Roxann Hill

Zu Besuch bei Roxann Hill

Ich freue mich riesig, dass unsere ehemalige Jurorin und aktuelle Crime-Midlist-Kandidatin Roxann Hill die Zeit gefunden hat, mich und den Skoutz-Kauz im schönen Mittelfranken zu empfangen. Ich bin schon sehr gespannt, was sie uns alles zu erzählen hat, denn unser letztes Treffen liegt nun schon eine Weile zurück. Aber falls ihr neugierig seid, was sie mir damals alles verraten hat, könnt ihr das in unserem letzten Interview natürlich nachlesen. (Weiterlesen)

 

Zu Besuch bei Roxann Hill, die spontan über alles spricht …

So, aber bevor ich noch mehr erzähle, lass uns lieber einmal anfangen …

 

Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?

Unangepasst.

Eine sehr spannende Eigenschaft. Mal sehen, wie sich das äußert 🙂

 

Beruf oder Berufung – was macht dir an deinem Job als Autor am meisten Spaß?

Die Bücher zu schreiben, die ich gerne selbst lesen würde.

Ein interessanter Ansatz, somit wärst du deine eigene Zielgruppe. Aber zurück zur Frage, gibt es noch etwas?

Die Möglichkeit, mich in die Geschichten zu vertiefen und sie gemeinsam mit meinen Protagonisten zu gestalten. Beobachten zu können, wie meine Heldinnen und Helden anfangen zu leben und sich zu entwickeln, je weiter der jeweilige Roman fortschreitet.

 

Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht und wie lange hast du daran geschrieben?

Ich habe mein erstes Buch 2012 veröffentlicht.

Das ist schon eine Weile her. War das ein Kriminalroman?

Nein, der erste Band der Lilith-Saga, eine Fantasy-Thriller-Reihe. Lilith war allerdings nicht das erste Buch, das ich geschrieben habe, denn ich habe eigentlich schon immer geschrieben.

Und wie lange hast du an deiner ersten Veröffentlichung geschrieben?

Für den ersten Lilith-Band habe ich sicherlich drei Jahre gebraucht.

 

Wie läuft ein typischer Tag als Autor bei dir ab? Immer gleiche Routine oder musst du immer wieder improvisieren?

An sich habe ich keinen festen Tagesablauf.

Hat das einen speziellen Grund?

Zu viel Routine, zu viel Alltagstrott tötet die Kreativität. Allerdings schreibe ich so gut wie jeden Tag.

  

Das Jahr 2020 stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Wie sehr beeinflusst Corona deinen Schreiballtag? Was hat sich für dich als Autor durch die verschiedensten Maßnahmen geändert?

Irgendjemand hat neulich gesagt, dass sich für Autoren durch Corona nichts ändert. Sie haben vor Corona vor ihrem Laptop gesessen und getippt, und sitzen auch jetzt davor… 😊

Klingt irgendwie logisch 🙂 Aber nur weil etwas generell so ist, muss es ja nicht auch persönlich so sein. Wie sieht es in deinem speziellen Fall aus?

Corona hat kaum Einfluss auf meinen Schreiballtag. Ich hole mir ein Mineralwasser und einen Kaffee, fahre meinen Laptop hoch, und los geht’s.

So rein gar nichts?

Eins vielleicht, das hat aber nichts mit meinem Schreiballtag zu tun: Ich freue mich sehr für die Heldinnen und Helden meiner Bücher, dass sie sich mit Corona nicht auseinandersetzen müssen.

Die Glücklichen 😉

 

Kreativ oder doch eher regeltreu? Wie flexibel bist du beim Schreiben?

In Autorenforen liest man öfter mal Fragen, wie zum Beispiel: Wie lang müssen meine Kapitel sein? Ist die Ich-Perspektive besser oder soll ich eine andere wählen? Ist es gut, einen Prolog zu verfassen, oder verschandelt ein Prolog meinen Roman?, etc. etc.

Und was denkst du darüber?

Meiner Meinung nach funktioniert Schreiben nicht nach festen Regeln, sonst erhält man stereotype, konstruierte Bücher, die nicht wirklich leben.

Wie umgehst du das?

Jede Geschichte will auf ihre ganz individuelle Art erzählt werden. Meine Aufgabe als Autorin ist es, der jeweiligen Geschichte gerecht zu werden, und nicht, sie in irgendeine von wem auch immer vorab definierte Form zu pressen, die vielleicht gar nicht zu ihr passt.

