Interview Kristina Günak

zu Besuch bei Kristina Günak

Heute bin ich mit dem Skoutz-Kauz bei einer Autorin, die schon seit Jahren regelmäßig skoutzig ist. Früher haben wir uns regelmäßig auf den Buchmessen getroffen und geplaudert, was ja nun eine lange Zeit leider nicht ging. Umso mehr freue ich mich, dass sich Kristina Günak Zeit genommen hat, uns zu treffen. Ich bin schon sehr gespannt, was sie so alles zu erzählen hat. Es wird sicher sehr informativ, vor allem aber spaßig.

 

Martina zu Besuch bei Kristina Günak, die über Liebe Freundschaft und Magie schreibt …

Liebe Kristina, ich freue mich sehr, dass wir uns nach der langen Zeit endlich wieder einmal persönlich sehen und ein wenig quatschen können. Doch bevor ich mich jetzt vor lauter Aufregung in Endlosmonologen verliere, würde ich sagen, fangen wir mal an …

 

Welches ist die größte Herausforderung, der man sich als Autor stellen muss?

Wie schaffe ich es, dass meine Familie nach einer akuten Schreibphase noch mit mir spricht. Dicht gefolgt von der Frage: Ist es gesund, zu 90 % aus Kaffee zu bestehen?

Oh, das klingt wahrlich dramatisch, zumal … also das mit dem Kaffee … meinst du, das könnte schädlich sein? Also, ich frag natürlich für einen Freund 🙂

Ach, ich glaube nicht. Sieh uns an! Kaffee tut uns gut!

 

Hast du Lieblingsworte in deinen Skripten, die vom Lektorat regelmäßig angestrichen werden?

Natürlich.

Ehrlich gesagt, überrascht mich das jetzt nicht 🙂 Immer die gleichen?

Nein, jedes Mal ist ein neues Wort. Das wäre ja auch sonst langweilig.

Kannst du mir ein paar Beispiele nennen?

Hormone

*will gerade den Mund öffnen*

Frag nicht.

Okay, noch andere? 🙂

Schlussendlich, und auch sehr beliebt die Wortkombination: Wirres Haupthaar. Oh, und außerordentlich. Auch sehr angesagt bei mir.

Wirres Haupthaar?

*hebt eine Augenbraue und sieht mich an*

Schon gut, ich frag besser nicht 🙂

 

Was ist deine präferierte Erzählform?

Ich liebe die Ich-Perspektive. Früher auch im Präsens erzählt, jetzt gehe ich lieber in die Vergangenheit.

Gibt es einen Grund, warum du die Zeitform gewechselt hast?

Das lässt mir und meinen Figuren ein bisschen mehr Spielraum, es ist nicht ganz so schnell erzählt und nimmt das Tempo ein wenig raus. Hin und wieder erzähle ich auch in der 3. Form, gerne auch mit Erzählerwechsel. In Fantasyromanen passt das ganz gut, und erweitert noch einmal die Perspektive auf die geschaffene Welt.

 

Bist du im Team Adjektiv oder bevorzugst du eher einen „schnörkellosen“ Stil?

Eher schnörkellos und mit Tempo.

*lacht* Was heißt das genau?

Nach dem ersten Wurf braucht mein Manuskript immer noch ein bisschen „Fleisch auf den Rippen.“ Meine Lektorin sagt dann Dinge wie: „Ja, nett, aber wie sieht es da aus? Hast du mal ein Adjektiv für mich und deine Leser*innen!“ Ich musste noch nie kürzen, ehr noch mal ein paar Seiten dazuschreiben.

Normalerweise hört man immer vom umgekehrten Fall 🙂 Worauf legst du deinen Fokus?

Für mich steht immer erst mal die emotionale Entwicklung der Figuren auf dem Plan, der widme ich mich im ersten Durchgang. Recherche, Ausstaffieren, in die Tiefe gehen kommt dann in der zweiten Runde.

 

Hast du einen speziellen Trick, um aus deinen Figuren echte Persönlichkeiten zu machen?

Ich versteh jetzt die Frage nicht. Das sind sie doch!

Wie? 

Also echte Persönlichkeiten.

Ach so … 

Die hocken sechs Monate in meinem Büro rum. Tag und Nacht. Wenn die noch mehr Persönlichkeit bekommen, ziehe ich aus.

Verständlich, nach der langen Zeit.

 

Welchen Fehler darf man beim Schreiben keinesfalls machen?

