Interview Sebastian Fitzek

Zu Besuch bei Sebastian Fitzek

Auf das heutige Interview habe ich mich schon sehr gefreut, denn es ist nicht das erste Mal, dass ich Sebastian Fitzek treffen und ihmn Löcher in den Bauch fragen darf. Und so habe ich den lieben Skoutz-Kauz geschnappt und mich auf den Weg gemacht, um den ehemaligen Skoutz-Award-Gewinner zu treffen, der mit „Der Heimweg“ auch den Sprung von der Midlist Crime von Catherine Shepherd auf die Shortlist 2021 geschafft hat.  Mal sehen, was wir alles erleben werden. Wir sind schon sehr gespannt …

 

Martina zu Besuch bei Sebastian Fitzek, dessen Playlist einem die Nackenhaare aufstellt …

© Marcus Höhn

Lieber Sebastian, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mit mir ein wenig zu plaudern. Das letzte Mal ist nun schon eine Weile her und ich bin gespannt, was du alles zu erzählen hast. Daher lass uns am besten anfangen …

Welches ist die größte Herausforderung, der man sich als Autor stellen muss?

Eigentlich liegt die Herausforderung eher auf der Seite meines Umfelds …

Was heißt das genau?

Ich bin in der Zeit, in der ich schreibe, bin ich kaum ansprechbar. Oder reagiere erst bei der 5. Nachfrage.

Oh, also vollkommen konzentriert und fokussiert. 

Aber im Ernst, das Wichtigste ist, glaube ich, dass man nicht auf das Gefallen der Leser schielt, sondern eine Geschichte schreibt, die einem selbst gefällt. Wenn das auf Interesse stößt ist alles gut.

Deinem Erfolg nach zu urteilen, hat das bei dir bisher immer sehr gut geklappt 🙂

 

Hast du Lieblingsworte in deinen Skripten, die vom Lektorat regelmäßig angestrichen werden?

Meine beiden großartigen Lektorinnen würden nie etwas streichen, sie fragen: Willst du das wirklich so sagen? Meinst du das?

Und?

Meistens haben sie recht und ich ändere das ab, was ihnen auffällt.

 

Was ist deine präferierte Erzählform?

Im fiktionalen Bereich die auktoriale, mein Sachbuch habe ich ja für meine Kinder geschrieben und spreche sie in der Ich-Form an.

 

Bist du im Team Adjektiv oder bevorzugst du eher einen „schnörkellosen“ Stil?

Nicht so neutral 😊

*grinst* Das lässt Raum für Spekulationen, aber ich hak jetzt nicht weiter nach, sondern stelle lieber die nächste Frage …

 

Hast du einen speziellen Trick, um aus deinen Figuren echte Persönlichkeiten zu machen?

Ich bin ein Weichei …

*schaut etwas irritiert, weil sie sich an das Herzrasen beim letzten Fitzek erinnert, sagt aber nichts*

… das heißt, dass ich auch sehr empathisch bin.

Inwieweit wirkt sich das auf deine Geschichten aus?

Ich kann mich gut in meine Figuren hineinversetzen.

Das ist sicher sehr praktisch.

Ja, irgendwann ist es dann aber so, und das habe ich früher nicht geglaubt, wenn Autorenkollegen es gesagt haben, dass sich die Figuren selbständig machen. Dann schaue ich nur noch bei dem zu, was ihnen passiert.

 

Welchen Fehler darf man beim Schreiben keinesfalls machen?

Glauben, dass der erste Entwurf der Beste wäre.

 

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Das ist ein Klassiker von Donna Tartt, „Die geheime Geschichte“.

Kenne ich gar nicht, muss ich mir aber mal anschauen.

 

Welche 3 Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?

Dinge?

Das war in der Tat ein wenig unglücklich ausgedrückt. Was ist dir am wichtigsten?

Mir sind am wichtigsten Menschen, meine Familie steht bei mir ganz oben. Und der Kontakt zu anderen, am liebsten persönlich. Deshalb freue ich mich auch so, dass es jetzt wieder losgeht, dass wir wieder Freunde treffen können, dass ich wieder eine Lesung halten darf.

 

Wenn du wählen könntest, wärst du lieber extrem intelligent oder gut im Umgang mit Menschen?

Ich halte es für extrem intelligent, gut mit Menschen umzugehen.

