Interview Angeltearz liest

Zu Besuch bei Steffi von „angeltearz liest“

Unsere diesjährige Jurorin Gisela Brückmann von „Gilas Bücherstube“ hat sich der schier unlösbaren Aufgabe angenommen, aus über 350 Vorschlägen der Longlist Buchblog ihre Auswahl zu treffen. Einer dieser Blogs ist „angeltearz liest“.

 

Gila sagt: Auf Steffi’s Blog findet man viele Rezensionen aus fast allen Genres. Von der Biographie bis zur Weihnachtsgeschichte deckt sie alles ab.
Steffi ist eine sehr engagierte Bloggerin. Sie organisiert gemeinsame Aktionen für Blogger, verfasst Beiträge rund ums Bloggen und bietet Aktionen wie zum Beispiel Lese-Challenges an.

Das wollten wir uns etwas näher ansehen und haben uns deshalb auf den Weg gemacht. Was wir herausgefunden haben? Lest selbst…

Sabrina zu Besuch bei Steffi, die gerne mal Haltestellen „verliest“

Hallo Steffi! Skoutzi und ich freuen uns, dass wir dich und deinen Blog heute etwas näher vorstellen dürfen. *zückt ihren Notizblock*
Wir starten mit ein paar knallharten Fakten, ehe wir zum gemütlichen Teil übergehen. Bereit? Dann los!

 

Angeltearz liestSteckbrief zum Blog:

Blogname: angeltearz liest – Steffi´s kleine Bücherwelt

Wer betreibt ihn: Steffi

Blogadresse (Link): www.angeltearz-liest.de*

Seit wann gibt es den Blog?: Am 07.06.2015 ging der erste Blogbeitrag online

Wo können deine Leser dich sonst erreichen?: Buchmäßig bin ich oft bei Lovelybooks unterwegs.

Facebook, Twitter, Instagram? Sonstige?: Tatsächlich nur bei Facebook.

 

Wo veröffentlichst du in der Regel deine Rezensionen?

Mein Blog ist für mich immer meine erste Anlaufstelle – selbstverständlich. Ich verteile meine Rezensionen aber auch sehr gerne bei Lovelybooks, Was liest du?, Lesejury und dann manchmal noch bei Amazon. Gerne auch mal beim Verlag oder auf rezi-suche.de. Die Auswahl an Möglichkeiten ist riesig.

 

Worüber bloggst du?

Hauptsächlich über Bücher. Ich hatte zwischenzeitlich mal überlegt, ob ich meine anderen Hobbys dazu nehme. Aber ich bin mit dem Buchthema schon so gut ausgelastet, dass ich es wirklich dabei belasse. Ich blogge ja nicht nur Rezensionen…

 

Was gibt es auf deinem Blog?

Buch-Rezensionen

Autoreninterviews

Gewinnspiele

Eventberichte

Meine Aktion „Buchvorstellung meets Buchzitate“, wo Autoren*innen ihre Bücher vorstellen können

Challenges über Bücher und auch übers Bloggen an sich

Wenn ich etwas buchiges auf Reisen finde (Bücherschränke z.B.) oder wenn ich Messen besuche

 

Welche sind bei Büchern deine Schwerpunkt-Genres?

Crime (Krimis & Thriller)

Fantasy (von Urban mit Vampiren bis High Fantasy im Stil von Herr der Ringe)

Horror (nur selten)

Romance (Liebe mit und ohne Happy-End, bei der Erotik nicht im Vordergrund steht) (auch nur selten)

Science-Fiction (Dystopien, Aliens, Weltall, Zukunft …)

 


Aber jetzt ein paar Fragen zu dir:

 


In einem Wort: Was bedeutet für dich „Bloggen“?

Austausch

 

Wann und wie kamst du dazu, deine Buchleidenschaft im Internet mit einem Blog auszuleben?

Die Geschichte ist etwas länger…

*lehnt ich zurück und lächelt* Ich hab Zeit.

