zu Besuch bei Michael Merhi

Heute habe ich die Ehre, euch ein ganz besonderes Interview zu präsentieren, denn leider war es mir nicht möglich, Michael Merhi persönlich zu besuchen, weshalb er mir freundlicherweise am Telefon Rede und Antwort stand.

Mit seinem Horrordebüt „Candygirl“ begeistert er seine Leser und mit seinem Verlag Redrum Books plant er einen Grusel-Großangriff auf die Nerven der Horrorfreunde. Ich war neugierig und habe einen sehr spannenden und vielseitigen Menschen kennengelernt.

Aber lest selbst:

Zu Besuch bei Michael Merhi, der es liebt, seine Leser das Gruseln zu lehren

Portrait Michael Mehri

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Mitten aus dem Leben. Ich lese gerne Klatschblätter und lasse mich von den buntbebilderten Schlagzeilen inspirieren. Sie regen mein Kopfkino an und daraus spinne ich meine Ideen.

Das sag noch mal einer, Regenbogenpresse verblödet. Für dich scheint sie der ideale Ideen-Fundus zu sein…

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Ich wäre totunglücklich, geradezu depressiv. Das Schreiben ist für mich ein Ventil. Ich könnte nicht darauf verzichten.

Das wäre ein herber Verlust. Ich wünsche dir, dass du immer tolle Ideen hast und dir das Schreiben die innere Ruhe sichert… Das nenne ich philosophisch… Deine ruhige Aura ist wohl ansteckend… 🙂

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Nie, denn ohne das Schreiben wäre ich totunglücklich. Es bedeutet mir alles. Das sagte ich doch schon, warum hörst du mir nicht zu??? 🙂

Entschuldige bitte, deine Stimme hat mich wohl abgelenkt. *räusper* Zurück zum Protokoll…

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Da gibt es diese eine Szene in Candygirl.

Welche?

Als ich die damals schrieb, bin ich regelrecht in einen Rausch verfallen. Es war so krass, als wäre ich als stummer Beobachter Teil dieser Szene. Mittendrin statt nur dabei. Als ich sie endlich zu Papier gebracht hatte, war ich leer, aber nicht im negativen Sinn, eher total geflasht, dass es so intensiv war.

Ich glaube, die Szene muss ich mir mal genauer anschauen…. Klingt spannend… Jetzt müsstest du mir nur noch verraten, welche …?

(Schweigen, geheimnisvoll)

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Viel 🙂

Lass mich raten, mehr bekomme ich zu dem Thema nicht aus dir heraus?

(Schweigen)

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Mein Buch zu lesen, denn der Leser schenkt mir dadurch seine Zeit und das ist für mich das größte Kompliment. Mir ist es auch egal, ob er das Buch mag oder nicht, denn solange er es in seinen Händen hält und liest, beschäftigt er sich damit.

Das hast du jetzt wirklich schön gesagt, aber ich habe schon mitbekommen, wie sehr die Leser deine Geschichte mögen. Du bist zu bescheiden 🙂

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Leser ist Leser. Und ich bin dankbar für jeden, der meine Geschichte liest. Ich mache da keine Unterschiede oder kategorisiere. (Reich, arm, jung, alt, erfolgreich oder nicht, das spielt keine Rolle)

Und noch so eine poetische Antwort, man merkt, dass dir der charmante Umgang mit Worten liegt, auch wenn das jetzt weniger gruselig war, als erwartet…

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Bis jetzt habe ich noch keine problematische Beziehung zu meinen Protagonisten. Wir verstehen uns alle recht gut 🙂

Den Eindruck hab ich auch und ich glaube, du bist auch der Typ, der es schafft, die vielseitigsten Charaktere charmant zu einen.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Das fragst du mich im Ernst? 🙂

Sehen wir aus, als würden wir mit Horror-Autoren scherzen?

(…)

Darf ich verraten, dass wir diese Antwort zensiert haben? 🙂 Nein, ich sag nichts mehr….

 

Lieber Michael, tausend Dank für deine Zeit und das tolle Gespräch. Es hat mir großen Spaß gemacht und ich wünsch dir viel Erfolg für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs. Vielleicht schaffen wir es ja zur Leserparty in Frankfurt, dass wir uns treffen und zusammen die tollen Finalisten feiern.

 

Mehr über Michael Merhi findet ihr hier:

Facebook-Profil von Michael Mehri

Autorenseite von Michael Mehri

und auf seinem YouTube-Kanal

 

Skoutz-Lesetipp:

Normalerweise stellen wir an dieser Stelle immer noch ein anderes Buch als das vor, das wir ohnehin schon für den Skoutz-Award besprochen haben. Bei einem Debütanten wie Michael Merhi ist das aber leider nicht möglich! Darum empfehlen wir euch jetzt nocheinmal allerwärmstens „Candygirl“:

Bei Candygirl handelt es sich um ein Buch, dass unsen Horror-Meister, den Vorjahressieger Simon Geraedts so beeindruckte, dass er die Geschichte über ein Mädchen in den Fängen eines sadistischen Entführers aus über 150 Vorschlägen der Longlist Horror in die Midlist Horror 2017 des Skoutz-Award gewählt hat. Wer wissen will, warum und um was es dabei geht, kann hier weiterlesen.

 

 

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