung hatte. Aber wie war dein Corona-Alltag?

In den ersten Wochen war ich ein wenig frustriert und wusste gar nicht so genau, was ich zu Papier bringen sollte. Erwähnt man Corona in den Büchern oder ignoriert man die unliebsamen Umstände besser völlig? Ich denke, das ist eine schwierige Entscheidung für jeden Autor.

Ja, darüber haben wir in der Redaktion auch schon philosophiert. Wie hältst du es? 

Ich werde es vorerst einmal nicht in meine Bücher einbringen.



Kreativ oder eher regeltreu? Wie schreibst du?

Absolut kreativ.

Heißt? 

Ideen für meine Bücher kommen mir spontan. Häufig werfe ich die ganze Handlung um, wenn mir plötzlich ein besserer Plot einfällt. Ich bin da extrem flexibel.

Kann ich mir vorstellen. Lassen wir uns mal über die andere Seite des Buchs sprechen … 

 


Welches war dein erstes selbstgelesenes Buch? 

Es war die Gulla-Reihe von Martha Sandwall-Bergström.

Von der habe ich noch nie gehört. Spannend, dass man doch immer wieder neue Bücher kennenlernt. Hast du die Bücher noch?

Nein, ich habe die Bücher nicht mehr. Sie wurden schon vor langer Zeit an eine Bekannte verschenkt. Mittlerweile sind sie vermutlich durch viele neugierige Mädchenhände gegangen.

Das ist auch schön. Manche Geschichten wollen immer weiter erzählt werden. 

 

Stell dir vor, du könntest eine beliebige Figur aus einem Buch zum Essen treffen. Was würde passieren?

Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks ist seit vielen Jahren eins meiner Lieblingsbücher. Nachdem ich dann noch den Film mit Ryan Gosling gesehen habe, konnte mich das Buch beim nächsten Lesen noch stärker faszinieren, da ich konstant Ryan Gosling vor Augen hatte. Noah Calhoun ist ein beeindruckender Protagonist. Er geht mehrfach durch die Hölle, gibt jedoch niemals auf und erfüllt sich seine Träume.

Dem entnehme ich, dass du Noah treffen wollen würdest?

Ja! Es gibt einiges über das ich gerne mit ihm reden würde: den zweiten Weltkrieg, South Carolina, und selbstverständlich über die nicht enden wollende Liebe zu einer Frau, für die er jedes erdenkliche Opfer bringt. Wer das Buch oder den Film noch nicht kennt, unbedingt lesen oder anschauen. Aber Taschentücher nicht vergessen.

Wie bei allen Sparks-Büchern … (lach)

 

Auf welche Frage hattest du in letzter Zeit keine Antwort und hast du sie finden können?

Ich denke, was uns alle gerade am meisten beschäftigt, ist die Frage, ob unser Leben jemals wieder so sein wird wie vor Corona.

Da hast du Recht. Corona-Themen sind bei dieser Frage auch bei den Kollegen sehr präsent. Und wie sieht es bei dir aus?

Nein, ich habe noch keine Antwort darauf. Denn leider sind sich auch die besten Wissenschaftler nicht darüber im Klaren, ob wir noch für viele Jahre mit dieser Pandemie leben müssen.

Ich finde es so schlimm, dass so viele Menschen ernsthaft erwarten, dass es hier eine pauschale, vorzugsweise einfache Lösung geben kann. Ich glaube nicht, dass wir wieder ein “vor Corona” bekommen. Wir werden uns vielmehr Schritt für Schritt in eine neue Zukunft tasten. So, wie es wohl seit dem Neandertal schon immer war. Anfangs hoffte ich, dass wir die Gelegenheit nutzen, um nach dieser Vollbremsung, die der Lockdown bedeutet hat, ein paar überfällige Änderungen vornehmen. Die Chance ist leider verpasst worden. Aber der Lerneffekt aus dem Lockdown ist da und wird fortwirken. Wie sehr die Natur unter uns leidet, und wie schnell sie reagiert, wenn wir mal die Füße stillhalten. Ebenso natürlich, wie man einigermaßen sicher mit Corona umgeht. Da müssen wir noch viel lernen. Über uns und über das Virus. Es sind spannende Zeiten, in denen wir auch täglich neue Erkenntnisse bekommen. 

Das bringt mich gleich zur nächsten Frage. 

 


Wie oft schaust du täglich auf dein Handy?

Sehr selten. Ich gehöre noch zu der Generation, die ohne Internet und Handy aufgewachsen ist. Daher meistere ich meinen Tag auch ganz gut ohne.

Das scheint, zumindest nach meinen Interviewerfahrungen nicht so sehr eine Frage des Alters zu sein. Sondern eher eine der persönlichen Organisation. 

Was ich täglich lese, sind Nachrichten. Das mache ich aber am Laptop.

Ich auch! 

 

Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?

Ich gestehe, dass mein Mann derjenige ist, der den Kühlschrank auffüllt, so dass selten etwas fehlt. Allerdings bin ich in dieser Hinsicht auch nicht sehr anspruchsvoll.

Gar keine Wünsche?

Ich liebe Käse in jeder Art und Form, der sollte also nie fehlen. Wenn ich dazu noch eine Flasche Sekt finde, bin ich glücklich.

Darauf könnten wir anstoßen – oder vielmehr auf die Antwort meiner nächsten Frage … 

 

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Meinen Mann, meine weltoffene Erziehung, und die Tatsache trotz einiger Wehwehchen einigermaßen gesund zu sein.

Sehr schön. Ich habe auch auf die harte Tour gelernt wie wichtig das ist. Alle Wünsche werden klein, vor dem, gesund zu sein. 


