Zu Besuch bei Beate Maly

Heute habe ich mir den Skoutz-Kauz geschnappt und wir sind in Richtung Österreich unterwegs.

Wir freuen uns schon sehr auf unseren heutigen Besuch, denn wir haben einen Termin mit Beate Maly, die mit ihrem Titel „Tod auf dem Eis“ auf Kay Noas Midlist Crime steht. Mit ihrem historischen Krimi konnte sich Beate nämlich gegen über 500 andere Titel durchsetzen und das ist Grund genug, neugierig auf den Menschen hinter der Geschichte zu sein. Wir sind also sehr gespannt, wie unser Termin laufen wird, und was uns Beate heute alles zu erzählen hat.

Aber seht selbst:

Zu Besuch bei Beate Maly, die es einfach schön findet, wenn die Menschen lächeln

Hallo liebe Beate, wir freuen uns sehr, dass wir dich heute besuchen dürfen. Wir sind schon sehr gespannt was du uns alles verraten kannst und möchtest. Der Skoutz ist auch schon sehr hibbelig und ich würde sagen, lass uns einfach anfangen, OK?

Wenn du ein Tier wärst, wärst du ein …? 

Ui, da muss ich nachdenken.

Lass dir Zeit! Wir sind nicht in Eile.

Ich glaube ich wäre gerne der Hund meiner Tochter.

Oh also nur der? Hat das einen Grund?

Der wird von allen verwöhnt und gehätschelt. Von Zeit zu Zeit hätte das schon was. Auf Dauer wäre es wahrscheinlich langweilig.

Ha! Also brauchen wir auch noch Doggytainment. Aber das bekommen wir hin.

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Liebe Beate, 

Womit kann man dich im Alltag glücklich machen?

Mit einem Lächeln.

Oh? So einfach? Das kriegen wir hin!

Es macht so einen großen Unterschied, ob man auf der Straße, im Supermarkt, in der U- Bahn, … wo auch immer … in freundliche Gesichter blickt, statt in finstere.

Auf jeden Fall. Ich bemühe mich auch, wenn ich unterwegs bin, durch Lächeln wenigstens einen anderen auch zum Lächeln zu bringen. Stell dir vor, wenn daraus eine Bewegung würde … Welche Macht hinter diesen so einfach zu entfesselnden positiven Kräften steht. Weltherrschaftsfantasien der ganz anderen Art. Und gleich eine Überleitung zur nächsten Frage … 

Wir alle haben Wünsche, für uns, für die Welt. Was sind deine und was tust du, damit deine Wünsche in Erfüllung gehen?

Früher dachte ich, dass ich die Welt mit großen Taten verändern muss.

Und heute?

Heute sehe ich das anders. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass ich nur im Kleinen handeln kann, hier aber konsequent und täglich.

Genau, immer dranbleiben. Wie bleibst du dran?

Ich fahre in der Stadt mit dem Rad oder mit Öffis, ich kaufe regional, fair trade und bio. Ich beteilige mich an Bürgerinitiativen und bei Hilfsprojekten, die mir sinnvoll erscheinen.

Ich finde, das ist doch wirklich eine ganze Menge! Ich handele in meinem Alltag auch so. Von daher können wir diesen Teil der Fragen mit einem guten Gefühl abschließen, denn ich würde natürlich auch sehr gerne mal über Bücher plaudern …  

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Welches Buch hat dich am meisten geprägt?

Es gibt so viele Bücher, die mein Leben ständig reicher und bunter machen.

Das ist natürlich richtig. Hast du eins, das dich besonders anspringt?

Jedes gelesene Buch prägt auf irgendeine Weise. Ich will da keine Wertung vornehmen.

Nein, unter diesem Aspekt wäre das auch unfair. Aber kein Problem …

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Bleiben wir noch kurz beim Buchregal. Welcher Klassiker liegt allen Vorsätzen zum Trotz immer noch auf deinem SuB? 

Wenn ich mir vornehme ein Buch zu lesen, dann mache ich das auch. Bücher, die länger als ein Jahr ungelesen im Regal stehen, kommen wieder weg.

Das ist eine gute Methode! Die würde meinem chronisch schlechten Gewissen auch guttun. Andererseits denke ich mir dann, jedes Buch braucht eben seine Zeit und wenn ich es heute nicht lese, dann kommt die Zeit vielleicht noch. Ach! So viele Bücher, so wenig Zeit. 

Und welches Buch ist hätte deiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient und warum?

