zu Besuch bei Simone Trojahn

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Heute habe ich mich auf den Weg in schöne Bayern gemacht, um Simone Trojahn zu treffen. Die Horror-Autorin, deren Bücher Nackenhaar-aufstell-Garantie haben, war so freundlich, mich zu sich einzuladen und mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich freu mich riesig auf das Treffen und bin schon gespannt, was mich so alles erwarten wird. Werde ich ihr Geheimnisse entlocken können? Muss ich sie dafür bestechen? Ich bin gerüstet, zu allen Schandtaten bereit und – dank meines prallgefüllten Bestechungssammelsurium – bin ich auch ziemlich vielseitig gewappnet 🙂

 

zu Besuch bei Simone Trojahn, die gerne in menschliche Abgründe blickt …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Bunt 😉

Sehr charmant, ich bin schon gespannt, in welchen Bereichen ich das noch erleben werde 🙂

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

Da bin ich wohl eher der kreative Chaot.

Passt zu deinem bunten Wesen 😉 Aber mal im erst, was bedeutet “kreativer Chaot” in deinem speziellen Fall?

Ich arbeite ohne Schreibprogramm und mit nur wenigen Aufzeichnungen.

Ohne Netz und doppelten Boden? Respekt …

Das Meiste spielt sich in meinem Kopf ab. Ein paar Randnotizen gibt es natürlich auch, aber die würde ich eher wieder der Chaotenecke zuordnen.

Simone tief im Notizzettel-Wald oder im Post-It-Dschungel *lach* Und was ist mit dem ganzen Drumherum? Recherche, Hintergründe und so?

Recherchiert wird vor allem während des Schreibens bei Google.

*hach* Ja, Tante Google ist schon praktisch 🙂

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Return 😉

Bei so einem charmanten Lächeln frage ich auch gar nicht weiter nach …

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Schreiben wie im Wahn.

Da musstest du nicht lange überlegen 😉

Ohne Punkt und Komma. Ohne Pause. Völlig gefangen in der anderen Welt.

An dem Punkt kommt wohl die Fee ins Spiel …

Genau, denn dafür müsste ich ganz allein an einem sehr einsamen Ort sein, der gern auch ein bisschen unheimlich sein dürfte …

Also suchen wir für die Erfüllung deines perfekten Autorentages wohl besser eine Dunkel-Elfe … Die kennt sich mit sowas aus 😉

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Da muss ich jetzt aufpassen, was ich sage, da die meisten meiner Geschichten sehr heftig sind und vor allem von Psychopathen und abgründigen Persönlichkeiten handeln 😉

*schluckt und sucht mit den Augen dezent mögliche Fluchtwege*

Tatsächlich steckt dennoch mehr von mir in den Stories, als die meisten glauben würden, aber immer gut zwischen den Zeilen versteckt.

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Einfach hinsetzen und loslegen. Nur nicht zu viel nachdenken.

Klingt einfach … Sprichst du aus Erfahrung?

Direkte Schreibblockaden kenne ich zum Glück nicht, aber ich leide manchmal an fehlendem Enthusiasmus.

Wie gehst du damit um?

Dann scheibe ich zwar, aber es fühlt sich nicht so an, wie es sollte. Der Nervenkitzel fehlt. Das Einzige, was mir dabei hilft, ist die Zähne zusammenzubeißen und einfach dran zu bleiben, dann hat es sich bisher immer von selbst gelöst und plötzlich war der Reiz wieder da.

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Das reine Schreiben nimmt schon den größten Teil der Zeit ein und so soll es auch sein, denke ich.

*lach* Das denke ich auch, sonst wäre die Produktbeschreibung Autor fehlerhaft 🙂 Aber was kommt bei dir noch dazu?

