Interview Inka Loreen Minden

zu Besuch bei Inka Loreen Minden

Ich bin mal wieder mit dem Skoutz-Kauz on Tour und freue mich, heute die liebe Inka Loreen Minden treffen zu dürfen. Nachdem wir das letzte Mal auf der Buchmesse in Frankfurt 2019 das Vergnügen hatten, bin ich gespannt, was sie alles zu berichten hat. Bei dem ganzen Umzugs- und Renovierungsstress, den sie hat, bin ich wirklich froh, dass sie sich ein wenig Zeit freischaufeln konnte.

 

 

Martina zu Besuch bei Inka Loreen Minden, die ihre Leser beflügeln will …

© Guido Karp / p41d.com

Liebe Inka, schön dass es geklappt hat und wir persönlich ein wenig plaudern können. Da ich weiß, wie stressig du es momentan hast, will ich dich natürlich nicht zu lang aufhalten, weshalb wir am besten direkt starten …

 

Welches ist die größte Herausforderung, der man sich als Autor stellen muss?

Die größte Herausforderung ist, immer diszipliniert am Ball … äh Text zu bleiben, auch wenn um einen herum das Chaos tobt.

Das fordert sicher gute Nerven und eine Menge Geduld …

Ich sage nur: Homeoffice und Homeschooling und leider (noch) kein Arbeitszimmer – aber bald! Darauf freue ich mich nach 15 Jahren Auf-der-Couch-schreiben am meisten 🙂

 

Hast du Lieblingsworte in deinen Skripten, die vom Lektorat regelmäßig angestrichen werden?

»Weiterhin«. Meine Lektorin bekommt immer noch jedes Mal einen Anfall.

Benutzt du es auch weiterhin? Entschuldige, der musste sein 🙂

Mittlerweile benutze ich es echt selten.

 

Was ist deine präferierte Erzählform?

Am liebsten ist mir der Personale Erzähler, also Er / Sie Perspektive.

Worin liegt für dich bei dieser Erzählform der Vorteil?

Dann kann ich meine Leser abwechselnd in die verschiedenen Köpfe meiner Figuren sehen lassen und der Story mehr Tiefe verleihen. Wobei der Ich-Erzähler auch seinen Reiz hat – vor allem, wenn die andere Figur geheimnisvoller bleiben soll.

 

Bist du im Team Adjektiv oder bevorzugst du eher einen „schnörkellosen“ Stil?

Mein Stil liegt irgendwo dazwischen.

Kannst du mir ein wenig mehr darüber erzählen?

Grundsätzlich versuche ich, ausdrucksstarke Verben zu finden, damit ich kein Adjektiv brauche.

Das heißt?

Simples Beispiel: anstatt »leise sagen« benutze ich »flüstern«, »murmeln« oder ähnliches. Allerdings kann ein richtig gesetztes Adjektiv einer Szene noch mehr Ausdruck verleihen. Ich bin diesen kleinen »Satzausschmückern« nicht ganz abgeneigt 🙂

Ich mag sie auch 🙂

 

Hast du einen speziellen Trick, um aus deinen Figuren echte Persönlichkeiten zu machen?

Nein, zumindest mache ich mir nicht allzu große Gedanken darüber. Ich habe nie glatte, perfekte Figuren, sondern sie haben immer ihre Ecken und Kanten, kleine (Schönheits-)Makel, Ängste …

Perfekt ist doch auch irgendwie langweilig …

Genau, wie normale Menschen einfach. Außerdem lasse ich meine Leser tief in deren Köpfe schauen. Vielleicht wirken sie dadurch so real und lebendig?

Wahrscheinlich.

Ich weiß es nicht, freue mich jedoch, dass es mir irgendwie zu gelingen scheint 🙂

 

Welchen Fehler darf man beim Schreiben keinesfalls machen?

Ich weiß nicht, ob sich die Frage allgemein beantworten lässt.

Wie würdest du sie denn beantworten?

Ich kann hier nur von mir als Leserin sprechen, was mir in Büchern nicht gefällt – und ich deshalb auch vermeide.

Jetzt bin ich aber gespannt.

Grundsätzlich sollte einem Schriftsteller alles erlaubt sein, solange es gut gemacht ist bzw. funktioniert 🙂 Mich stört jedoch, wenn personaler und auktorialer Erzähler vermischt werden, das reißt mich jedes Mal total aus der Story, oder wenn der Point of View pro Absatz oder sogar mitten im Absatz wechselt, sodass ich beim Lesen im ersten Moment nicht mehr weiß, in wessen Kopf man jetzt eigentlich ist.

