Zu Besuch bei Jutta Maria Herrmann

Heute bin ich mit dem Skoutz-Kauz zu Besuch bei der lieben Jutta Maria Herrmann, die es aus dem Saarland ins brandenburgische Pranketal verschlagen hat. Am Liebsten würde ich ja ein Schwätzchen von Buchhändlerin zu ehemaliger Buchhändlerin mit ihr halten. Das machen wir hoffentlich auch mal, aber heute sind wir angereist, um sie euch näher vorzustellen. Und was würde sich da besser eigenen als ein kleines Interview?

Mal sehen, was wir so Spannendes über sie erfahren.

Zu Besuch bei Jutta Maria Herrmann, die gerne mit zum Mond geflogen wäre

So. Wenn du bereit bist, legen wir gleich mit der ersten Frage los…

 

Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?

Unkompliziert

Finde ich super! Das Leben ist ja eh schon kompliziert genug.

 

Was macht dir an deinem Job als Autor am meisten Spaß?

Ich tauche beim Schreiben ganz in die Welt meiner Figuren ein und vergesse alles um mich herum.

Diesen Satz unterschreibe ich gerne. Nur würde ich “Schreiben” gegen “Lesen” tauschen. Schön zu wissen, dass es dir am anderen Ende der Geschichte genauso ergeht!

 

Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht und wie lange hast du daran geschrieben?

2014 – ungefähr zwei Jahre

Und mittlerweile sind es schon fünf, von dem eines sogar für den Skoutz-Award nominiert wurde, sowie zahlreiche Kurzgeschichten. Wir gratulieren dir!

 

Wie läuft ein typischer Tag als Autor bei dir ab? 

Da ich einen Brotjob habe, komme ich nur nach Feierabend oder am Wochenende zum Schreiben.

Natürlich wollen wir nicht, dass du ohne Brot bleibst 😛 Aber bekommst du so überhaupt die Möglichkeit, wirklich tief in deine Geschichten einzutauchen, wenn du immer nur so wenig Zeit am Stück hast?

Einmal im Jahr, meistens im Winter, mieten mein Mann und ich uns in Dänemark ein Häuschen in den Dünen und arbeiten (mein Mann, Thomas Nommensen, schreibt auch Krimis und Thriller) zwei Wochen lang jeden Tag an unseren aktuellen Projekten. Diese „Schreibklausur“ ist inzwischen eine liebgewonnene Routine geworden.

Das klingt nach einem großartigen kreativen Bootcamp! Toll, dass ihr zwei auf diese Art und Weise eure Leidenschaft zusammen auslebt.

Und wie ist das in einem Doppelautorenhaushalt in der aktuellen Situation?

 

Was hat sich für dich als Autor durch die verschiedensten Maßnahmen geändert?

Meinen Schreiballtag beeinflusst Corona nicht. Nur meinen Brotjob, ich arbeite seit dem Ausbruch im Homeoffice.

Wie so viele. Aber immerhin kannst du aus dem Homeoffice arbeiten das geht ja längst nicht bei jedem Job. Und mit etwas Glück kannst du dann etwas mehr schreiben, etwa, weil die Fahrzeit wegfällt. Aber bleiben wir beim Schreiben …

 

Wie flexibel bist du beim Schreiben?

Ich würde mich eher als kreativ beschreiben, da ich aus „dem Bauch heraus“ schreibe. Was allerdings zur Folge hat, dass mir meine Figuren manchmal ganz arg „auf der Nase herumtanzen“. 😊

Oh, da kannst du dich mit Kay Noa zusammentun! Gerade in der Schwerttanz-Saga passiert ihr das häufiger^^. Aber da können wir als Betaleser dann helfen! Und wenn wir schon beim Lesen sind …

 

Welches war dein erstes selbstgelesenes Buch? 

Da müsste ich lügen. Das weiß ich nicht mehr.

Ich könnte aber auch nicht mehr mit 100%iger Sicherheit sagen, welches Buch ich als allererstes gelesen habe. Der Übergang zwischen Vorlesen und selbst lesen war bei mir so fließend, dass ich nicht mehr weiß, wo das Eine aufhörte und das Andere anfing. Aber nachdem deine Jugendhelden dem Vergessen zum Opfer gefallen sind, wie schaut es mit aktuellen Buchlieblingen aus …

 

Stell dir vor, du könntest eine beliebige Figur aus einem Buch zum Essen treffen. Was würde passieren?

Hanna, die Protagonistin aus dem Roman Whiteout von Anne von Canal. Ich würde sie fragen, wie ihre Freundin gestorben ist. Das erfährt man in dem Buch leider nicht, obwohl sich alles um sie dreht.

Wie gemein! 

Und wie das Leben in der Antarktis ist. Da spielt der Roman nämlich.

Das ist mal ein spannendes Setting! Ich denke, diesen Roman muss ich mir mal näher anschauen… *hört innerlich ihren SuB aufseufzen*

 

Auf welche Frage hattest du in letzter Zeit keine Antwort und hast du sie finden können?

