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Zu Besuch bei: Jenny Völker (Jurorin Fantasy 2022)

Wir sind sehr stolz, dass wir auch in diesem Jahr für den Skoutz-Award wieder eine hochkarätige Jury versammeln konnten, die uns kompetent und mit viel Leidenschaft für gute Geschichten auf dem langen Weg bis zum Finale begleiten wird. Einer dieser Menschen ist Jenny Völker, die es letztes Jahr nicht nur auf die Skoutz-Midlist, sondern auch ins Finale des Kindle-Storytellers geschafft hat.

Über ihre Zusage habe ich mich sehr gefreut, und zwar auch, weil ich unser Gespräch letztes Jahr in so guter Erinnerung behalten habe, dass ich mich auf die Neuauflage jetzt schon freue.

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Zu Besuch bei Jenny Völker, für die Schreiben eine Naturgewalt ist

Portrait Jenny Völker - Autor

Hallo Jenny, ich freue mich ja sehr, dass wir dieses Jahr zusammen in der Skoutz-Jury sitzen und daher ungeachtet aller Widrigkeiten überall auf jeden Fall ein bisschen mehr miteinander zu tun haben werden. Das beginnt ja schon einmal mit diesem Besuch hier.

Ich würde mich gern ein bisschen mit dir über dich und dein Autorendasein unterhalten, bevor wir dich als Jury-Mitglied vorstellen. Vielleicht kennen dich ja noch nicht alle Skoutze oder möchten noch mehr von dir erfahren.

Los geht’s:

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Wenn du ein Tier wärst, wärst du ein …?

Ich wäre ein Delfin.

Und warum?

Die sind schnell, freundlich, gewitzt und hilfsbereit. Außerdem scheinen sie jede Menge Spaß zu haben – und sie kommen in nicht wenigen magischen Geschichten vor. Wer weiß, ob ihnen nicht ein Körnchen Magie im Herzen liegt?

Das herauszufinden, wäre doch eine wunderbare Buchidee. Magst du das nicht auf deinen SuM packen? Den berüchtigten Stapel ungeschriebener Manuskripte? Aber wenn wir hier schon mit positiven Eigenschaften und guten Vorsätzen beginnen, kommen wir gleich zur nächsten Frage …

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Womit kann man dich im Alltag glücklich machen?

Mit leckerem Essen.

Ja? Da haben wir gemeinsam. Damit kann mir auch einen wirklich miesen Tag noch retten. Und sonst so?

Mit einem (abenteuerlichen) Ausflug, Kinderlachen, Gesprächen mit Freunden. Es gibt so viele Kleinigkeiten oder Alltägliches, das besonders ist.

Da hast du Recht. Mir ist letztens aufgefallen, dass alle Momente, wo ich so richtig herzüberlaufend glücklich und mit der Welt zufrieden war, gar nicht die großen gehypten Momente waren, sondern meist eigentlich ganz banale Sachen. Die Magie liegt im Kleinen. Darum mag ich deine Bücher auch so, die vermitteln zwischen den Zeilen dieses Gefühl.

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Wir alle haben Wünsche, für uns, für die Welt. Was sind deine und was tust du dafür?

Meine Wünsche sind es, weiterhin mit dem Schreiben viele Menschen zu erreichen und ihnen Hoffnung zu schenken – ob es die Hoffnung auf ein magisches Wunder oder eine günstige Wendung ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, meine Leser werden oder bleiben optimistisch und ich kann ihnen Mut machen und ein Lächeln schenken.

Ich hab es gerade ja schon gesagt, das klappt bei dir ja wunderbar. Ich hoffe, du bleibst noch gaaaaanz lange bei diesem wunderbaren Vorhaben.

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Welches Buch hat dich am meisten geprägt?

Die letzte Zauberin. An den Namen der Autorin kann ich mich nicht erinnern, aber es war das erste dicke Fantasybuch, das ich gelesen habe.

Bei mir war das mit Lewis‘ Narnia-Büchern ein Klassiker. Meinst du vielleicht die Bücher um Gabria und ihr Zauber-Pferd von Mary Herbert? Das wäre ziemlich dick und andere Zauberinnen fallen mir gerade nicht ein.

Was hat dich daran so verzaubert?

Mit diesem Roman hat sich mir endgültig die Welt der Magie und der Bücher selbst entfaltet.

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Bleiben wir noch kurz beim Buchregal. Welcher Klassiker liegt allen Vorsätzen zum Trotz immer noch auf deinem SuB?  Und welches Buch ist hätte deiner Meinung nach deutlich mehr Leser verdient und warum?

Ich halte nicht viel von Vorsätzen, die in Zwänge münden. Und gerade Lesen ist für mich etwas, das mir etwas geben soll, insbesondere Entspannung.

Na, dann lass mich die Frage anders stellen. Welche Klassiker warten auf ein Lese-Date mit Jenny Völker, weil es bisher noch nicht gepasst hat?

Ich liebe Klassiker, aber nicht alle sind meiner Meinung nach lesenswert.

