zu Besuch bei Salih Jamal

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Heute bin ich auf meiner Jury-Tour bei im schönen Düsseldorf bei Salih Jamal, unserem Experten für zeitgenössische Literatur. Der Skoutz-Award-Gewinner 2018 hat mich, trotz seines vollen Terminkalenders, wieder zu sich eingeladen. Mit einer Menge Fragen im Gepäck (und vielleicht auch ein paar Stückchen Kuchen) sitze ich nun auf seinem Sofa und bin gespannt, was er mir so alles verraten wird.

 

zu Besuch bei Salih Jamal, der mit seiner grünen Fee im skoutzigen Goldrausch schwebte …

 

In einem sieben Worten: Was bedeutet für dich „Schreiben“?

Schreiben ist das Heimweh nach sich selbst.

*Memo an mich: Fragestellung an Antwort anpassen*

Klingt sehr poetisch 🙂

 

 

Was ist der seltsamste Ort, an dem du je geschrieben hast?

An seltsamen Orten bin ich noch nicht zum Schreiben gekommen.

Schade eigentlich, denn ich könnte mir vorstellen, du hättest sicher einige spektakuläre Optionen bieten können.

Ne, leider nicht. Wobei der Innenhof vom Hotel Hermine in Paris: da fahre ich gern zum Schreiben hin.

 

 

Wie entstehen deine Geschichten?

Es muss ein Stück von mir selbst enthalten sein. Sonst könnte ich das gar nicht.

Macht Sinn 🙂

 

 

„Es wird immer weniger gelesen“ – Wie reagierst du auf diesen Satz?

Stimmt. Meine Buchverkäufe könnten besser sein.

🙂

 

 

Wie stehst du zu Schreibregeln, die bestimmen, was der 1. Satz auf keinen Fall enthalten darf, welche Worte man verwenden soll und welche zu vermeiden sind, wie lang ein Satz sein darf, etc.?

Bullshit.

Das lass ich jetzt einfach mal so stehen 🙂

 

 

Welches Buch hat dich am meisten geprägt und warum?

Ganz ehrlich?

Klar, sonst würde ich doch nicht fragen 🙂

Briefe an die grüne Fee.

Dein Debüt … Und warum genau der?

Denn damit haben sich Dinge verändert.

Inwiefern?

Na ja, der ganze Zirkus da draußen….

 

 

Wenn du für einen Tag in ein Buch reisen könntest, in welches würde es dich ziehen?

„Fear and Loathing in Las Vegas“ von Hunter S. Thompson

Mein Kopfkino spielt verrückt 🙂 Was würdest du dort alles anstellen?

Lassen wir das lieber mal so stehen, Martina. Aber eigentlich will ich in gar kein Buch. Allenfalls als weiteres Familienmitglied in John Irvins Hotel New Hampshire.

 

 

Bist du ein mutiger Mensch? Wann hast du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht und was war das?

Das versuche ich 1 x pro Woche.

Finde ich extrem spannend und vielleicht sollte ich mir das auch vornehmen. Was hast du letzte Woche gemacht?

Ich war beim Bingo. Dann habe ich versucht, meine Waschmaschine selbst zu reparieren.

Und?

Hat nicht geklappt.

 

 

Für welches Produkt würdest du als Testimonial Werbung machen? Warum?

Ich bin da genauso eine Nutte wie alle anderen auch.

Okay, daraus schließe ich, dass der Preis stimmen muss und du dann nicht wählerisch bist. Aber gibt es etwas, für das du voll gern Werbung machen würdest? Oder etwas, von dem du sagen würdest, nein, nicht im Leben?

Also, wenn ich super bekannt wäre, wie George oder Chuck oder Obama, dann würde ich versuchen, die Welt mit größeren Schritten zu verbessern. Und ja, mir würden sicher auch ein paar Dinge einfallen, für die ich auf gar keinen Fall mein Gesicht herhalten würde. Heckler & Koch, vielleicht?

 

 

Was machst du, wenn du eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen wärst?

