Zu Besuch bei Caroline Brinkmann

Heute bin ich unterwegs, um Caroline Brinkmann zu treffen. Die humorvolle Autorin, die in ihrer Freizeit als Ärztin tätig ist … äh, nein … Noch einmal … Die charmante Ärztin, die in ihrer Freizeit humorvolle und fantastische Romane verfasst, war so freundlich, mich zu sich einzuladen. Ich bin schon ziemlich neugierig, was mich so erwartet, denn ich habe bei meiner Recherche viel von ihrem WG-Kumpel Dirk gelesen und bin schon gespannt, ob ich auch ihn treffen werde.

 

zu Besuch bei Caroline Brinkmann, die in ihrer Kindheit viel Zeit mit dem Organisieren von Schneckenrennen verbrachte …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

… Superkaritragischlistig …

Gesundheit!

Nein … Supercalifragewasauchimmer…

Bitte? *verwirrt guckt*

Ich wollte dieses coole Wort von Marry Poppins sagen, aber ich hab es vergessen.

Ach sooooooo 🙂 Du meinst Supercalifragilisticexpialigetisch … jetzt hab ich es auch verstanden.

 

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

Ich bin ein strukturierter, chaotischer Alleinschreiber, der ständig zwischen Selbstzweifel und Größenwahnsinn schwankt.

Kurz und knackig, selbstkritisch und ehrlich … Möchtest du noch etwas ergänzen? *wartet einen kurzen Moment*

Okay, dann weiter im Text 🙂

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Mhm… Die sehen eigentlich alle noch recht gut aus.

Stimmt *schaut etwas genauer hin* Sehr gepflegt … Samtpfötchen?

Könnte daran liegen, dass ich einen leichten Putzfimmel hab und gerne mal die Tastatur säubere… Je näher die Deadline, desto sauberer der Computer.

Ich verstehe 🙂 Zum Thema Prokrastinieren kommen wir später …

Dirk würde jetzt sagen: „Weißt du, wie viele Keime sich auf so einer Tastatur sammeln können?“

Da hat Dirk wohl recht …

 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Gemütlicher Sessel, passende Musik, eine sich selbst nachfüllende Tasse an Kaffee und Schokokekse.

Die Fee ist sonst auch sehr leise und erfüllt diese Wünsche gerne … Noch etwas?

Außerdem sollte es regnen, damit ich eine Ausrede hab, den ganzen Tag drinnen zu verbringen.

 

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Ein bisschen Cari steckt in jedem meiner Charaktere.

Spannend …

Und ja auch in Dirk … Jetzt ist es raus. Ich bin in Wahrheit ein sozialphobischer Computernerd mit Hygienetick.

Wirklich?

Na ja, nicht ganz. Aber ich finde die Inspiration oft im richtigen Leben. Im Alltag, auf Reisen und gerne auch mal in der Deutschen Bahn. Das funktioniert so: Ich sehe etwas, nehme diesen kleinen Schnipsel heraus, betrachte ihn, und meine Muse spinnt darum ein völlig neues Bild, das ich wiederum in meine Geschichte einarbeiten kann.

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Kaffee, Schokolade und die richtige Musik.

Ohhh, du hast eine bestechliche Muse 🙂 Sehr charmant …

 

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Ich liebe es mir Welten auszudenken und tauche bei jeder Gelegenheit in sie ein. Das Träumen und Schreiben macht mir an meiner Arbeit am allermeisten Spaß.

Wirklich schön gesagt … Aber die Anforderungen und das Tätigkeitsfeld des Autors hat sich mit den Jahren ziemlich geweitet … Welche Bereiche deckst du zusätzlich ab?

Zum Autor sein gehört natürlich auch Marketing, Social Media, Lesungen und Messen. Das alles macht mir auch Spaß, vor allem das Wiedersehen mit Lesern und Kollegen auf Messen, aber nach so einem Event bin ich auch froh, wieder zu Hause zu sein und meine Ruhe zu haben.

Kann ich mir gut vorstellen …

Genau so geht es mir mit Social Media. Ich bin gerne dort, aber nicht täglich. Oft habe ich gar nicht das Bedürfnis, alle Highlights des Tages öffentlich zu teilen und lasse tagelang nichts von mir hören. Shame on me, aber da kommt doch der Dirk in mir ans Tageslicht.

Ach ja, der Dirk 😉

 

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Dass es mich zum Nachdenken bringt, über die Welt, das Leben und über mich selbst.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Terry Pratchett hat das in beeindruckender Weise geschafft.

Terry Pratchett … Ich muss gestehen, ich habe noch nichts von ihm gelesen 🙂

Es folgt ein kurzer Fan-Moment…

DANKE, TERRY! Du bist mein Held!

Ähm… Muss ich das jetzt als Werbung markieren?

Hmm … ich glaube nicht … war ja eher ein bissel wie ne Liebeserklärung 😉

 

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Netflix, der erklärte Feind aller produktiven Menschen da draußen.