Das geht mir auch so.

Natürlich gibt es Autoren, die beherrschen diese Kunst!

Absolut. Besonders englischsprachige Autoren nutzen ja oft diesen wilden Mix. Gibt es noch etwas, was dir beim Lesen missfällt?

Ich mag auch nicht, wenn keine richtigen Sprechverben bei Dialogen benutzt werden, denn einen gesprochenen Satz kann man nicht lachen, kichern, grunzen etc. Allerdings bin ich da nicht allzu streng und benutze bei meinen Gestaltwandlern gerne mal ein »Knurren« oder »Grollen«, um das Animalische zu unterstreichen. Oder ein einzelnes, schwaches »Ja«, darf auch mal gehaucht werden 🙂 Es kommt halt immer auf das Drumherum an.

Das kenne ich auch. Mal ist man kritischer, mal sieht man darüber hinweg.

Natürlich gibt es noch viele andere »schreibtechnische« Dinge, die es zu vermeiden gilt, aber das würde den Rahmen sprengen 😀

Ach, ich hab Zeit 🙂

Was auch nicht gut ankommt: wenn ein heißgeliebter Charakter plötzlich stirbt. Oder der Tod von (Haus)Tieren könnte einem auch übelgenommen werden.

Ja, da bin ich auch schon das ein oder andere Mal emotional geworden …

Der allergrößte Fehler beim Schreiben ist jedoch, über der Tastatur zu essen. Das rächt sich irgendwann garantiert 😉

 

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Oh je, ein ganzer Stapel mit meinen letzten Errungenschaften – aber alles Liebesromane.

Ich merk schon, du willst nicht ins Detail gehen, dann frag ich auch nicht weiter nach 😉

 

Welche 3 Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?

Gesundheit, Zufriedenheit und natürlich meine Familie.

 

Wenn du wählen könntest, wärst du lieber extrem intelligent oder gut im Umgang mit Menschen?

Lieber gut im Umgang mit Menschen.

Warum?

Wer zu viel weiß, grübelt ständig über alles nach und macht sich zu viele Sorgen. Das ist auf Dauer ungesund.

 

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Zum Beispiel für ein besonderes, kosmisches Ereignis, eine Mondfinsternis, Sternschnuppenschauer, Alieninvasion …

Ich glaube, bei einer Alieninvasion würde ich mich unter dem Bett verstecken *lach*

Ich habe mit dem nächtlichen Aufstehen absolut keine Probleme.

Echt?

Ja,  sobald ich die Augen aufschlage, egal wann, bin ich ziemlich schnell komplett wach, weshalb ich auch immer nur im Dunkeln auf die Toilette gehe 😉

Ziemlich clever 🙂

Daher würde ich grundsätzlich immer die Beine aus dem Bett schwingen, wenn mich jemand braucht.

 

Was ist deine größte Stärke?

Den Humor nicht zu verlieren.

 

Wenn dein fünfjähriges Selbst plötzlich deinen jetzigen Körper bewohnen würde, was wäre das Erste, das dein fünf-jähriges Selbst tun würde?

Ich muss gestehen, dass ich mich an meine ersten Lebensjahre fast gar nicht mehr erinnere. Auch die Grundschulzeit liegt in einer Art Nebel, ich weiß nur noch wenige Dinge. Daher kann ich bloß mutmaßen.

Das geht sicher vielen so. Was glaubst, du, würdest du tun?

Erst mal stöhnen, weil das alte Chassis total verbeult ist, ächzt und quietscht, und wahrscheinlich erschrecken, weil alles voller Falten ist, lach.

*lach* Von der Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet. Aber das wäre sicher möglich. Was würdest du machen, wenn der erste „Schreck“ verdaut ist?

Wahrscheinlich hinsetzen und zeichnen / malen– was vor dem Schreiben meine große Leidenschaft war.

 

Welcher fiktionale Charakter ist in Buch/Serie/Film unglaublich, wäre aber in banalen alltäglichen Situationen unerträglich?

Persönlich möchte ich nicht den klassischen Bad Boy als Partner.

Warum?

Wäre mir zu anstrengend. Dazu steckt wohl auch zu viel »Alpha« in mir.

 

Gibt es etwas, das du kannst, die meisten anderen Menschen aber nicht?

Ich kann hin und wieder ein kleines bisschen in die Zukunft blicken.

Oh, das klingt ziemlich spannend. Bitte erzähl mir mehr darüber.