 

Welches war dein erstes selbstgelesenes Buch? Und hast du es heute noch?

Das kann ich wirklich nicht beantworten.

Bei so einer Antwort werde ich natürlich neugierig und frage mich, warum?

Seitdem ich lesen kann, lese ich – und das sehr viel und querbeet. Ich habe nur wenige Kinderbücher gelesen, und die, die ich gelesen habe, haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Deshalb bin ich dann sehr schnell an den Bücherschrank meiner Eltern und habe alles verschlungen, was ich dort gefunden habe.

Liest du, jetzt da du selbst schreibst, auch noch so viel? Und welche Genre präferierst du privat?

Ich habe einen hohen Verschleiß an Büchern, wenn man das so ausdrücken möchte. Da ist alles dabei, sowohl Thriller als auch Urban Fantasy und ab und an mal eine Liebesgeschichte. Auch klassische Literatur hat bei mir ihren festen Platz.

Also sehr vielseitig …

 

Stell dir vor, du könntest eine beliebige Figur aus einem Buch zum Essen treffen. Wen würdest du treffen wollen (und warum) und über welche Themen würdet ihr sprechen?

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich das überhaupt wollen würde.

Kannst du mir das ein wenig ausführen?

Romane lassen bei jedem Leser andere Bilder im Kopf entstehen.

Gut, soweit kann ich folgen, aber was spräche nun dagegen eine besondere Buchfigur zu rtreffen?

Ich fürchte, die Gefahr wäre groß, enttäuscht zu werden, wenn der jeweilige Charakter leibhaftig vor mir stehen würde. Das ist so ähnlich wie bei Buchverfilmungen: So gut manche auch gemacht sind, reichen sie meiner Meinung nach nie völlig an die Romane heran.

 

Auf welche Frage hattest du in letzter Zeit keine Antwort und hast du sie finden können?

Diese Frage.

*lach*

Sie trägt einen Widerspruch in sich.

Jetzt bin ich schon wieder neugierig 🙂

Wenn ich die Antwort gefunden hätte, hätte ich sie ja.

Man merkt, dass du Ermittlerromane schreibst, du bist sehr spitzfindig 😉

 

Wie oft schaust du täglich auf dein Handy?

Sehr oft.

Das ist immer relativ. Warum hast du dein Telefon so häufig zur Hand?

Ich kommuniziere viel über mein Handy und nutze es auch, um zu recherchieren oder mir Notizen zu machen, wenn ich unterwegs bin.

  

Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?

Milch für meinen Kaffee. Und ganz viele Lebensmittel, ich habe Kinder im Haus, die sind ständig hungrig.

Oh, ja, das kenne ich sehr gut. Wobei meine noch recht klein sind …

 

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Für meine Familie und meine Freunde. Dafür, dass wir alle gesund sind und es uns gut geht. Und dafür, dass ich Schreiben kann und so viele wunderbare Leserinnen und Leser habe.

 

Zeitreisen – ein spannendes Mysterium. Bei welchem historischen Ereignis wärst du gern dabei gewesen und warum?

Bei der Mondlandung. Vor Ort.

Und da hast du keine Angst enttäuscht zu werden? Wobei, du sagst ja nicht, bei welcher 🙂 Ein wirklich schönes Ereignis …

Aber an sich würde ich mit einer Zeitmaschine lieber in die Zukunft reisen wollen. Das ist doch viel spannender. Die Vergangenheit ist bekannt, die Zukunft nicht.

 

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?

Da gibt es dieses Party-Spiel. Es nennt sich PowerPoint-Karaoke.

*lach* Ich hätte ehrlich gesagt mit vielem gerechnet, aber damit nicht. Aber jetzt, wo du es erwähnst, will ich natürlich gern wissen, wie das funktioniert.

Jemand aus der Gruppe wählt irgendeine PowerPoint-Präsentation aus dem Internet aus, ein anderer geht quasi „blind“ nach vorn, bekommt die Folien an die Wand geworfen und hält spontan einen Vortrag darüber – egal ob es sich um Astrophysik oder aber um das Einkochen von Marmelade handelt. Das ist irre komisch und macht sehr viel Spaß.

 Kann ich mir sehr gut vorstellen, ich glaube, das probiere ich auch mal aus – vielleicht sogar mit dem Skoutz-Kauz. Er wirkt gerade sehr interessiert. Aber zurück zu meinen Fragen …

 

Was würdest du rückwirkend ändern, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

Ich bin zufrieden.

