Zu Besuch bei Maiken Nielsen

Heute sind Ela und der Skoutz-Kauz unterwegs zu Autorin Maiken Nielsen.

Die Vorjahressiegerin und diesjährige History-Jurorin Astrid Töpfner hat unter anderem ihr Buch Ein neuer Horizont in die Midlist History 2022 des Skoutz-Awards gewählt.

Wenn das kein guter Grund ist, um die Autorin mal wieder zu besuchen, dann wissen wir es auch nicht.

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Zu Besuch bei Maiken Nielsen – vom Fliegen und Rastlosigkeit

Hallo liebe Maiken, wie schön, dass wir uns mal wieder sehen, vor allem, weil der Anlass so erfreulich ist.
Wir sind schon sehr gespannt, was wir noch von dir erfahren dürfen.
Dann lass uns doch einfach gleich loslegen, bevor der Skoutz-Kauz es sich zu gemütlich macht bei dir.

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Wenn du ein Tier wärst, wärst du ein …?

Autorenportrait - Maiken Nielsen -Skoutz Interview

Ein Seeadler, weil ich es mir fantastisch vorstelle, durch eigene Kraft über das Meer zu fliegen.

Hach … da schwingen Fernweh und die alte Faszination des Fliegens gleichermaßen mit.

Wie ist es denn mit den alltäglichen Dingen bei dir bestellt oder …

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Womit kann man dich im Alltag glücklich machen?

Ich liebe es, wenn mich Menschen zum Lachen bringen.

Das trifft sich dann ja gut, ich hoffe doch sehr, dass unsere Fragen unterhaltsam sind. Lachen kann das Leben so sehr bereichern, und es ist das beste Mittel, all das Negative um einen herum zu besiegen, finde ich. Und damit sind wir auch schon bei den großen Themen. 

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Wir alle haben Wünsche, für uns, für die Welt. Was sind deine und was tust du, damit deine Wünsche in Erfüllung gehen?

Mir liegen besonders Kinder am Herzen. Ich träume davon, dass Kinder nirgendwo auf der Welt mehr Leid ausgesetzt sind und nirgendwo hungern müssen. Dass sie spielen dürfen wie sie es mögen, dass sie geborgen aufwachsen und die Welt entdecken dürfen.

So sollte es ja auch sein. Und es ist eigentlich auch im eigenen Interesse, denn nur so werden sie auch zu den Erwachsenen, mit denen man sich dann auch gern umgibt. Und was machst du mit deinen „Kinder-Wünschen“?

Ich selbst spiele wahnsinnig gern mit Kindern (eigenen und fremden), ich liebe ihr Lachen, ihre Direktheit und ihren Fantasiereichtum. Außerdem spende ich an Kinderhilfsorganisationen.

Wow, mein Respekt. Darüber könnte ich mich noch endlos mit dir unterhalten. Schon, weil du mir damit so aus der Seele sprichst. Aber eigentlich bin ich ja hier, um mit dir über Bücher zu sprechen … 

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Welches Buch hat dich am meisten geprägt?

Das eine Buch gibt es nicht.

Okayyyyyy…

Je nach Lebensalter und Lebensphase schlägt mein Herz für unterschiedliche Werke. Aber ihr wünscht euch sicher konkrete Beispiele.

Stimmt, je mehr man liest, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass einen mehrere Bücher irgendwie berührt, verändert, in eine Richtung gestoßen oder von etwas abgehalten haben, aber natürlich wollen wir dich durch „deine“ Buchlieblinge etwas besser kennenlernen.

Also, im Teenageralter habe ich gern die Romane von  Daphne du Maurier gelesen.

Oh ja, die Autorin habe ich ebenfalls gerne gelesen und lese sie heute noch. Ich persönlich bin großer Fan von Rebecca, das wir auch schon  bei uns vorgestellt haben. Und natürlich findest du sie in einigen unserer Klassiker-Listen wie z. B. in Skoutz-Classic am Welttag der Frauen. Was mochtest du so an ihr?

Ihre Art, Charaktere zu zeichnen, Landschaften zu beschrieben, Geschichten aufzubauen haben mich damals sicherlich geprägt.

Und heute?

Allgemein bin ich ein großer Fan von britischer Literatur, den Klassikern wie den zeitgenössischen Werken, und ich lese auch am liebsten auf Englisch.

Oh, da bin ich dann leider raus. Ich kann zwar englisch, aber wenn ich eine solches Buch lesen würde, läge ein Übersetzungsbuch daneben. Ich will das immer mal verbessern, aber dann finden sich so viele so vielversprechende deutsche Bücher und mein Vorsatz schwindet …. Aber das ist ein anderes Thema, lass uns doch einfach noch weiter in dein Bücherregal sehen.

Welcher Klassiker liegt allen Vorsätzen zum Trotz immer noch auf deinem SuB?  Und welches Buch hätte deiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient und warum?

„Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski habe ich gerade vom SUB in unsere Straßenbücherei gestellt, den konnte ich einfach nicht ertragen.