Ich beschäftige mich nur ungern mit Verkaufszahlen. Weder mit meinen eigenen noch mit denen anderer Autorinnen und Autoren, daher fällt es mir schwer zu sagen, welches Buch mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Nun, Aufmerksamkeit hat nicht notwendig mit Verkauf zu tun. Oft sind es ja einfach alte, vergessene, oder ganz neue und noch nicht so bekannte Bücher, die einem ins Auge stechen. Aber wenn bei dir da keines hochploppt und laut „hier“ schreit, dann ist es eben so und wir können über dein Schreiben reden.

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Themen finden ist oft einfacher als aus den vielen Ideen, die richtige Auswahl zu treffen. Wie entscheidest du, welches Projekt du als nächstes verwirklichst?

Wenn mich ein Thema fesselt, dann versuche ich ein Konzept zu entwickeln. Wenn es gelingt und ich damit zufrieden bin, biete ich es einem Verlag an, wenn es mich nicht überzeugt, dann lass ich es wieder bleiben und warte auf die nächste Idee.

Klingt nach einem Plan. Funktioniert halt nur, wenn die Ideen so schön in Reihe auftreten. Autorenkollegin Meike Eggers hat da zum Beispiel das Problem, dass sich bei ihr ungefragt Ideen festsetzen, sie hinterrücks überfallen und einfach vordrängeln. 🙂 

Aber wenn du dann am Schreiben bist …

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Wo stehst du beim Schreiben einer Szene? Bist du eher der aufmerksame Beobachter und Dirigent oder mittendrin in allen Höhen und Tiefen mit Blut, Schweiß und Tränen?

Das hängt vom Buch und von der Szene ab. Beides ist möglich.

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Welche Szenen fallen dir beim Schreiben am schwersten und wie meisterst du sie trotzdem?

Wenn beim Schreiben eine längere Pause entsteht und ich erneut in die Handlung eintauchen muss, fällt mir das meist recht schwer.

Ja das kann ich sehr gut verstehen, mir geht das beim Lesen so. Hast du ein Mittel dagegen?

Ich versuche sie daher möglichst zu vermeiden und arbeite kontinuierlich und konsequent bis ein Text fertig ist.

Ich sehe schon, dass du sehr strukturiert arbeitest. Da könnte ich vermutlich noch einiges lernen *lach*.

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Was ist dir beim Schreiben deiner Geschichten am wichtigsten, worauf achtest du besonders?

Meine Geschichten leben von meinen Figuren. Ihnen gilt mein größtes Augenmerk.

Das finde ich perfekt! Und das merkt man auch, wenn man deine Bücher liest. 

Ich möchte jetzt ein wenig persönlicher werden, aber keine Angst, zu persönlich wird es nicht!

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Es heißt, jeder Künstler muss auch ein bisschen wahnsinnig sein. Was ist dein Schuss „Wahnsinn“?

Ich glaube nicht, dass Künstler wahnsinniger sind als andere Menschen. Tragen wir nicht alle ein kleines Stück davon in uns?

Ja da sagst du was 🙂  Vielleicht ist der kreative Mensch nur ehrlicher, wenn es darum geht, dazu auch zu stehen und das auszuleben?

 

Beschreibe dein aktuelles Buch in 3 Sätzen

Es geht um eine mutige, selbstbewusste Frau, die sich allen guten Ratschlägen zum Trotz aufmacht, um die Welt mit dem Automobil zu umrunden. Sie ist die erste Frau, der das gelingt. Wäre sie ein Mann gewesen, wäre sie in die Geschichte eingegangen: Clärenore Stinnes.

Sag uns Bescheid, wenn es so weit ist und das Buch erscheint! Das hört sich definitiv nach spannendem Lesestoff an. Vor allem, weil ich von der Dame noch nie gehört habe! Ein Grund mehr, das Buch zu lesen. Das mag ich immer am Liebsten, wenn man nebenbei  noch lernt.  Und Schwups, die nächste Frage …  

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Was würdest du noch gerne lernen und wozu?

Ich würde gerne fließend Italienisch sprechen, um mich mit der Familie und den Freunden meiner Tochter unterhalten zu können.

Oh ja,  ich höre so gerne zu, weil diese Sprache so schön melodisch ist. Leider bleibt es beim Zuhören, sprechen kann ich es auch nicht.

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Welcher Moment im Leben hat dich besonders geprägt?

Die Geburt meiner drei Kinder.

Total verständlich. Damit verändert sich das Leben ja auch dramatisch.

