zu Besuch bei Jan A. Baßler

Heute hab ich mich auf den Weg zu Jan A. Baßler gemacht, um ihm ein paar Fragen zu stellen. Ich bin schon ziemlich neugierig auf den Fantasy-Autoren, der das Schreiben als Ausgleich zum Studien-Alltag nimmt. Mal sehen, was er mir so alles erzählen wir und ob ich ihm womöglich das ein oder andere Geheimnis entlocken kann …

 

zu Besuch bei Jan A. Baßler, der nicht nur Talent fürs Geschichtenerzählen hat, sondern auch unglaublich gut zeichnet …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Entspannt …  zumindest meistens.

Da bin ich ja mal gespannt, ob du das nach unserem Interview auch noch bist 🙂

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

Bei mir ist das ein dynamischer Prozess, bei dem kreatives Chaos stufenweise geordnet wird.

Klingt spannend, aber was heißt das genau?

Ideen sammle ich völlig unstrukturiert auf meiner Pinn- und Wohnzimmerwand. Das kann dann schon mal ein bisschen ausarten 😊.

Jetzt will ich aber bitte Details 🙂

Wenn ich die einzelnen Notizen noch mit roten Fäden verbinden würde, sähe es bei mir aus wie bei einem durchgedrehten FBI-Ermittler, der einen Serienkiller jagt.

*huch*

Jedenfalls versuche ich dem Ganzen danach eine grobe Struktur zu geben und die Auswirkungen der einzelnen Handlungsstränge aufeinander wirken zu lassen, um sie gegebenenfalls besser abzustimmen. Zum Schluss erstelle ich Anhand der riesigen Mindmap eine inhaltliche Gliederung der Episode, die ich auf einem Organizer-Programm sichere. Über die App kann ich dann immer und überall meine Ideen festhalten, so kann sich der Plot auch während des Schreibens entwickeln.

Ich sehe schon, du hast alles bestens im Griff …

 

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Ich habe mir vor kurzem extra fürs Schreiben einen neuen Laptop gegönnt, daher sieht die Tastatur noch ganz gut aus.

Schade, also nicht, dass du einen neuen Computer hast, sondern dass ich das jetzt nicht erfahre 🙂 

 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Och, da hab‘ ich ganz bescheidene Ansprüche.

Dann erzähl mal …

Ich bin vollkommen zufrieden damit, im StudiCafé in Heidelberg zu sitzen und meinen Cappuccino zu schlürfen. Aber wenn die Fee unbedingt ihre Magie an mich verschwenden will, dann würde ich mich gegen eine echte italienische Pizza in der Mittagspause nicht wehren.

Das ist wirklich mal bescheiden, nicht mal den Kaffee durfte sie machen 🙂

 

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Na, ich hoffe mal nicht so viel.

Wieso das? *neugierig guckt*

Die Lebensgeschichten der meisten meiner Figuren bestechen nicht gerade durch ihre Unbeschwertheit. Aber natürlich erkenne ich mich manchmal im Verhalten meiner Charaktere wieder. Auch die Menschen, die mir in meinem Leben wichtig sind, finden immer wieder ihren Weg in meine Geschichte.

 

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Bis jetzt – ich bin ja erst seit kurzem Autor – habe ich da noch gar keine Probleme. Im Gegenteil, ich schwimme momentan in so vielen Ideen, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles verwirklichen soll. Mal sehen, ob das so bleibt.

Schau, genau in solchen Momenten könnte doch so eine Fee Wunder wirken … Aber du bist ja bescheiden 😉

 

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Ich denke, die Zeit, die ich benötige, um das Rohmanuskript zu verfassen, wiegt sich ungefähr mit der Zeit auf, die mich das Plotten, die Überarbeitung und die Gestaltung des Covers kostet.

Mathe war nie meine Stärke … Bedeutet das jetzt jeweils 50%? Aber du hast die Werbung und Leserkontakte nicht erwähnt … Jetzt bin ich verwirrt …

Als Selfpublisher muss ich mich eben um alle Aspekte kümmern, die mit der Verlegung des Buchs zu tun haben, auch das Marketing übernehme ich. Zum Glück werde ich da tatkräftig von einem guten Freund unterstützt, ohne dessen Hilfe meine Buchcover so niemals zustande gekommen wären.

 

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Viele Genres

Kryptisch, geheimnisvoll wären auch passende Beschreibungen für dich gewesen 🙂

Das ist eine schwierige Frage, auf die ich nur eine vage Antwort geben kann.

Ich bin ganz Ohr …

Mein Bücherregal ist recht chaotisch. Da reihen sich klassische Fantasy-Werke an Horror-, Sci-fi- und Historienromane. Direkt daneben besetzen meine Comics ein eigenes kleines Regal und dazwischen findet man immer mal wieder einen Klaus Mann oder ein anderes „anstrengenderes“ Buch, das mich im Studium beeindruckt hat. Es gibt für mich also nicht das eine Genre oder das eine Erfolgsrezept, vielmehr muss ein Buch eben das gewisse Etwas haben, das sich so schwer auf einen Faktor herunterbrechen lässt. Eine Geschichte muss mich einfach packen, sie muss mich total einnehmen, bis sie mich Glauben macht, dass sie real ist… und in dem Moment ist sie es dann auch. Alles andere ist eigentlich egal.

Das war doch jetzt wirklich mal eine schöne Erklärung 🙂

 

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Netflix macht mich schon ziemlich fertig 😊.

Stichwort Binge Watching, ich verstehe 😉

Von einigen Prokrastinationsanfällen einmal abgesehen, funktioniert der Schreiballtag aber eigentlich recht flüssig.

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Beim Sport gelingt es mir am besten, mal so richtig abzuschalten.