Das ist aber auch einer der Klassiker, an dem sich die Geister scheiden. Es ist fraglos ein Buch, das viele inspiriert hat und steht daher auf unserer Crime-Classics-Liste. Aber, ob der Einfluss eher ein „So muss das sein!“ oder ein „Bloß nicht!“ ist, das müssen wir mal noch untersuchen. Und wie steht es mit deiner Empfehlung?

Martin Eden: Roman von [Jack London, Lutz-W. Wolff]Oh, und die zweite Frage ist schon wieder so schwierig!

Wir machen das mit Absicht! Dann sind die Antworten spannender! 🙂

Es gibt viele Bücher, denen ich mehr Leserinnen und Leser wünsche! Aber ich greife mal zwei heraus, die sehr unterschiedlich sind, aber beide mein Lieblingsthema „Innenleben von Schriftstellern“ behandeln.

Das kannst du als Schriftstellerin natürlich viel besser beurteilen als ich als „Nur-Leserin“. Darum bin ich jetzt besonders gespannt! Schieß los! 

Das wäre zum einen „Martin Eden“ von Jack London

Oh, der Klappentext* liest sich wirklich toll.

Und zum anderen „Du bist ich“ von Joan Aiken.

Und noch ein Klappentext* der mich anspricht.

Vielen Dank! Das sind beides Bücher, die ich noch nicht kannte, aber mir demnächst anschauen werde. Diese Interview-Reihe hat verheerende Folgen für meinen SuB! Lass uns also lieber über dein Schreiben sprechen. 

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Themen finden ist oft einfacher als aus den vielen Ideen, die richtige Auswahl zu treffen. Wie entscheidest du, welches Projekt du als nächstes verwirklichst?

Also, das ist leicht.

Na dann *lach*.

Wenn ich Tag und Nacht von einem bestimmten Projekt träume, dann weiß ich, dass es genau das Richtige für mich ist!!!

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Wo stehst du beim Schreiben einer Szene? Bist du eher der aufmerksame Beobachter und Dirigent oder mittendrin in allen Höhen und Tiefen mit Blut, Schweiß und Tränen?

Mittendrin! Ich fühle zutiefst mit!

Ahhhhh, aber irgendwie war das nach der Antwort auf die letzte Frage auch klar! 🙂  Kommen wir zu den kniffligeren Schreibaufgaben, die es ja auch gibt …

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Welche Szenen fallen dir beim Schreiben am schwersten und wie meisterst du sie trotzdem?

Vielleicht Szenen, in denen ich Orte vergangener Zeiten beschreibe. Ich möchte die Zeitmaschine einfach perfekt bedienen können!

Ach ja! Schade, dass das mit den Zeitreisen leider noch nicht so richtig funktioniert – außer mit Büchern, die schon geschrieben wurden, vielleicht.  *seufz* Und wie löst du das dann?

Was mir dann hilft, ist zum einen, die Orte aufzusuchen, zum anderen arbeite ich viel mit historischen Abbildungen und Musik aus jener Zeit.

Oh, du bereist also die Orte, in der deine Geschichten spielen? Das ist sicher faszinierend. Ich kenne das nur anders herum, indem ich Orte besuche, von denen ich schon gelesen habe. Das mit der Musik ist auch spannend. Es heißt ja, in ihrer Musik schwingt die Seele einer Nation. So gesehen kann man vermutlich auch in die Seele einer Epoche reinhören. Darüber muss ich noch mal in Ruhe nachdenken. 

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Was ist dir beim Schreiben deiner Geschichten am wichtigsten, worauf achtest du besonders?

Ich muss für meine Geschichte brennen, sonst brauche ich sie gar nicht erst erzählen (finde ich).

Na, das sollten doch alle Autoren. Jedenfalls wünsche ich mir das als Leser sehr. Und mal vom Grundsatz zum Besonderen?

Außerdem lege ich großen Wert darauf, dass meine Geschichte wasserdicht ist und die Fakten stimmen. Der historische Kontext darf in Historischen Romanen keine Fehler enthalten, da bin ich eigen und perfektionistisch. 🙂

Du bist also Perfektionist, das finde ich gerade in deinem Genre klasse und sehr lobenswert. Gerade solche Bücher lese ich immer auch in der Hoffnung, etwas über die Zeit zu lernen und da möchte ich dem Buch vertrauen können. 

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Da wir gerade dabei sind, was du bist …

Es heißt, jeder Künstler muss auch ein bisschen wahnsinnig sein. Was ist dein Schuss „Wahnsinn“?

Ich bin ein rastloser, nomadischer Mensch und fühle mich am wohlsten, wenn ich unterwegs bin.

Oha, darum auch das Reisen an die Sets deiner Geschichten. Klar! Ja dann sind wir doch gespannt, was dir und uns die vielen Reisen noch so an Geschichten bringen. Worüber schreibst du denn aktuell? 

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Beschreibe bitte dein aktuelles Buch in 3 Sätzen

„Die Frau, die es nicht mehr gibt“ ist die Geschichte einer Hochstaplerin. Sie spielt in den 1980er Jahren im Lubérongebirge in der Provence – einer Zeit, in der dort Künstler, Geheimdienste und internationale Terroristen aufeinandertrafen. Der Roman basiert auf meinen eigenen Erfahrungen dort in der Zeit.

