Interview Helen Harper

Zu Besuch bei Helen Harper

Für dieses Interview haben der Skoutz-Kauz und ich einige Grenzen überschritten – nicht nur geografisch, denn unser kleiner geflügelter Freund hat Flugangst, zumindest wenn er nicht selber seine Flügelchen schwingt. Aber da wir heute das Vergnügen haben, Fantasy-Autorin Helen Harper zu treffen, führt uns unser Weg ins malaiische Kuala Lumpur – definitiv zu weit für Kauz-Flugkünste.

Jetzt haben wir es aber geschafft und sind ganz überwältigt von den vielen Eindrücke, die uns erwarten. Auch wenn ich Schottland über alles liebe, kann ich sehr gut verstehen, warum Helen Harper vor einigen Jahren ihrer  Heimat den Rücken gekehrt hat und nun in dieser exotischen Metropole schreibt und lebt. Ich bin in jedem Fall schon sehr neugierig auf sie und freue mich, dass sie sich Zeit für uns genommen hat.

Fantasy

Martina zu Besuch bei Helen Harper, die gern mit selbstbewussten Heldinnen fantasiert…

Liebe Helen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns zu treffen. Die Kulisse ist ja wirklich spektakulär, aber bevor ich jetzt noch weiter abdrifte, würde ich sagen, wir fangen an …

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Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?

Faul!

🙂 Das hast du wohl mit Ivy aus Hex Files gemeinsam …

 

Was ist die größte Herausforderung, der du dich als Autor stellen musst?

Ich habe zu viele Ideen und zu wenig Zeit, um sie alle zu schreiben.

Definitiv ein Dilemma.

 

Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht und wie viel Zeit hast du damit verbracht, es zu schreiben?

Mein erstes Buch, Bloodfire, wurde bereits im Dezember 2012 veröffentlicht.

Das ist schon eine Weile her. Wie lange hast du damals gebraucht, bis das Wort Ende darunter stand?

Es hat etwa ein Jahr gedauert, es zu schreiben und dann ein weiteres Jahr um es zu überarbeiten und zu optimieren.

Das hat sich sicherlich gelohnt.

Ja, es wird immer mein Lieblingsbuch bleiben.

Warum?

Es war mein erstes! 🙂

Gutes Argument.

 

Beschreibe bitte einen typischen Tag in deinem Leben als Autor? Hast du eine gewisse Routine oder bevorzugst du kreatives Chaos?

Morgens gehe ich als erstes mit meinen Hunden spazieren. Es gibt mir die Möglichkeit, in meinem Kopf durchzuarbeiten, was ich an diesem Tag schreiben werde.

Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Genau. Wenn ich nach Hause komme, setze ich mich mit einem Bottich Kaffee hin und schreibe ein paar Stunden lang und dann, wenn mir meine Kreativität ausgeht, erledige ich ein paar Admin-Aufgaben.

Das klingt doch alles recht gut strukturiert.

Ich versuche, mich an eine Routine zu halten, weil sie mir hilft, fokussiert zu bleiben!

 

Hast du Lieblingsworte in deinen Skripten, die vom Lektorat regelmäßig angestrichen werden?

Ohhhhh, ja. Ich habe eine lange Liste von Wörtern von meinem Lektor, die ich vermeiden muss.

Kannst du mir ein paar Beispiele geben?

Meistens Füllwörter wie „nur“ und „wirklich“, aber ich mag hochgezogene Augenbrauen und geschürzte Münder viel zu gerne!

 

Kreativ oder an Regeln gebunden? Entspringt deine Geschichte einem genialen Geist oder ist es das Ergebnis harter Arbeit und Handwerkskunst?

Es ist eine Mischung aus beidem.

Oh, da bin ich jetzt natürlich neugierig *grins*

Wenn ich nicht hart arbeite, wird das Buch nicht geschrieben, aber ich plane meine Handlungen nicht im Voraus, daher ist auch viel kreativer Input erforderlich.

 

Hast du einen besonderen Trick, um deine Charaktere in „echte“ Persönlichkeiten zu verwandeln?

Ich bemühe mich sehr, sie zu echten Menschen zu machen, die alles andere als perfekt sind.

Perfektion ist doch ziemlich langweilig …

Ja, sie haben immer besondere Kräfte und oft Magie zur Hand und sie sind im Wesentlichen „gute“ Menschen. Aber ich mag es auch, unordentliche Charaktere mit Fehlern wie Ivy in den Hex-Files zu haben.

Ich liebe Ivy. Sie hat zwar Ecken und Kanten, aber genau die machen sie so herrlich authentisch und damit sympathisch 🙂

 

Stell dir vor, du könntest dich mit einer beliebigen Buchfigur zum Abendessen verabreden. Wen würdest du einladen (und warum?) und worüber würdet ihr sprechen?

Ooooh, gute Frage! Äh, Scarlett O’Hara.

Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Warum ausgerechnet sie?

Sie ist die ultimative Überlebende, die weiß, was sie will und ihr Ziel verfolgt, ohne sich von ihren Umständen oder den Einschränkungen der Zeit in die Quere kommen zu lassen.

Das trifft es recht gut. Und über was würdet ihr plaudern?

