Start 72 – Jetzt oder nie!

Wir haben uns Anfang des Jahres über Vorsätze unterhalten. Und? Wie geht es ihnen?

Auch in der Skoutz-Redaktion ist das ein Thema. Die anfängliche Euphorie und Motivation verpufft und in der Hitze der Alltagsgefechte haben die besten Vorsätze die Haltbarkeit von Butter in der Wüste. Anders Pflichtaufgaben, die man von anderen, etwa seinem Verleger, aufgetragen bekommt. Die werden nicht besser, wenn man sie auf die lange Bank schiebt.

Kennt ihr in dem Zusammenhang die 72-Stunden-Regel?

Die besagt, dass psychologischen Studien zufolge, die Chance, dass eine Aufgabe erfüllt wird, in den ersten 72 Stunden am besten wirkt. 90% der in diesem Zeitfenster ernsthaft begonnenen Projekte werden auch erfolgreich umgesetzt.

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Start 72 – Nicht warten, sondern starten.

Natürlich ist Start 72 nicht mit der Stoppuhr zu messen, sondern eher eine Faustformel. Der Volksmund sagt dazu, man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist (und einiges mehr, das ihr unter sprichwörtlich #6 nachlesen könnt).

Das hat sogar seine physikalische Richtigkeit, denn tatsächlich steigt der Schmiedeaufwand mit einem erkaltenden Eisen beträchtlich. Und so ähnlich ist es auch mit den Plänen. Überlegt euch gründlich, nicht nur, was ihr machen wollt, sondern auch wann und wie.

Nutzt also die Initialzündung und treibt euer Projekt schon mal so weit voran, dass aus der Idee etwas Greifbares geworden ist.

Die diversen Karriere-Seiten empfehlen an der Stelle, dass man im Team einen Plan aufsetzen soll, der genau regelt: Wer macht was, bis wann. Das klingt schlau, hilft aber bei Autoren, die tendenziell allein unterwegs sind und sich selbst strukturieren müssen, nur bedingt.

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72 Stunden für Autoren

Time, Alarm Clock, Clock, Watch, Hours, Minutes, OldSpontan fallen uns drei Phasen ein, in denen man 72h-Fenster nutzen kann. Bei der Idee, dann bei der Veröffentlichung und schließlich beim Marketing:

Wenn ihr eine Idee zu einem Manuskript habt, dann setzt euch binnen 3 Tagen hin und schreibt zumindest das Exposé, einen Grobplot oder wie auch immer sonst ihr ein Projekt fixiert. Wenn es euch dann packt, lässt es euch nicht mehr los und ihr werdet es auch weiterschreiben. wenn nicht – nun, dann war die Idee womöglich nicht ganz so genial, wie sie zunächst wirkte.

Wenn ihr ein Buch veröffentlichen wollt, könnt ihr tatsächlich auch mit einem Team planen. Wer macht das Cover? Lektorat? Korrektorat? Buchsatz? Promotion? Selbst wenn ihr bei einem Verlag untergekommen seid, schadet es nicht, wenn ihr euch zurecht legt, was getan werden muss und auch, was ihr tun könnt. Und das sollte frühzeitig geklärt werden, sobald ihr wisst, wann ihr veröffentlichen wollt?

Wenn ihr erfolgreich sein wollt, dann setzt euch jetzt hin und entscheidet, welche Mittel (Zeit, Geld, Beziehungen) ihr für den Erfolg eures Buches wie und vor allem wann einsetzen wollt. Es gibt reichlich Ratgeber dazu und auch Dienstleister (wir zum Beispiel), die euch bei der Umsetzung helfen. Aber plant das jetzt, wenn ihr gerade dafür brennt. Nutzt den Augenblick, den Funken, der zündet! Jetzt. Nicht irgendwann.

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Mehr Luft bekommen?

Wenn ihr etwas plant, ganz egal was, oder wenn ihr eine Aufgabe erfüllen müsst, solltet ihr binnen 72 Stunden folgende Checkliste durchgehen, um den ersten Schritt zu tun:

  • Liste erstellen 
    Was muss gemacht werden? Welche Aufgaben sind wichtig, welche dringend?
    Was müsst ihr selbst machen, was könnt/wollt ihr delegieren?
    Gerade beim Versuch, effektiver zu schreiben, ist es sehr wertvoll, sich die einzelnen Arbeitsschritte von Recherche bis Buchsatz zu überlegen. Und auch, wie sie in einander greifen.
  • Priorisieren
    Soweit möglich, hat es sich bewährt, das Schwierige und Wichtige mit kleinen, einfachen Aufgaben zu mischen, die zwischendrin auch für Erfolgserlebnisse sorgen und der Motivation helfen.
  • SMART planen
    Smart ist hierbei ein Akronym für spezifisch (detailliert genug), messbar, attraktiv (motivierend), realistisch und terminierbar sein. Das ist übrigens nach unserer Erfahrung der mit Abstand spannendste Punkt in der Autorenplanung. Wenn es um die eigene Leistungsfähigkeit neigen erschreckend viele Autoren auch außerhalb des Genres zu Heldenepen.
  • Pausen einplanen
    Es ist sehr ratsam, wenn man maximal 60% der verfügbaren Zeit verplant und den Rest auf Pleiten und Pech bucht. Denn ob das jetzt das unangemeldete Systemupdate, ein Stromausfall, ein Haustier mit Brechdurchfall oder ähnliches ist – irgendwas ist immer.
  • Kontrolle
    Nur wer Erfolge definiert, kann auch ihr Erreichen kontrollieren. Es ist traurig, wie viele Menschen (und beileibe nicht nur in der Buchbranche) so viel konsequenter in Bezug auf ihren eingeschlagenen Weg als in Bezug auf das eigentliche Ziel sind. Sowohl beim Schreiben, als auch beim Überarbeiten, in der Launch-Phase ebenso wie nachher beim Marketing gilt immer dasselbe. Formuliert Erwartungen, Ziele und kontrolliert, ob ihr sie erreicht.

 

Warum Start 72? Warum genau 3 Tage?

Das haben wir tatsächlich nicht herausgefunden, aber irgendwie haben wir Menschen schon seit wir uns Märchen erzählen diese Affinität zu 3 Tagen. Das zeigt sich auch in der Rechtsprechung und Versicherungsverträgen, die oft von Reaktionszeiten von 3 Tagen ausgehen.

72 Stunden –Die nächsten Drei Tage ist übrigens auch ein Thriller von Drehbuchautor und Regisseur Paul Haggis aus dem Jahr 2010.

 

Psychologisch aufbereitet könnt ihr über die 72-Stunden-Regel auch beim Online-Lexikon für Psychologie* nachlesen, das wir auch sonst zu Recherchezwecken empfehlen können.

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