zu Besuch bei Tina Alba

Heute bin ich im schönen Norden zu Besuch bei Tina Alba. Ich bin schon ziemlich neugierig auf die vielseitige Autorin, die neben dem Schreiben als Biologin arbeitet, denn sie begeistert ihre Leser nicht nur mit  faszinierenden Fantasy-Geschichten, sondern auch mit prickelnder Gay-Romance. Mal sehen, was für Geheimnisse ich ihr während unserem Gespräch entlocken kann …

 

zu Besuch bei Tina Alba, in deren Schublade Roman-Ideen schlummern …

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Chaotisch

Da bin ich neugierig, wie sich das bei dir so äußert 🙂

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

Ich bin so ein Mischding aus Bauchschreiber und Grobplotter.

Was heißt das genau?

Ich weiß, wo ich hin will, aber meist nicht, wie ich hinkomme, das ergibt sich meist erst während des Schreibprozesses.

Du lässt dich im kreativen Fluss treiben … 

Ich schreibe ohne aufwändiges Autorenprogramm, kein Papyrus und kein Scrivener, einfach nur Word, und alles, was ich an Notizen so brauche, kommt in mein „grünes Buch“, ein Paperblank-Notizbuch, das mir als Plotbunny-Aufbewahrungsstelle und Ideensammlung dient.

Plotbunny-Aufbewahrungsstelle *lach* Da geht direkt das Kopfkino an. Doch zurück zur Frage … Bist du Einzelkämpfer oder magst du den Austausch mit anderen?

Während ich schreibe, rede ich oft mit Autorenfreunden und Betalesern über das laufende Projekt und hole mir dabei weitere Anregungen und Ideen.

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Das „E“, warum auch immer.

Vielleicht weil die relative Häufigkeit des Buchstabens E in deutschen Texten bei 17,40% liegt, gefolgt vom N mit 9, 78% … Ich wollte auch mal mit meinem Wissen glänzen 🙂 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Ruhig und gemütlich zuhause, mit viel Schreibzeit und einem dauer-anwesenden Physiotherapeuten, der mir alle zwei Stunden den Nacken durchknetet.

*träum* Den würde ich mir direkt ausleihen, wenn du ihn nicht brauchst, also sinnvolle Zwischenzeitverwertung 😉

Perfekt wäre es, wenn dazu noch jemand endlich Kuchen und Schokolade erfinden würde, die nicht dick machen. 🙂

Das könnte die Fee dann doch machen 🙂 Wenn sie schon mal da ist … Was fehlt sonst noch?

Und Tee. Ganz viel Tee.

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Gar nichts. 🙂

Das kam ziemlich schnell und bestimmt, also hake ich nicht weiter nach 🙂

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Mit einer ganz bestimmten Autorenfreundin zu telefonieren und den Plotknoten im Gespräch aufzulösen.

Wenn noch was von den nicht-dickmachenden Süßigkeiten übrig wäre, könntest du das mal bei der Muse probieren. Hab schon öfter gehört, sie ließe sich so anlocken. Aber wenn die Telefonate genauso helfen, könntest du die ganze Schokolade alleine genießen 😉

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Beim Schreiben kommt es immer darauf an, wie schnell ich mit einem Buch fertigwerde – das kann in einem Monat passieren oder sich über ein Jahr oder mehrere hinziehen. Wenn ich ein Manuskript als fertig ansehe, geht es erst mal zu Betalesern, danach überarbeite ich es noch einmal, bevor ich es selbst veröffentliche oder mich damit bei einem Verlag bewerbe.

Und wie läuft das mit den Covern bei dir? Machst du die selbst?

Wenn ich selbst veröffentliche, lasse ich mir meine Cover von „Cover für dich“ (www.cover-fuer-dich.de) machen, denn ich behaupte zwar, schreiben zu können, aber mit Grafikprogrammen kann ich nicht umgehen, das überlasse ich lieber denen, die es können, damit das Ergebnis am Ende auch gut aussieht.

Wie wichtig ist dir das Cover bei deinen Büchern?

