Zu Besuch bei Petra K. Gungl

Heute habe ich mir den Skoutz geschnappt und wir sind unterwegs zu Petra K. Gungl. Die Anthologie „In 18 Morden um die Welt: Kriminelle Kurzgeschichten von fünf Kontinenten“ die sie gemeinsam mit Fenna Williams herausgegeben hat, konnte unseren Juror Thiago Ruiz so überzeugen, dass er sie auf die Midlist Anthologie gepackt hat.

Ich bin schon sehr neugierig und aufgeregt wie unser Gespräch wohl wird, denn bisher hatten wir mit der Autorin noch nichts zu tun und Premieren sind ja irgendwie immer etwas besonderes.

Zu Besuch bei Petra K. Gungl die es liebt, umarmt zu werden

Hallo liebe Petra, wir freuen uns sehr, dass du dir für uns Zeit genommen hast und wir dich besuchen dürfen. Da wir als große Krimi-Fans die Anthologie verschlungen haben, freuen wir uns sehr, etwas mehr über den Menschen hinter der schönen Idee in Erfahrung zu bringen. Lass uns also gleich anfangen. 

 

©Markus Schiller

Wenn du ein Tier wärst, wärst du ein …? 

… Falke, sagt mein Sohn.

Ach, und warum?

Es liegt wohl an meinem Blick. Tatsächlich würde ich gern fliegen können.

Das würde mir auch gefallen, wenn ich das könnte. Scheint aber auch so ein Autorendings zu sein. Tanja Voosen würde gerne als Schmetterling fliegen, Elke Becker wäre gern ein Adler. 

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Womit kann man dich im Alltag glücklich machen?

Die schönste Unterbrechung des Alltags ist eine Umarmung.

Oh! Das ist richtig. Und schön, dass du das sagst, bewusst machst. 

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Wir alle haben Wünsche, für uns, für die Welt. Was sind deine und was tust du, damit deine Wünsche in Erfüllung gehen?

Dass du gerade diese Frage stellst!

Oh warum?

Tatsächlich mache ich mir aktuell sehr viele Gedanken dazu, was mein Beitrag sein kann.

Ja, das beschäftigt uns auch sehr. Darum haben wir die Frage aufgenommen. Was also ist deine Antwort?

Ich wünsche mir für die Welt »Frieden – Freiheit – Vernunft«. Das versuche ich in meinem Umfeld umzusetzen. Aktuell beschäftigt mich eine Projektidee, mit der ich vor allem Jugendliche ansprechen möchte. Nur in einer offenen Gesellschaft können wir die anstehenden Probleme (Klimawandel etc.) lösen.

Ja da hast du Recht! Da überlege ich auch schon drüber, was man tun kann oder was man umsetzen könnte.Das klingt aber noch nicht spruchreif. Aber lass uns unbedingt darüber sprechen, wenn du etwas zu präsentieren hast. Das klingt nämlich sehr spannend. 

Aber lass uns bis dahin ein wenig über Bücher reden. 

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Welches Buch hat dich am meisten geprägt?

Zuallererst fällt mir Simone de Beauvoir ein, »Das andere Geschlecht«.

Ein absoluter Klassiker der feministischen Literatur. Interessant, dass du das nennst.

Zwischen 16 und 18 habe ich ihre Bücher verschlungen. Ich denke, bei Simone habe ich mir den »Autorinnenvirus« eingefangen. 😉

Oh dann war das gut, dass du diese Bücher verschlungen hast. Es gibt auch definitiv schlechtere Vorbilder. 

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Bleiben wir noch kurz beim Buchregal. Welcher Klassiker liegt allen Vorsätzen zum Trotz immer noch auf deinem SuB? 

Ich gestehe: »Schuld und Sühne«! Ich habe den Wälzer in einer Kurzgeschichte zur Tatwaffe gemacht, so sehr lastet dieser geniale Titel auf meinem Gewissen. 😉

Das ist auch eine Art, das zu verarbeiten. Wir haben es immerhin schon mal auf unsere Classics-Liste gepackt. 

Und welches Buch ist hätte deiner Meinung nach deutlich mehr Leser verdient und warum?

Ein wundervolles Buch, das noch viel mehr Menschen lesen sollten, ist »Die Inselsammlerin« von Fenna Williams. Darin kann man Inseln auf der ganzen Welt besuchen, hat das Gefühl selbst vor Ort zu sein und auf den Spuren spannender historischer Ereignisse einen Abenteuerurlaub zu erleben.

