Der Buchspazierer – von Carsten Henn

Dass Büchern eine gewisse Magie anhaftet, würden sicher die meisten Leser unterschreiben. Worte, die sich in unserem Kopf in Bilder verwandeln und uns für einige Stunden den Alltag vergessen lassen. Manche begleiten uns ein Leben lang, andere sind nur kurze Weggefährten – doch jedes einzelne von ihnen vermag Großes zu leisten.  Und genau davon handelt auch Carsten Henns “Der Buchspazierer“, der im November 2020 bei Pendo erschienen ist. Auf 224 Seiten erleben wir die wundervolle und überaus bewegende Story von Carl Kollhoff, der mit seiner Liebe zu Büchern die Leben vieler Menschen bereichert.

Aber lest selbst …

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Der Buchspazierer – eine Hommage auf die Vielseitigkeit und Besonderheit der Buchwelt …

»Das geschriebene Wort wird immer bleiben, weil es Dinge gibt, die auf keine Art besser ausgedrückt werden können.«
Carsten Henn erzählt uns eine gefühlvolle Geschichte darüber, was Menschen verbindet und Bücher so wunderbar macht.

Um was geht’s in “Der Buchspazierer“?

Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …

 

Wie fanden wir “Der Buchspazierer“?

Unsere Redakteurin Martina war neugierig und hat sich die Geschichte einmal näher angesehen. Wie es ihr letztlich gefallen hat, verrät sie euch am besten selbst …

Martinas Bücherkessel SkoutzMartinas Bücherkessel meint: Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen.

Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt Autor Carsten Henn die Geschichte von Carl Kollhoff. Der passionierte Buchhändler, der eigentlich schon in Rente sein müsste, lässt es sich nicht nehmen, jeden Tag die Buchbestellungen seiner Stammkundschaft persönlich bei ihnen vorbeizubringen. Als ihm die kleine quirlige Schascha über den Weg läuft und fortan seine Buchspaziergänge begleitet, ändert sich alles …

Ich muss gestehen, dass ich nicht mit der Intensität gerechnet habe, mit der mich dieses Buch eingenommen hat. Carl Kollhoff ist der Inbegriff eines Buchhändlers. Für ihn sind auf Papier gebannte Worte etwas ganz Besonderes, dass er in die Welt hinausträgt, mit denen er andere inspirieren will. Sein ganzes Leben drehte sich nur um Bücher, kein Wunder also, dass er die Faszination, die auf ihn selbst gewirkt hat, anderen vermitteln will.

Auf der anderen Seite haben wir Sascha, deren Mutter gestorben ist und deren Vater nun viel arbeiten muss und nicht genug Zeit für seine Tochter hat. Obwohl sie erst neun Jahre alt ist, vereint sie in sich eine unglaubliche Weisheit mit einer erfrischenden Lebensfreude. Ihr Blick auf die Dinge ist manchmal vielleicht ungewöhnlich, aber sie ist großherzig und scharfsinnig und stellt unglaublich gute Fragen. Zudem hat sie eine beeindruckende Beobachtungsgabe.

Gemeinsam ziehen sie nun also Tag für Tag los und bringen den Menschen ihre bestellten Bücher. Dabei erhalten wir nach und nach Einblick in das Leben der unterschiedlichen Menschen, die den Dienst in Anspruch nehmen. Es ist spannend zu sehen, welche Schicksale sich dahinter befinden und wie sehr ihnen der Buchspazierer hilft.

Prinzipiell könnte alles gut sein, doch das Leben ist leider nicht immer gut und gerecht. Genau an diesem Punkt kommt die besondere Tragik dazu, die mich emotional stark gefordert hat, sodass ich tatsächlich auch das ein oder andere Tränchen vergießen musste. Starrsinn, Ungerechtigkeit und Missverständnisse – manchmal sind sie nicht gewollt und dennoch treten sie ein.

Ein Must-read, denn dieser Roman hat mich gut unterhalten, mich zum Nachdenken angeregt, mich eine Vielzahl an Gefühlen durchleben lassen und mir einmal mehr bewiesen, warum mein Herz für Bücher schlägt.

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Wem verdanken wir “Der Buchspazierer“?

Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren und lebt heute noch im Rheinland – mit zwei Kindern, drei Katzen und 12 Rebstöcken. Der WDR erklärte den mehrfach ausgezeichneten Autor zu “Deutschlands König des kulinarischen Krimis”. In vielen seiner Romane geht es um Mord, Wein und gutes Essen. Seine achtbändige Krimi-Reihe um den Ahrtaler Koch und Meisterdetektiv Julius Eichendorff liegt komplett in Hörbuch-Form vor, eingesprochen von Jürgen von der Lippe. In zwei Romanen (“Tod & Trüffel” sowie “Blut & Barolo”) folgt er den Abenteuern der beiden Vierbeiner Giacomo und Niccolo im Piemont. “Birne sucht Helene” ist eine kulinarische Liebeskomödie, die zeigt wie viele Hindernisse auf einen Mann warten, der sich ins Herz seiner großen Liebe kochen will.

 

 

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