Zu Besuch bei: Herausgeberin Birgit Otten

Nachdem wir dieses Jahr erstmals die Kategorie Anthologie besetzt haben, sind die entsprechenden Interviews mit den Herausgebern sehr spannend. Auch weil wir dafür auf Anregung von Stefan Holzhauer einen eigenes für Herausgeber konzipierten Spezial-Fragenkatalog entworfen haben.

Birgit Otten, die ich schon über Facebook kannte, ist eine der ersten, die ich mit diesen Fragen löchere und so bin ich dieses Mal besonders gespannt, wie das so laufen wird:

 

Zu Besuch bei Birgit Otten, die als Herausgeberin ihr Multitasking-Debüt gefeiert hat.

Was bewegt dich, Anthologien herauszugeben?

Es war die erste Anthologie für mich als Herausgeberin, Lektorin, Korrektorin und Produzentin in Personalunion, und seitdem weiß ich die Arbeit, die in so etwas steckt, erst richtig zu schätzen :).

Das glaub ich dir sofort. Aber was hat dich dazu bewogen, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen (außer rührende Ahnungslosigkeit)?

Meine Beweggründe waren ganz trivial: etwas zusammen mit anderen zu erschaffen und darüber vielleicht neue Leser/innen zu finden.

 

Was macht für dich eine gute Anthologie, ein gutes Anthologie-Thema aus?

Eine ausgewogene Mischung an Texten auf gleichem Niveau, die jeder für sich etwas Neues bieten. Persönlich mag ich es auch gern, wenn es ein gemeinsames Thema gibt – da ist noch zusätzlich interessant, wie unterschiedlich das umgesetzt wird.

 

Anthologien sind in Deutschland – anders als in vielen anderen Ländern – relativ schwer an den Leser zu bekommen. Woran liegt das und woher nimmst du den Mut/die Kraft/die Sturheit, es trotzdem zu versuchen?

Kurzgeschichten haben in Deutschland keine Tradition wie im anglo-amerikanischen Raum. Sie sind hier eher eine Nische, weil die meisten Leser ungern kurz ins Leben einer Figur hinein- und gleich wieder hinausspringen mögen. Sie möchten diese Figur lieber ein Stückchen weiter begleiten, und da schließe ich mich selbst auch gar nicht aus. Für ein Gemeinschaftsprojekt sind sie jedoch ideal, und um sie der Leserschaft schmackhafter zu machen, bieten wir die Anthologie gratis an. Sie ist ein Bonbon zu Werbezwecken – guten Appetit. ☺

 

Nach welchen Kriterien wählst du die Geschichten aus? Vielfalt? Bekannte Namen? Persönlicher Geschmack? Würfeln oder Orakeln?

Ich habe eine Handvoll Autorinnen aus meinem Bekanntenkreis, bei denen ich mir das vorstellen konnte, gefragt, ob sie nicht Lust auf so ein Gemeinschaftsprojekt hätten. Tatsächlich konnten und wollten die meisten.

Und wie ging es dann weiter?

Alles weitere haben wir dann in einer Facebookgruppe besprochen, abgestimmt und organisiert. Ich wusste im Vorfeld, dass die Beteiligten recht unterschiedliche Themen und Stile haben würden und fand diese persönliche Note in den Endergebnissen schön.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis als Herausgeberin?

Zu wissen, dass uns all die Arbeit keinen Cent einbringen würde …? ☺

Oh je! Echt?

Nein, war natürlich nur ein Scherz. Wobei man in Herausgeberfunktion eher rational unterwegs sein muss und das Emotionale den Autoren und Lesern überlässt.

Okay, dann betrachten wir mal Emotionen anderer, der Leser zum Beispiel:

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Herausgeberin machen kann?

Wenn wir tatsächlich gewinnen würden? ☺

Das würde ich euch natürlich von Herzen gönnen. Es hat durchaus Gründe, dass wir eure Anthologie auch schon vor der Midlist in einem unserer Wochenreports vorgestellt hatten. Leider hat das aber keinen Einfluss auf das Wahlergebnis.

 

Wer ist für dich der ideale Leser?

Jeder, der sich von uns in unsere Welten entführen lassen mag – und sich gut unterhalten fühlt.

Das ist ja ein sehr bescheidener Ansatz …

Okay, wer anschließend noch mehr von uns lesen will, der ist uns noch ein kleines Stück lieber! ☺

 

Was macht für dich ein gutes Anthologie-Cover aus? Gibt es da andere Regeln als für einen Roman?

Eigentlich nicht. Ein Cover sollte immer möglichst ansprechend und professionell wirken, um überhaupt die Aufmerksamkeit potenzieller Leser zu wecken.

Unseres stammt von Yvonne Less von Art4Artists

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Buchinterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Ich komme vom Großverlag xy. Würden Sie gern bei uns Jugendfantasy veröffentlichen? ☺

 

Liebe Birgit, das wünsche ich dir natürlich. Bis dahin aber erst einmal weiterhin viel Erfolg im Wettbewerb und mit euren Büchern. Ich würde mich freuen, wenn ich euch alle im Herbst in Frankfurt auf der Skoutz-Leserparty wiedersehen darf.

 

Hier könnt ihr Birgit Otten treffen:

Birgit Otten auf Facebook

Autorenhompage von Birgit Otten

Birgit Otten auf Lovelybooks

Birgit Otten auf Wattpad

 

Lesehinweis:

Die Anthologie Roter Mond , die von Birgit Otten veröffentlicht wurde hat unsere Skoutz-Jurorin Jana Oltersdorff so begeistert, dass sie das Buch in die Midlist Anthologie 2017 aus der Longlist Anthologie 2017 auswählte unddamit für den Skoutz-Award nominierte.

Diese Anthologie bannt Magie in 9 sehr abwechslungsreiche Kurzgeschichten auf Papier und erzählt sie dann äußert (über)sinnlich.

Wir haben uns das Buch für den Wettbewerb natürlich sofort genau angesehen und hier besprochen (weiterlesen).

 

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