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Skoutz-Wiki: Tantiemen

Wenn man von Autoren spricht, denkt man an J.K. Rowling, die mit Harry zur Milliardärin wurde. An Stephen King oder Dan Brown. Oder wenigstens von Fitzek, Heitz und Schätzing. Das ist okay.
Wir träumen ja alle auch bei Musikkarrieren eher von Madonna und Ed Sheeran oder wenigstens Tim Benzko und Konsorten und nicht so sehr vom kleinen Musiker, der in der 6 Reihe des Orchesters steht und mit Glück über dem Sozialhilfesatz verdient.

Dabei übersieht man gerne, dass das nur ein winziger Prozentsatz ist und der Großteil auch der verlegten Autoren niemals von seiner Kunst mehr als nur ein Wochenende auf dem Bauernhof bezahlen können wird. Ob das gelingt oder nicht, hängt in hohem Maße von den Tantiemen ab, die der Autor aus dem Erwerb seiner Bücher erhält.

Die Tantiemen in Kürze

Tantiemen sind ergebnisabhängige Vergütungen. Sie werden (manchmal auch schick und englisch als “Royalty”) in Abhängigkeit von den Auflagen der jeweiligen Werke von Buchautoren, Musikkomponisten und Designern bezeichnet.

Die Höhe der Tantiemen wird meist in Abhängigkeit vom Netto-Verkaufserlös ausgedrückt und bewegt sich bei Verlagsverträgen um die 7,5 % im Durchschnitt bei Printbüchern und etwa bei 20% bei E-Books. Damit das nicht so wenig klingt, spricht man daher im Verlagsbereich auch (anders als in der Wirtschaft) immer nur im Plural von Tantiemen. 😉

 

Tantiemen etwas ausführlicher

Wir wollen uns in diesem Beitrag einmal Tantiemen näher ansehen, wie die gut Goldtöpfe am Ende des Regenbogen gefüllt sind, woher der Segen kommt und was dafür vom Autor erwartet wird.

Die Höhe der Tantiemen

Die Netto-Einkommen der Autoren sind insgesamt bei den verschiedenen Veröffentlichungsformen – SP, Kleinverlag, Großverlag – nicht so unterschiedlich, die Mechanismen im Prinzip dieselben:

Ein Autor lebt davon, dass er Bücher verkauft. Doch wie viel bleibt ihm vom Buchpreis am Ende?

Verlage bezahlen ihren Autoren im Branchendurchschnitt zwischen 5 und 10% für Printbücher (also ungefähr 7,5% im Mittel) und zwischen 10 und 30% für E-Books (nicht zuletzt aufgrund des Drucks aus dem SP-Bereich, der anders E-Book-Rechte gar nicht mehr abgeben würde).

Die Bezugsgröße ist dabei meist der Nettoverkaufspreis des Buchs. Manchmal auch nur der Nettoverkaufserlös des Verlags, also abzgl. dessen, was der Buchhändler verlangt.

Das heißt mit anderen Worten, wenn ihr im Buchladen ein Buch für 10 Euro ersteht, erhält der Autor davon durchschnittlich 75 Cent. Davon muss er dann allerdings ggf. noch seinen Agenten bezahlen, der für seine Vermittlung natürlich auch etwas haben will. Wenn also fünf Leute sein Buch kaufen, ist der erste Kaffee bezahlt!

Bei SP-Autoren sieht das auf den ersten Blick besser aus. Amazon bezahlt SP-Autoren, die über seine Plattform veröffentlichen 30 bis 70% vom Nettoverkaufspreis. Das klingt natürlich enorm verlockend, doch dann kommen die Nebenkosten. Von diesem Verkaufspreis müssen nämlich die Produktionskosten neben dem Schreiben auch noch bezahlt (und organisiert) werden.

So oder so, zum Schluss kommen noch Versicherung und Steuer und das was übrig bleibt, ist das, wovon der Autor dann – theoretisch – leben kann. Kein Wunder, dass die Mehrzahl der Autoren, auch durchaus namhafte, nicht vom Schreiben leben kann.

Auszahlung der Tantiemen

Amazon zahlt mit etwa 90 Tagen Verzögerung monatlich aus. Die meisten Verlage zahlen Tantiemen jährlich, mit etwas Glück quartalsweise aus. Und gerade kleinere Verlage auch nicht besonders pünktlich.

Das hat nicht nur den Nachteil, dass der Autor ein Jahr auf sein Geld warten und seine Miete, Versicherungen, Leasingraten, Lebenshaltungskosten etc. irgendwie zwischenfinanzieren muss. Er trägt damit auch noch das Insolvenzrisiko des Verlags, denn wenn der unterjährig pleite geht, bekommt der Autor eben gar nichts. Ein Aspekt, der in letzter Zeit leider immer häufiger zum Tragen kam.

Tantiemen und Sichtbarkeit

Ob SP- oder Verlagsautor – an Eigenwerbung führt fast kein Weg vorbei, wenn nicht zufällig ein Großverlag das Buch als Spitzentitel auflegt. Doch das ist eher die Ausnahme. Auch außerhalb des Buchmarktes gibt es Leute, die im Lotto gewinnen und dann nicht mehr arbeiten müssen.

Bei Verlagstiteln – so munkelt man – ist die Höhe des Vorschusses nicht nur wichtig, weil man dann schon mal Geld bekommen hat. Es ist auch der beste Motivator für den Verlag, sich anschließend zu bemühen, das Buch auch erfolgreich zu vermarkten. Dan Brown erzählt das oft und gerne und auch Michael Robotham hat das uns gegenüber in einem Interview schon so ähnlich gesagt.

Am Ende des Regenbogens wartet kein Topf voll Gold, doch die Reise dorthin verspricht wundervolle Stunden. Das Danke für den Autor wäre tatsächlich eine Empfehlung, eine Rezension, ein paar warme Worte. Das ist der Sprit, der die Fantasie beflügelt. Wer keine Rezension schreiben mag, kann das schnell und bequem mit der Skoutz-Buchbewertung machen. 5 Klicks, einfacher geht es nicht.

Wenn euch interessiert, wie das mit dem Buchverdienst insgesamt aussieht, und wie sich so ein Buchpreis aufgliedert, könnt ihr das hier nachlesen.

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