zu Besuch bei: Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck

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Heute bin ich bei Besuch bei Kirsten Wendt und Marcus Hünnebeck, die ich bislang nur über meine Skoutz-Kollegin Britt Toth kannte, die immer wieder von Lesern erzählt, die von den fluffig-knuffig wunderbar zu lesenden Liebeskomödien schwärmen, für die man die beiden als das sehr erfolgreiches Autoren-Duo “Hünnebeck & Wendt” kennt. Umso überraschter war ich, als ich für unser Crime-Special einen knallharten, abgründigen und absolut ungewöhnlichen Thriller von den beiden fand. Bisher waren Thriller Marcus sein Gebiet.

Damit war meine Neugier geweckt und es höchste Zeit für ebenjenen Besuch, bei dem ich so gar nicht sagen kann, was mich erwartet.

Doch lest selbst.

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Zu Besuch bei Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck, einem kriminell gutem Team

 

Kirsten Wendt & Marcus HünnebeckWas ist euer »Sprit« beim Schreiben, woher nehmt ihr eure Ideen?

Kirsten: Meine Ideen entstehen fast immer während des Schreibens. Ich konzentriere mich auf die Szene, und dann fallen mir unzählige Erlebnisse, Personen oder Orte ein, die ich kenne. Diese werden dann meistens verändert oder ausgeschmückt.

Also empirisch biografisch. Und eure Leser können nicht nur rätseln wer der Mörder ist, sondern auch wo der wahre Kern in der Story verborgen ist. Das ist ja schon fast perfide.

Und Marcus, wie ist es bei dir?

Marcus: Ich habe die Ideen vor dem Schreiben. Und sie überfallen mich einfach so.

Hinterrücks? So rabiate Ideen suchen Kollegin Pia Hepke auch heim. Der lauern sie förmlich auf.

Ja, bei Radtouren. Bei der Hausarbeit. Ganz egal.

Aber unabhängig vom Schreiben? Weil du ja vor dem Schreiben die Ideen hast …?

Deswegen bin ich auch fürs Plotten unserer Romane zuständig. Beim Schreiben selbst schmücke ich die im Kopf vorhandene Grundidee lediglich aus.

Okay, ich verstehe. Marcus liefert den Rohbau, Kirsten bringt Putz und Installationen und die Vorhänge sucht ihr dann gemeinsam aus.

 

Was würdet ihr tun, wenn ihr nicht mehr schreiben könntet?

Marcus: Also, wenn die Frage körperlich gemeint ist, würde ich Kirsten als Sekretärin einstellen. Stelle ich mir interessant vor, wie ich ihr meine psychopathischen Gedanken diktiere.

Da lassen sich jetzt schon für sich wunderbare Plot-Ideen generieren. Ich höre die Plotbunnys richtiggehend hoppeln.

Wenn das mehr in die Richtung gemeint ist, dass eine Virus alle Bücher und E-Books dieser Welt zerstört und sich keine Neuen herstellen lassen, würde ich als Geschichtenerzähler von Marktplatz zu Marktplatz tummeln.

Das haben auch schon ein paar Kollegen überlegt. Wir könnten einen Tourbus chartern und so eine Art Literatur-Slam veranstalten. Die Idee gefällt mir.

Kirsten?

Dann müsste ich wohl oder übel aufs Diktieren umsteigen. Ich hatte kürzlich eine Entzündung in der Hand, sodass ich wochenlang im wahrsten Sinne des Wortes gehandicapt war.

Hehehe… Und wer dann die dann die Diktate geschrieben? Marcus?

Für mich ein echtes Drama. Nicht mehr schreiben zu können, wäre eine Katastrophe.

Keine Sorge, die Frage ist nur hypothetisch. 🙂

 

Zu welchen Anlässen habt ihr schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Kirsten: Noch nie.

Marcus: Stimmt. Wirklich noch nie.

Schade, dass wir die Interviews nur geschrieben veröffentlichen. Das wäre jetzt auch als Rap oder als Kanon ein Audio-Erlebnis gewesen. Nie, nie, nie, noch nie. Wirklich noch nie…. 🙂

 

Was war euer emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Kirsten: Das war, als ich mich beim Schreiben unseres ersten gemeinsamen Buches in meinen Co-Autoren Marcus verliebt habe. Jetzt ist er nicht mehr nur mein Co-Autor.

Und so enthalten selbst blutrünstige Thriller eben immer auch ein gerüttelt Maß Romantik. Hach, das gefällt mir.

Marcus: Ich kann ihr nicht widersprechen 🙂

Das solltest du auch nicht. 🙂 Außer für Feldstudien für den nächsten Thriller  *muahaha*

Da passt ja meine nächste Frage ganz hervorragend:

 

 

Wie viel Autobiografie steckt in euren Geschichten?

Kirsten: Da ich einige autobiografische Geschichten verfasst habe, ist dort natürlich ausschließlich Selbsterlebtes drin.

Joaaa, das klingt jetzt für mich ziemlich logisch.

Ich lese fast ausschließlich Biografien, bin schreibend aber vorerst nur noch fiktiv unterwegs. In Romanen steckt zwar immer auch etwas von einem selbst drin, aber das meiste ist frei erfunden

Da würde mich jetzt ja brennend interessieren, wie es zu so einer Differenz zwischen Lese- und Schreibgeschmack kommt, aber das führt jetzt zu weit.

