Skoutz-Sprachlabor: Komma-Koma

Grund genug, dass einmal aufzufrischen.

Kurz und knapp: In folgenden Fällen setzt man ein Komma

  • Bei Aufzählungen: Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht.
  • In Verbindung mit nachgestellten Zusätzen: Das ist das Komma, eines der wichtigsten Satzzeichen.
  • Bei Datums-, Adress-, oder Literaturangaben: Die Regeln für die Kommasetzung wurden am Mittwoch, den 30. Februar 2017, 09.30 Uhr  einvernehmlich im Wunschpalast, Traumgasse 16, 99991 Scherzingen aufgehoben (K. Lauer, exikon der Schnapideen, 3. Auflage, S. 33.)
  • Bei Bindewörtern: Die richtige Zeichensetzung ist einerseits mit einem gewissen Aufwand, andererseits aber auch mit höherer Lesbarkeit verbunden.
    Ausnahme: Werden gleichrangige Wörter und Wortgruppen durch eine der folgenden Konjunktionen verbunden, so setzt man kein Komma: z.B. und, oder, entweder – oder, sowie, sowohl – als [auch]
  • Bei Partizip- und Infinitivgruppen: Das ist falsch, genauer betrachtet. Hier ist[,] auf den ersten Blick,] mindestens die Hälfte falsch.
  • Bei Teilsätzen: Ich freue mich, dass ihr hier so brav mitlest.
  • Bei Hervorhebungen, Ausrufen, Anreden: Hui, da gehört ja ein Komma hin.

Wichtiger Tipp: Beim Sprechen (oder eben Lautlesen) macht man automatisch da eine Pause, wo im Text ein Komma hingehört. Was beweist, dass das Komma eigentlich eine Luftnummer ist. 🙂  Leider neigt man unter Beobachtung dazu, seinen natürlichen Rhythmus zu verändern, sodass diese Methode nicht unfehlbar ist. Aber eine gute Hilfe bleibt sie allemal.

So, und für alle, die es gern genauer wissen wollen, hier nochmal

Das Komma auf der freien Wildbahn

Aufzählungen

Am Häufigsten trifft man ein Komma bei Aufzählungen an. Da sitzt es zwischen den einzelnen Wörtern oder Aufzählungsbegriffen (die können ja auch mehrteilig sein): Wir brauchen Eier, kalte Milch, Zucker und Mehl für den Kuchen.

Eine Ausnahme gibt es dann, wenn ein “und“, “sowie” oder auch ein “oder” in der Aufzählung kommen, dann ist das Komma beleidigt und bleibt weg.

Nebensätze

Die nächste Regel ist auch noch relativ einfach umzusetzen. Haupt- und Nebensatz werden durch Kommas voneinander abgesetzt. Das Skoutz-Sprachlabor ist echt eine tolle Sache, weil man hier was lernt.

Genau. Das tolle Skoutz-Sprachlabor ist der Hauptsatz, der auch alleine stehen kann. Das mit dem lernen ist für sich allein nicht so verständlich. Es braucht den Bezug zum Hauptsatz und hakelt sich daher mit einem Komma an. Wenn er eingeschoben wird, braucht der Nebensatz aber immer ein zweites Komma an seinem Ende (quasi als Hintertürchen): Das Skoutz-Sprachlabor ist, weil man hier was lernt, echt eine tolle Sache.

Infinitivgruppen

Schwupps, schon wird es kompliziert. Jetzt müsste man ja erst einmal wissen, was das ist. Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs: Einfach fragen, statt sich nervös machen zu lassen.

Wenn man so einen Infinitiv verwendet, sollte man Kommas bereithalten, denn wenn der Infinitiv mit “zu” oder auch “um zu” gebildet wird, bedarf es eines solchen.

Wo aber setzt man dann das Komma? Da, wo man beim Sprechen eine Pause machen würde. Wenn der Infinitiv mit “um zu” eingeleitet wurde, kommt das Komma zuallermeist vor das “um”. Bei einem einfach daherkommenden “zu” allerdings dorthin, wo die Infinitivgruppe beginnt. Es ist ganz schön schwierig, das logisch nachvollziehbar zu erklären.

Wenn der Infinitiv nicht alleine funktionsfähig ist, sondern ein Hilfsverb benötigt (sein, haben, werden), setzt man kein Komma. Meist (leider nicht immer) ist der Infinitiv dann aber mit dem zu und einem weiteren Wort zu einem verschmolzen (siehe auch Regeln zur Getrenntschreibung): In manchen Sätzen ist das Komma eben wegzulassen.