Unbestritten. Bei einigen frage ich mich sogar ernsthaft, wie die zum Klassiker werden konnten.  Wie gehst du denn dann mit den ehrwürdigen Titeln um?

Wenn ich Lust auf einen habe, lese ich ihn, wenn er mich hingegen auf den ersten Seiten nicht überzeugt, lege ich ihn beiseite und lese ihn nur weiter, wenn ich doch noch Mal Lust darauf bekomme.

Das ist eine sehr schlaue Einstellung. Ich habe mir auch abgewöhnt, Bücher aus Prinzip zu Ende zu lesen. Wie gehst du dann mit deinem SuB um?

Ich habe keinen SuB, da ich lese, worauf ich spontan Lust habe. Die Bücher, die ich noch lesen will, behalte ich im Hinterkopf. Deshalb lese ich manche Bestseller auch erst Jahre später 😉

Das ist spannend, dass du SuB so interpretierst, als wäre das eine vorgegebene Leseterminliste, in der sich die Bücher brav anstellen. In meiner Vorstellung ist das einfach eine Liste, wie die, die du im Kopf hast, mit Titeln die noch ungelesen im Regal stehen, oder eben als lesenswert vermerkt sind. Seit ich den Skoutz-Award betreue, ist meine Liste wirklich furchtbar lang geworden. Ich bin einfach zu neugierig. Da lässt sich jahrelanges Warten gar nicht vermeiden.

Aber bevor wir jetzt zulange übers Lesen philosophieren, lass uns mal deine Schreiberei betrachten:

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Themen finden ist oft einfacher, als aus den vielen Ideen die richtige Auswahl zu treffen. Wie entscheidest du, welches Projekt du als nächstes verwirklichst?

Es ist wie beim Lesen.

Ja?

Die Geschichte, die sich in meinem Kopf breit macht, sobald ich für eine neue Welt bereit bin, die schreibe ich. Wenn ich einen neuen Roman entwickle und mich monatelang mit ihm befasse, muss ich Lust darauf haben. Ich schreibe, was mein Herz mir vorgibt, wonach mir ist. Diesen Luxus konnte ich mir zumindest bislang erhalten, da ich Reihen immer sofort hintereinander weg schreibe.

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Wo stehst du beim Schreiben einer Szene? Bist du eher der aufmerksame Beobachter und Dirigent oder mittendrin in allen Höhen und Tiefen mit Blut, Schweiß und Tränen?

Ich bin mittendrin – und ich liebe es. Deshalb passiert es nicht selten, wenn mich jemand beim Schreiben anspricht, dass es eine Weile dauert, bis ich antworte. Ich muss mich dann häufig wie aus einem Traum emporkämpfen, Schicht für Schicht durch die Welten dringen, bis ich wieder in unserer ankomme.

Das kenne ich. Der Weg zurück dauert einfach manchmal ein bisschen. Wir sollten uns ein Schild auf den Schreibtisch stellen: 

„Ich bin nicht unhöflich, sondern fortgeträumt.

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Welche Szenen fallen dir beim Schreiben am schwersten und wie meisterst du sie trotzdem?

Die Szenen nach dem Anfang. Oder sagen wir das zweite Viertel. In dem Abschnitt schreibe ich immer am langsamsten.

Interessant. Und warum?

Weil ich noch nicht so viel über die Geschichte, die Figuren, die Verwicklungen weiß.

Ah, dann bist du eher nicht so der detailverliebte Vorabplotter. 🙂 Und wie geht es dann weiter?

Je weiter die Story fortgeschritten ist, desto leichter wird es. Dabei ist es unerheblich, welche Art von Szene ich schreiben muss. Es kommt mir immer vor wie ein Schneeball, der am Anfang noch ganz klein ist und den ich über einen Berg rollen muss. Je höher ich komme, desto größer wird er, bis ich auf dem Gipfel endlich alles überblicke und den großen Ball nur noch auf der anderen Seite herunterrollen lassen muss.

Das ist ein schönes Bild, das mag ich. Jenny Völkers Geschichten als Naturgewalt. 🙂

Ich glaube zwar, dass ich die Antwort auf die nächste Frage schon kenne, aber ich stelle sie mal trotzdem:

 

Was ist dir beim Schreiben deiner Geschichten am wichtigsten, worauf achtest du besonders?

Ich möchte mich wohlfühlen, denn nur dann kann das auch der Leser. Alles muss klar verständlich und der rote Faden immer in Sichtweite sein.

Bingo.

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Es heißt, jeder Künstler muss auch ein bisschen wahnsinnig sein. Was ist dein Schuss „Wahnsinn“?

Ich bin doch nicht wahnsinnig!

Nein?

Ich bin einfach jemand, der sich Geschichten ausdenkt, sie zu Papier bringt und damit sein Geld verdient. Klingt doch total bodenständig 😉

Totaaaaaaaaal.