Feinkost, Getränke,  Spielzeug. Genau in der Reihenfolge

Passt irgendwie *grins* Aber ich bin neugierig … Das Spielzeug … Was würdest du in der Spielzeugabteilung treiben?

Das weiß ich dann. Vielleicht würde ich mit Bällen rumwerfen oder vielleicht gibt es da Kettcars …

 

 

Was ist der erste Gedanke nach dem Aufstehen? Was machst du in der ersten Stunde nach dem Aufstehen?

Erster Gedanke: „Scheiß Morgenlatte.“

*errötet* Ähhhm … und sonst?

Dann mach ich Kaffee und rauch mir eine.

 

 

Welche Superkraft hättest du gerne?

Ich wär gern unsichtbar. Damit klappt der perfekte Bankraub.

Frag mich nicht, warum ich gerade an den frechen Klabautermann denken muss 🙂

Alternativ würde ich gern so schmalzig singen können wie Roy Orbison.

 

 

Welcher Irrtum kursiert über dich?

Das muss man die anderen fragen.

Na ja, aber andere sind grad nicht greifbar 🙂

Wenn ich wüsste womit die Leute irren, hätte ich längst einen Ashram gegründet.

Als Asketen kann ich mir dich schwer vorstellen, aber als Guru … 🙂

 

Was würdest du deinem 10 Jahre jüngeren Ich raten?

Versau es Dir nicht mit der Kleinen.

Guter Tipp, nur wärst du dann noch der, der du jetzt bist? 😉

Oder die Kleine? Wir wissen es nicht.

 

Bevor ich dir die letzte Frage für heute stelle, wüsste ich gern von dir: Was ist das besondere an der Gegenwart?

Das ist ja eher eine Frage des Geschmacks und es geht ja darum in die Geschichte einzutauchen. Manche machen das mit Historischen Themen, andere mit Horror und wieder andere mit Schnulzen.

Und für dich?

Da ich von all dem selbst nicht viel weiß, ist für mich die Gegenwartsliteratur die, die mir ganz persönlich am nächsten ist.

 

 

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Fresst kein Soylent Green. Sie verkaufen das als Biogemüse.

Ich werde daran denken 🙂 Vielen Dank, lieber Salih Jamal, dass du dir für mich Zeit genommen hast. Es war wieder einmal ein Fest mit dir zu plaudern und ich freu mich schon auf unser nächstes Treffen. Jetzt warte ich erst einmal gespannt auf die Verkündung der Midlist. Ich bin schon neugierig, wer alles ein Platz ergattern konnte.

 

 

Mehr über Salih Jamal und seine Werke erfahrt ihr:

auf seiner Autoren-Homepage 

und natürlich auf seiner Facebook-Fanpage.

Auf YouTube findet ihr auch noch ein spannendes Video von Salih Jamal zur Grünen Fee.

 

Skoutz-Lesetipp:

Orpheus – Eine Geschichte über Liebe, Tod und Musik von Salih Jamal

Eine Geschichte über Liebe, Tod und Musik. Erzählt von einem Verzweifelten auf seiner Suche, die ihn in einen Sog aus Geheimnis und Verrat führt. Nienke, eine junge Anwältin, findet eine Spur, die den alten Patriarchen Zeus in Verbindung mit einem längst zurückliegenden, grausamen Mord bringt. Ein seit damals vermisstes Kind ist der letzte noch fehlende Beweis. Dann verschwindet Nienke spurlos. Kann Orpheus sie wiederfinden?

Skoutz meint:Sein „Orpheus“ ist mehr als eine an die griechische Mythologie angelehnte Story. Seine Betrachtungen über das Band und die Fesseln der Familie, über Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit, über die Jugend und das Alter und nicht zuletzt über eine verrohende Gesellschaft treffen in ihrem Ton immer den Nerv. Salih schreibt in einer ganz eigenen Sprache – ob einfühlsam und poetisch, wütend und entfesselt, nachdenklich und leise oder anklagend und laut. 

 

Wer das Buch schon kennt, kann (und soll!) es auf Skoutz.net bewerten, damit unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
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