Wie oft kommt das vor?

Je nach dem, wie motiviert ich bin, kann es dann schon einmal passieren, dass ich vier Mal die Woche trainiere.

 

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Ich hab‘ eine ganz hervorragende Beziehung zu meinen Charakteren.

Zu allen? *ungläubig schaut*

Für mich sind sie eine Art imaginäre best buds, die stets ein gewisses Eigenleben entwickeln. Selbst die Bösewichte kann ich gut leiden, weil ich sie auf einer bestimmten Ebene immer verstehen kann.

Ein verständnisvoller Typ also … 🙂

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Der ist erschreckend hoch dieser Stapel 😊.

Spannend, erzähl mir bitte mehr!

Ich habe da so einige Mammutprojekte vor, die mich unter anderem auch ins Sci-Fi-Genre führen werden. Momentan konzentriere ich mich aber hauptsächlich auf die „Kronen der Allmacht“-Serie. Solange die nicht beendet ist – und das wird wohl noch eine Weile dauern –, können meine anderen Ideen im Hintergrund wachsen.

 

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Ich glaube, als die erste Rezension zum „Todeshexer“ eingetrudelt ist, die das Buch total gefeiert hat.

Was ist da in dir vorgegangen?

Da habe ich zum ersten Mal erkannt, dass sich Menschen in meiner Geschichte verlieren können. Das war toll 😊.

 

Wie definierst du Erfolg?

Für mich bedeutet Erfolg, dass ich Menschen für meine Geschichten begeistern kann. Eine gut erzählte Geschichte, ist eine der größten Freuden meines Lebens und wenn ich diese Begeisterung auch in anderen erwecken kann, dann bin ich absolut zufrieden. Ganz unabhängig davon, ob ich jetzt Geld damit verdiene oder nicht.

Dein Blick sagt Punkt. 🙂 Dann frage ich auch nicht nach Literaturpreisen, Rankings und all dem, sondern mache weiter …

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Auf die Frage, ob das, was ich tue, mich glücklich macht.

 

Dann wünsche ich dir, dass du noch sehr lange glücklich bist.

Tausend Dank, lieber Jan A. Baßler, dass du dir die Zeit genommen hast, mich zu treffen und mir all meine Fragen zu beantworten. Du bist wirklich bis zum Schluss entspannt gewesen und es hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Deinem Roman auf der Midlist wünsche ich für den weiteren Wettbewerb alles Gute. Vielleicht schaffen wir es irgendwann mal wieder so nett zu plaudern – vielleicht ja schon in Frankfurt.

 

 

Mehr über Jan A. Baßler und seine Bücher findet ihr auf seiner Homepage oder Facebook.

 

 

Skoutz-Lesetipp:

Tochter des Lichts (Kronen der Allmacht 2) – spannende Fortsetzung der Fantasy-Serie von Jan A. Baßler

Krieg zieht herauf in den Insellanden.

Nach dem Massaker an seiner Familie kämpft Askon im Nebelwald ums Überleben. Seiner Macht beraubt und von Thuras Elitekriegern gejagt, entdeckt er schließlich im Herzen des Waldes ein uraltes Geheimnis, das seine Rettung bedeuten könnte… oder seinen Untergang.

Derweilen will Damael, der Herrscher des magischen Bundes, die Verantwortlichen dieses scheußlichen Attentats zur Rechenschaft ziehen. Doch König Viktor hat im Verborgenen ein gewaltiges Heer aufgebaut, angeführt von den mächtigsten Hexern seines Reiches. Auf einen solchen Angriff ist der Bund nicht vorbereitet und Damael sieht sich gezwungen, ein Bündnis mit einer Verräterin einzugehen.

Vura weiß nichts von alledem und doch trifft sie eine Entscheidung, die den Verlauf des bevorstehenden Krieges verändern könnte. Aber um zu erreichen, was sie zu tun geschworen hat, muss sie stärker werden. Sie muss die verborgene Macht entzünden, die in ihr glimmt.

Die Macht des Lichts.

Skoutz meint: Ein unglaublich intensives Lesevergnügen, das einen auch nach der letzten Seite noch nicht loslässt. Jan A. Baßler beschreibt nicht nur die Handlung und Szenerien sehr bildreich, sondern skizziert auch die Figuren mit all ihren Charaktereigenschaften sehr lebendig und authentisch. Der Leser wird in eine spannende Welt entführt, erlebt aufregende Abentuer und ist am Ende traurig, dass er noch eine Weile auf den dritten Band der Reihe warten muss. Fantastischer Lesespaß mit Kopfkinogarantie.

 

Lust, die spannende Fortsetzung der Kronen der Allmacht selbst zu entdecken? Dann informiert euch entweder in einem der verschiedenen Buchshops oder direkt unter diesem Affiliate-Link bei Amazon.

 

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Hinweis:

Der letzte Todeshexer (Kronen der Allmacht 1)” von Jan A. Baßler ist ein 218 Seiten langer, im Dezember 2017 im Selbstverlag erschienenes dystopischen High-Fantasy-Abenteuer voller Magie. Krieg und Zerstörung bedrohen die Insellande und nur ein geschickter Schachzug kann seine Bewohner retten.

Jan A. Baßler konnte mit seiner spannenden High-Fantasy-Dystopie “Der letzte Todeshexer (Kronen der Allmacht 1)” unsere Skoutz Jurorin Jennifer Alice Jager direkt überzeugen. Aus über 300 Titeln der Fantasy-Longlist ergatterte er einen der begehrten Midlist-Plätze und damit vielleicht die Chance auf den Skoutz Award 2018.

Die ausführliche Buchvorstellung findest du hier.

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