Literaturnobelpreis 2020: Louise Glück

Das ist ja wieder eine Überraschung! Der Literaturnobelpreis 2020 wird von der Schwedischen Akademie in diesem Jahr der US-amerikanischen Lyrikerin Louise Glück zugesprochen. Damit besteht dann nach der Aufregung der letzten Jahre dieses Mal zumindest kein Grund für große Kontroversen.
Die 77-jährige Autorin werde “für ihre unverkennbare poetische Stimme” ausgezeichnet, mit der sie “mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell” mache, erklärte die Akademie. Obwohl Louise Glück in den USA durchaus bekannt ist, galt sie allerdings nicht als Favoritin.

Anders als die Wissenschaftspreise wird der Literaturnobelpreis nicht für eine einzelne Leistung, sondern für das Gesamtwerk vergeben. Vielleicht deshalb ist er neben dem Friedensnobelpreis der mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit.

Wir gratulieren Louise Glück natürlich herzlich zu dieser Auszeichnung und wollen sie euch etwas näher vorstellen, denn die Vita von Louise Glück ist für alle mit sich hadernden Autoren wirklich inspirierend.

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Literaturpreis 2020: Louise Glück

Glück c. 1977
Glück 1977 (c) Wikipedia.en.org

Wer ist Louise Glück?

Die gebürtige New Yorkerin verdankt ihren deutsch klingenden Namen ihren ungarischen Vorfahren. Nach einer Kindheit auf Long Island studierte sie u.a. an der renommierten Columbia University. Dort veröffentlichte sie auch ihren ersten Gedichtband (Firstborn, 1968). Ungewöhnlich ist, dass sie danach an einer Schreibblockade litt, die sie erst durch die Übernahme einer Dozentur in Vermont überwinden konnte.

Louise Glück dichtet nicht nur selbst, sondern engagiert sich auch für Dichtung allgemein, etwa in der Academy of American Poets. Seit 2004 hält sie eine Professur für Englisch an der Yale University inne.

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Louise Glück und ihr Werk

From within the earth’s
bitter disgrace, coldness and barrenness
my friend the moon rises:
she is beautiful tonight, but when is she not beautiful?

Luise Glücks Gedichte sind komplex und streng formal aufgebaut. Auch im englischen Original sind sie mit ihrem freien Rhythmus nicht einfach zu lesen. Thematisch ist Glück  sehr an Naturthemen gelegen, insbesondere der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur.

Vor dem Literaturnobelpreis 2020 erhielt Glück bereits zahlreiche andere Preise wie etwa den Pulitzerpreis (1993) und den amerikanischen National Book Award (2014).

Einige Gedichte von Louise Glück wurden sehr gefühlvoll ins Deutsche übertragen.

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Louise Glück  – Poems

It is the astonishment of Louise Glück’s poetry that it resists collection. With each successive book her drive to leave behind what came before has grown more fierce, the force of her gaze fixed on what has yet to be imagined.

She invented a form to accommodate this need, the book-length sequence of poems, like a landscape seen from above, a novel with lacunae opening onto the unspeakable. The reiterated yet endlessly transfigured elements in this landscape—Persephone, a copper beech, a mother and father and sister, a garden, a husband and son, a horse, a dog, a field on fire, a mountain—persistently emerge and reappear with the dark energy of the inevitable, shot through with the bright aspect of things new-made.

From the outset (“Come here / Come here, little one“), Gluck’s voice has addressed us with deceptive simplicity, the poems in lines so clear we “do not see the intervening fathoms.”

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Diese  englischsprachige Sammlung gibt es auf Amazon*.

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Averno – Gedichtband von Louise Glück 

Averno ist der Name eines vulkanischen Kratersees in der Nähe von Neapel. Für die alten Römer war hier der Eingang zur Unterwelt. Die Mythologie, die Natur, der Mensch zwischen Liebe, Leben und Tod. Das sind die Themen der mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten amerikanischen Dichterin Louise Glück. Ihre Gedichte erscheinen zum ersten Mal auf deutsch, übersetzt von der Lyrikerin und Schriftstellerin Ulrike Draesner, in einer zweisprachigen Ausgabe.

 

Diese Sammlung gibt es derzeit nur antiquarisch. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich das bald ändert.

Eine kostenlose Variante gibt es – allerdings auf Englisch – hier bei der Floating Library*

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Weiterführende Links:

Louise Glück bei der Academy of American Poets*

 

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