Wie ist es denn bei dir, Marcus?

Marcus: Meine Mutter sagte erst kürzlich zu mir, nachdem sie “Zum Glück animiert” gelesen hat: “Jetzt weiß ich ja, was du damals im Sprachurlaub getrieben hast.” Ups.

Und? Hatte sie Recht?

Tja, ich muss bekennen, so manches Detail ist wirklich passiert. Aber das meiste ist dann entweder stark ausgeschmückt oder komplett erfunden.

 

Was wäre das größte Kompliment, das man euch als Autor machen kann?

Kirsten: Ein Buch mehrmals zu lesen, ist für mich ein Riesenkompliment. Besonders bei meinem Tagebuch übers Abnehmen erhalte ich dieses Echo immer mal wieder – und freue mich stets aufs Neue. Begeisterte Leser sind das Allergrößte. Hohe Verkaufszahlen allerdings auch.

Das geht ja irgendwie Hand in Hand, nicht wahr? Begeisterung steckt bekanntlich an.

Skoutz-Buchspruch #7 2xdasselbe

Wer ist für euch der ideale Leser?

Kirsten: Den gibt es für mich nicht. Jeder liest anders, zieht seine eigenen Schlüsse aus einem Buch.

Das ist ja Teil der Buchmagie. Die Geschichte verändert sich in jeder Hand.

 

Aber versuchen wir es andersherum. Das hat bei Frank Hebben auch wunderbar funktioniert: Wer ist der “unideale” Leser?

In der Schule habe ich gern Interpretationen geschrieben, und fand es eine Frechheit, wenn Deutschlehrer nur ihre eigene Meinung gelten ließen.

Oh ja! So einen hatte ich auch. Da war alles, was höher war als breit, ein Phallus-Symbol. Und wehe man hat das nicht auch geschrieben.

Marcus?

Marcus: Jemand, der viel liest und bereit ist, sich auf Neues einzulassen.

Das ist ja mal eine Aussage! Warum?

Denn es ist das Allertollste, Stammleser mit unterschiedlichen Geschichten stellenweise sogar aus unterschiedlichen Genres zu begeistern.

 

Bei welchem eurer Protagonisten würdet ihr den Beziehungsstatus mit euch als »schwierig« bezeichnen?

Marcus: Hmmmm. Da muss ich echt lange überlegen.

Okay, dann spiele ich die Frage erst einmal an Kirsten …

Kirsten: Abgesehen von den kranken männlichen Typen in unseren Thrillern, die mehr als schwierig sind, würde mich jemand wie Christopher aus „Pimp My Dad“ auf die Palme bringen. Er ist ein sturer Jammerlappen und hätte unter meiner Ungeduld zu leiden.

So wie dein Deutschlehrer, wenn er anderer Meinung war? *duck*

Marcus, fertig mit dem Überlegen?

Marcus: Das ist schwierig, denn manchmal mag ich sogar die Psychopathen. Aber mit einer Frau wie Carmen aus “Zum Glück animiert” könnte ich nichts anfangen.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtet ihr einfach nur mit »Ja« antworten?

Kirsten: Träumst du davon, dass „Mein Nachbar und ich“ mit Florian David Fitz verfilmt wird?

Marcus: Hat dir die David-Fincher-Verfilmung deines Thrillers gefallen?

Denn kennen wir doch noch gar nicht. Aber ich gebe dir recht, eine Kombi aus Fincher und euren Storys kann gar nicht schief gehen. Ich will Karten für die Premiere.

Ich danke euch für das hochvergnügliche Interview und freue mich auf noch viele, viele Bücher!

 

Hier könnt ihr Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck treffen:

Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck auf Facebook

Autorenhomepage von Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck

 

Skoutz-Lesetipp:  Zum Glück animiert – ein heiterer Liebesroman von Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck

Romance IconNachbarDaniel hat von der Liebe die Nase voll.

Auf Mallorca will er die Trennung von seiner Freundin hinter sich lassen und den Urlaub genießen.Die Animateurin Paulina baut ihn mit ihrer bezaubernden Art auf, und die beiden kommen sich langsam näher.Dumm nur, dass auch noch die rassige Carmen auftaucht und ihm gehörig den Kopf verdreht.

Plötzlich gleicht sein Leben einer rasanten Achterbahnfahrt …

Skoutz meint: Eine locker-leichte Komödie, die genau das beim Leser hervorruft, was man sich beim Lesen verspricht: Urlaubsfeeling mit Wohlfühlgarantie. Spritzige Dialoge, überraschende Wendungen und Figuren, denen man trotz – oder gerade – wegen ihrer Kanten und Schrullen – gerne durch die Seiten folgt. 

 

Cover OpferraumHinweis:

Im Report aus dem Skoutz-Buchregal #31, unserem Crime-Special, haben wir den extrem spannenden Suspense-Thriller “Opferraum” von Kirsten und Marcus ausführlich vorgestellt. Eine hochspannende Geschichte einer Entführung und der Dreiecksbeziehung zwischen dem irren Entführer, dem plötzlich auf sich allein gestellten Opfer und dessen egoistischen Ehemann …

Krimi-Thriller IconWenn ihr wissen wollt, wie uns der Ausflug von Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck in den “Opferraum” und damit ins Thrillerfach gefallen hat, könnt ihr hier weiterlesen.

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