zu Besuch bei Rob Blackland

Heute bin ich bei Horror-Autor Rob Blackland zu Besuch. Da ich normalerweise eher selten persönlich mit diesem Genre in Kontakt komme, bin ich etwas nervös, was mich erwarten wird. Ich hab einen ganzen Korb voller Leckereien dabei, weil ich nicht weiß, ob ich da mit einer Torte auflaufen kann oder doch etwas “Herzhafteres” sinnvoll wäre. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, ihm eine Menge Fragen zu stellen und bin schon gespannt, was ich ihm so alles entlocken werde …

 

zu Besuch bei Rob Blackland, der mit seinem Horrordebüt überzeugte …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Ungeduldig

Okay, ich beeil mich *lach*

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

In meinem Kopf gehen seltsame Dinge vor, die immer zu  Papier gebracht werden wollen. Meist schreibe ich einfach los, der Rest geschieht meist von ganz allein.

Ziemlich praktisch. Wie geht das Ganze dann weiter?

Während ich schreibe geschehen merkwürdige Dinge, die mich meist etwas durcheinander bringen.

Das klingt sehr interessant, beinahe als entwickle die Idee ein Eigenleben, das dich mitreißt …

Ich gerate in Schreibrage und vergesse hin und wieder das ein oder andere, das in der Vergangenheit meiner Geschichte geschehen ist. Deshalb wäre es oft besser, wenn ich etwas ruhiger arbeiten würde, um nicht hinterher so viel Nacharbeit leisten zu müssen.

Und woher nimmst du deine Einfälle, diese kreativen Impulse?

Meine Ideen kommen während des Alltags, bei bestimmten Situationen oder wenn ich Filme gucke.

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Die SPACE-Taste

*lach* Ich hab jetzt kurz überlegt, wo bei mir auf der Tastatur die Rakete abgebildet ist 😉 Okay, der war flach … 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Mich mit vielen Autoren zu treffen (auf einen oder drei Cafe natürlich), um mit ihnen über Ideen und Meinungen zu quatschen.

Einen oder drei? *grübel* Gibt es da eine spezielle Symbolik? Magst du die Zahl zwei nicht oder wenn schon mehr als einen, dann mindestens drei??? … Ja, entschuldige, ich bin eine Labertasche. Weiter im Text …

Jeder liest etwas aus seinem Werk vor, wie bei einer Lesung. Danach gibt es Fragen und Antworten – natürlich alles in lockerer Atmosphäre.

Also bist du eindeutig auch eher ein geselliger Autor. Das ist erstaunlich. Romance-Autoren schreiben nach unserer Erfahrung lieber in Klausur und Horrorschreiber sind meist gesellig. Man sollte meinen, es sei anders herum. 🙂

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Es wird immer wieder vorkommen, dass viele Dinge, die mich betreffen, in die Geschichten einfließen. Das kann ich nicht verhindern, denn es passiert automatisch …

… und macht die Geschichte authentisch.

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Ich brauche nur die Nachrichten täglich verfolgen, dann bewegt sich etwas in meinem Kopf.

Das Leben als Inspirationsquelle …

Da fallen mir viele Dinge ein, ohne dass ich mich groß anstrengen muss. Die wahren Geschichten, die täglich geschehen, lassen sich wunderbar in etwas anderes verwandeln, bzw verbinden.

Das heißt, du schreibst ehr inspiratitiv biografisch als empirisch biografisch. Das ist cool, das hatten wir so noch nicht.

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Am längsten dauert das Schreiben selbst, vom Anfang bis zum Ende. Danach kommt die Überarbeitung, die mir jedoch Spaß macht, da ich das eine oder andere verändern oder hinzufügen kann, sozusagen der Punkt auf dem i.

Das klingt gerade alles sehr harmonisch. Gibt es einen Bereich während der Entstehung des Buches, der dir nicht so leicht von der Hand geht?

Das Cover und der Titel machen mir oft Probleme.

Warum? Hast du während dem Schreibprozess noch kein Bild vor Augen?

Ich habe zwar etwas im Kopf, aber das Bild dann umzusetzen, da bin ich recht unkreativ. Aber da hilft mir meine Lebensgefährtin, da sie aus dem grafischen Bereich kommt und da immer wieder gute Ideen ins Rollen bringt.

Du bist also eher der Wortvirtuose, der sich bei der Visualisierung tatkräftige Unterstützung holt … Welche Bereiche betreust du als Autor noch selbst? Stichwort Social Media 

Ich pflege meine Facebook-Seite, bin auf Lovelybooks und habe eine Autorenseite bei Amazon. Der meiste Kontakt jedoch läuft über Facebook. Dort habe ich schon wirklich sehr viele wunderbare Kontakte geschlossen, egal ob zu Autoren oder zu Lesern. Dort trage ich immer das Aktuellste ein, was es über mich als Autor so zu berichten gibt.

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Die Geschichte muss einen von Anfang an in den Bann ziehen.

… willst dich von der Handlung mitreißen lassen …

Wenn ich ein Buch lese und es sich hinzieht, ohne dass etwas nennenswertes geschieht, langweile ich mich schnell.

