Skoutz-Wiki: Blog-Tour

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Im stetig und emsig wuchernden Dschungel der Neuerscheinungen ist es wichtiger denn je, ein Buch überhaupt erst einmal sichtbar zu machen. Das führt an Marketing kein Weg vorbei. Und immer wenn von Buchmarketing die Rede ist, fällt auch der Begriff Blogtour.

Wir haben uns das einmal näher angesehen:

Die Blogtour in Kürze:

Eine Blogtour behandelt auf verschiedenen Blogs unter verschiedenen Aspekten ein gemeinsames Thema. Dabei ist das Medium zunächst egal. Man kann Blogtouren mit Audio-, Bild- oder Videobeiträgen ergänzen und interaktiv gestalten, indem gezielt Beiträge zur Interaktion, z.B. mittels Kommentarfunktion aufrufen.

Speziell bei Buchblogs ist die Blogtour sehr beliebt. Meist in Kombination mit Gewinnspielen erhoffen sich Blogger und Autoren mehr Bekanntheit für sich, den Blog und das Buch, das Thema der Blogtour ist.

Die Blogtour ausführlich:

Eine Blogtour ist eine Buch-Tournee, eine mehrtägige Rundreise über verschiedene Blogs. Jeder Blogger schreibt zu einem fest vereinbarten Termin zu einem vorher bestimmten und angekündigten Thema. Blogtouren sind zwar etwas aufwändiger in der Organisation, haben aber durchaus ihren Reiz, besonders weil dank ihnen ein Werk aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet werden kann und ein vielfältiger, interessanter Überblick über Buch und Autor entsteht. Das sollte natürlich in Zusammenarbeit mit dem Autor gefunden werden, der die Besonderheiten seines Buches naturgemäß am besten kennt.

Doch was ist der Anreiz für die Blogs an solchen Blogtouren teilzunehmen? Für Blogger bedeutet das nicht nur Content, die Blogs verlinken sich auch gegenseitig und lenken ihre Leser jeweils zum nächsten Schritt der Blogtour – und so erreichen sie neue Leser.

 

Vor- und Nachteile von Blogtouren

Blogtouren werden in der Buchwelt kontrovers diskutiert, Blogger wie Autoren verteufeln sie oder schwören darauf. 🙂

  • Verbesserung der Reichweite
  • Verbesserung des Kontakts zu Lesern und Bloggern
  • Vergleichsweise günstige Alternative für Marketing
  • Spannende Aspekte zum Buch steigern die Neugier und das Kaufverlangen
  • Unverhältnismäßig hoher Aufwand für Blogger und Autor
  • Übersättigung des Marktes
  • Spoilergefahr – wer eine Blogtour komplett verfolgt, braucht das Buch nicht mehr zu lesen
  • Kannibalisierung (Es lesen nur die teilnehmenden Blogs und üblichen Gewinnspiel-Suchtis)
Eine aktuelle Übersicht hat Nerds gegen Stephan auf seinem Blog veröffentlicht, bei der er Blogger, Leser und Autoren anlässlich der LBM18 zu ihrer Haltung zu Blogtouren befragt hat (weiterlesen)

Themen für Blogtouren

Themen gibt es reichlich, aber es zeigt sich, dass – auch wenn die fehlende Kreativität bei der Themenwahl oft beklagt wird – bestimmte Beiträge sich eben doch bewährt haben:

  • Buchvorstellungen
  • Autoreninterviews
  • Rezensionen
  • Set-Vorstellungen
  • Protagonisten-Vorstellung/Interview
  • Ergänzende Beiträge zu Themenschwerpunkten des Buchs

Meist sind 5 Blogbeiträge im Rahmen einer Blogtour eine gute Mischung. Die Leser haben Zeit, von der Blogtour zu erfahren und nachzulesen, aber es ist kurz genug, um nicht an Reiz zu verlieren.

Blogs für die Blogtour

Wie gut eine Blogtour ist, hängt stark von den Blogs ab, die teilnehmen. Dabei ist Reichweite nicht alles. Es muss einfach passen. Ein kleiner Blog, der genau das Spezialthema bedient, kann mehr bringen, also ein großer, breit streuender Blog. Es gibt zahlreiche Literatur-Media-Agenturen, die einem bei der Suche geeigneter Blogs helfen. Sie wissen, welcher Blogger zum Buch, zum Autor und auch zum Thema passt. Welcher Blogger passt von der Schreibe her, hat die erforderliche Zuverlässigkeit und Zeit für den gewünschten Termin.