Auf die Frage nach meinem Erstlesebuch. Und nein, es will mir partout nicht einfallen. 😊

 Ich doch auch nicht! Einigen wir uns einfach darauf, dass es viele waren ;D

 

Wie oft schaust du täglich auf dein Handy?

Zu oft. 😉

Dann lass dich vom Skoutz-Kauz noch ein wenig ablenken … Der zum Beispiel ist furchtbar verfressen.

 

Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?

Alkoholfreies Bier und Ingwer.

Ich liebe Ingwer. So wie mancher glücklich über seine morgenliche Dosis Kaffee ist, bin ich dankbar um meinen morgendlichen Ingwertee.

Apropos dankbar…

 

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Dass ich gesund bin, den Mann fürs Leben gefunden habe und – in Coronazeiten – für unseren kleinen Garten.

Ach, den Garten magst du doch sonst auch, oder? Nur Corona lehrt uns diese kleinen Dinge wieder viel mehr zu schätzen. 

 

Bei welchem historischen Ereignis wärst du gern dabei gewesen und warum?

Ich wäre gerne mit auf den Mond geflogen.

Da hättest du dich mit der lieben Anke Höhl-Kayser direkt zusammentun können. Das wäre ein Ausflug gewesen! Natürlich hätten wir euch eine Skoutz-Flagge migegeben 😉 und hinterher ein Exklusiv-Interview mit euch geführt!

Und wenn wir schon dabei sind, worüber wir beim nächsten Mal reden könnten …

 

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?

Über Kriminalliteratur.

Das ließe sich bestimmt arrangieren 😉 Ein Krimi-Workshop wäre sicher toll! 

 

Was würdest du rückwirkend ändern, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

Nichts. Ich glaube, dass alles, was uns geschieht, einen tieferen Sinn hat. Auch wenn man ihn nicht sofort erkennt.

Meine Oma hat immer gesagt, dass alles für irgendetwas gut ist. Bisher hat sie damit immer Recht gehabt. Dann lass uns zum Abschied noch nach vorne schauen … 

 

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Gesundheit und dass mir meine Leserinnen und Leser weiterhin treu bleiben.

Das werden sie bestimmt! Und als Leserin vielen Dank, dass du uns in deine Wünsche einbeziehst. 🙂

 

Ich bedanke mich für die Einladung und das Gespräch, Jutta! Es war eine Freude, mit dir zu plaudern. Hoffentlich können wir das bald mal wiederholen. Egal, ob es dann um ein Gespräch unter Buchhändlern geht, ein Exklusiv-Interview nach erfolgreicher Zeitreise zum Mond oder, um dir den Skoutz-Award Crime zu überreichen.

 

Mehr über Jutta Maria Herrmann und ihre Bücher findet ihr auf:

 

Skoutz-Lesetipp: 

Böse bist du – perfider Psycho-Thriller von Jutta Maria Herrmann

Er ist der Mörder.
Du bist dir sicher. Doch niemand glaubt dir.
Er wird dich töten, wenn du ihm nicht zuvorkommst.

An einem Sommertag zeltet eine Clique Jugendlicher an einem einsamen Waldsee. Ein letztes Mal wollen sie miteinander feiern, bevor sich ihre Wege nach dem Ende der Schulzeit trennen. Am nächsten Morgen sind vier von ihnen tot. Nur ein Mädchen überlebt schwer traumatisiert.

Fünfzehn Jahre später: Die Bilder der schrecklichen Nacht sind für alle Zeit in ihrem Kopf. Immer wieder glaubt sie, in Fremden den Mörder ihrer Freunde zu erkennen. Und als der vermeintliche Täter ihr eines Tages tatsächlich gegenübersteht, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie ahnt nicht, dass sie damit Ereignisse auslöst, die den Horror der Mordnacht am See noch übertreffen.

Skoutz meint: Ein düsterer, packender Psychothriller, der deutlich aufzeigt, was ein Trauma mit der Psyche anstellen kann. Die Geschichte geht unter die Haut und lässt nicht selten ein beklemmendes Gefühl zurück, sodass hin und wieder nicht nur die Nerven von Protagonistin Michaela blank liegen. Insbesondere weil die Ich-Perspektive und ein klarer Fokus auf Michaela dafür sorgen, dass man sich wirklich so fühlt, als wäre man in ihrem Kopf.

 

Hinweis:

Schuld bist du von Jutta Maria Herrmann ist ein 336 Seiten langer, im August 2019 von ihr selbst veröffentlichter Psychothriller, der in Juttas selbsterkorenen Heimat Berlin spielt.

Mit ihrem ausgeklügelten Verwirrspiel, das selbst die hartgesottesten Leser hinters Licht führt, hat Jutta Skoutz-Jurorin Elke Bergsma davon überzeugt, dass Schuld bist du, das gegen mehr als 300 Titel auf der Longlist Crime 2020 ins Rennen gezogen ist, einen Platz auf der Midlist Crime 2020 verdient hat und nun mit elf weiteren Titeln um den Crime-Skoutz 2020 kämpft.

Selbstverständlich haben wir das Buch bereits für euch gelesen und ausführlich besprochen (weiterlesen).

 

Schreibe einen Kommentar