Gründe, um daheimzubleiben und zu lesen …

In Tagen wie diesen, wo man einerseits die Nachrichten gar nicht hören will, aber andererseits auch nicht wegschauen möchte, ist bei vielen das Bedürfnis übermächtig, sich in seinen Lesesessel zu verkriechen, den SuB in einen Schutzwall umzuschichten und mit einer Kanne Heißgetränk nach Wahl auf bessere Zeiten zu warten.

Bücher sind eben Orte, wo man hinkann, wenn man nicht wegkann.

Doch weil ungeachtet von blöden Viren, größenwahnsinnigen Autokraten und einfach unfreundlich kaltem Wetter, das Leben weitertobt und unsere Aufmerksamkeit verlangt, weil Skoutze im Allgemeinen hilfsbereit und offen sind, muss man manchmal zu ein paar Tricks greifen, um auch etwas Zeit für sich selbst zu haben. Und für seine Bücher …

Darum haben wir mal nachgefragt und nicht ganz ernstgemeinte Gründe gesammelt, die man angeben kann, um daheimzubleiben und zu lesen … und keine Lust hat, der illiteraten Welt zu erklären, warum das wirklich wichtig ist. Aber aufgepasst, wir haben bei fast jedem Grund sofort auch wirklich haarsträubende Geschichten entwickelt, was alles in der Folge schiefgehen könnte … Aber davon erzählen wir ein anderes Mal.

 

Die Skoutz-Liste absolut praxiserprobter und bewährter Gründe,
um daheimzubleiben und zu lesen …

Ich glaub, ich werde krank.

Gerade in Corona-Zeiten geht niemand ein Risiko ein. Wer krank ist, bleibt daheim. Und zwar gemütlich in einer Position, die förmlich nach einem guten Buch verlangt. Es gibt jedoch zwei Gründe, das nicht zu überreizen: Menschen, die euch mögen, machen sich womöglich Sorgen und andere könnten, wenn ihr ständig krankheitsbedingt fehlt, euch generell meiden, weil sie euch für einen wandelnden Seuchenherd halten. Spätestens wenn euch anonym Desinfektionsmittel und Taschentücher gespendet werden, sollte man auf andere Gründe ausweichen.

Wenn man mit einer strahlend gesunden Gesichtsfarbe gestraft ist, kann man noch auf den Gesundheitszustand von dann natürlich pflegebedürftigen Familienmitgliedern ausweisen. Niemand kann einem vorwerfen, wenn man fürsorglich ist. Und tatsächlich kann gemeinsames (Vor)-Lesen auch eine ganz besonders schöne Leseerfahrung sein.

Ich bin pleite.

Das wirft in unserer konsumorientierten Welt zwar nicht unbedingt das allerbeste Licht auf jemanden, aber andererseits ist die Einrede des leeren Geldbeutels eben ein unabweisbar guter Grund, nicht mit in eine Bar zu gehen, um überteuerte Drinks zu schlürfen, oder einen teuren Kinobesuch mitzumachen, wo man das Buch zum Film eh schon vor zwei Jahren gelesen hat. Und das gesparte Geld lässt sich auch gleich in neue Bücher investieren. Wer E-Books liest, kann das sogar ganz diskret tun.

Ich habe nichts anzuziehen.

Lasst euch nicht einreden, dass in zwei Metern Kleiderschrank doch was zu finden sein sollte! Textildemenz ist ein ernstzunehmendes Leiden und lässt sich mit den beiden vorangegangenen Gründen auch trefflich kombinieren.

Mein Handy ist kaputt und darum muss ich am Festnetz ausharren, weil ich auf einen wichtigen Anruf warte

Das ist ein echter Profi-Grund, denn er zwingt uns tatsächlich, das Handy auszuschalten und ablenkungsfrei zum Buch zu greifen. Einziger Wermutstropfen … wer mit einer App am Handy liest, muss  jetzt improvisieren. Wer gar keinen Festnetzanschluss mehr hat, natürlich auch.

In meiner Wohnung treibt eine Spinne mit haarigen Beinen ihr Unwesen und ich muss sie fangen.

Das ist ein Grund, den jeder Arachnophobiker nicht nur sofort verstehen wird, sondern auch euch für euren Heldenmut bewundern dürfte. Menschen, die den Krabbeltieren weniger angsterfüllt gegenüberstehen, könnten allerdings dann spontan mit Netzen bewaffnet vor eurer Haustür stehen. Was euch in Erklärungsnot bringen könnte, wenn ihr dann zugeben müsst, dass ihr an Gottfried Kellers Schwarze Spinne gedacht habt …

Ich habe eine wichtige Aufgabe vergessen, die ich heute abend unbedingt erledigen muss

Das ist echt ein guter Grund, denn wer kennt das nicht, wie das ist, wenn man in stressigen Zeiten vor lauter Dringendem etwas wirklich Wichtiges vergessen hat? Wer dann noch bedauernd ein paar Tränchen verdrückt, ist auf der Zielgeraden zu seinem Leseabend.

Dabei sollte die Aufgabe aber so gewählt werden, dass man etwaige spontane Hilfsangebote glaubwürdig abwehren kann. Perfekt sind Arbeiten, die es tatsächlich erlauben würden, daheimzubleiben und zu lesen … Babysitten, Backen oder dergleichen.

A propos Tränen – die ziehen immer.

Wenn man einfach in Tränen ausbricht, muss man meist auch nichts mehr erklären. Und angesichts des drohenden Verlusts der schon vorgefreuten Lesestunden sollte ein echter Booknerd auch Verzweiflung glaubwürdig verkörpern. Funktioniert allerdings bei allzu hilfsbereiten Freunden nur bedingt.