2007 haben wir angefangen ein Haus zu bauen, was ich auf einem kleinen Blog festgehalten habe. Irgendwann habe ich dann angefangen auch über Privatkram und Bücher zu schreiben. Das ist dann 2008 direkt in einen privaten Blog (heute würde man das Livestyle-Blog nennen) übergegangen. Durch ein paar nicht so schöne Dinge, habe ich dann 2013 das private Bloggen sein gelassen. 2014 dann diesen Blog endgültig gelöscht – inkl. der Rezensionen.

Solche Schritte sind nicht schön, aber manchmal einfach nötig. Da du jedoch wieder bloggst war deine Geschichte noch nicht zu Ende. Wie ging es weiter?

2015 merkte ich, dass ich ohne Bloggen nicht sein kann und da ich immer noch gerne Rezensionen geschrieben habe, habe ich dann meinen jetzigen Blog ins Leben gerufen. Und seit dem möchte ich ihn auch nicht mehr missen.

Das war eine gute Entscheidung. Ich hoffe, dir bleiben weitere unschöne Dinge erspart und du uns noch lange erhalten.

 

Was ist der außergewöhnlichste Beitrag, den du jemals verfasst hast?

Oh das weiß ich noch ganz genau und ich erinnere mich unheimlich gerne zurück. Der Beitrag hat tatsächlich nichts mit Büchern zu tun. Im Juli 2017 habe ich eine Blogparade gestartet, die „Du und dein Blog“ hieß, wo ich eigentlich nur wenige Fragen in die Bloggerwelt geworfen habe und darum bat, diese zu beantworten. Die Resonanz war extrem groß und fast 200 Blogger haben auf jeglichen Plattformen mitgemacht. Mittlerweile sind wieder viele Blogs und Beiträge verschwunden – Leider!

Aber die Erinnerung bleibt dir und man sieht, dass viele Blogger mehr miteinander vernetzt sind, als man glauben mag. Solche Aktionen zeigen, dass die, die sich „anfeinden“ wirklich keinen großen Teil ausmachen. Das finde ich wundervoll.

 

„Es wird immer weniger gelesen“ – Wie reagierst du auf diesen Satz?

Puh, finde ich schwierig darauf zu reagieren… Ich würde erstmal hinterfragen, warum das so ist. Denn in meinem Umkreis kann ich das so nicht unterschreiben. Eher im Gegenteil. Es wird sogar recht viel gelesen.

Ich denke das schon ab und zu. Allerdings wird es solche Phasen, in denen weniger gelesen wird immer mal geben. Wirklich Sorgen mache ich mir da noch nicht.

 

Gibt es goldene Regeln, die man beim Bloggen beachten sollte?

Bleib du selbst und mach dein eigenes Ding – Das ist das Einzige, was ich jedem Blogger ans Herz legen möchte. Es gibt einige Blogger, die als „Vorbild“ genommen werden und viele andere wollen genau so sein. Das ist in meinen Augen absolut falsch.

Vorbilder zu haben finde ich gut, aber ich glaube darum ging es dir auch nicht. 😉 Wer in der Bloggerwelt nicht sein eigenes Konzept entwickelt wird einfach langfristig keinen Spaß daran haben.

Doch, darum geht es mir. Jeder Blogger ist sein eigenes Vorbild und sollte einfach nur machen worauf er Lust hat. Auch absolutes Chaos kann ein Konzept sein. Die Bloggerwelt hat sich so sehr in den 13 Jahren (so lange bin ich schon dabei) verändert, dass sie gerne mal wieder ihren Stock aus den Hintern nehmen kann. 😉

 

Wie viel Zeit investierst du am Tag oder in der Woche in den Blog?

Mein erster Kaffee morgens ist vorm PC am Blog, wo ich Kommentare und Spam checke. Ich schaue, ob ein geplanter Beitrag online gegangen ist und ob alles soweit gut aussieht. Es kann ja auch mal sein, dass WordPress wieder ein Eigenleben entwickelt und was zerschießt (alles schon passiert). Wenn noch ein Blogbeitrag optimiert werden muss, dann tue ich das. Die Rohfassung der Rezensionsbeiträge bereite ich immer schon vor, sobald ich ein Buch angefangen habe zu lesen. Wenn das noch nicht gemacht ist, dann fange ich damit an. Also Daten zusammensammeln oder Bilder bearbeiten. Es kann auch sein, dass ich am Vortag schon eine Rezension, also den reinen Text, geschrieben habe (das mache ich gerne am Handy) und füge dann alles zusammen. Morgens nehme ich mir gerne die Zeit für den Blog, da ich da die Ruhe habe, die ich dafür brauche.