Das hört sich für ich total gut an, ich denke, ich werde mir es holen. Ich bin gerne unterwegs, selbst wenn es nur mit Büchern ist. Aber Bücher bringen mich ja immer überall hin. Das ist ja auch ein bisschen die Idee hinter eurer Krimi-Anthologie. Was magst du an der Inselsammlerin besonders?

Mich spricht ganz besonders der sprachliche Stil an, der mir einen wahren Lesegenuss beschert.

Damit leitest du wunderbar zu meiner nächsten Frage über. Die bringt uns zum Handwerk. 

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Themen finden ist oft einfacher als aus den vielen Ideen, die richtige Auswahl zu treffen. Wie entscheidest du, welches Projekt du als nächstes verwirklichst?

Du hast ganz Recht, man hat als Autorin immer mehrere Eisen im Feuer.

Und Plotbunnies im Stall. Aber das geht beim Lesen auch. Ich lese auch gelegentlich mehrere Bücher besonders, seit ich auch Hörbücher für mich entdeckt habe. Und wie löst du das dann?

Ich ziehe jenes als erstes heraus, wo sich die Chance zur Veröffentlichung realistisch anbietet. Außer mein Herz verzehrt sich nach einem bestimmten Projekt – dann hat diese Geschichte Vorrang. Herz ist Trumpf.

Herz ist Trumpf finde ich gut! Es soll ja auch Spaß machen, zu schreiben. 

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Wo stehst du beim Schreiben einer Szene? Bist du eher der aufmerksame Beobachter und Dirigent oder mittendrin in allen Höhen und Tiefen mit Blut, Schweiß und Tränen?

Nachdem ich meine Geschichten vorab gut strukturiere und plane, weiß ich, was in der jeweiligen Szene passieren wird. Dafür kann ich mich dann mit Leib und Seele in die Situation begeben – ich fühle, was meine Figuren fühlen, leide, lache und weine mit ihnen.

Dann weißt du was man als Leser manchmal mitmacht 😀 Wobei diese Kombination aus vorher planen und dann loslegen für mich ein bisschen nach „Sicherheitsgurtschreiben“ klingt. Sehr clever!

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Welche Szenen fallen dir beim Schreiben am schwersten und wie meisterst du sie trotzdem?

Für mich gibt es an sich keine »schwierigen Szenen.

Echt? Das hört man selten. Wirklich gar keine Hürden im Schreibprozess?

In der Phase der Überarbeitung, wenn es an den Feinschliff geht, feile ich akribisch an der Aussage, die zu Ausdruck kommen soll. Jedes Wort muss sitzen.

Als Redigierexzesse … Wenn du dann loslegst und feilst und schleifst …

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Was ist dir beim Schreiben deiner Geschichten am wichtigsten, worauf achtest du besonders?

Ich möchte mit jedem Roman und mit jeder einzelnen Kurzgeschichte einen Kiesel in den See der Erkenntnis werfen.

Das hast du aber sehr schön gesagt. Ich glaube fest daran, dass man gute Unterhaltung durch solche kleinen Steinchen noch viel besser macht.

Ich hoffe,  es ist OK wenn wir jetzt noch ein paar persönlichere Fragen stellen:

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Es heißt, jeder Künstler muss auch ein bisschen wahnsinnig sein. Was ist dein Schuss „Wahnsinn“?

Du meinst neben Füllfedersammelleidenschaft und Papierfetisch?

Ja, sowas in der Art! 

Als Autorin kann ich in (mindestens) zwei Welten gleichzeitig sein. Meine Figuren sind Freunde, die ich jederzeit besuchen kann, als wohnten sie gleich nebenan. Ich sehe sie, höre sie, fühle sie. Verrückt genug?

Ach nein, das finde ich gar nicht verrückt! Das ist Buchmagie! 

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Beschreibe dein aktuelles Buch in 3 Sätzen

In »Diabolischer Engel« wird Reichenau a.d. Rax von Unwettern heimgesucht und ein Seminarhotel aufgrund von Muren von der Umwelt abgeschnitten. Vor den Augen der jungen Juristin Agnes Feder stirbt dort ein Mitglied des Meditationskurses und ihre besondere empathische Gabe bringt sie auf die Spur des Mörders, den sie unter ihren eigenen Freunden finden muss. Agnes‘ Ex-Geliebter ist ebenfalls zu einem Feuerlauf angereist – nun ist es an ihr zu beweisen, dass auch sie über glühende Kohlen laufen kann.

