Blog den Blog: Stehlblüten

Heute möchte Blog den Blog  Stehlblüten (Link*)  etwas näher kennen lernen.

Immerhin hat es Stehlblüten geschafft sich gegen hunderte von Mitbewerbern der Longlist Buchblog durchzusetzen und einen Platz auf der Midlist Buchblog von Blogjurorin Monika Schulze (Süchtig nach Büchern) zu ergattern. Grund genug, sich das einmal genauer anzusehen.

Betrieben wird der seit 2015 bestehende Blog, der sich hauptsächlich um Contemporary, Fantasy, Romance und Science Fiction dreht, von Anabelle Stehl. Hier postet sie Rezensionen, Autoreninterviews, Gewinnspiele, Blogtouren, Eventberichte, ihre Gedanken zu aktuellen Themen der Branche, aber auch Lifestyle-Themen, Vlogs und Reisen. Und da sie selbst im Online-Marketing tätig ist, gibt es hin und wieder auch How-Tos zu Marketing, Linguistik und co.

Neben ihrem Blog ist sie auch auf Instagram*, Youtube*, Twitter*, Facebook* und Goodreads* anzutreffen.

Dazu noch ein paar Fragen an Anabelle von Stehlblüten:

In einem Wort: Was bedeutet für dich „Bloggen“?

Austausch über mein liebstes Hobby, Lernen von Büchern und anderen Bloggern, Wissen weitergeben, neue Freundschaften knüpfen – sehr viel, was für mich mit dem Bloggen zusammenhängt, findet gar nicht vorm Computer statt, sondern auch offline.

 

Wann und wie kamst du dazu, deine Buchleidenschaft im Internet mit einem Blog auszuleben?

Alles begann mit einem Buch. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen Buchblog zu gründen, aber den letzten Schubs kam mir dann Patrick Rothfuss’ „Der Name des Windes“. Dieses Buch hat mich so begeistert, dass ich unbedingt darüber sprechen wollte.

Verständlich! Rothfuss schreibt einfach unbeschreiblich gut!

Da in meinem Freundeskreis die wenigsten gelesen haben, habe ich mich noch in der gleichen Nacht an den Laptop gesetzt und Stehlblüten ins Leben gerufen. Das Internet war und ist für mich ein Ort, an dem ich Menschen treffen kann, die die gleichen Interessen haben wie ich. Ich habe so wundervolle Menschen kennengelernt, die mittlerweile zu Offline-Freunden und -Freundinnen wurden, die ich offline so aber niemals getroffen hätte.

 

Was ist der außergewöhnlichste Beitrag, den du jemals verfasst hast?

Gar nicht so leicht zu beantworten. Ich glaube aber, ich entscheide mich für „33 Dinge, die mich 3 Monate Irland gelehrt haben“. Der hat überhaupt nichts mit Büchern zu tun und der Beitrag selbst ist nicht einmal so außergewöhnlich. Er kam aber ziemlich gut an und was danach damit passiert ist, ist etwas außergewöhnlicher – Laura Kneidl hat sich für ihre Someone-Reihe nämlich Zitate aus dem Beitrag genommen, die nun jeweils die erste Seite der Bücher zieren. Das ist eine riesige Ehre, da ich Lauras Bücher liebe und jetzt auf Instagram regelmäßig auf den Zitaten verlinkt werde. Manche Leserinnen haben sogar Ordner oder Hausaufgabenhefte mit den Zitaten dekoriert. Das macht den Beitrag für mich irgendwie noch einmal schöner.

Wow! Das ist wirklich außergewöhnlich. 

 

„Es wird immer weniger gelesen“ – Wie reagierst du auf diesen Satz?

Das ist ja keine neue Debatte und die Zahlen bestätigen die Aussage ja. Ich merke auch bei mir selbst, dass ich mich von Dingen ablenken lasse – sei es mein Handy oder die PlayStation. Natürlich fände ich es auch schön, wenn wieder mehr Menschen zu Büchern greifen. Allerdings kommt es mir da gar nicht auf die Masse an, denn wichtige Geschichten können auch in Form von Videospielen oder Serien erzählt werden. Ich glaube aber, dass das Lesen auch psychisch guttut, weiterbildet und ganz abgesehen von den gelesenen Geschichten auch kleine Momente im Alltag schafft, in denen man sich ganz anders mit sich selbst beschäftigt als bei anderen Medien. Also keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Aber ich würde vermutlich nicht dagegen ansprechen, sondern vielmehr versuchen, besonders tolle Geschichten hervorzuheben und das Lesen als solches zu zelebrieren und zu bewerben – aber genau das tun wir Buchblogger ja eigentlich auch.

Eben! Und da macht ihr einen echt guten Job 😉

 

Gibt es goldene Regeln, die man beim Bloggen beachten sollte?

Na ja, da sind natürlich rechtliche Dinge wie die Impressumspflicht und all so was. Ansonsten einfach: Bleibt dran, habt Spaß, seid ihr selbst, schätze ich.

 

Wie viel Zeit investierst du am Tag oder in der Woche in den Blog? (Welche Arbeitsschritte usw)

Für mich zählen zum Blog auch meine Social-Media-Kanäle dazu. Somit sind es dann im Schnitt schon 2 Stunden am Tag (wenn man vom normalen Scrollen durch Instagram absieht). Blogposts und Videos erstelle ich in der Regel am Wochenende. Es ist mit den Jahren auf jeden Fall zeitintensiver geworden.

