Zonenrandkind – satirische Biografie von Tim Boltz

In “Zonenrandkind“, das im September 2019 bei Tinte & Feder erschienen ist, erleben wir mit Tim Boltz einen humorvollen Nostalgietrip, der uns in die tiefste Provinz des hessischen Zonenrandgebiets der ehemaligen DDR entführt . 303 Seiten auf denen die deutsch-deutsche Geschichte rund um den Mauerfall lebendig wird und auf skurril-unterhaltsame Art den Leser fesselt.

Die lustigen Anekdoten haben unserer Contemporary-Expertin Kay Noa so gut gefallen, dass sie “Zonenrandkind” aus über 200 Titeln der Contemporary-Longlist  direkt auf die Midlist gewählt hat. Damit ist Tim Boltz einer der Anwärter auf den Skoutz-Award 2020 in der Kategorie Contemporary.

 

“Zonenrandkind” – Deutsche Provinzjugend unplugged

Wenn man über sich selbst lachen kann, ist das immer ein Garant dafür, dass sich auch andere amüsieren. Das ist Tim Boltz auf ganz hervorragende Weise gelungen.

In seinem Buch beschwört er unsere jüngste Vergangenheit, die noch zu nah an der Gegenwart ist, um schon Geschichte zu sein. Jedenfalls aber ist sie legendär!

 

Um was geht’s in Zonenrandkind?

Ausgerechnet im osthessischen Zonenrandgebiet pubertieren zu müssen, ist in den 80er Jahren ein desillusionierendes Unterfangen für Franky Breuning. Es gibt weder Fast-Food-Restaurants noch Kabelnetz – dafür Zeltdiscos, Achselbehaarung und paarungsunwillige Mädchen. Hier hört alles auf und nichts Neues beginnt.

Doch gerade als Franky glaubt, dass er alle Herausforderungen gemeistert hat, geschieht es: Die Mauer fällt. Und plötzlich fliegen die schönen Töchter des Ostens auf Franky, bereit zur Wiedervereinigung …

 

 

Wie fanden wir “Zonenrandkind”?

Die Zeit des Erwachsenswerdens ist eine Herausforderung, doch welche Herausforderung das für die Provinzjugend einst jenseits von Internet und Handy bedeutet hat, beleuchtet Autor Tim Boltz in diesem Buch auf unglaublich komische Weise. Die abwechslungsreiche und urkomische Ansammlung verschiedenster Anekdoten trainiert die Lachmuskeln und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Ein ganz besonderer Rückblick in unsere jüngere Geschichte.

Skoutz-Jurorin Kay Noa meint: Das Päckchen, das so ein moderner Mensch, irgendwo zwischen nicht mehr jung und noch nicht alt, an Jugenderinnerungen mit sich herumschleppt, ist weniger schwer als unhandlich. Sein Inhalt ist unsortiert und verwirrend und eigentlich weiß man nicht so recht, was man damit nach all der Zeit noch soll. Außer es solange zu schütteln, bis Geschichten herauskommen, wie Tim Boltz sie erzählt. Zum Lachen und zum Kopfschütteln, zum Nachdenken und sich wiedererkennen, zum sich merken.
Mich überzeugten weniger die Geschichten, (doch, die auch) als vielmehr die Sprache, der Wortwitz, mit dem Boltz den Alltag seiner Kindheit entstaubt und zeitlos schön zum Leuchten bringt.

 

Wem verdanken wir “Zonenrandkind”?

Tim Boltz stammt gebürtig aus dem Sibirien Hessens (Fulda) und landete bei der BRAVO-Boy-Wahl 1991 auf einem enttäuschenden achtzigsten Rang. Nach dem kläglichen Scheitern als Model studierte er Sport und verdiente sich nebenbei etwas Geld als Promoter in den Fußgängerzonen Deutschlands (“Saarbrücker Zeitung, jetzt auch im Vierfarbdruck”). Außerdem agierte er als Backgroundtänzer in div. Eurodance-Acts der frühen 90er Jahre, bis man bemerkte, dass er gar nicht Tanzen konnte. Es folgte ein kurzes Gastspiel in der deutschen Boyband “Boys Affair”…mit der gleichen Erkenntnis.

Weil uns brennend interessiert hat, wie er auf eine echte Nominierung reagiert, nachdem er mit seiner frei erfundenen Goldenen Lore schon solch einen Aufruhr verursacht hat, waren wir bei Tim zu Besuch und haben uns mit ihm über Leckmuschelverkauf auf dem Mond, Synonyme für Synonym, Kunstfreiheit, Coronasorgen und Bücher unterhalten (weiterlesen).

 

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