Marzahn, mon Amour – von Katja Oskamp

In “Marzahn, mon Amour – Geschichten einer Fußpflegerin”, das im Juli 2019 bei Hanser erschienen ist, erzählt uns Katja Oskamp spannende Geschichten aus den Leben der Menschen in Berlin-Marzahn. Welche Anekdoten und Schicksale hinter den Türen und Gardinen eines Plattenbaus so zu finden sind, erleben wir auf den 144 Seiten dieser ungewöhnlichen Erzählung.

Katja Oskamps Liebeserklärung an den Stadtteil und die Menschen von Marzahn hat unserer Contemporary-Expertin Kay Noa so gut gefallen, dass sie “Marzahn, mon Amour” aus über 200 Titeln der Contemporary-Longlist  direkt auf die Midlist gewählt hat. Damit ist sie eine der Anwärterinnen auf den Skoutz-Award 2020 in der Kategorie Contemporary.

 

“Marzahn, mon Amour” – ein bewegendes Porträt der Menschen, die in einem sozialen Brennpunkt leben

Ein biografischer Roman, der geschickt zwischen Tragödie und Komödie pendelt, keine Tragikomödie wird, aber das oft bemühte Bild von der emotionalen Achterbahn in seinen extremen auslotet. Es ist ein Buch über den Menschen an sich. Unfassbar facettenstark und sehr bewegend.

Seht selbst:

Um was geht’s in Marzahn, mon Amour?

Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen.

Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört – Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze.

Geschichten voller Menschlichkeit und Witz, Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füßen her betrachtet.

 

Wie fanden wir “Marzahn, mon Amour”?

Man begegnet täglich so vielen Menschen. Besonders in dicht bewohnten Plattenbausiedlungen wie denen in Marzahn, und dennoch nimmt man sich selten die Zeit, sie kennenzulernen oder ihnen zuzuhören. Welch wundervolle, tragische oder auch beeindruckende Geschichten man dabei entdecken könnte, zeigt Katja Oskamp in diesem Buch.

Sie porträtiert nicht nur, sondern ermöglicht den Lesern auch einen Einblick in die Geschichte der DDR und die Umbrüche die mit der Maueröffnung einhergingen – und was sie mit den Menschen anstellten.

Skoutz-Jurorin Kay Noa meint: Ich gebe zu, dass mir Marzahn erst von Cindy vorgestellt wurde. In einem Münchner Vorort ist man von dieser Welt so weit entfernt, dass das Buch für mich schon fast Science Fiction ist – aus einer anderen Galaxie. Umso beeindruckender, wie Katja Oskamp mich abholen konnte und dorthin enführen. Wie sie den Alltagsschmodder ungeschönt schildert, und das Elend so lakonisch, dass man gar nicht lachen mag, obwohl die Szenen komisch sind. Aber sie erzählt eben auch, dass es auch dort Herzlichkeit und Treue gibt und all die Dinge, nach denen wir uns auch andernorts sehnen. Ein Buch, das ein Plädoyer für Menschlichkeit und für den Menschen ist. Chapeau! 

 

Wem verdanken wir “Marzahn, mon Amour”?

Katja Oskamp, geboren 1970 in Leipzig, ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft arbeitete sie als Dramaturgin am Volkstheater Rostock und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bisher wurden von ihr der Erzählungsband Halbschwimmer und die Romane Die Staubfängerin und Hellersdorfer Perle veröffentlicht.

Wir hoffen, dass wir bald einen Termin bei dieser faszinierenden Frau bekommen und mehr über sie, Marzahn und Pediküre erfahren dürfen.

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