Awwwww, das klingt spannend!

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Was würdest du noch gerne lernen und wozu?

Ich lerne gerade Segeln und möchte meinen Bootsführerschein machen, um auf einen längeren Segeltörn zu gehen.

Da ist ja wieder die Ruhelosigkeit, aber ich finde es super, was du aus deinen Träumen machst und wünsche dir viel Erfolg dabei und vor allem bin ich schon neugierig wohin dein erster Törn gehen wird.

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Welcher Moment im Leben hat dich besonders geprägt?

Die Geburt meiner Tochter.

Ja, so eine Geburt prägt eine Mutter auf jeden Fall.

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Huch! Und schon sind wir in der Schlussrunde, wie konnte das passieren?

Was sollen deine letzten Worte sein?

Danke, dass ich auf diesem wundervollen Planeten sein und Geschichten erzählen durfte.

Danke, dass du sie uns erzählt hast und sie uns erhalten bleiben.

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Und mit welchen Worten soll dieses Interview enden?

Danke, dass ihr diese Zeilen gelesen habt!

Liebe Maiken, wir danken dir für deine Zeit und dass du uns so viel von dir erzählt hast. Es war ein wunderbarer Nachmittag und wir freuen uns schon darauf noch mehr von dir zu hören. Jetzt erst einmal viel Erfolg im weiteren Verlauf des Wettbewerbs. 

 

Und hier gibt es noch etwas mehr über Maiken Nielsen

Wir waren schon einmal bei Maiken und haben angeregt mit ihr über Schokolade, Bücher und Musik mit seinen Protagonisten anhören, geplaudert. Hier ist das Interview dazu.

 

Skoutz-Buchtipp:

Space Girls – fast wahre Geschichte über große Träume von Maiken Nielsen

Spacegirl - Maiken Nielson - Buchcover

Juni wächst in den 50er-Jahren auf einem Flugplatz in New Orleans auf. Für das wilde Kind gibt es nichts Schöneres, als mit ihrem Stiefvater an Flugzeugen herumzubasteln. Doch Juni will mehr: zu den Sternen fliegen.

Jahre später kommt sie diesem Traum ein Stück näher: Mit zwölf anderen Frauen wird sie zum Astronauten-Training der NASA zugelassen. Es beginnt eine Zeit der mörderischen Tests. Doch Juni hält durch und erzielt herausragende Ergebnisse.

Ihr Traum vom Flug zu den Sternen scheint kurz vor der Erfüllung zu stehen, da erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht: Keine der Frauen darf ins All, Männer wie John Glenn erhalten den Vorzug. Juni ist am Boden zerstört. Aber sie beschließt zu kämpfen. Für ihre Rechte, für ihren Traum …

Skoutz meint: Das Mercury-13 Projekt gab es wirklich und mich hat dieser reale Ausschluss von Frauen noch in den 1960er Jahren zutiefst empört. Darum bin ich sehr dankbar für dieses Buch, das den von der Geschichte doch sehr ungerecht behandelten Heldinnen dieses Projekts und ihrer Leistungen für die Raumfahrt, die Wissenschaft und die Gleichberechtigung würdigt. Dass das Buch „nebenbei“ auch noch außerordentlich angenehm und spannend zu lesen ist, beim Lesen wirklich die Zeitmaschine anwirft und auch mit Begegnungen mit Berühmtheiten jener Zeit aufwartet, ist ein Bonus, der nicht unerwähnt bleiben darf. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall! (kn)

[Werbung]  Mehr Informationen wie Leseproben etc. gibt es über unseren Affiliate-Link bei Amazon*, wo ihr das Buch auch direkt beziehen könnt.

 

Hinweis:

Ein neuer Horizont - Maiken Nielsen - Skoutz BuchfieberkurveVon den Anfängen der Zeit bis in die allerjüngste Vergangenheit war der Bogen gespannt und unendlich viele Geschichten zur Geschichte zu erzählen und zu lesen. Die Midlist History ist jedenfalls unterhaltsamer Geschichtsunterricht der besonderen Art.

Der Koreakrieg hat die 50er Jahre geprägt, den kalten Krieg erhitzt und beschäftigt uns mit seinen Konsequenzen bis heute. Vor dieser Kulisse erzählt Maiken Nielsen in Ein neuer Horizont die Geschichte von irgendwie gestrandeten Menschen, die dennoch die Kraft finden, ihr Schicksal zu gestalten. Und das mit viel Gefühl und Gespür für die Verbindung von Geschichte und Geschichten. Wir haben das Buch gelesen und hier vorgestellt.

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Wer die Bücher schon kennt, kann (und soll!) sie bei uns natürlich auch bewerten, damit  unsere Buchsuche weiter wächst.

Mit der Skoutz-Buchfieberkurve bewertet ihr mit fünf einfachen Klicks ein Buch anhand von fünf Kriterien statt fünf Sternen. So seht ihr auf einen Blick, wie das Buch wirklich ist. So schön kann Bücher suchen sein. Natürlich gibt es dort auch noch andere Bücher, Rezensionen und vieles mehr.

 

 

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