Any Swan

zu Besuch bei Any Swan

Heute habe ich mich aufgemacht ins schöne Mecklenburg-Vorpommern, um Romance-Autorin Any Swan zu besuchen. Sie ist eine der tollen Autorinnen, die ihr auf der Leipziger Buchmesse bei uns am Skoutz-Stand (Halle 2 J310) treffen könnt. Am Freitag, den 16.3.18, könnt ihr sie dort von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr live erleben. Um euch einen ersten Eindruck geben zu können, werde ich sie mit einem leckeren Kuchen bestechen und sie dann gnadenlos mit Fragen löchern.

 

Zu Besuch bei Any Swan, die sich mit dem Schreiben einen Traum erfüllt hat …

Beschreibe dich in einem Wort!

Familienmensch

Sehr sympathisch 🙂

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?
Ich bezeichne mich selber gerne als Chaosschreiberin. Bei mir fängt meistens alles mit einer einzelnen Szene oder einem Namen in meinem Kopf an.

Am Anfang war das Wort 🙂 Also du beginnst ganz minimalistisch und dann?

Darauf baut sich schließlich die ganze Story auf. Es gibt auch einen groben Handlungsstrang, den ich kurz notiere, allerdings werfen meine Protas diesen gerne mal über den Haufen.

Tztztz, wenn die mal Eigenleben entwickeln … Da ist deine Fähigkeit, das Chaos zu berherrschen, sicher von Vorteil … 🙂

Wenn ich unterwegs bin und eine Idee festgehalten werden muss, schicke ich sie mir gerne mal über den Facebook-Messenger meines Autorenprofils an mein privates Profil. 😉

Ich benutze dafür meine Schwester *hihi* Aber man muss sich ja irgendwie zu helfen wissen 🙂

Das reine Runterschreiben einer Geschichte klappt bei mir nicht.

Wie machst du es dann?

Ich hüpfe quer durch die Szenen und schreibe das, was gerade zu meiner Stimmung passt. Am Ende bin ich meistens selbst überrascht, dass ein fertiges Buch dabei rauskommt. 🙂

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

Gute Frage.

Danke 🙂 Sie bemühte sich stets 🙂

Mein Laptop ist neu. 🙂

Ach so, ich dachte jetzt, du lobst mich für meine kreativen Fragen 🙂

Aber bei mir auf Arbeit ist es die Leertaste.

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

Ich würde dann an meinem Tisch sitzen. Die Kinder wären in guten Händen, alle Hausarbeiten wären erledigt.

Das ist wirklich traumhaft (für mich als Mama) und klingt wirklich nach einem tollen Tag. Wie geht es weiter?

Jemand würde sich um unsere Hunde kümmern und mir zwischendurch etwas zu essen und zu trinken bringen. Und die Muse kommt nicht erst zum Abend vorbei, sondern schon am Morgen, damit ich 10.000 Wörter schaffe. Denn ich schaue immer ganz neidisch, wenn Autorenkolleginnen ein derartiges Tagespensum verkünden. 🙂

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Ich glaube, in jedem Buch steckt ein bisschen von mir, das lässt sich meiner Meinung nach auch nicht vermeiden.

Glaube ich auch … Was fließt dann bei dir persönlich mit ein?

Manchmal ist es eine meiner Charaktereigenschaften, eine Situation mit meinen Kindern oder meinem Mann, oder etwas, was ich im Alltag erlebt habe.

Das Leben erzählt die besten Geschichten …

Alles spiegelt sich in gewisser Weise wider. Ich habe meinem Mann aber auch schon angedroht, unsere Geschichte zu einem Buch zu verarbeiten, denn der Start in unsere Beziehung vor fast 20 Jahren hätte durchaus das Potential dafür.

Spannend 🙂 Und was sagt er dazu?

Bisher sträubt er sich noch dagegen. 🙂

Dann bin ich mal gespannt, ob er seine Meinung noch ändert …

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

Für mich ist die richtige Stimmung wichtig und dabei hilft mir fast immer Musik. Ich habe mir extra verschiedene Playlists angelegt.

Kleine Schreibblockaden überwinde ich, indem ich zum guten alten Stift und Papier wechsle.

Interessante Strategie, das hab ich so jetzt noch nie gehört … Und wenn das nicht hilft?

Bei großen kann ich sie nur aussitzen. Ich versuche mich dann mit einem guten Film oder einem guten Buch abzulenken. Aber da können schon mal ein paar Tage vergehen, bis die Muse sich wieder blicken lässt.

Die Muse kann schon mal zickig sein … Aber ich habe gehört, sie soll das ein oder andere Mal ein Schleckermaul sein 🙂

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Das Schreiben ist und bleibt für mich ein Hobby.

Viele Autoren träumen, vom Schreiben Leben zu können und ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Diesen Traum verfolgst du nicht?

Ich habe einen Brotjob im öffentlichen Dienst, den ich sehr gerne mache, und der mir die finanzielle Sicherheit bietet, meine Bücher so zu schreiben, wie ich möchte und auch wann.