 

Was macht für dich einen guten Blog aus?

Die Stimme hinter dem Blog. Ich glaube, es ist schwer, das Rad neu zu erfinden – aber das braucht es in meinen Augen auch gar nicht.

Wie genau meinst du das?

Wir alle gehen Themen unterschiedlich an und solange man sich selbst dabei treu bleibt und Dinge in seiner eigenen Stimme anspricht – sei es bei Rezensionen oder ganz anderen Themen –, gibt man dem Blog seine persönliche Note mit. Ähnlich ist es ja auch bei den Büchern und den Themen, die wir lesen.

 

Einige gesetzliche Hürden (DSGVO und aktuell der umstrittene Artikel 17) machen Bloggern das Leben schwer. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, mit dem Bloggen aufzuhören?

Nein, nie.

 

Bücher sind deine Leidenschaft, welches hat dich am meisten geprägt?

Wie oben schon einmal erwähnt war das „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss. Es hat im wahrsten Sinne des Wortes mein Leben verändert und ich würde euch diese Fragen ohne das Buch vermutlich gar nicht beantworten dürfen.

 

Wenn du für einen Tag in ein Buch reisen könntest, in welches würde es dich ziehen?

Entschuldigt die klassisch-langweilige Antwort, aber ich würde tatsächlich einfach nach Hogwarts wollen. In Fantasy-Büchern passiert ja immer irgendwas Schlimmes, ich weiß gar nicht, ob ich so Lust hätte, da gegen die ganzen Antagonisten zu kämpfen. Aber gerade zu Beginn der Harry-Potter-Reihe kriegt ja eigentlich nur Harry den ganzen Mist ab. Ich würde also einfach zaubern lernen, im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum abhängen und Hogwarts und Hogsmeade erkunden.

 

Bist du ein mutiger Mensch? Wann hast du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht und was war das?

Ich glaube schon. Zumindest wird mir das häufiger gesagt. Insbesondere, als ich ausgewandert bin oder jetzt vor Kurzem, als ich meinen Job gekündigt habe. Ich fühle mich aber gar nicht so besonders mutig. Ich mag einfach Veränderungen und versuche mich für die Dinge, für die ich brenne, einzusetzen. Der Rest folgt dann irgendwie.

Gerade passiert aufgrund der Isolation leider nicht so viel Neues, aber kurz davor habe ich angefangen, alleine zu reisen. Ich hab mich früher nicht einmal alleine ins Kino getraut, deshalb war es für mich schon etwas Neues, alleine auf Reisen zu gehen, mich alleine zurechtzufinden, alleine in Restaurants zu essen, Musicals zu besuchen und all so was.

 

Was machst du, wenn du eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen wärst?

Ganz im Ernst – das war immer mein Traum als Kind! Ich wollte immer mal bei Rofu oder auch in einem Baumarkt eingeschlossen sein. Wie cool wäre das, da alle Hüpfburgen durchzuprobieren?

Der Traum vieler Kinder und Kind-Gebliebenen! 😉

Mittlerweile würde ich mich mit einem Rewe zufrieden geben, mir alle Snacks der Welt in eine Ecke legen, aus der Bücherabteilung in der Nähe der Rewe-Kasse ein, zwei Bücher schnappen, mich in eine Decke einwickeln und dann einfach einen entspannten Abend verbringen.

 

Welche Superkraft hättest du gerne?

Ich würde mich gern beamen können. Ich liebe es, zu reisen, und könnte ich beamen, wäre mein CO2-Abdruck wesentlich besser, als er jetzt ist. Außerdem wäre es egal, wo ich wohne, und ich könnte all meine Freunde häufiger sehen. Ich wäre innerhalb eines Augenblicks an der irischen Küste und genauso schnell wieder zurück auf der Couch. Davon abgesehen könnte ich Menschen aus brenzligen Situationen retten, Leute in Windeseile in Krankenhäuser befördern und ich könnte die eben angesprochene Nacht bei Rewe verbringen, ohne Hausfriedensbruch zu begehen.

So, wie du es schilderst, klingt das nach einem Allrounder-Problemlöser^^ Sehr praktisch.

 

Welcher Irrtum kursiert über dich?

Irgendwie denken scheinbar alle, dass ich richtig groß bin. Ich werde öfter nach meiner Körpergröße gefragt und die Umarmungen auf Messen werden manchmal mal von einem „Oh, du bist ja doch gar nicht so groß“ begleitet.

 

Was würdest du deinem 10 Jahre jüngeren Ich raten?

Mach dir nicht so viel Gedanken über deinen Körper oder deine vermeintlichen Unzulänglichkeiten. In 10 Jahren bist du superglücklich mit all dem und der ganze Stress war so was von umsonst.

Ansonsten eigentlich gar nicht so viel, da ich ziemlich zufrieden mit der Gegenwarts-Anabelle bin – und die wäre ich ja nicht, hätte ich die letzten 10 Jahre nicht mitsamt all der Fehler und Lernprozesse durchlaufen.

 

Was wolltest du der Welt schon immer einmal sagen? Raus damit!

Seid empathisch. Ich glaube, das würde die meisten Probleme, die wir haben, schon lösen.

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