Manchmal weiß ich schon haargenau vorher, was passieren wird, habe die ganze Szene plus Dialoge plötzlich im Kopf. Bedauerlicherweise kann ich diese Gabe nicht bewusst einsetzen, und je älter ich werde, desto mehr schwindet sie leider. Als Kind war ich allerdings echt gut darin. Zum Glück habe ich damals ab und zu jemandem erzählt, was gleich passieren wird, sonst würde mir das heute keiner glauben.

Das kann ich mir vorstellen. Klingt ja auch fantastisch. Liebe Inka Loreen Minden, ich danke dir, dass du uns trotz des ganzen Trubels mit dem Ausbau des Hauses ein Bisschen deiner Zeit geschenkt hast. Es war wirklich schön, dich mal wieder zu treffen und nett zu plaudern. Ich hoffe, dass wir ganz bald wieder die Gelegenheit dazu bekommen. Deinem Roman auf der Midlist drücken wir natürlich für den weiteren Wettbewerb die Daumen.

 

Mehr über Inka Loreen Minden und ihre Geschichten erfahrt ihr auf:

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Skoutz-Lesetipp:

Verfluchtes Drachenherz: Wächterschwingen 3 – Paranormal Romance von Inka Loreen Minden

Eine Hexe auf den Spuren einer uralten Verschwörung sucht Hilfe bei einem schlecht gelaunten, sexy Drachenwandler, der ihr unter die Haut geht.

Fay:
Die Hexe Fay Ravenwood ist seit Jahren auf der Suche nach einem verschollenen Buch, das unbedingt wieder in ihren Besitz gelangen muss. Ihre Visionen führen sie an einen fast vergessenen Ort mitten in England, in dem sie auf den mysteriösen Loan Balour trifft. Er allein könnte ihr helfen, das Buch wiederzufinden! Bloß ist der attraktive Mann definitiv nicht ganz der, für den er sich ausgibt. Zudem versteckt er in seinem Schlosskeller ein mächtiges Wesen, dessen Existenz von vielen für einen Mythos gehalten wird.
Ehe Fay versteht, was Loan ihr verheimlicht, stürzt sie kopfüber in ein Abenteuer, das sie ganz und gar nicht vorhergesehen hat.

Loan:
Seine verfluchte innere Bestie will Fay besitzen, aber Loan kann Hexen nicht ausstehen! Hin- und hergerissen zwischen Sehnsucht und Verachtung beschließt er, die Zusammenarbeit mit Fay einzugehen, um seine eigenen Vorteile daraus zu ziehen. Soll sich sein dunkles Ich doch solange mit ihr vergnügen – denkt er und vergisst: Auch Drachen haben Herzen.

Skoutz meint: Wie sexy Drachen sein können, zeigt Inka Loreen Minden einmal mehr in diesem letzten Teil ihrer Wächterschwingen-Reihe, in der unter anderem auch die Nebengeschichte von Jamie und Goyle Nick zu Ende erzählt wird. Besonders gut gefallen hat uns die Mischung aus Spannung, prickelnden Elementen und humorvollen Zwischentönen. Einmal angefangen, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Auch wenn dies vorerst der letzte Teil ist, würden wir uns freuen, weitere Geschichten der Wächterschwingen zu lesen. 

Informationen zum Buch inklusive Leseprobe bekommt ihr über unseren Affiliate-Link auf Amazon*.

 

Hinweis:

Ein Lord wie kein anderer - Inka Loreen Minden - MLERO2021

Unsere Vorjahres-Siegerin Amanda Frost hat sich lustvoll und mit Leidenschaft der Aufgabe gewidmet, aus knapp 250 Vorschlägen der Longlist Erotik die heißesten, leidenschaftlichsten, prickelndsten Geschichten des letzten Jahres für den Erotik-Skoutz aus den Regalen zu locken.

Eines dieser verführerischen Bücher, das Amanda in ihre Midlist Erotik 2021 gewählt hat, ist „Ein Lord wie kein anderer“, ein erotisches Historical, das die Autorin Inka Loreen Minden im Juni 2020 selbst herausgegeben hat.

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Mehr Infos und eine ausführliche Besprechung findet ihr wie immer in der Buchvorstellung des Titels (weiterlesen).

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Wenn ihr die Bücher schon kennt, würdet ihr uns, dem Autor und allen lektüresuchenden Lesern einen großen Gefallen tun, wenn ihr das Buch in der Skoutz-Buchdatenbank mit einer  Skoutz-Buchfieberkurve bewerten würdet. 5 Klicks statt 5 Sterne. Einfacher lässt sich eine Rezension nicht schreiben, bequemer kann man sein nächstes Buch-Date nicht finden. Und so helft ihr, dass unsere Buchfindemaschine weiter wächst.

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