Das hört sich in der Tat sehr gut an …

Trotzdem gehören die Abende (nachdem die Kids im Bett sind) fast immer meinem Hobby.

Aber leidet da nicht auch das Privatleben?

Da mein Mann in verschiedenen Schichten arbeitet, klaue ich uns so auch keine gemeinsame Zeit.

Welche Aufgaben, die du selber erledigst, fallen neben dem Schreiben noch an?

Als Selfpublisherin mache ich fast alles selbst, so dass immer eine Menge „Arbeit“ anfällt. Ich recherchiere, schreibe, bereite Gewinnspiele und Werbung vor oder suche Bilder für meine Cover (das überlasse ich nie anderen) und Textschnipsel.

Ja, gerade Cover sind sicher ein heikles Thema, da die Geschmäcker da sehr variieren …

Seit neuestem arbeite ich auch mit Photoshop, was mir viel Spaß macht, so dass ich das aktuelle Cover selbst gestaltet habe. Zwischendurch bin ich auch Testleserin für liebe Autorenkolleginnen und sie umgekehrt auch für mich. Da wir das seit mehreren Jahren so handhaben, wissen wir einfach, wo die Schwachstellen des anderen liegen.

Ein eingespieltes Team also 🙂

Auch der Kontakt zu meinen LeserInnen ist sehr wichtig für mich. Ich versuche immer zeitnah auf Nachrichten zu reagieren und liebe unsere Treffen auf den Messen. Viele kenne ich bereits seit Jahren und es ist dann immer ein sehr herzliches Wiedersehen. 🙂

Ich sage immer, es hat was von Klassenfahrt 🙂

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?
Ein gutes Buch muss mich von der ersten Seite an mitreißen. Ich muss wissen wollen, wie es weitergeht und möchte mit den Protagonisten mitfühlen, mitleiden oder einfach nur vor Freude weinen.

So richtig ans Herz gehen, einen bewegen. Geht mir auch so. Ich will mich in der Geschichte verlieren können …

Bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe, war ich eine echte Vielleserin und habe mehr als 200 Bücher im Jahr verschlungen.

Hut ab, das nenne ich mal Bücherwurm …

Dieses Pensum schaffe ich heute bei weitem nicht mehr, deshalb wähle ich die Bücher, die ich lese, ganz genau aus. Aber ich muss gestehen, dass es mir oft schwer fällt, den inneren Lektoren außen vor zu lassen. Nicht zuletzt, weil ich schon mehrere Jahre lang Bücher anderer Kolleginnen korrigiere und testlese. Wenn ein Buch es schafft, mich komplett in seinen Bann zu ziehen und ich nicht mehr über den Satzbau, Logikfehler oder ähnliches nachdenke, dann ist es ein echtes Highlight.

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?
Meistens kommen die üblichen Alltagsdinge dazwischen. Entweder war der Tag im Büro so stressig, dass ich abends ausgepowert und müde bin. Oder es passiert etwas Unvorhergesehenes in meiner Familie. Wie zuletzt die Grippe-Welle in den Ferien und anschließend die ungeplante OP meines Sohnes.

Das kenne ich zu gut, uns hat die Grippe auch eiskalt erwischt und niedergestreckt. Da muss man Prioritäten setzen … (Gute Besserung an den Sohnemann)

Meine Familie geht für mich immer vor und wenn es einem meiner Kinder schlecht geht, habe ich einfach nicht den Kopf frei zum Schreiben.

Manchmal ist es aber auch die Muse, die keine Lust hat, aufzutauchen. Dann kann es schon mal vorkommen, dass ich stundenlang Bilddatenbanken durchforste, auf Facebook surfe oder lieber mit Leserinnen und Autorenkollegen schreibe. Was nebenbei auch wirklich gut tut. 🙂

Die Muse ist manchmal ein ziemlich launisches Wesen 😉

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am liebsten?

Um den Kopf freizubekommen, gehe ich gerne mit meinen beiden Labradoren Boomer und Mia raus in die Natur. Dort kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen oder einfach mal abschalten. Außerdem backe ich sehr gerne. 🙂

Hätte ich das mal früher gewusst 🙂 Dann hättest du „Anti-Stress-Backen“ für mich machen können. Ich hätte mich geopfert *frechgrins* Was entspannt dich sonst noch so?

Ein heißes Bad mit leiser Musik und einem guten Buch kann genauso helfen.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Tyler Corman, der Protagonist aus ‚Hearts never forget‘, hat mir anfangs ziemliche Kopfschmerzen bereitet.

Das kam jetzt aber wie aus der Pistole geschossen 😉

Aber zum Glück hat er ja dann noch die Kurve gekriegt. 🙂

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?
Puh, das ist eine gute Frage. Ich glaube, derzeit habe ich knapp zehn Buch-Ideen in meinem Ordner „neue Bücher“ gespeichert.

Da wird wohl mal eine Inventur fällig 🙂 Wie weit hast du diese Ideen schon ausformuliert?