Der nächste Teil geht dann an den Kontakt mit meinen Lesern, der mir sehr am Herzen liegt. Ich beantworte jede Nachricht und versuche, mir so viel Zeit wie möglich für meine Fans zu nehmen, weil sie einfach mein Ein und Alles sind 😊

Eine Autorin zum “anfassen” … Ich finde das so toll. Früher waren Autoren meist nur gesichtslose Namen auf Büchern, heutzutage hat man die Möglichkeit sich mit ihnen auszutauschen. Wirklich genial. Aber ich schweife ab. Aber das war sicher noch nicht alles, was bei der Entstehung eines Buches anfällt …

Die Vorbereitung passiert bei mir größtenteils im Kopf nebenher. Für das Überarbeiten eines fertigen Buches benötige ich meist etwa eine Woche. Die Cover meiner als Selfpublisher erscheinenden Bücher gestalte ich selbst mit Bildern von pixabay.

Echt? Wie machst du das?

Dazu verwende ich Fotobearbeitungsprogramme am Handy und Paint am PC. So ist auch das Cover zu „Weil ich dich hasse“ entstanden. Sicher wenig professionell, aber es macht Spaß und trägt meinen individuellen Stempel.

Wieso? Das hat doch Charme. 

 

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Die Story muss mich fesseln und in ihren Bann ziehen, mir den Atem rauben und die Zeit vergessen lassen. Dann hat der innere Lektor gar keine Chance, mich irgendwie abzulenken.

Der sitzt dann wahrscheinlich auch gebannt auf der Schulter und drängelt, dass du weiterblätterst *lach*

 

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Meine schlimmsten Feinde sind Stress und Sorgen.

Kann ich mir gut vorstellen. Das sind Musen-Killer …

Wenn der Kopf nicht frei ist, ist es schwer, sich in die Geschichte hineinzufühlen.

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Gute Filme gucken oder raus in die Natur gehen. Am liebsten in die Berge oder an den See, denn dagegen erscheint alles andere klein und unbedeutend und ich kann mich wieder auf das Wesentliche besinnen.

Höre ich da etwas den kleinen Philosophen aus dir sprechen? 🙂

Manchmal setze ich mich auch einfach ans Steuer, dreh das Radio auf und fahr ein bisschen herum.

 

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Da gibt es keinen. Als Mutter liebe ich alle meine Babys, auch die schwierigen 😉

Ich seh schon, du hast alles im Griff 🙂

 

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Ich schreibe in der Regel ein Buch nach dem anderen.

In der Regel … *fragend die Augenbraue hebt*

Manchmal kommt es vor, dass ich eines anfange und dann erst mal ruhen lasse, weil mich die Story nicht so packt, aber öfter als dreimal ist das noch nicht vorgekommen.

Wie sieht es mit deinen Veröffentlichungen aus? Durchgetaktet oder wartest du ab, wie sich das Buch entwickelt?

Meine VÖ plane ich nicht direkt, aber ich versuche, alle vier bis sechs Monate etwas Neues herauszubringen, also zwei bis drei Bücher im Jahr. Dabei schreibe ich meistens an fünf Tagen in der Woche, gönne mir ab und an, vor allem während der Schulferien meiner Tochter, aber auch ein paar Tage Auszeit.

Kreative Auszeiten sind sehr wichtig … aber weiter im Text 🙂

 

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Besonders emotional wird es dann, wenn ich in einer Szene so aufgehe, dass ich sie mit allen Sinnen erlebe.

Kannst du mir das ein wenig genauer erläutern?

Wenn ich selbst so mitgerissen bin, dass ich weine und schimpfe und die Welt nicht mehr verstehe, es aber trotzdem genauso geschrieben werden muss.

Weißt du noch, welches deiner Bücher all das in dir ausgelöst hat?

So erging es mir zum Beispiel beim Schluss meines Thrillers „Das Kinderspiel“.

 

 

Wie definierst du Erfolg?

Ich habe bisher noch keine Preise gewonnen, würde mich aber sehr freuen, wenn meine Arbeit einmal auf diese besondere Weise ausgezeichnet werden würde. Eine tolle Bestätigung für jeden Autor.

