zu Besuch bei Rainer Löffler

Ich bin heute wieder unterwegs und treffe Thriller-Autor Rainer Löffler, der mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart lebt. Ich muss gestehen, dass ich ziemlich neugierig auf ihn bin, denn bei meiner Recherche (ja, ich informiere mich vorab) hab ich herausgefunden, dass wir beide italienisches Essen und Rockkonzerte mögen … Nein, das war natürlich noch nicht alles. Besonders beeindruckt hat mich die Vielseitigkeit seiner Tätigkeiten, denn er hat schon für das MAD-Magazin und Science-Fiction-Romane für die Serien Atlan und Perry Rhodan geschrieben. Mal sehen, was ich heute noch so alles erfahren werde und ob ich ihm womöglich noch das ein oder andere Geheimnis entlocken kann …

 

zu Besuch bei Rainer Löffler, der mit seinem Thriller-Debüt direkt die Bestsellerlisten eroberte …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Normalo-mit-Herz 🙂

🙂 Ich muss gestehen, mit dieser Antwort hätte ich im Leben nicht gerechnet …

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

Ich gehe relativ strukturiert vor und beginne mit einem ein- bis zweiseitigen Exposé.

Klingt wirklich organisiert. Wie geht es danach weiter?

Wenn ich die Geschichte gut finde, erweitere ich das Ganze auf fünf bis zehn Seiten. Falls ich dann immer noch meine, dass sich daraus eine Hammer Geschichte machen lässt, folgt als nächstes eine sehr genaue Gliederung, in der ich fast schon jeden Abschnitt mit Cliffhanger, Perspektive und allem festlege, das es darin zu beachten gilt. Beim Schreiben fange ich gern auch mal mit dem ersten und letzten Abschnitt an. Das hilft mir sehr dabei, beim Schreiben nicht den roten Faden zu verlieren, da ich immer weiß, wie der Roman enden muss.

Und bist du eher der Einzelkämpfer oder arbeitest du mit anderen Autoren zusammen?

Beim Schreiben bin ich generell Einzelkämpfer und mag es auch nicht, wenn mir zwischendurch Leute gut gemeinte Ratschläge geben. Hinterher bin ich allerdings gegenüber Kritik sehr offen. Wer das nicht ist, hat schon verloren.

 

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Entf. Definitiv Entf.

 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Morgens um halb acht aufstehen, eine Stunde laufen, bei der zweiten Tasse Kaffee fünfzig Seiten wie aus einem Guss am nächsten Roman schreiben, danach nette Fanpost beantworten – und das Ganze im sommerlichen Südfrankreich auf der Terrasse eines Ferienhauses.

Lass mich raten, die Fee darf Kaffee kochen und die unliebsame Post beantworten 🙂 

 

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Das hält sich in Grenzen, da ich davon überzeugt bin, dass meine Lebensgeschichte nicht so interessant ist wie meine Bücher.

Hmmm … Gibt es so gar keine Gemeinsamkeiten? Nicht mal winzige?

Meine Hauptfigur, der Fallanalytiker Martin Abel, weist allerdings äußerlich und charakterlich möglicherweise doch in paar Parallelen zu mir auf. Ja, und zu schwer sind wir beide.

Das hast jetzt aber du behauptet!

 

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Ich bin selbst auf der Suche nach diesem Geheimrezept, daher bitte ich um Zusendung der Antworten der anderen Autoren. 🙂

Du solltest mal unsere Interviews lesen, da kamen viele interessante Ansätze zusammen. Die einen sagen, sie liebt Süßes, andere locken sie mit Musik, wieder andere meinen, man müsste sie überlisten und einfach dranbleiben … 

Wenn ich mal nicht weiterkomme, lese ich gern einen spannenden Roman oder sehe mir einen guten Thriller an, das hilft meistens.

 

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Das Schreiben selbst nimmt natürlich den größten Raum ein, prozentual vermag ich das aber nicht zu beziffern.

Okay, ich nehm auch Worte und vage Angaben 🙂

Ein Exposé ist dagegen relativ schnell erstellt, Lesungen und Verlagstermine nehme ich auch immer wieder wahr. Der Kontakt zu den Lesern ist mir besonders wichtig und wird von mir intensiv gepflegt.

Wie machst du das? 

Ich versuche, jede Kritik zu meinem Roman und jeden Post auf Facebook zu lesen und ggf. auch zu beantworten. Mails, die direkt an mich gesendet werden, beantworte ich in jedem Fall – das versteht sich von selbst.

 

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Für mich ist das ganz klar: Wenn ich ein Buch schreiben, versetzte ich mich bei jedem Satz in einen fiktiven Leser und will dabei immer das Gefühl haben: Boah, dieses Buch muss ich jetzt sofort ohne Pause bis zum Ende lesen!

Das nenne ich jetzt aber mal wirklich ein cleveres Konzept … Aber mal im Ernst, wenn man sich in die Perspektive des Lesers versetzt, hat man natürllich auch eine andere Sicht auf die Geschichte, zumindest, solange es einem gelingt …

Wenn man ständig so leserorientiert schreibt, kommt meistens etwas Ordentliches heraus. Dadurch verändert sich natürlich das Leseverhalten, aber an einem spannenden Roman habe ich trotzdem meine Freude und lerne als Autor etwas daraus.

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

*schaut Rainer hinterher, der erst einmal zum Regal geht und ein Buch herausholt und wundert sich*

Was machst du denn?