Das klingt ja alles doch recht entspannt. Ich nahm an dass es schon viel Zeit beansprucht, die ganzen Beiträge zu schreiben.

Blogbeiträge, Rezensionen oder auch nur Ideen schreibe ich am Tag auf dem Handy. Das kann ich zwischendurch mal machen und da zähle ich die Zeit nicht so.
Am Wochenende nehme ich mir dann auch mal etwas mehr Zeit am PC.

Also doch ein wenig mehr Arbeit. Aber wenn man es sich aufteilt, wie zum Beispiel bei dir, lässt es sich ja gut integrieren. Man muss da vermutlich einfach seine Balance finden.

Genauso ist es. Es ist verdammt viel Arbeit, man muss sich nur organisieren.

 

Was macht für dich einen guten Blog aus?

Wenn man auf den ersten Blick schon sieht, dass Herzblut drinsteckt. Dann habe ich auch direkt Lust etwas mehr zu stöbern.

Da kann ich nichts hinzufügen, das ist genau so!

 

Es gibt immer wieder Hürden (z.B. DSGVO und aktuell der umstrittene Artikel 17), die Bloggern das Leben schwermachen. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, mit dem Bloggen aufzuhören?

Mit der DSGVO habe ich mich sehr, sehr viel beschäftigt. Viele Stunden sind dafür drauf gegangen. Aber ich muss hier auch sagen, dass mich das ganze Thema sehr interessiert und ich das gerne gemacht habe. Der Artikel 17 geht mir richtig auf den Keks. Hier mache ich mir schon die ganze Zeit Gedanken, wie ich das umsetzen könnte…

Leider sind dabei ja viele Blogs an ihre Grenzen gestoßen und wurden daher gelöscht. Hast du auch ans Aufhören gedacht?

Ja, ich habe schon überlegt, ob ich aufhöre. Das ist auch noch gar nicht so lange her, dass ich das überlegt habe. Irgendwie war mir alles zu viel geworden. Der Blog, Twitter, Instagram und Facebook. Der Blog war mir da am Meisten „im Weg“, weil er einfach zu viel Arbeit macht. Viele machen sich den leichten Weg und nehmen einen Social Media-Account. Ist eben leichter und einfacher zu pflegen. Nach langem Überlegen, habe ich mich aber dann für meinen eigenen Weg entschieden. Social Media weg (bis auf Facebook, was aber auch private Gründe hat) und ich konzentriere mich auf den Blog. „Zurück zum Anfang“ habe ich es genannt. 2007 / 2008 habe ich damit angefangen zu bloggen und da war Social Media noch kein Thema. Mit der Entscheidung kann ich sehr gut leben und stehe absolut dahinter.

Wo wir wieder beim Thema „Seinen eigenen Weg finden“ wären.  Oft bedarf es nur ein wenig Reflektion und dann läuft es wieder. Ich persönlich bin ganz froh dass es noch „nur Blogger“ gibt, die noch nicht dem Social Media Weg erlegen sind. Wobei es bei vielen auch einfach der einzige Weg war überhaupt noch Rezensionen zu schreiben und zu teilen, weil der Blog der DSGVO Hürde oder anderen Gründen erlag.

 

Bücher sind deine Leidenschaft, welches hat dich am meisten geprägt?

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende war das Buch, welches ich dann grundsätzlich erwähne. Das Buch ist das erste Buch, welches ich als Jugendliche regelrecht eingesaugt habe. Vorher habe ich schon viel gelesen, aber an dieses Buch erinnere ich mich einfach besonders. Als ich mit dem Bus zur Ausbildung gefahren bin und fast die Haltestelle verpasst habe.

*lach* Naja ich kann dich da voll verstehen. „Die unendliche Geschichte“ ist ein Meisterwerk und vor allem eine Geschichte, die man jedes Mal wieder neu erleben kann.