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Beschreibe dein aktuelles Buch in 3 Sätzen

Wenn die antiken Götter spielen, ist es besser, im Windschatten ihrer Aufmerksamkeit zu bleiben. Elli gelingt das leider nicht. Durch ihre Arbeit als Archäologin gerät sie zwischen die Fronten, wodurch mehr Staub aufgewirbelt wird, als sie es je für möglich gehalten hätte.

Ich glaube, ich gebe meinen nächsten Klappentext bei dir in Auftrag.

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Was würdest du noch gerne lernen und wozu?

Viele, viele Sprachen, denn ich finde es wunderbar, auf Reisen ohne Barriere mich mit jedermann unterhalten zu können. Und Klavier, denn keine Musik ist magischer.

Du willst Klavier spielen lernen?

Oh ja! Ich stelle es mir schön vor, mich bei einer Pause vom Schreiben an die Tasten zu setzen und in den Melodien zu verlieren – bis die Muse unerwartet von hinten zuschlägt und ich voller neuer Ideen zum Schreibtisch stürze.

Hinterrücks zuschlagende Musen? Lass uns doch nochmal über Wahnsinn und Normalität sprechen.

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Welcher Moment im Leben hat dich besonders geprägt?

Die Geburt meiner Kinder, denn nichts anderes ist an Magie und Liebe zu übertreffen.

Oh, das glaube ich sofort. 

 

Was sollen deine letzten Worte sein?

Möge die Magie immer mit euch sein.

Ach ja …

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Und mit welchen Worten soll dieses Interview enden?

Mit Hoffnung, Wunderglaube, Magie und Herzlichkeit, denn nichts brauchen wir meiner Meinung nach mehr.

Liebe Jenny, meine Vorfreude auf dieses Interview war völlig berechtigt. Vielen Dank.

 

 Interview Jenny VölkerHier gibt es noch mehr von Jenny Völker:

Zuerst Jennys Midlist Fantasy 2022

Zudem hat Kay letztes Jahr Jenny schon einmal als Kandidatin des Skoutz-Awards besucht und mit ihr sehr angeregt über Figuren auf der Besetzungscouch, Horror für Märchentanten und über Bücher geplaudert (Weiterlesen).

 

Jenny und der Fantasy-Skoutz 2022

Natürlich interessiert uns auch, wie Jenny Völker mit der Herausforderung umgeht, in diesem Jahr die wieder sehr vielfältig und opulent bestückte Kategorie Fantasy des Skoutz-Awards von der Longlist bis ins Finale zu begleiten. Seht selbst:

Was hat dich bewogen, den Jury-Job zu machen? (Vielen Dank dafür!)

Ich finde es spannend, dadurch auf neue Bücher zu stoßen, dir mir andernfalls (vielleicht) nicht aufgefallen wären, und jedem eine Chance geben zu können, dessen Geschichte mich anspricht.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Es muss mich von der ersten Seite an abholen. Formalitäten sind mir auch sehr wichtig, aber ich sehe über den ein oder anderen Vertipper gerne hinweg, wenn mich die Story überzeugt, sie mich packt und nicht mehr loslässt, sodass ich weiter lese, als ich es eigentlich geplant habe.

Das ist in der Tat der beste Lesekompass von allen.

Worauf achtest du bei deiner Auswahl besonders?

Ich berücksichtige alles, äußerliche Formalitäten wie Cover, KT, Titel und Rechtschreibung wie Buchsatz, sowie natürlich die Geschichte selbst – wobei die für mich den größten Prozentsatz der Gesamtnote ausmacht.

So soll es sein. Am Ende darf das Leserherz entscheiden. 

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Skoutz-Lesetipp:

Götterflüstern I - Jenny VölkerGötterflüstern I: Gefundene Liebe – Göttliche Romantasy von Jenny Völker

FantasyStell dir vor, die Götter spielen ein Spiel und du gerätst zwischen die Fronten.

Elli ist Archäologin und gräbt wie jeden Sommer in Delphi aus. Im Zuge dessen findet sie eine kleine Statue der griechischen Göttin Athena, die sich seltsam leicht anfühlt. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse. Ein geheimnisvoller Gutachter taucht auf, der eigene Interessen zu verfolgen scheint, seltsame Stimmen sind zu hören und plötzlich steckt Elli mitten in einem unerklärlichen Abenteuer.
Kann sie dem fremden Mann trauen? Wo ist sie hineingeraten? Und was haben die griechischen Götter damit zu tun?

Skoutz meint: In Elli konnte ich sehr viel von mir wiedererkennen und daher habe ich  bei ihren Abenteuern sehr mitgefiebert. Auch, weil ich die griechische Mythologie genauso liebe wie die Ägäis selbst. Wer sich für ein paar spannende Stunden in eine Welt traumlesen möchte, deren Probleme garantiert lösbar sind, ist bei Jenny Völker immer richtig. Aber bei diesem Buch hielt für mich zumindest das Lächeln noch etwas länger an. Ich freue mich auf die Fortsetzung. (kn)

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