Das ist der Idealfall, aber gibt es nicht einmal irgendeine Kleinigkeit?

Ich würde an meinem Leben nichts ändern wollen. Ich bereue nichts.

 

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Für mich persönlich, meine Familie und meine Freunde: Wie es Mr. Spock so schön formuliert hat: To live long and prosper.

Und für die Welt … wo soll ich da anfangen? Etwas mehr Verstand, mehr Miteinander statt Gegeneinander.

Mit diesen wundervollen Schlussworten verabschieden wir uns nun von dir. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns zu treffen und all unsere Fragen zu beantworten. Es war wie immer schön, dich zu sehen, und ich hoffe, wir können das bald mal wiederholen. Deinem Buch wünsche ich für den weiteren Wettbewerb viel Erfolg.

 

Mehr über Roxann Hill und ihre Bücher findet ihr auf:

 

Skoutz-Lesetipp: Mordfinsternis – packender Psychothriller von Roxann Hill und Paul Wagle

Niemand ist ohne Schuld.

Eine Mondfinsternis legt sich über Hamburg und taucht Häuser und Straßen in ein unwirkliches Licht. Im Nobelstadtteil Blankenese werden vier Männer im Souterrain einer Villa bestialisch ermordet. Nur die Enkelin des Eigentümers überlebt das blutige Massaker. Schwer traumatisiert und völlig apathisch wird die junge Frau inmitten der Toten sitzend aufgefunden. Sie kann sich an nichts mehr erinnern.
Oberstaatsanwalt Alex Gutenberg, der selbst mit privaten Herausforderungen zu kämpfen hat, bittet die LKA-Kriminalpsychologin Dr. Evelin Wolf um Unterstützung.
Als es Evelin gelingt, zu den verschütteten Erinnerungen der Zeugin Stück für Stück vorzudringen, beginnen sie und Alex nicht nur die Motive für das Massaker zu erahnen, sondern auch das unvorstellbare Ausmaß an Grausamkeit und Verderbtheit, das sich dahinter verbirgt.
Und Alex sieht sich unversehens mit seiner eigenen schuldbeladenen Vergangenheit konfrontiert …

Skoutz meint: Wir waren sehr gespannt auf diese Kooperation mit Paul Wagle und wurden nicht enttäuscht. Das neue Ermittler-Duo Wolf und Gutenberg zieht uns mit ihren jeweiligen Perspektiven, aus denen abwechselnd erzählt wird, in ihren Bann. Die beiden müssen einen überaus perfiden Mordfall lösen, der den Leser bis zum Ende bei Atem hält. Uns hat der Auftakt sehr gut gefallen und wir sind schon gespannt, mit welchen weiteren Fällen uns die beiden Autoren noch begeistern werden. Sehr lesenswert!

Falls wir euch wie geplant neugierig gemacht haben, könnt ihr über unseren Affiliate-Link auf Amazon* die Leseprobe anschauen oder das Buch kaufen.

 

Hinweis:

Spannung ist seit eh und je für sehr, sehr viele Leser der Impuls, ein Buch zu lesen. Ganz egal, ob es dabei um knallharte Agenten geht, um mystisch-gruselige Rätsel, schier unlösbare Aufgaben schrulliger Ermittler oder schräg-skurrile Mordfälle. Unsere Chef-Ermittlerin und Vorjahressiegerin Elke Bergsma ließ sich nicht in die Irre führen und hat mit detektivischem Spürsinn für gute Geschichten aus den über 300 Titeln der Longlist Crime 2020 insgesamt 12 lesenswerte, spannende und originelle Titel ausgewählt. Die finden sich nun auf der Midlist Crime, unter denen wir die Verdächtigen für den Crime-Skoutz ermitteln dürfen.

Roxann Hill ist regelmäßiger Gast auf den Skoutz-Buchlisten und hat uns als Jurorin auch schon als Leserin ihren Buchgeschmack bewiesen. Kein Wunder also, dass ihr Buch eine kleine Favoritenrolle hat. Denn auch Der dunkle Hauch des Todes, ihr im November 2019 selbst verlegter Thriller könnte durchaus die anderen Bewerber einfach aus dem Rennen blasen.

Mehr Informationen bekommt ihr wie immer in der ausführlichen Buchvorstellung. (Weiterlesen)

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