Auch “brauchen” und “scheinen” verbreiten mieses Komma-Karma. Auch bei ihnen kommt nämlich der nachfolgende Infinitiv ohne Komma aus: Das Komma scheint sich nicht für diese Sätze zu interessieren. Wir sind es ja, die sich das zu merken brauchen.

Bindeworte oder Konjunktionen

Diese kleinen Worte, die Sätze, Satzteile oder Worte miteinander verbinden, und ihr Verhältnis zum Komma hat der gute Duden in drei Gruppen eingeteilt:

Gegensätze ziehen sich an und werden deshalb durch Kommas getrennt.

Das ist nicht schwer, sondern verwirrend. Das ist zwar viel, aber wir schaffen das. Wir sind schon ziemlich weit, doch noch nicht am Ende.

Wenn die Konkjunktion einen Gegesatz ausdrückt, z.B. mit “aber“, “sondern“, “doch“, “nur” oder “jedoch” setzt man also vor diese Worte ein Komma.

Aufzählende (oder aneinanderreihende) Konjunktionen werden durch Kommas verbunden

Wenn in einer Aufzählung nicht nur Begriffe, sondern ganze Sätze aneinandergereiht werden, verbindet man sie durch Kommas. Signalwörter sind hier: ob in der Schule, ob in der Arbeit – den Kommas kommt man nicht aus. Denn nicht nur beim Schreiben, sondern auch beim Lesen sind wir auf sie angewiesen.Das ist einerseits nervig, erhöht aber andererseits die Lesbarkeit.

Auch hier ist leider nicht immer vor der Konjunktion das Komma zu setzen, sondern vor dem Satzteil. Man sieht es im letzten Beispielsatz. Auch hier hilft aber lautes Lesen meistens wirklich supergut.

Gleichrangige Konkjunktionen wollen kein Komma zwischen sich

Wenn zwei Konjuktionen gleichrangige Satzteile miteinander verbinden, wollen sie nicht durch Kommas getrennt werden.Typische Bindewörter sind hier: “beziehungsweise” (bzw.), “sowohl … als auch”, “weder … noch” und natürlich die schon oben erwähnten “und”, “sowie” und “oder”.

Das Komma ist sowohl nützlich als auch logisch. Weder können wir ohne Grammatik verstehen noch verstanden werden.

Einschübe

Einschübe in einen Satz werden zur deutlicheren Absetzung von zwei Kommas (am Eingang und am Ausgang) kenntlich gemacht. Bei kurzen Einschüben kann man sie oft auch weglassen. Wichtig ist aber, dass sie immer paarweise auftreten, d.h. wenn man eingangs eins setzt, kommt auch an den Ausgang eins. Einschübe erkennt man daran, dass man sie auch weglassen kann, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert:

Meine Zeichensetzung, die ich nach Gefühl mache, ist abenteuerlich. Seine Versuche, obgleich sehr beharrlich umgesetzt, waren letztlich erfolglos. Dieser Artikel, um den ich mich sehr bemüht habe, ist schwer verständlich.

Anrede und Gruß

Wie eingangs schon gesagt, werden Kommas im Englischen so anders behandelt wie die Verkehrsführung. Ein schönes Beispiel sind Andrede und Grußformeln. Da ist es nämlich dort genau umgekehrt.

In Deutschland schreibt man zu Beginn, also in der Anrede, Kommas, und spart es sich am Schluss beim Gruß. Wir holen also nach der Anrede noch einmal Luft, bevor wir mit unserem eigentlichen Anlegen loslegen. Folgerichtig schreiben wir auch nach der kommatös abgesetzten Anrede klein weiter.

Lieber Leser,
das ist eigentlich ganz einfach.
Gruß
deine Grammatik

Dear Reader
We are sorry, but we have other traditions.
Best,
your Grammar

Wie ihr mit diesen Regeln in der Praxis am besten umgeht, also wie ihr sie einfach beachten könnt, und was es sonst noch an Rechtschreibregeln gibt, könnt ihr hier nachlesen.

Hinweis: Auch wenn wir hier versuchen, die amtlichen Rechtschreibregeln nachvollziehbar darzustellen, sind wir selbst nicht vor Fehlern gefeit.

 

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