Gibt es da für dich ein Universalrezept?

Natürlich hat jeder Autor ein anderes Verständnis, was die Leser am Stoff hält. Aber ohne einen gewissen Spannungsaufbau oder herausragende Aktionen, lege ich schnell das Buch aus der Hand.

Geht es dabei nur um die Handlung an sich oder achtest du auch auf Stilmittel wie Sprache?

Ich selbst habe keinen großen Anspruch an eine bestimmte Schreibweise. Ich selbst lese lieber das Buch von neueren Autoren, als manchen berühmten, bzw. bekannten Schriftstellern.  Da steckt meist mehr drin, als bei vielen (sogenannten) Bestsellern.

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Der Alltag selbst hält mich oft vom Schreiben ab.

Jetzt bin ich neugierig 🙂 Was heißt das genau?

Das können Arbeiten im Haushalt oder am Haus sein, die mich abhalten, sinnvollere Dinge zu tun, z. B. das Buch weiter schreiben.

Das liegt ja immer an der persönlichen Gewichtung 🙂

Da ich selbst an der Krankheit Depression leide, fehlt mir aber auch oft die Energie dazu, mich nach getaner Arbeit hinzusetzen und an meiner Geschichte zu arbeiten.

Ich kann mir vorstellen, dass es da Tage gibt, an denen es leichter fällt und wieder welche, an denen es nahezu unmöglich ist.

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Ich liebe Horrorfilme.

Ich muss gestehen, ich hab das irgendwie erwartet. Mich mir dich vor dem Fernsehen bei einer Liebesschnulze vorzustellen, fällt mir echt schwer. 🙂 Was reizt dich an Horror?

Bei denen kann ich am besten abschalten. Oder eben ein gutes Buch. Da kann ich allem entfliehen. Außerdem treibe ich noch Sport, bei dem ich mich mal so richtig auspowern kann.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Eine bestimmte Person gibt es da nicht. Meist sind es jedoch Personen, die in einer regierenden Tätigkeit sitzen, also Politiker.

🙂

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Ich schreibe immer an einem Buch. Somit kann ich mich am besten auf diese eine Sache konzentrieren.

Also strukturiert und fokussiert immer eines nach dem anderen. Wie lange bist du in etwa mit einem Projekt beschäftigt?

Wie lange ich damit benötige, hängt von dem ab, wie sich die Geschichte in meinem Kopf entwickelt. Zwischen den Projekten würde ich mir gerne eine Pause gönnen. Jedoch ist der Drang zu neuen Ufern größer, und ich möchte meine interessierten Leser nicht zu lange auf das nächste Buch warten lassen.

Ein innerlicher Kampf sozusagen. In welchen Abständen versuchst du deine Leser mit neuen Geschichten zu bedienen?

Wenn möglich, möchte ich jedes Jahr ein Buch auf den Markt bringen. Hängt aber, wie schon beschrieben, vom Umfang des Werks ab.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Es gibt manchmal Ereignisse in meinen Geschichten, in denen ich mich selbst finde.

Was passiert dann?

Es ist dann so, als erlebe ich es wirklich. Aber ich denke, so ergeht es sehr vielen Autoren. Etwas außergewöhnliches ist mir so noch nicht passiert. Aber wer weiß …

 

Wie definierst du Erfolg?

Erfolg besteht bei mir darin, dass ich die Leser mit meinen Geschichten begeistern kann, und sie dies in ihren Rezensionen beschreiben.

Nur die Lesermeinung? Nicht vielleicht doch auch die Verkaufsplatzierung? 🙂

Natürlich freut es einen dann, wenn man dadurch mehr Leser gewinnt, indem man im Ranking steigt.

An Preise selbst habe ich noch nie gedacht, weil das für mich noch in weiter Ferne liegt.

Ach komm, du bist auf der Midlist des Skoutz-Awards 🙂 So fern scheint das doch gar nicht zu sein …

Es stellt dennoch eine Auszeichnung dar, die einen stolz macht auf das, was man geleistet hat. Aber ohne die Leser läuft gar nichts. Sie sind der Wegbereiter für den Erfolg.

Da muss ich dir absolut recht geben!

Das größte Kompliment ist für mich, wenn sich der Leser in meine Geschichte verliebt und sich darin verliert, bzw. wiederfindet.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Würdest Du gerne vom Schreiben leben können?

Vielen Dank, lieber Rob Blackland, dass du dir die Zeit genommen hast, mich zu treffen. Es war wirklich toll, dich mal kennenzulernen und ich hoffe, wir treffen uns bald wieder. Vielleicht sogar in Frankfurt zur Skoutz Gala. Die Daumen für den weiteren Wettbewerb sind gedrückt.

 

Wenn ihr mehr über Rob Blackland erfahren wollt, besucht ihn doch auf:

 

Hinweis:

Kein Wunder, dass der 350 Seiten starke, im Mai vom Autor selbst verlegte Roman Skoutz-JurorMichael Merhi unter den knapp 200 Titeln der Longlist Horrorins Auge stach. Jetzt jedenfalls steht Tot auf der Midlist Horror 2018 des Skoutz-Awards und hat gute Chancen auf den Horror-Skoutz!

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