Einige haben bereits ein paar Schlüsselszenen, bei anderen steht nur der grobe Plot. Am liebsten würde ich sie alle auf einmal schreiben, allerdings würde ich dann komplett durcheinander kommen. Ich kann mich beim Schreiben immer nur auf ein Pärchen konzentrieren, auch wenn ich im Hinterkopf vielleicht schon eine Idee für eine neue Geschichte stricke.

Eine kleine Schreiberin Nimmersatt 🙂 Und du willst mir erzählen, dass Frau Muse zickig sein soll?

Die Planung, was als nächstes kommt, fällt mir leider immer sehr schwer, weil ich nur das auf Papier bringen kann, was gerade in meinem Kopf abläuft.

Okay, in der Zeit kann der Haussegen zwischen dir und der Muse vielleicht schon ein paar Mal schief hängen 😉

Im Schnitt vergehen von der ersten Idee bis zum Wörtchen „Ende“ gut drei bis vier Monate. Nach jeder Veröffentlichung brauche ich dann immer eine kleine Pause, der Zeitraum ist dabei ganz unterschiedlich. Aber im Normalfall dauert diese Auszeit ein oder zwei Monate, in denen ich mich dann ausschließlich meiner Familie widme und neue Energie für das nächste Projekt sammle. Deshalb schaffe ich im Jahr auch nur zwei bis maximal drei Veröffentlichungen. Doch da steckt dann auch mein ganzes Herzblut drin.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Das emotionalste Erlebnis beim Schreiben war tatsächlich zum ersten Mal das Wort „Ende“ unter meine Geschichte zu setzen. Später gab es noch einmal einen sehr emotionalen Moment, als ‚Never kiss a Millionaire‘ auf Platz 1 der Kindle-Charts geklettert ist.

Herzlichen Glückwunsch, das war sicher überwältigend …

Da flossen wirklich die Tränen bei mir und ich hätte vor Freude die ganze Welt umarmen können.

Der kurioseste Moment war für mich, als ein älterer Kollege (alleinstehend und kurz vor dem Ruhestand) meinen Debütroman ‚Searching for truth‘ gelesen hat. Anschließend bekam ich von ihm einen siebenseitigen Monolog zwischen Herrn Wohlgemut und Dr. Besserwisser, in dem er aufführte, was ihm gefiel und was nicht.

Herr Wohlgemut und Dr. Besserwisser, das scheinen ja zwei ganz spezielle Herrn zu sein 😉

Er meinte zum Beispiel, dass er mit meiner Protagonistin nicht so schnell warm geworden wäre, wie mit der aus dem Roman ‚Feuchtgebiete‘.

*Kinnlade klappt runter*

Mit ihr hätte er sich besser identifizieren können. Das hat mich doch schon ein wenig sprachlos gemacht. 🙂

*Kopfschüttel* *verwundert guck* Ähhhh, ja, geht mir irgendwie gerade auch so. 

 

Wie definierst du Erfolg?

Erfolg ist für mich in erster Linie, wenn ich es schaffe, meinen Leserinnen und Lesern mit meinen Geschichten abzuholen. Aber natürlich hat man auch immer ein Auge auf die Platzierung bei Amazon oder den Bild-Bestsellern. Schließlich bekommt man darüber das Feedback einer breiteren Masse als beispielsweise bei einem Literaturpreis. In den meisten Fällen entscheidet dort ja eher eine kleine Jury und als Selfpublisher ist man oftmals außen vor.

Ich sag nur: Skoutz Award – Nur die Geschichte zählt … 🙂 Aber zurück zur Frage, ich schweife mal wieder ab 🙂

Das größte Kompliment, was man mir als Autorin machen kann, ist, wenn mir LeserInnen schreiben, dass sie das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen konnten. Eine liebe Kollegin von mir hat damals „Amber & Nolan“ testgelesen und war so vertieft in die Geschichte, dass sie glatt ihre Haltestelle verpasst hat und eine Stunde später als geplant zu Hause ankam.

Du hast sie im wahrsten Sinne des Wortes mitgerissen 😉

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Liebst du das Schreiben?

Dann freuen wir uns auf viele weitere Geschichten von dir …

 

Vielen Dank, liebe Any Swan, dass du mich so herzlich empfangen und so viel Geduld mit meinen Fragen hattest. Ich freu mich, wenn wir uns schon nächste Woche in Leipzig wiedersehen. Wenn ihr die charmante Autorin, die ihren Lesern mit prickelnden Liebesromanen einheizt, selbst mal erleben wollt, dann besucht sie doch am Freitag, den 16.3.18, zwischen 15.00 und 16.30 Uhr an unserem Skoutz-Stand (Halle 2 J310). Wir freuen uns auf euren Besuch!

 

Mehr zu Any Swan?

  • Any Swan Homepage
  • Any Swan Facebookseite
  • Aber natürlich auch über den Instagram Account von Any Swan
  • Oder ihr schreibt ihr einfach eine Email (ganz altmodisch).

 

 

 

 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert