Monster wie wir - Ulrike Sandig - MLCON2021

Monster wie wir – poetischer Horror von Ulrike Almut Sandig

Eindringlich und schmerzhaft erzählt Ulrike Sandig in ihrem Roman-Debüt Monster wie wir, wie Gewalt Gegengewalt erzeugt und aus Kindern Monster werden. Das ist ein wichtiges Thema, doch allein für die Worte, in denen das aufgegriffen wird, überzeugte das Schoeffling & Co. im Juli 2020 veröffentlichte Buch Skoutz-Jurorin und Vorjahressiegerin Katharina Glück und daher hat es sich gegen über 250 Titel der Longlist Contemporary durchgesetzt und steht auf der Midlist 2021 . Wir wünschen Monster wie wir viel Erfolg im weiteren Wettbewerb. .

„Monster wie wir“ – fein gezeichneter Alltags-Horror von Ulrike Almut Sandig. 

Gewalt gegen Kinder in einem von Gewalt geprägten System, dabei kann nichts Gutes herauskommen. Doch es kann sehr gut und einfühlsam, plastisch und mitreißend beschrieben werden. Lest selbst!

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Um was geht’s in “Monster wie wir”?

Monster wie wirRuth spielt Geige und hat Angst vor Vampiren. Sie wächst in einem Pfarrhaus in der ostdeutschen Pampa auf. Aber Gott ist kein Parteisekretär, um dessen Schutz man buhlen könnte. Ihr bester Freund Viktor hat einen Mondglobus und Falten im Gesicht. Er fürchtet sich nur vor seinem Scheißschwager. Aber dann findet er diesen Schalter in seinem Kopf, um rein gar nichts zu empfinden. Und wird selbst zum Fürchten. Was Gewalt bedeutet, wissen sie beide. Hier, wo der Braunkohleabbau ganze Dörfer und Wälder verschlingt, hilft man sich am besten selbst. Viktor macht jeden Tag Sit-ups und rasiert sich eine Glatze. Dass einer wie er als Au-Pair nach Frankreich geht, versteht niemand. Doch für Viktor ist es überall besser als zu Hause. Und Ruth? Die flüchtet sich ins Geigenspiel. Wohin es die beiden auch verschlägt, überall werden sie von Gewalt eingeholt. Wann also schaut Ruth von ihrer Geige auf? Und vor allem: Wie rettet man einander? .

Wie fanden wir “Monster wie wir”?

Gewalt und Gegengewalt oder wie aus Kindern Monster werden. Das besondere an Ulrike Sandigs Buch ist seine Sprache. Man merkt, dass die Autorin sich viel mit Poesie befasst, denn diese Geschichte wirkt nicht nur mit ihrer Handlung, sondern auch wie sie erzählt wird. Sprache wird zu einem Hauptprotagonisten, der mit den Kindern erwachsener wird. Das ist beeindruckend. Auch, wie unaufgeregt gezeigt wird, warum man so oft in Missbrauchsfällen das Grauen nicht bemerkt, warum es so leicht ist wegzuschauen. Denn für die Kinder ist es normal, alltäglich. Das Annehmen des Unfassbaren ist Überlebensstrategie und Horror-Trip zugleich. Und das wirkt auch beim Leser nach. Herausgekommen ist ein Buch, das sehr einfühlsam ein sehr komplexes Thema aufgreift und mit neuen Aspekten spürbar und damit vielleicht auch lösbar macht. (kn)

Skoutz-Jurorin Katharina Glück meint: So poetisch ist nur selten über Gewalt geschrieben worden. Zwei Kinder in der DDR, die umgeben von Gewalt aufwachsen. Sie flüchten in die Musik, in den Sport, nach Frankreich, auf den Mond, doch das Erlebte lässt sich nicht abschütteln. Sprachlich großartig erzählt.

 

Wem verdanken wir das Buch?

Ulrike Almut Sandig, Tochter eines Pfarrers und Politikers ist Szenekennern als Mitbegründerin der Literaturprojekte augenpost und ohrenpost bekannt, für die sie Gedichte an Bauzäune klebte, auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete und erste Lesekonzerte gab. Auch sonst ist Ulrike sehr umtriebig in der Literaturszene unterwegs und so hoffen wir sehr, dass wir einen Interviewtermin bei ihr bekommen, denn das Gespräch wird sicher unterhaltsam. .

Mehr Info

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