Skoutz Classics: Die Geschichten aus 1001 Nacht

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Die Geschichten aus 1001 Nacht dürften neben Grimms Märchen wohl die bekannteste Märchen-Anthologie sein. In einer Rahmenhandlung um die kluge Scheherazade und den eifersüchtigen König werden einige der berühmtesten Märchen orientalischen/arabischen Ursprungs erzählt. Wir alle kennen das eine oder andere dieser Märchen und wir finden, dass diese Sammlung zu jenen Büchern gehört, in die man mindestens einmal hineingelesen haben sollte.

 

Um was geht’s in 1001 Nacht?

Schahriyâr, König einer unbekannten Insel irgendwo „zwischen Indien und dem Kaiserreich China“, kann die Untreue seiner Frau nicht verwinden und lässt sie im Zorn töten. Er befiehlt seinem Wesir, ihm künftig jede (manche Versionen sind zurückhaltender und behaupten jede dritte) Nacht eine andere Jungfrau zuzuführen, die jeweils am nächsten Morgen höchstvorsorglich ebenfalls hingerichtet wird.

Eines Tages beschließt Scheherazade, die Tochter des Wesirs, das Morden zu beenden. Sie meldet sich freiwillig und beginnt, dem König Geschichten zu erzählen. Und zufälig ist sie am Ende der Nacht an einer so spannenden Stelle, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will und aus lauter Neugier die Hinrichtung aufschiebt. In der folgenden Nacht erzählt Scheherazade die Geschichte weiter, unterbricht aber am Morgen wieder an einer spannenden Stelle. Nach tausendundeiner Nacht hat sie ihm in den orientalischen Druckfassungen drei Kinder geboren (offenbar haben sie sich nicht nur Geschichten erzählt) und der König gewährt ihr schließlich Gnade.

 

Die Geschichte von 1001 Nacht

Der älteste erhaltene arabische Text ist die Galland-Handschrift, benannt nach dem französischen Orientalisten Antoine Galland. Er hatte nämlich 1701 diesen ca. um 1450 entstandenen unvollständigen Auszug, der mitten in der 282. Nacht abbricht, erworben. Galland übersetzte die Texte ins Französische und veröffentlichte sie ab 1704. Seine Handschrift gelangte dann nach seinem Tod 1715 in den Besitz der heutigen Französischen Nationalbibliothek, wo sie sich noch befindet. Vermutlich eine Fortsetzung dieser Schriften fand viel später die Orientalistin Claudia Ott 2010, die in der 283. Nacht einsetzt und bis zur 542. reicht. Dazu entdeckte sie dann noch in Andalusien noch eine verkürzte Sammlung – 101 Nacht – die 1234 entstanden ist.

Wie schon die aus diesen Nächten Scheherazades mit dem Sultan hervorgegangenen Kinder vermuten lassen, sind auch die Geschichten aus 1001 Nacht so wenig ein Kinderbuch wie die Märchen der Brüder Grimm. Tatsächlich sind diese Märchen und Tierfabeln in den Originalfassungen dann auch erstaunlich erotischen Inhalts. Doch Galland hatte diese bei der Übersetzung – ähnlich wie auch die Brüder Grimm ihre Sammlung – deutlich entschärft und um die islamischen Einflüsse bereinigt. Zudem ergänzte Galland die Sammlung um seiner Meinung nach passende Märchen, die ihm ein syrischer Märchenerzähler vorgestellt hatte. Aladin und die Wunderlampe oder Ali Baba und die 40 Räuber sind die bekanntesten. Übrigens ist auch Sindbad der Seefahrer auf andere Weise in Gallands Besitz gekommen.

Die Veröffentlichung traf irgendwie den Nerv der Zeit, machte Galland berühmt und so prägen diese tausendfach nacherzählten und verfilmten Geschichten bis heute unser Bild vom Orient.

 

Die Geschichten aus 1001 Nacht zum Nachlesen:

 

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