Erfolgreiche Blogtouren

Es gibt verschiedene Indikatoren für eine gute Blogtour. Wie erfolgreich sie ist, hängt natürlich auch davon ab, was man sich von der Blogtour erwartet (allgemein Bekanntheit, Buchverkäufe, Kontakte in die Blogszene).

  • Kommentare zu den Beiträgen
  • Amazon-Verkäufe nach Blogbeiträgen
  • Freundschaftsanfragen/neue Follower
  • Google Alerts

Grundsätzlich gilt, dass eine Blogtour vorrangig Sichtbarkeit und Reichweitenpflege bringt, weniger aber enorme Verkaufsschübe.

Sichtbarkeit

Eine Blogtour sorgt zunächst für Sichtbarkeit. Sehen und gesehen werden lautet die Devise. Geteilt im Social Media durch die Blogger und den Autor selbst, bildet sich eine Spirale.  Man sollte für gute Ergebnisse auf die Blogtour und das damit verbundene Gewinnspiel rechtzeitig auf den Social Media-Kanälen hinweisen und ggf. auch eine Facebook-Veranstaltung erstellen und bewerben. Speziell Romance und Young Adult-Romane werden von einem internetaffinen Publikum nachgefragt und erzielen bei Blogtouren meist mehr Interaktionen. Etwa sechs Wochen vor der Veröffentlichung ist eine gute Zeit für die Ansprache von Bloggern. Die Woche vor und nach der Veröffentlichung erzielt für ein neues Buch gute Reichweiten. Virales Marketing wird hier durch Mundpropaganda ergänzt.

Nachhaltigkeit

Eine gute Blogtour ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Blogbeiträge werden meist von Suchmaschinen auch lange nach Veröffentlichung noch gefunden und bei den richtigen Schlagworten gezeigt. Auch ein künftiger Leser kann so auf das Buch aufmerksam gemacht werden. Oder auch auf den Autor – und seine weiteren Bücher.

Bonuswissen: Alternativen zur Blogtour (“Klugscheißmodus”)

Für alle, die Blogtouren langweilig und wenig effizient finden, haben wir uns nach Alternativen umgesehen:
  • Blogparaden
    Der Erste gibt auf seinem Blog ein Thema vor und ruft andere zum Mitmachen, meist innerhalb einer bestimmten Laufzeit und mit einem vorgegebenen Hashtag auf. Jeder Blogger, der zu dem Thema etwas beitragen möchte, kann dann dazu auf seinem eigenen Blog etwas schreiben. Dabei bezieht er sich in seinem Artikel auf die Blogparade und verlinkt den Aufruf-Post. Durch einen Pingback – ein mit Veröffentlichung ausgesendetes Verlinkungssignal – erfährt auch der Initiator die weiteren Beiträge via Kommentarfunktion. So entsteht ein reger Leseverkehr auf den verlinkten Blogs. Der Initiator verlinkt alle Beiträge in seinem Aufruf, bewirbt sie im Normalfall während der Laufzeit über andere Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Pinterest und bringt idealerweise am Ende noch eine Zusammenfassung. Oft bringen auch die anderen Teilnahmer eine Übersicht über die Teilnehmer der Parade am Ende ihres Beitrags, was allen mehr Reichweite und neue Leser bringt.
    Wer mag, findet hier Tipps für das Veranstalten einer Blogparade.
  • Blog-Apport oder Blogstöckchen
    Hier nominiert der Initiator die ersten Teilnehmer. Er verfasst einen Blogpost, ein Interview mit mehreren Fragen etwa, und wirft dann das Blogstöckchen weiteren Bloggern zu, die wiederum andere nominieren und so fort. Eine deutlich kurzweiligere Form eines Kettenbriefs als das Original.
  • Blog-Blitz
    Bei einem Blog-Blitz verabreden sich möglichst viele Seitenbetreiber dazu, den selben Beitrag zur selben Zeit zu posten. Diese Art digitaler Flash-Mob sorgt dann kurzfristig speziell in den Social Media für große Sichtbarkeit.
  • Themen-Touren
    Anders als bei der klassischen Blogtour wird hier nun nicht ein konkretes Buch vorgestellt, sondern ein bestimmtes Thema – z.B. die erste Liebe – das dann auf verschiedenen Blogs am Beispiel verschiedener, thematisch passender, Bücher vorgestellt wird.

 

 

 

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