Den Überblick und den Hauptkonflikt aus den Augen verlieren.

Das ist sicher von Vorteil. Noch etwas?

Und den inneren Kritiker herumpöbeln lassen. Der hat seinen Auftritt erst bei der Überarbeitung, niemals vorher, sonst traut man sich nichts mehr. Man muss sich aber manchmal Dinge trauen, denn Schreiben hat ja ganz viel damit zu tun, Entscheidungen zu treffen. Manche sind nicht so einfach rückgängig zu machen, da muss man also durchaus Mut aufbringen, weswegen dieser Kritiker bis zum Ende sicher in einer Schublade verwahrt werden sollte.

 

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Der Astronaut von Andy Weir. Ich habe eine Schwäche für Sci-Fi.

 

Welche 3 Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?

Es läuft immer auf das Gleiche hinaus, das ist eine Konstante in meinem Leben.

Jetzt bin ich aber gespannt …

Ich brauche Liebe und Freundschaft, ich muss in den Kreislauf der Natur eingebunden sein und Kaffee. Der ist mir auch sehr wichtig.

*nickt und seufzt ganz leise*

Ich wusste, dass du das verstehst.

 

Wenn du wählen könntest, wärst du lieber extrem intelligent oder gut im Umgang mit Menschen?

Wie eben schon gesagt: Ich brauche Menschen und Zugehörigkeit wie die Luft zum Atmen. Wenn ich das nicht hätte, würde es mir auch nicht helfen, wenn ich die Wurzel aus 877098,97 mit der Potenz 7 aus der Primzahl im Kopf rechnen könnte.

*guckt irritiert*

Kann man das überhaupt? Ist das technisch möglich? Man weiß es nicht.

 

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Kotzen, Fieber, Nasenbluten.

Huch!

Wofür Mütter und Väter halt nachts so aufstehen.

Ach so 🙂

War die Frage so gemeint?

Ich weiß, sie hat ein wenig Interpretationsspielraum. Gäbe es noch etwas, was dir spontan einfällt?

Für meine Freunde natürlich auch jederzeit. Und wenn eine meiner Buchpersönlichkeiten nachts irgendwelche wichtigen Dinge erleben muss, würde ich wohl auch aufstehen. Und wenn Herr Hund außerplanmäßig muss.

*nickt*

Oder wenn noch ein Stück Käsekuchen übrig ist und ich davon ausgehen kann, dass die restliche Familie es am nächsten Morgen vor mir entdeckt. Dann muss ich natürlich auch aufstehen und dieses Stück Käsekuchen aufessen. Ich teile Käsekuchen nur sehr ungerne. Das verstehst du sicherlich?

Und wieder einmal zeigt sich, wir verstehen uns 🙂

 

Was ist deine größte Stärke?

Durchhaltevermögen und ich bin angstfrei meiner einen Kreativität gegenüber.

 

Wenn dein fünf-jähriges Selbst plötzlich deinen jetzigen Körper bewohnen würde, was wäre das Erste, das dein fünf-jähriges Selbst tun würde?

Vermutlich mit einer Packung Eis auf das Sofa liegen und die ganze Nacht Neflix leergucken.

Ja, stell dir vor, es hätte das damals schon gegeben … Vieles wäre sicher anders verlaufen … Aber ich schweife schon wieder ab 🙂

 

Welcher fiktionale Charakter ist in Buch/Serie/Film unglaublich, wäre aber in banalen alltäglichen Situationen unerträglich?

Das Känguru von Mark Uwe-Kling und Captain America.

Interessante Wahl! Aber warum ausgerechnet diese beiden?

Das Känguru ist vermutlich nur so lange abgrundtief witzig, bis es deinen Kühlschrank plündert, auf deinem Sofa hockt und dort Parolen schmettert.

Wahrscheinlich *grinst*. 

Und Captain America würde ich zu Rate ziehen, falls mir die Weltrettung übertragen werden würde, aber den möchte ich jetzt auch nicht so dringend mit dem Wocheneinkauf betrauen.

 

Stell dir vor, du würdest einen Geheimbund gründen, wie würdest du ihn benennen und was wäre eure Mission?

Netter Versuch.

Häh, wieso? *guckt etwas verwirrt*

Das werde ich doch sicherlich nicht verraten, weil: GEHEIMbund. Logisch, oder?