Da kann ich dir nur zustimmen.

 

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Das tue ich zurzeit fast jede Nacht für meinen Jüngsten.

Einer der besten, wenn nicht der beste Grund 🙂

 

Was ist deine größte Stärke?

Das kann man so oder so sehen, ich bin extrem ungeduldig. Ist das eine Stärke oder Schwäche?

Hmmm … gute Frage … wie du schon sagst, es birgt sicher Vor- und Nachteile 🙂

 

Wenn dein fünf-jähriges Selbst plötzlich deinen jetzigen Körper bewohnen würde, was wäre das Erste, das dein fünf-jähriges Selbst tun würde?

Meine Mutter bitten, mir eine Geschichte zu erzählen.

Eine wirklich schöne Antwort. Vielen Dank, lieber Sebastian Fitzek, dass du dir bei deinem vollen Terminkalender die Zeit genommen hast, mit uns zu plaudern und ich hoffe, wir haben bald wieder das Vergnügen. Deinem Roman wünschen wir für den weiteren Wettbewerb natürlich viel Erfolg und wer weiß, vielleicht zieht am Ende ein weiterer Skoutz-Award bei dir ein.

 

Mehr über Sebastian Fitzek und seine Bücher erfahrt ihr auf:

Ihr könnt ihm auch gerne eine Mail an fitzek [@] sebastianfitzek.de schreiben (er antwortet sicher, auch wenn es manchmal ein wenig länger dauert)

 

Skoutz-Lesetipp:

Auf Wunsch von Sebastian stellen wir hier nicht eines seiner Bücher vor, sondern eines, das ihm besonders am Herzen liegt:

Der Traumpalast: Im Bann der Bilder – Zeitreise in die Golden Twenties und die Anfänge der UFA von Peter Prange (erscheint am 13.10.21)

Berlin, Anfang der zwanziger Jahre: Ein neues Lebensgefühl bricht sich Bahn – Freiheit! Es ist die Vision von glanzvollen Stars, spektakulären Großfilmen und glitzernden Kinopalästen, die Tino, Bankier und Lebemann, an der gerade gegründeten Ufa begeistert. Er riskiert alles, um mit der deutschen Traumfabrik Hollywood Paroli zu bieten. Rahel will als Journalistin Wege gehen, die Frauen bisher verschlossen waren. Als die zwei einander begegnen, ahnen sie nicht, welche Wende ihr Leben dadurch nimmt. Denn bald stellt sich ihnen die alles entscheidende Frage: Wie weit darf Freiheit gehen? In der Politik, in der Kunst – und in der Liebe.

Sebastian Fitzek meint: Im Herbst erscheint das neue Buch meines Freundes Peter Prange „Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“. Es geht um die Geschichte der UFA Filmgesellschaft in den Goldenen 20ern, den Aufbruch der Menschen in dieser Zeit, die neue Freiheit. Darauf freu ich mich schon sehr.

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Mehr Info

Der Heimweg - Shortlist Crime 2021 Skoutz-AwardWer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen – eine Aussage, die einem einen Schauer über den Rücken jagt. Kein Wunder also, dass unsere Vorjahres-Siegerin Catherine Shepherd Sebastian Fitzeks Der Heimweg, im Oktober 2020 bei Droemer erschienen, aus über 350 Vorschlägen der Longlist Crime auf die Midlist Crime gewählt hat, von wo aus das Buch die Shortlist 2021 erreicht hat. Ob die Leser ihrer Wahl zustimmen, wird sich schon bald zeigen, aber mit  seinem bislang nervenaufreibendsten Psychothriller stehen die Chancen sicher recht gut.

Eine ausführliche Beschreibung und Einschätzung findet ihr natürlich in unserer ausführlichen Buchvorstellung. (Weiterlesen)

 

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Hinweis:

Wenn ihr die Bücher schon kennt, würdet ihr uns, dem Autor und allen lektüresuchenden Lesern einen großen Gefallen, wenn ihr das Buch in der Skoutz-Buchdatenbank mit einer  Skoutz-Buchfieberkurve bewerten würdet. 5 Klicks statt 5 Sterne. Einfacher lässt sich eine Rezension nicht schreiben, bequemer kann man sein nächstes Buch-Date nicht finden. Und so helft ihr, dass unsere Buchfindemaschine weiter wächst.

 

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