 

Wenn du für einen Tag in ein Buch reisen könntest, in welches würde es dich ziehen?

Hier wäre ich ganz Klischee und sage „Harry Potter“. In diese Welt würde ich gerne mal reisen. In der Winkelgasse shoppen gehen. Durch Hogwarts gehen und die Klassenzimmer anschauen. Durch den Wald gehen und mich bei jeder Kleinigkeit erschrecken oder im Fuchsbau eine Tasse Tee trinken.

Das ist aber ein schönes Klischee 🙂 Ich würde gerne mit Flohpulver reisen. Vermutlich käme ich dann irgendwo ganz falsch raus, aber da ich am Ende des Tages sowieso wieder daheim bin ist das ja egal 😀

 

Welcher fiktionale Charakter ist in Buch/Serie/Film unglaublich, wäre aber in banalen alltäglichen Situationen unerträglich?

Hm.. Da gibt es tatsächlich niemanden. Ich male mir die Charaktere gerne aus und wenn ich ihn in dieser kurzen Zeit im Buch mag oder super finde, dann wäre das auch im wahren Leben so.

Ich bin da, denke ich, nicht so tolerant. *lach* Wenn ich mir vorstelle Sheldon Cooper würde all meine Sachen im Schrank etikettieren und dann noch einen Urinbecher zu den Haushaltsgegenständen stellen… Naja ich bin einfach froh, dass er mich nie besucht 😀

 

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Jetzt gerade lese ich „Omega – Das Erbe der Gottmaschine“ von Oscar Winter. Ein Science Fiction aus dem Hybrid Verlag. Gefällt mir sehr sehr gut bisher.

Ich glaube, irgendwann sollte ich geschriebener Science Fiction doch mal eine Chance geben. Ich bin gespannt, wie es dir am Ende gefallen hat.

 

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Für meine Familie

Ich stelle mir bei dieser Antwort gerne vor, dass es kein Notfall ist. Sondern einfach um gemeinsam im Halbdunkel der Küche zu sitzen, Kakao zu trinken oder Eis zu essen.

Es muss ja nicht immer direkt ein Notfall sein. Aber es gibt immer einen Grund, warum jemand mitten in der Nacht auftauchen sollte. 😉

 

Gibt es etwas, das du kannst, die meisten anderen Menschen aber nicht?

Nein, ich glaube da gibt es nichts.

Bei deinem Blog zum Beispiel bist du sehr talentiert. Das kann nicht jeder! 

Danke, das ist echt lieb. Aber ich finde, das kann jeder. Wenn man etwas machen möchte, dann muss man sich da auch reinknien und alles dafür geben. Sein Ding durchziehen.

 

Wenn dein fünf-jähriges Selbst plötzlich deinen jetzigen Körper bewohnen würde, was wäre das Erste, das dein fünf-jähriges Selbst tun würde?

Wahrscheinlich laut Quietschen, sich auf den Boden schmeißen und meinen Hund streicheln.

*lach* Das würde ich auch im hohen Alter noch tun. Nur wieder hochkommen wäre wohl schwer. Sie ist aber auch zu knutschig.

 

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Ha, da gibt es einiges. 😀 Das hat hier aber nichts zu suchen.

Naja es wäre schon eine gute Gelegenheit. Aber ich weiß es gibt Dinge, die brauchen ihren Platz und ihre Zeit. Aber vielleicht hast du was weniger prekäres?

Hm… Du hast nur dieses eine Leben, also mach was draus. Lebe so, wie du es für richtig hältst und lasse dir von niemanden reinreden. Lebe deine Träume soweit es geht. Deine Zeit auf diesen wunderschönen Planeten ist begrenzt. Lass die Vergangenheit ruhen und lebe im hier und jetzt.

Das hast du wundervoll gesagt. Nehmt euch das ruhig mal vor. Und wem es nicht gelingt: Macht es in kleinen Schritten.

 

Liebe Steffi,
es war sehr schön hier bei dir. Und auch, wenn wir dich und die Vierbeiner nun verlassen müssen, hoffen wir dass wir noch einiges von dir lesen dürfen. Alles Liebe für dich. 🙂

Dankeschön!

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