Das denke ich mir. Ist immer eine Ehre, wenn die Arbeit honoriert und geehrt wird …

Ansonsten sehe ich den wichtigsten Erfolg in der Reaktion meiner Leser. Wenn sie zufrieden sind, bin ich es auch. Das größte Kompliment ist es für mich, wenn das Lesen meiner Bücher mit einer Sucht verglichen wird, derer man sich nicht entziehen kann. Wenn ich aber behaupten würde, dass das Ranking keine Rolle spielt, müsste ich lügen, denn es zeigt mir vor allem den finanziellen Erfolg eines Buches, der für mich als hauptberufliche Autorin natürlich ebenso wichtig ist.

 

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Hat es Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten?

Ohhhhh, das ist jetzt aber lieb von dir 🙂 Es hat mir aber auch sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, wir können das mal wiederholen.

Lieben Dank, Simone Trojahn, dass du mir diesen privaten Einblick ermöglicht hast. Es war spannend und ich habe unsere Plauderei sehr genossen. Für den weiteren Wettbewerb wünsche ich dir sehr viel Erfolg und hoffe, dass wir uns vielleicht schon in Frankfurt wiedersehen werden.

 

 

Wenn ihr mehr über Simone Trojahn und ihre Bücher erfahren wollt, schaut doch mal auf:

Facebook in ihrer Gruppe Simone Trojahn Fans oder über ihre Autorenseite

Instagram

Oder per E-mail: t.simone80@googlemail.com

 

 

Skoutz-Lesetipp:

Kellerspiele – Hardcore Psychothriller von Simone Trojahn

Karl ist schockiert, als Toni eine junge Frau entführt, um sie im Keller des gemeinsamen Hauses gefangen zu halten. Sein Bruder ist ein Sadist. War er schon immer.
Und Karl? Er ist hin und her gerissen zwischen Mitleid, der emotionalen Abhängigkeit zu seinem Bruder und dem Bedürfnis, die eigenen Triebe an der hübschen Laura zu befriedigen, die in ihm die einzige Hoffnung auf Rettung sieht.
Wird Karl am Ende das Richtige tun und dem Mädchen zur Flucht verhelfen oder gewinnt der dunkle Teil in ihm die Oberhand?

Skoutz meint: Definitiv nichts für sensible Leser, denn Simone Trojahn überzeugt die Horror-Freunde durch ihren erschreckend realistischen und schonungslosen Erzählstil. Eine Geschichte, die direkt unter die Haut geht, mit ihren detaillierten Beschreibungen der menschlichen Abgründe schockt und dennoch absolut begeistert. Lesen nur auf eigene Gefahr … Traut ihr euch?

 

Du willst den Horror selbst erleben? Dann hol dir das Buch in einem der vielen Buchshops oder direkt über diesen Affiliate-Link bei Amazon.

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz.net bewerten, damit  unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
Mit der Skoutz-Buchfieberkurve bewertet ihr mit fünf einfachen Klicks ein Buch anhand von fünf Kriterien statt fünf Sternen. Auf einen Blick seht ihr dann, wie das Buch wirklich ist. So schön kann Bücher suchen sein.

 

Hinweis:

Mit “Weil ich dich hasse” legt Simone Trojahn erneut ein Buch vor, das mit seinem fein austrierten Psycho-Horror, der in schonungslos klarer Sprache unausweichlich und gnadelos logisch in den Abgrund führt, eindrucksvoll beweist, warum sie zu den Besten ihres Fachs gehört.

Und daher ist das gut 500 Seiten umfassende, im August 2017 von der Autorin selbst verlegte Buch einer der Favoriten aus den knapp 200 Titeln der Longlist Horror von Vorjahres-Sieger Michael Merhi, der es in seine persönliche Auswahl für die Midlist Horror 2018 des Skoutz-Awards gepackt hat. Und das gehört sich auch so!

Die ausführliche Buchvorstellung findet ihr hier. (weiterlesen)

 

 

 

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