Jetzt hast du mich mal wieder erwischt. Ich muss wohl noch deutlich an meinen Spionage-Skills feilen und die Verhörtechniken optimieren *macht sich imaginäre Notiz*

 

Gibt es etwas, das du kannst, die meisten anderen Menschen aber nicht?

Sehr viel Kaffee trinken?

Theoretisch möglich, wobei sich damit ja viele rühmen.

Oder meinst du jetzt so etwas wie meine geheime Superkraft?

Hast du eine?

*denkt lange nach* Geschichten! Ich kann Geschichten schreiben! Gilt das als Superkraft? Schon, oder?

Absolut 🙂

 

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Lest Bücher!

Absolut! Tausend Dank, liebe Kristina Günak, dass du dir die Zeit freigeschaufelt hast, uns zu treffen. Es war wieder mal ein Fest, mit dir zu plaudern und ich hoffe doch sehr, dass wir das bald mal wiederholen können. Deiner Geschichte wünschen wir in jedem Fall viel Erfolg für den weiteren Wettbewerb.

 

Mehr über Kristina Günak und ihre Bücher erfahrt ihr auf:

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Skoutz-Lesetipp:

Magie und Liebe: Eine Hexe zum Verlieben – humorvoller Hexenroman von Kristina Günak

Tagsüber zeigt Elionore Brevent ihren Kunden schicke Häuser, aber in der Nacht widmet sich die Maklerin als Hexe lieber magischen Dingen. Ihr Doppelleben glaubt Eli fest im Griff im zu haben – bis eines Nachts wie aus dem Nichts ein ziemlich attraktiver Vampir neben ihr auftaucht und sich zu allem Überfluss ein nicht weniger ansehnlicher Werjaguar an ihre Fersen heftet.

Dass diese beiden Kerle etwas mit der sonderbaren Magie in einem ihrer Häuser zu tun haben und dunkle Geheimnisse mit sich herumschleppen, spürt Eli ganz stark. Als dann noch eine Horde seltsamer Elfen auftaucht und ganz Niedersachsen zum Stillstand bringt, wird Eli ihre Mission klar: An der Seite der beiden Typen soll sie mit ihrer Magie die Elfen retten. Was ganz schön schwierig werden kann, denn Eli fühlt sich zu dem unwiderstehlichen Werjaguar wie magisch hingezogen…

Skoutz meint: Voller Spannung, Humor und Magie – so könnte man dieses Buch in drei Worten beschreiben, aber das würde der Vielseitigkeit und dem Esprit dieses Romans nicht ansatzweise gerecht werden. Wir haben dieses Buch gelesen – und danach die ganze Reihe. Ob Gestaltwandler, Hexe oder Vampir, dieses Buch hat eine Menge zu bieten und wird euch sicher mehr als einmal ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Lasst euch mitreißen und erlebt ein ganz besonderes Abenteuer mit außergewöhnlichen Figuren, die euer Herz schneller schlagen und euch den Alltag für einige Stunden vergessen lassen.

Informationen zum Buch inklusive Leseprobe bekommt ihr über unseren Affiliate-Link auf Amazon*.

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Hinweis:

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen - Kristina Günak - MLROM21Was passiert, wenn man zwei ahnungslose Städter auf einen Bauernhof sperrt? Viel! Es ist lustig. Und herzig! Und sehr entspannend für die, die nur mitlesen.

Schwungvoll wie immer entwirft Kristina Günak in ihrem im Juni 2020 bei Lübbe verlegten Roman auf knapp 300 Seiten einen sehr unterhaltsamen Weg zur großen Liebe. Auch unsere Jurorin Elvira Zeißler hat über die Geschichte schmunzeln können und sie so „auf Zehenspitzen“ aus über 300 Titeln der Romance-Longlist  auf die Midlist 2021 gepackt. Und nun bleibt abzuwarten, wie weit sich das heitere Buch noch weiterschleicht.

Mehr Infos und eine ausführliche Besprechung findet ihr wie immer in der Buchvorstellung des Titels (weiterlesen).

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Wenn ihr die Bücher schon kennt, würdet ihr uns, dem Autor und allen lektüresuchenden Lesern einen großen Gefallen tun, wenn ihr das Buch in der Skoutz-Buchdatenbank mit einer  Skoutz-Buchfieberkurve bewerten würdet. 5 Klicks statt 5 Sterne. Einfacher lässt sich eine Rezension nicht schreiben, bequemer kann man sein nächstes Buch-Date nicht finden. Und so helft ihr, dass unsere Buchfindemaschine weiter wächst.

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