Ich würde gern mehr über ihre Pläne erfahren, Rhett zurückzubekommen, und ein paar Tipps bekommen, wie man Kleider aus Vorhängen bastelt, wären auch nicht schlecht. Vermutlich würden wir auch ein langes Gespräch über Sklaverei, Armut und Krieg führen.

 

Welche 3 Dinge sind dir aktuell im Leben am wichtigsten?

Familie, Freunde und Pelztiere.

 

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Die Toilette 🙂

 

Was ist deine größte Stärke?

Freundlichkeit.  Zumindest hoffe ich das!

Das kann ich nur bestätigen 🙂

 

Welche fiktive Figur ist in einem Buch/einer Serie/einem Film unglaublich, aber in banalen Alltagssituationen unerträglich?

Frodo aus Herr der Ringe

Warum Frodo? *schaut überrascht*

Er hätte viel zu viel Angst und es würde zu viel über Frühstück und Elfen gesprochen!

 

Zeitreisen –  immer wieder ein spannender Gedanke. Gibt es eine historische Veranstaltung, an der du teilnehmen möchtest (und warum)?

Ich würde gern in die Zeit Shakespeares zurückkehren und das Globe Theatre besuchen, um eines seiner Stücke zu sehen, wie es zu seiner Zeit aufgeführt worden wäre. Schließlich war ich einmal Englischlehrer!

Da würde ich sofort mitkommen 🙂

 

Gibt es etwas, was du tun kannst, was die meisten anderen Leute nicht können?

Ich kann Dudelsack spielen!

Echt? Ich liebe Dudelsackmusik!

Ich besitze kein Set mehr, aber als Teenager verbrachte ich die Wochenenden jeden Sommers damit, mit unserer lokalen Pipeband an verschiedenen Wettbewerben teilzunehmen. Es war ein großer Spaß.

 

Gibt es etwas in deinem Leben, das du gerne ändern würdest, wenn du die Gelegenheit dazu hättest?

Ich neige nicht dazu, zu bereuen. Ich habe viele Fehler gemacht, aber diese Fehler haben mich auch zu der Person gemacht, die ich heute bin, also kann ich sie nicht bereuen – ich kann nur aus ihnen lernen.

Weise Worte. Gibt es dennoch vielleicht etwas, das du im Nachhinein anders machen würdest?

Ich würde gern sehen, wie mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich andere Entscheidungen getroffen hätte.

Da bist du sicher nicht die Einzige 🙂

 

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Mehr Gleichberechtigung und Mitgefühl für alle in jedem Teil der Welt.

Dem kann ich mich nur anschließen. Tausend Dank, liebe Helen, dass du dir die Zeit genommen hast, uns zu treffen. Es war wirklich schön bei dir und ich hoffe, wir können das vielleicht noch einmal wiederholen. Ivy aus den Hex Files drücken wir die Daumen für den weiteren Wettbewerb. 

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Mehr über Helen Harper und ihre Geschichten erfahrt ihr auf:

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Skoutz-Lesetipp:

Blood Destiny 1; Bloodfire – Romantic-Fantasy von Helen Harper

Das Feuer in ihrem Blut brennt heiß!

Mackenzie Smith ist anders – schon ihr Leben lang. Als einziger Mensch wurde sie mitten im idyllischen Cornwall in einem Rudel Gestaltwandler aufgezogen. Doch auch wenn sich Mac nicht transformieren kann, etwas Seltsames fließt in ihrem Blut. Ihr feuriges Temperament und ihr Kampfgeist machen sie zu einer kühnen Kämpferin. Und dennoch ist ihre Präsenz in dem Rudel eine tödliche Gefahr für all seine Mitglieder: Denn sollte die Bruderschaft – die die Herrschaft über die Wandler innehat – jemals herausfinden, dass Mac ein Mensch ist, sind sie alle dem Tod geweiht. Da wird John, der Anführer ihres Rudels und Macs Ziehvater, brutal ermordet, … und plötzlich steht die junge Frau im Fokus der Bruderschaft. Allem voran dem Lord-Alpha Corrigan, dessen grünen Raubkatzenaugen keiner von Macs Bewegungen zu entgehen scheint …

Skoutz meint: Der Auftakt der Mackenzie Smith-Reihe hat uns absolut begeistert. Gestaltwandler, eine spannende Story, tiefgründige Charaktere und dieser spezielle freche Biss in den Dialogen machen einfach Spaß. Lasst euch auf fantastische Abenteuer entführen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Wir wollen mehr.

 

Informationen zum Buch inklusive Leseprobe bekommt ihr über unseren Affiliate-Link auf Amazon*.

 

Hinweis:

Harte Arbeit zahlt sich später aus, Faulheit jetzt – ganz nach diesem Motto lebt die junge Hexe Ivy Wilde und wäre damit sicher auch weiter gut gefahren, wenn nicht ein dummer Zufall alles durcheinandergebracht hätte …

Mit „Hex Files – Hexen gibt es doch“, das im Juni 2020 bei Lyx digital erschienen ist, konnte Helen Harper unsere Jurorin überzeugen. Mal sehen, wie sich die wortgewandte und – böse Zungen würden behaupten – faule Hexe im weiteren Wettbewerb noch schlägt.

Mehr Infos und eine ausführliche Besprechung findet ihr wie immer in der Buchvorstellung des Titels (weiterlesen).

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