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Was sollen deine letzten Worte sein?

Da halte ich es mit Edith Piaf: Ich bereue nichts.

Ich liebe ja die Chansons von ihr, und einige andere Interviewte auch. Damit fasst man so vieles so schön zusammen, finde ich. 

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Und mit welchen Worten soll dieses Interview enden?

Vielen Dank für euer Interesse.

Liebe Beate, es war ein total schönes und angenehmes Gespräch mit dir! Wir danken dir ganz herzlich für deine Zeit und die nette Art. Wir haben uns sehr wohl bei dir gefühlt!

 

Interview Beate MalyMehr über Beate Maly erfahrt ihr hier:

  • Homepage* von Beate Maly
  • Skoutz-Interview mit ihr von 2021, bei dem wir uns schon einmal sehr angenehm mit der Autorin über Salzburg, Kaffeehäuser, gute Bücher und echte Schurken unterhalten haben.

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Skoutz – Lesetipp:

Aurelia und die letzte Fahrt – Ein historischer Wien-Krimi von Beate Maly 

Wien 1871.
Die Metropole an der Donau ist ein Magnet für Menschen aus allen Teilen des Vielvölkerstaats. Fiaker treiben ihre Pferde durch die trubeligen Straßen, auf dem Corso sind die runden Tische der Kaffeehausgärten voll besetzt. Als Aurelia von Kolowitz, eine junge Adlige, die heimlich als Karikaturistin arbeitet, eines Abends die Redaktion des Figaro verlässt, macht sie eine grausame Entdeckung: In einer Kutsche findet sie die Leiche eines Offiziers der kaiserlichen und königlichen Armee.

Ein pikanter Fall, denn der Militär hat sein Leben mit heruntergelassenen Hosen ausgehaucht.
Die Akte landet bei Janek Pokorny, einem jungen Polizeiagenten aus einer böhmischen Gastarbeiterfamilie. Schnell fällt der Verdacht auf eine Prostituierte. Doch kann der Stich mit deren winzigem Messer dem massigen Offizier wirklich den Garaus gemacht haben? Das bezweifelt auch Aurelia, die bald überall dort auftaucht, wo Janek ermittelt. Ihre Spurensuche führt das ungleiche Paar aus den Niederungen der Wiener Halbwelt in die Reihen der k. u. k. Armee.

Bloß, noch hat das Militär in der wachsenden Metropole das Sagen, und die Rangoberen haben nicht vor, sich in die Karten schauen zu lassen …

Skoutz meint: Ein herrlich leseleichter Krimi, der mit Wiener Leichtigkeit in die glanzvolle Zeit der Metropole entführt, ohne deren Schattenseiten schön zu färben. Das liegt vor allem an dem superstimmigen Ermittlerduo, das bei allen gesellschaftlichen Gegensätzen doch gemeinsam in ihrem Wunsch nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu einem Team werden, von dem ich gerne noch mehr so wendungsreiche und knifflige Kriminalfälle lesen möchte. (jf)

[Werbung] Wenn ihr (wie erhofft) neugierig geworden seid, könnt ihr euch über das Buch über unseren Affiliate-Link auf Amazon* informieren, hineinlesen oder das Buch auch gleich kaufen.

 

Hinweis:

Chef-Redakteurin Kay Noa hat sich sehr in ihre Zeit als Strafverteidiger zurückversetzt gefühlt, als sie die auf über 500 Titel angewachsene Longlist Crime auf der Suche nach ihren Favoriten durchforstet hat. Es ist beeindruckend, wie abwechslungsreich ein Mord in Motivation, Planung und Begehung sein kann. Und nicht minder spannend, wie unterschiedlich die Methoden und die Charaktere der Ermittler sind. Großes Kino – denn ganz ehrlich, die meisten könnte man auch gut verfilmen. Die Midlist Crime kann sich jedenfalls sehen lassen.

Mord auf dem Eis – ist ein stimmungsvoller Krimi im wundervollen Flair des Jugendstil-Wiens. Das routinierte Ermittlerteam Ernestine Kirsch und Anton Böck ermittelt in seinem 6. Fall, bei dem es eiskalt zugeht. Wortwörtlich. Der im Oktober 2021 im Emons-Verlag veröffentlichte Fall führt die beiden aufs Glatteis … und ins Rennen um den Crime-Skoutz. Wir haben uns das Buch bereits angesehen und ausführlich vorgestellt. Hier!

 

 

 

 

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