Nur eben was nachschauen … *stellt das Buch weg und kommt zurück*

Und?

Nachdem ich eben kurz das Wort „prokrastinieren“ nachgeschlagen habe, *hüstel* kann ich sagen, dass mich neben dem Smartphone und dem Fernseher auch gutes Wetter vom Schreiben abhalten kann. Manchmal ist der innere Schweinehund einfach stärker! 🙁

Schweinehunde sind echt fies. Die kenne ich gut. Aber wenn du etwas nicht verstehst, frag doch 🙂 Ich hab das vor einer Weile schon nachgeschlagen, denn ich wusste nie, von was die da alle reden 🙂

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Sport.

Kurz und knackig 🙂

 

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Hannah Christ.

Wow, das kam schnell … Und der Ton, wie du ihren Namen ausgesprochen hast, spricht Bände.

Wir haben ein Problem miteinander.

Das habe ich gemerkt 🙂

 

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Ich arbeite immer von Roman zu Roman, weiter möchte ich nicht blicken, da mir das Angst machen würde.

Das versteh ich und ich glaube Angst war etwas, was die Muse nicht mochte … Glaub ich … *grübel*

 

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Emotional wird es immer, wenn ich mich in meine Figuren hineinversetze.

Außer bei Hannah Christ … obwohl … Entschuldige, ich wollte dich nicht unterbrechen …

Wenn ich mich in einen Täter hineindenke, der so kranke Dinge tut wie die Mörder in meinen Romanen, fließt auch schon mal eine Träne.

Da kommt das Herz durch, das du vorhin erwähnt hast …

Und verrückt? Verrückt ist vor allem, wenn tatsächlich Leute auf die Buchmesse kommen, nur um mich zu sehen. Ich habe bis heute nicht begriffen, warum das so ist, es macht mich aber jedes Mal sehr demütig.

 

 

Wie definierst du Erfolg?

Klar, ich freue mich sehr über Bestsellerlisten und Verkaufszahlen.

Das geht sicher ganz vielen Autoren so … Das klingt bei dir nach einem Aber ….

Aber ganz ehrlich:

Ha, wusste ich es doch!

Das Einzige, was für mich zählt, ist die Kritik der Leser. Wenn die Mehrheit mir hinterher zu verstehen gibt, dass sie meinen Roman so Klasse fand, dass sie ihn nicht aus der Hand legen konnte, ist das das größte Kompliment.

Da kann ich dir nur zustimmen …

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Planst du einen weiteren Roman mit Martin Abel?

Da freuen wir uns jetzt schon drauf. Lieber Rainer Löffler, tausend Dank, dass du mich so nett empfangen und mir alle meine Fragen beantwortet hast. Es war wirklich spannend bei dir und ich würde mich riesig freuen, wenn wir uns irgendwann mal wieder treffen und nett plaudern könnten. Deinem Buch wünsche ich für den weiteren Wettbewerb alles Gute und wer weiß, vielleicht sehen wir uns dann ja bereits zur Skoutz-Gala in Frankfurt.

 

 

Mehr über Rainer Löffler und seine Bücher erfahrt ihr auf:

Facebook

und nach der technischen Umstrukturierung auch wieder auf seiner Homepage

um euch die Wartezeit zu verkürzen, könnt ihr euch das Verlagsinterview zum Näher auf YouTube anschauen.

 

Skoutz-Lesetipp:

Blutsommer (Fallanalytiker Abel und Christ 1) – packender Thriller von Rainer Löffler

Das 1×1 des Grauens.

Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann der Geruch, dieser furchtbare Geruch!
Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stoßen, von Fliegen und Maden bedeckt: Der «Metzger» hat wieder zugeschlagen.

Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: Eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier – das ist eine neue Dimension.

Skoutz meint: Kein Wunder, dass Rainer Löffler mit diesem unglaublichen Thriller-Debüt direkt die Bestsellerlisten gestürmt hat. Sehr lebendige und tiefgründige Figuren, gepaart mit einem wirklich bemerkenswerten Schreibstil, der schaurige Gänsehautmomente geschickt mit ironischen Untertönen durchzieht. Alles in allem ein wirklich packender Lesespaß, den man nicht mehr aus der Hand legen will.

 

Ihr wollt selber mehr über die spannenden ersten Fall von Martin Abel erfahren? Dann informiert euch doch in einem der Buchshops oder direkt über diesen Affiliate-Link bei Amazon.

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz.net bewerten, damit  unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
Mit der Skoutz-Buchfieberkurve bewertet ihr mit fünf einfachen Klicks ein Buch anhand von fünf Kriterien statt fünf Sternen. Auf einen Blick seht ihr dann, wie das Buch wirklich ist. So schön kann Bücher suchen sein.

 

Hinweis:

“Der Näher” von Rainer Löffler ist ein 465 Seiten langer, im April 2017 bei Bastei Lübbe erschienener Horrorthriller. In diesem dritten Teil der Thriller-Reihe um Fallanalytiker Martin Abel werden die Nerven der Leser zum zerreißen gespannt, denn sie werden in menschliche Abgründe blicken …

Rainer Löffler konnte mit seinem hochspannenden Horrorthriller “Der Näher” unsere Skoutz Jurorin May B. Aweley überzeugen. Aus über 300 Titeln der Crime-Longlist ergatterte er einen der begehrten Midlist-Plätze und damit vielleicht die Chance auf den Skoutz Award 2018.

Die ausführliche Buchvorstellung könnt ihr hier lesen.

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