Ui das klingt total spannend! Ich liebe Krimis mit einem Hauch Mystery! 

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Was würdest du noch gerne lernen und wozu?

Diesen Mai feierte ich die Abschlußprüfung meiner eineinhalbjährigen Sprecherausbildung. Dabei lernt man auch einiges über Schauspiel – in diese Richtung möchte ich mich weiter vertiefen. Mein Ziel ist das Einsprechen von Hörspielen und Hörbüchern.

Oh toll! Ich mag so gerne Hörbücher und kann damit sehr abschalten. Wollen wir dazu nochmal ein gesondertes Interview machen? Hinter den Kulissen einer Hörbuchproduktion. Das fände ich superspannend. Aber erst mal weiter …

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Welcher Moment im Leben hat dich besonders geprägt?

Der erste Blick in die Augen meines Sohnes.

Ach ja – das ist verständlich.

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Was sollen deine letzten Worte sein?

Du meinst, das sollte man sich rechtzeitig überlegen, hm?

Schadet es?

Ich bin am Ende hoffentlich cool genug für ein letztes Mal Lachen. Show, don’t tell! 😉

Ha! Wie geil! 

Und mit welchen Worten soll dieses Interview enden?

Vielen Dank an alle Menschen, die mit Rezensionen, Beiträgen, Fotos und Aktionen fürs Lesen werben und damit die junge Generation ansprechen. Die Welt braucht Bücher, auch in Zukunft.

Definitiv!

Liebe Petra, wir möchten uns ganz herzlich bedanken. Für deine Zeit, deine Geduld und dass wir dich besuchen durften. Es war ein wundervolles Gespräch und wir haben es sehr genossen! Und wir wollen unbedingt noch mehr über deine Projekte, Hörbücher und neue Krimis erfahren! 

 

Mehr über Petra K. Gungl erfahrt ihr hier:

 

Skoutz – Lesetipp:

Diabolischer Engel von Petra K. Gungl 

In Reichenau an der Rax … freut sich die junge Juristin Agnes Feder auf ihr Meditationsseminar über Pfingsten. Dann aber schneiden heftige Unwetter und Muren das Seminarhotel nahe Schloss Hinterleiten von der Umwelt ab.

Und völlig unerwartet stirbt vor aller Augen ein Mitglied der Meditationsgruppe. Agnes findet heraus, dass dieser Tod keine natürliche Ursache hat. Und das bedeutet: Sie alle sitzen offenbar mit einem Mörder im Hotel fest! Nicht nur dieser Verdacht stellt Agnes‘ Welt auf den Kopf. Denn sie sieht nach zwei Jahren ihre große Liebe, den Anwalt Siebert Thal, wieder; er ist zum Feuerlauf angereist. Doch da verschwindet bereits das nächste Seminarmitglied …
„Ommmmmmm … Nach diesem spannenden Roman brauche ich dringend selbst einen Entspannungskurs! Petra K. Gungl verbindet in „Diabolischer Engel“ Thriller- und Krimielemente geschickt mit mystisch-außergewöhnlichem Geschehen. Aufregende Mischung!“ (Fenna Williams)

Skoutz meint: Ein herrlicher Whodunnit-Krimi, der das Flair von Agatha Christie gekonnt in die Gegenwart transportiert, mit reichlich Spannung aufmontiert und die ohnehin schon dichte Handlung noch zusätzlich sehr faszinierend mit mystischen Elementen zwischen Gothic Novels und Stephen King verbindet. Ein erfreulich ungewöhnlicher Leseausflug. (kn)

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Hinweis:  In 18 Morden um die Welt – die kriminelle Leserreise rund um den Globus, hat Skoutz-Juror Thiago Ruiz so gefallen, dass er das liebevoll zusammengestellte Buch mit einem Ticket für die Midlist Anthologie auf eine weitere Reise geschickt hat, an deren Ende vielleicht sogar der Skoutz-Award steht. Wir haben das Buch schon inspiziert und euch hier vorgestellt.

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