Ich verstehe dich soooo gut 😉

Und wenn gewisse Mitbewohner die Idee haben, die Playstation anzuschalten.

Nein, das ist ja echt fies …

Ja, ich weiß.

ICH BIN SCHWACH!

*lach*

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Tanzen.

Echt? 

Aber nur, wenn keiner hinsieht, denn es besteht die Gefahr, dass es mit einem Krampfanfall verwechselt wird.

*neugierig guckt*

Nur halt im Stehen.

 

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Da fällt mir keiner ein.

So gar keiner?

Ich liebe sie alle, vor allem die Schwierigen.

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Meine Muse ist nicht sonderlich multitaskingfähig …

Ohhh …

Glücklicherweise.

Jetzt dachte ich schon … Was steht denn so an?

Aktuell habe ich neben meinem aktuellen Projekt noch zwei Jugendbücher und eine Thriller-Idee.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Ich liebe tragische Szenen.

*grins* Weil …?

Dann muss ich immer weinen.

Und was sagt DIRK dazu?

Mitbewohner: „Warum weinst du?“

Ich: „Es ist so traurig… Warum nur? WARUM? … Das DARF nicht passieren!“

Mitbwohner: „Was liest du denn? … Moment… Das ist DEIN Buch!“

Ich am Boden zerstörrt: „ES IST SCHRECKLICH. ER IST TOT!“

Mitbewohner: „Du könntest ihn überleben lassen.“

Ich diabolisch lachend: „Auf keinen Fall. Es ist schrecklich… UND ICH LIEBE ES.“

Ich entdecke neue Seiten an dir …

Na gut. Ich bin nicht wirklich so grausam… Auch wenn ich es gerne wäre, bin ich doch eher ein Weichei, wenn es um meine Charaktere geht.

 

 

Wie definierst du Erfolg?


Bestsellerlisten, Preise… Das ist alles nur Nebensache.

Was ist dir dann wichtig???

Hauptsache ich habe Spaß bei dem, was ich tue und bringe meine Leser zum Lachen …

 Ahhhh 🙂

UND JETZT STIMMT FÜR MICH AB!!! ICH WILL DIESEN PREIS! ERST WENN ER IN MEINEN HÄNDEN IST UND MEINE GEGNER AM BODEN LIEGEN, WERDE ICH RUHE GEBEN! ICH WERDE KÄMPFEN! BIS ZUM LETZTEN ATEMZUG! ER WIRD MEIN SEIN! DAS IST SPARTA

*Kinnlade klappt runter und die Augen werden riesengroß*

Moment, falscher Film … DAS IST DIRKS DIARY!!!

DIRK … Ich hätte es wissen müssen 🙂

 

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Kaffee?

Ach ja, ich würde auch noch ein Tässchen nehmen. Wenn Dirk noch welche von den leckeren Keksen dazu hätte …

Aber bevor wir jetzt weiterplaudern, liebe Caroline Brinkmann, möchte ich mich erst einmal offiziell für das nette Interview bedanken. Es war mir eine Ehre, dich und auch Dirk kennenzulernen und ich hoffe, dass wir bald mal wieder das Vergnügen haben. Deinem Roman wünsche ich für die Endabstimmung alles Gute und vielleicht sehen wir uns ja bereits in Frankfurt wieder.

 

 

Mehr über Caroline Brinkmann erfahrt ihr auf:

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Skoutz-Lesetipp:

Die Perfekten – packende Dystopie von Caroline Brinkmann

Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang.

Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!

Skoutz meint: Rain ist ein Ghost. Unangepasst, rebellisch und extrem sympathisch. Sie kämpft gegen das System und mit ihr eine Vielzahl unglaublich liebenswerter Charaktere. Intensiv, sprachgewandt und sehr bildreich entführt uns Caroline Brinkmann in ein Szenario, das nicht nur beängstigend ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Eine Gesellschaft, in der die Menschen nach ihren Genen bewertet werden – eine schreckliche Zukunftsvision.

Eine unglaublich intensive, aber auch unterhaltsame Dystopie, die es in sich hat.

 

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Hinweis:

Das im März 2017 beim UIlstein Imprint Forever erschienene, knapp 400 Seiten umfassende, Buch von Caroline Brinkmann erzählt sehr launig von den Alltagssorgen in einer WG, die so mitten aus dem Leben sind, dass man wirklich nicht weiß, ob hier ersonnen oder aus dem Nähkästchen geplaudert wurde. Kein Wunder also, dass Saskia Louis das Einhorn für alle Fälle aus gut 200 anderen Titeln der Longlist herausgepickt und in die Midlist Humor 2018 gepackt hat. Wir sind gespannt, wie weit das Einhorn beim Skoutz-Award 2018 kommt.

Die ausführliche Buchvorstellung des Short-List-Anwärters bekommt ihr hier.

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