Ein professionelles Cover ist mir beim Selbstverlag sehr wichtig. Wenn ich mit Verlagen zusammenarbeite, kümmern die sich um die Cover, und da ich nur mit Kleinverlagen zusammenarbeite, habe ich da auch meist Mitspracherecht, wenn es um die Cover geht. Das finde ich wichtig.

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Ich gebe zu, mein innerer Lektor ist immer irgendwo da, auch wenn ich es oft schaffe, ihn zum Schweigen zu bringen und mich in Ruhe lesen zu lassen. Ich merke aber schon, das ich viel kritischer lese, seit ich selber schreibe und auch schon einige Lektorate am eigenen Leib erfahren habe.

Ich stell mir gerade vor, wie du liest und der kleine Lektor bei dir auf der Schulter sitzt und mit ins Buch linst 🙂 In welchen Fällen kannst du ihn dann aber doch nicht zum Schweigen bringen oder anders gesagt, was stört deinen Lesegenuss?

Dinge, die mich extrem stören, sind schlechte oder gar keine Recherche, schlechte Rechtschreibung und Grammatik, und wenn ich mich mit dem Erzählstil nicht anfreunden kann. Ich lege inzwischen auch schon mal ein Buch weg, wenn ich mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden kann. Für Bücher, die mich nicht packen, ist mir meine spärliche Lesezeit einfach zu schade.

Es gibt einfach zu viele gute Bücher für viel zu weinig Lesezeit *seufz*

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Wenn ich mir vornehme, zu schreiben, und es dann doch nicht tue und es immer wieder vor mir herschiebe, dann ist es meistens die Geschichte selbst, die mich „abhält“.

Ziemlich diszipliniert für einen selbsternannten Chaoten 🙂 Wie genau hält dich die Geschichte ab?

Meist ist dann irgendwo ein Logikloch, das ich zwar irgendwie fühle, aber noch nicht zu packen bekommen habe, oder eine Plotlücke, von der ich noch nicht weiß, wie ich sie füllen soll.

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am Liebsten?

Zeichnen, Musik machen oder laufen.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Auch auf die Gefahr hin, jetzt fürchterlich langweilig zu klingen, aber da gibt es keinen.

Langweilig würde ich anders definieren 🙂 Aber gibt es wirklich nicht mal die kleinsten Reibereien?

Natürlich haben sie alle ihre Ecken und Kanten, aber das wollte ich ja so, und darum komme ich auch gut damit zurecht. Hin und wieder sind die Ecken und Kanten ein bisschen nervig, klar, aber schwierig …? Nö.

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Meistens schreibe ich intensiv an einem Projekt und züchte im Hintergrund Ideen für das nächste und überarbeite vielleicht nebenher noch ein anderes.

… und schiebst diese in die Plotbunny-Aufbewahrungsstelle 🙂 Ach, ich liebe dieses Wort … Aber zurück zu deinen Büchern. Dieses Projekt, das du erwähnt hast, auf das du dich dann intensiv konzentrierst, wie viel Zeit investierst du in welche Schritte?

Die Rohfassung eines Kurzromans von um die 150 Seiten schaffe ich, wenn es gut läuft, in einem Monat, dann brauche ich noch einen für Betaarbeit und Überarbeitung. Im NaNoWriMo-Rausch habe ich auch schon längere Romane in einem Monat fertigbekommen.

Wow, das nenne ich wahrlich einen Schreibrausch …

Manchmal brauchen Projekte aber auch mehrere Monate oder vielleicht auch Jahre. Aktuell habe ich vier angefangene Romane in der Schublade liegen. Einen davon werde ich als Fortsetzungsroman umarbeiten und im Selfpublishing veröffentlichen. Bei den anderen muss ich mal gucken. Entweder SP oder Kleinverlag.

Da dürfen wir wohl gespannt sein 🙂

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Was mich wirklich sehr mitgenommen hat, war die Szene in „Roms Katzen“, in der ich den Vater der Protagonistin nach einem Kampf sterben lasse.

Ohhh, das ist immer sehr traurig …

Die Szene ist für die Entwicklung der Heldin extrem wichtig, aber da ich mich generell damit schwertue, Figuren abtreten zu lassen, selbst wenn es passt und wichtig ist, habe ich an der Stelle wirklich heulend vor dem Rechner gesessen.