Familientermine

Wer kenn das nicht, wenn die liebe Verwandtschaft Anwesenheit verlangt. In der Tat ist Omas Essenseinladung praktisch unverschiebbar. Außer, es kommt danach Oma etwas dazwischen. 😉

Überstunden

Corona und Home Office haben der alten „Ich muss leider länger arbeiten“-Begründung ein ganz neues und viel komfortableres Outfit verpasst. Und wer am Rechner liest, sitzt sogar wirklich den halben Abend am Computer.

Mein Haustier hat Magen-Darm-Probleme

otfälle bei Haustieren sind fast so kritisch wie Notfälle in der Familie. Niemand wird Ihnen sagen, dass es wichtiger ist, heute Abend auszugehen als Bello und Miez zu umsorgen. Und Brechdurchfall sind auch unappetitlich genug, dass niemand wirklich wild darauf ist, euch dann Gesellschaft zu leisten. Man muss nur aufpassen, dass man es nicht so dramatisch schildert, dass man samt dem ahnungslosen Kranken in die Tierklinik gekarrt wird.

Es hat sich spontan Besuch angekündigt

Unterstellt, dass bei echten Booknerds die besten Freunde ohnehin belletristische sind, stimmt das sogar. Ebenso wie die Aussage, dass der Mistkerl sich nie vorher mit SMS ankündigt. Aber nach der langen pandemischen Pause hat jeder Verständnis, dass man die selteneren Gäste aus anderen (gegebenenfalls fiktiven Orten wie Mittelerde) vorrangig trifft.

Eine Variante ist, dass ihr euch heute um einen Freund kümmern müsst, der gerade wirklich eine beschissene Phase durchläuft. Jeder wird eure Empathie zu schätzen wissen. Dass besagter Freund nur so leidet, weil der Autor eures Buches ein Sadist ist, muss ja niemand wissen.

Buchen, Roman, Lesen, TeeIch warte auf Aliens.

Wenn ihr das mit einem Alu-Hut auf dem Kopf erklärt und dazu an passenden Stellen wie verrückt kichert, und mit einer Wasserpistole, die ihr mit Rohrfrei befüllt habt, herumwedelt, dürften die meisten Reißaus nehmen. Nachteil: Ob sie wiederkommen, ist ungewiss. Aber das klären wir später. Erst einmal habt ihr es geschafft, daheimzubleiben und lesen. Einen Alien-Roman wahrscheinlich, denn dann habt ihr noch nicht mal gelogen.

Schusseliges Schussel-Ich

Oh, war das heute Abend? Ich könnte schwören, dass du gesagt hast, es wäre Samstag. Ich habe es als Samstag notiert. Und jetzt hab ich schon anders disponiert. Blöd, blöd, blöd!.

Wenn ihr euer Erstaunen hinreichend glaubwürdig darbietet, glaubt euer Gegenüber am Ende vielleicht sogar, dass er/sie das Datum falsch übermittelt hat.

Ich bin todmüde, nachdem ich gestern Nacht kein Auge zugetan habe. Bitte versteht das. Ich wäre heute auch keine Bereicherung.

Jeder weiß, wie es ist, wenn man müde ist. Der Appell an Verständnis macht es schwer, „nein“ zu sagen und die mitschwingende Drohung, dann knatschig am Tisch zu sitzen, hilft auch. Dass ihr nicht geschlafen habt, weil das verdammte Buch so spannend war, muss man ja nicht hervorheben. Ihr gelobt Besserung und arbeitet an eurer Lesekondition, indem ihr heute gleich nochmal antretet.

Wenn ich dir sage, warum ich heute nicht kann, muss ich dich anschließend töten. Das wollen wir doch nicht?

In Zeiten von DSGVO und Co. eigentlich genial simpel. Warum solltest du allen alles erzählen müssen? Umgebt euch mit einem Hauch von Geheimnis.

Ich habe eine seltene Krankheit, an denen ich nur an Tagen ausgehen kann, die nicht auf „tag“ enden.

Gell, das habt ihr nicht kommen sehen? Was soll man darauf auch antworten? Das klingt so ernst, dass nichts mehr dagegenspricht, daheimzubleiben und ein Buch zu lesen.

Meine Heizung ist kaputt und ich warte auf den Notdienst

Auch das ist – gerade in unseren Breitengraden – ein absoluter Killergrund. Notfalls kann man auch die Toilette streiken lassen, um mehr Dramatik reinzubekommen. Jeder weiß, dass das dauern kann. Jeder weiß, dass man dann halt in der Zwischenzeit ein Buch liest. Doch Achtung, dass niemand auf die Irrsinnsidee kommt, euch Gesellschaft leisten zu wollen. Das spricht tatsächlich für die Toilettenvariante.

Mein Ich der Zukunft ist eigens in der Zeit zurückgereist, um mir zu sagen, dass ich heute unbedingt daheimbleiben muss.

Tja. Wir alle wissen, dass man Zeitreisenden glauben muss. Das gilt doch auch für eure Freunde, oder?

Wenn ich ehrlich bin, möchte ich heute lieber daheimbleiben und ein Buch lesen.

Denn manchmal ist Ehrlichkeit die beste Begründung.

 

Was sind denn eure Techniken, um sich Lesezeit zu erkämpfen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Und wenn ihr dann gelesen habt, bewertet es doch schnell auf Skoutz.net, damit unsere Buchsuche besser werden kann (weiter).
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