Zeitreisen – ein spannendes Mysterium. Bei welchem historischen Ereignis wärst du gern dabei gewesen?

Eigentlich möchte ich gar nicht so weit in die Vergangenheit zurückkehren, da ich den Fortschritt, den wir heutzutage als selbstverständlich erachten, sehr schätze.

Macht nichts. Ich reise mit dir auch in den Juli 2020. Ist dann halt ein Kurztrip!

Gerne wäre ich 1977 bei dem ersten Flug der Concorde über den Atlantik von Paris nach New York dabei gewesen. Denn dieses beeindruckende Flugzeug schaffte das in gerade mal 3 Stunden. Schade, dass sich diese Art des Reisens nicht durchgesetzt hat.

Ja, die Concorde war schon beeindruckend. Ich war dabei als die letzte vom Rollfeld fuhr. Wenn wir schon in der Zeitmaschine sitzen, wollen wir sonst noch einen kleinen Abstecher machen? 

Da ich obendrein Rock´n´Roll und alles damit verbundene liebe, wären auch die Fünfziger Jahre interessant gewesen.

🙂  Zu Bill Haley, Chuck Berry, Fats Domino oder gleich zum King, zu Elvis Presley? Was hätten sie denn gern, Frau Frost? 

 


Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?

Da gibt es so einiges.

Sehr gut! Ich höre. 

Reisen ist eins meiner liebsten Hobbys, darüber könnte ich stundenlang berichten. Während dieser Reisen passieren einem natürlich auch hin und wieder ein paar unangenehme Dinge, wie Notlandungen, das Festsitzen auf Bergspitzen aufgrund von kaputter Seilbahnen, oder der Versuch am Morgen von 9/11 nach New York einzureisen. Auch bin ich ein begeisterter Motorsportfan und habe mit dem Motorrad schon fast ganz Europa bereist.

Echt? Da sitzen tatsächlich zwei Biker-Damen beisammen. Das müssen wir mal in Ruhe besprechen.  Sonst noch Themenvorschläge?


Darüber hinaus habe ich viele Jahre weltweit für die Pharmabranche gearbeitet und Unmengen interessanter Dinge erfahren. Und zu guter Letzt könnte ich natürlich jedem erzählen, wie es ist, ein Autor zu sein und auf was es dabei ankommt.

Darauf kommen wir gern mal bei einem Skoutz-Workshop zurück, wenn du Lust hast. 

 

Was würdest du rückwirkend ändern, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

Nicht viel. Jeder muss im Leben Fehler machen und daraus lernen.

Wohl wahr. Aber dann anders herum gefragt … 

 


Was wünschst du dir für die Zukunft?

Vor allem Gesundheit.

Das ist konsequent. Gerade wenn man so viel mit dem Motorrad unterwegs ist. Und mehr allgemeiner? 

Von vielen Mitmenschen würde ich mir mehr Toleranz gegenüber Andersartigem wünschen. Und das, was sich vermutlich gerade jeder wünscht, dass Corona bald ein Ende hat und wir wieder unserem normalen Leben nachgehen können.

Das ist ein sehr schönes Schlusswort. Liebe Amanda, ich wünsche dir noch viel Erfolg für den weiteren Wettbewerb, allzeit freie Pisten und Rückenwind. Ich hoffe, wir können unser Gespräch bald mal wieder fortsetzen. 

Dankeschön!

 

Hier könnt ihr Amanda Frost treffen


Skoutz-Lesetipp:

From Miami with Love – Prickelnde Sommererotik von Amanda Frost

Aufgrund einer Erbschaft findet sich der erfolgsverwöhnte New Yorker Anwalt William Malone plötzlich in Miami wieder, wo er sich dem letzten Willen seines Vaters beugt und für ein Jahr die Leitung eines Luxushotels übernimmt.

Eine Herausforderung, die ein Mann wie er problemlos meistern sollte, wäre da nicht diese sexy Südstaatenlady Scarlett Jenkins, eine Restaurant- und Hoteltesterin, die ihm das Leben zur Hölle macht.

Schon bald ist die Anziehungskraft zwischen den beiden jedoch derart intensiv, dass sie hin und wieder ihre eigentlichen Ziele aus den Augen verlieren.

Eine prickelnde Liebeskomödie, so heiß wie die Sonne über dem Sunshine State Florida. Der Roman ist in sich abgeschlossen. 

Skoutz meint: Für alle, denen der Sommer noch nicht heiß genug, ist die Geschichte von William und Scarlett genau das Richtige. Wie man es von Amanda Frost kennt, spürt man auf jeder Seite die Erzähllaune und den Spaß, den die Autorin daran hat, wenn zwischen ihren Figuren die Fetzen fliegen. 

Wenn wir euch neugierig gemacht haben, könnt ihr das Buch über unseren Affiliate-Link bei Amazon* probelesen und natürlich auch kaufen.  

Hinweis:

Mit ihrem ebenso humorvollen wie leidenschaftlich heißen Fantasyroman “Göttliche Verführung“, den sie im Februar 2019 selbst herausgebracht hat, begeistert sie die Leserschaft. Auf 306 Seiten erleben wir packende Fantasy, prickelnde Leidenschaft und eine Liebe, die alle irdischen Grenzen sprengt.

Der abwechslungsreiche und sinnliche Roman hat unserer Erotik-Expertin Christine Troy so gut gefallen, dass sie “Göttliche Verführung” aus knapp 250 Titeln der Erotik-Longlist  direkt auf die Midlist gewählt hat. Damit ist Amanda Frost eine der Anwärterinnen auf den Skoutz-Award 2020 in der Kategorie Erotik.

Wir haben das Buch ausführlich besprochen (weiterlesen)

Schreibe einen Kommentar