Anmerkungen zu „Wunder der Liebe“

Night, Stars, Moon, Human, Universe, Starry SkyWunder der Liebe ist ein Gedicht von Ludwig Tieck, das er im Jahr 1803 verfasst hat. Die ungewöhnliche Gedichtform, für die er sich dabei entschieden hat, ist eine Glosa, eine im 16. Jahrhundert in Spanien entwickelte Gedichtform, die Wilhelm Schlegel der deutschen Romantik mit seinen Übersetzungen nahegebracht hat. Das klingt jetzt alles sehr gelehrt, aber vor allem ist es ein schönes Beispiel, wie sich Kunst schon immer grenzüberschreitend vervielfältigt und weiterentwickelt hat.

Das für Glosas typische Wiederholen des Motivs, der stimmungsvollen Mondnacht, schafft eine spürbare, fast magische Atmosphäre, die auch noch auf Menschen wirkt, die über 200 Jahre später das Gedicht lesen.

Es gibt nun reichlich Quellen, die analysieren, was und wie das lyrische Ich nun Liebe beschreibt und sie in Beziehung zu der Nacht setzt. Hier zum Beispiel, bei Abi pur*. Wie das durch Rhythmus, Wortwahl und Stilmittel gekonnt verstärkt wird. Aber ist es mit Gedichten nicht wie mit einer Puppe? Natürlich kann man die Puppe zerlegen, in Stoff und Sägemehl, Perlen und Wolle. Aber den Zauber, den das Püppchen mit und auf unsere Kinder wirkt, den werden wir so nicht erfassen.

Und das ist auch genau das, was Tieck in seinem Gedicht ausdrückt. Liebe lässt sich nicht beschreiben, nicht fassen. Man kann sie nur mit Hingabe annehmen. Und wenn wir das auch mit den Gedichten so halten würden, hätten sie auch mehr Freunde. Gerade Lyrik wirkt nicht über den Verstand. Also nehmt sie über das Herz war und behaltet sie dort.

Wir haben mit Ludwig Tieck ein Mitternacht-Interview geführt, das euch vielleicht interessiert. Wenn ja, könnt ihr hier weiterlesen.

Wenn ihr Lust auf mehr Gedichte habt, dann schaut doch bei unseren Skoutz-Lyrics vorbei.