 

 

Wie definierst du Erfolg?

Natürlich freue ich mich, wenn mein Buch im Amazonranking weit oben ist oder es für Preise nominiert wird.

Das klingt nach einem aber …

Aber was mich am meisten freut, ist, wenn mir LeserInnen sagen, dass meine Geschichten sie berührt haben, zum Lachen brachten oder ihnen auf irgend eine Weise ein bisschen Freude ins Leben gebracht haben.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

„Wärst du gern finanziell so unabhängig und abgesichert, dass du das Schreiben zu deinem „Hauptberuf machen könntest?“

Ich wünsche dir von Herzen, dass du das bald mit Ja beanworten kannst. Liebe Tina, tausend Dank, dass du dich mit mir getroffen hast. Es war ein wirklich interessantes Gespräch und ich werde sicher immer wieder schmunzelnd an die Plotbunny-Abladestelle denken. Ich hoffe, dass wir uns irgendwann mal wieder treffen, vielleicht sogar schon in Frankfurt auf der Gala. Deinem Buch wünsche ich für den weiteren Wettbewerb ganz viel Erfolg.

 

Hier könnt ihr Tina Alba erreichen:

 

Skoutz-Lesetipp:

Fisch im Netz: Meeresträume I – fantasievolle Gay-Romance von Tina Alba

In Thalessia fühlt Sayain sich sicher, vor allem, seit er die Ruinenstadt mit Fallen gespickt hat. Weit weg von allen Menschen muss er nicht befürchten, dass sein Geheimnis ans Licht kommt : die Gabe, sich in einen gefährlichen Raubfisch verwandeln zu können.
Doch dann greifen Sklavenjäger die umliegenden Dörfer an. Sayain muss eine folgenschwere Entscheidung treffen. Er rettet den Sklaven Alvar aus den Händen der Jäger – und hat plötzlich, was er nie wieder haben wollte: Gesellschaft. Sayain ist hin-und hergerissen, denn ein Blick in die sturmgrauen Augen des Geretteten genügt, um ein lange vergessenes Feuer in ihm zu entfachen. Doch Sayain kann und will nicht zulassen, dass Alvar sein Herz berührt. Und noch weniger, dass der sanfte Seefahrer ihm sein Geheimnis entlockt.

Skoutz meint: Ein wundervoller Reihenauftakt, der seine Leser in den Bann zieht. Mit ihrem unglaublichen Gespür für Sprache hat man das Gefühl, die Szenen nicht nur vor dem inneren Auge zu sehen, sondern sie auch zu riechen, zu schmecken, ein Teil von ihr zu werden. Gefühlvoll, eindrücklich und prickelnd entführt uns Tina Alba in eine spannende Szenerie – unter und über Wasser. 

 

Ihr die prickelnde Gay-Romance selbst entdecken? Dann holt euch diesen Reihenauftakt entweder in einem der vielen Buchshops oder direkt über diesen Affiliate-Link. Und keine Angst, Teil zwei ist auch schon zu haben.

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz.net bewerten, damit  unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
Mit der Skoutz-Buchfieberkurve bewertet ihr mit fünf einfachen Klicks ein Buch anhand von fünf Kriterien statt fünf Sternen. Auf einen Blick seht ihr dann, wie das Buch wirklich ist. So schön kann Bücher suchen sein.

 

Hinweis:

“Roms Katzen” von Tina Alba ist ein 357 Seiten starker, im Mai 2017 im Verlag ohneohren erstveröffentlichter Tierfantasy-Roman. Er handelt von zwei Katzensippen im antiken Rom, die seit Jahrhunderten verfeindet sind, und nun, dank einer neuen Generation vor einer möglichen Wende stehen .

Tina Albas antikes Katzen-Abenteuer konnte unsere Skoutz Jurorin Jennifer Alice Jager überzeugen. Aus über 300 Titeln der Fantasy-Longlist konnte sie so einen der begehrten Midlist-Plätze und damit vielleicht die Chance auf den Skoutz Award 2018 ergattern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.