Gleis der Vergeltung Astrid Korten

Gleis der Vergeltung – Literatalk über Astrid Kortens Psychothriller

Es gibt mal wieder eine Buchvorstellung, die wir euch gerne mit ins Wochenende geben würden. Diesmal ist es der Psychothriller Gleis der Vergeltung von Astrid Korten. 2017 schaffte es die Autorin bereits mit ihrem Titel Jasper: Das Böse in dir bis auf die Midlist Crime unseres Skoutz-Award.
Astrid Korten sticht besonders damit hervor, dass ihre Bücher stets eine wahre Komponente in sich tragen und so ist es auch wieder in ihrem neusten Werk. Tatsächlich macht gerade das ihre Bücher meist noch gruseliger, weil man weiß, dass nicht alles bloß ein Produkt ihrer Fantasie ist.

Doch lest selbst:

Gleis der Vergeltung – erschreckend, grauenerregend und nervenzerreißend

Gleis der Vergeltung Astrid KortenUm was geht’s in Gleis der Vergeltung?

„Sein Tod hat sich wie Stacheldraht um mich gewickelt. Ich kenne die Wahrheit und ich will Vergeltung …“

Lynn-Elisabeth von Raaben erlebt den dunkelsten Tag ihres Lebens, der ihr schönster hätte werden sollen. Benedikt, ihr Verlobter, verunglückt tödlich auf dem Weg zu seiner Braut. Sieben Jahre später erhält Lynn den Anruf einer Frau, der sie völlig aus der Bahn wirft und der Benedikts Unfalltod in ein anderes Licht rückt. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung. Als wenig später ein Mord geschieht, stürzt Lynn in den Abgrund ihrer eigenen Vergangenheit …

Wie fanden wir Gleis der Vergeltung?

Dieser Psychothriller hat seine Kreise in unserer Redaktion gezogen. Dieses mal haben Kay und Lisa beide das Buch gelesen und sind natürlich darüber ins Plaudern geraten – wie so oft. Das ist tolle an unserem Job, wir arbeiten, wenn wir über Bücher reden.

Wie es ihnen gefallen hat? Das sollen sie euch selbst erzählen.

Literatalk: Gleis der Vergeltung von Astrid Korten

Kay: Lisa, ich finde es immer besonders spannend, über Bücher zu reden, deren Autor ich kenne. Du warst ja mit Astrid schon unterwegs. Wie ist sie denn so?

Lisa: Das stimmt! Wir waren in einem sehr gemütlichen kleinen Gasthaus in ihrem Heimatstädchen. Man merkte schon da wie aufgeschlossen und offen sie ist, da sie sich vor Ort Zeit für Fans genommen und viel erzählt hat – natürlich ist sie gerade in ihrer Heimat bekannt wie ein bunter Hund. Astrid hat schon viel erlebt, recherchiert immer sehr gründlich und man kann mit ihr wunderbar über Gott und die Welt sprechen. Sie ist lustig und einfach eine nette Gesprächspartnerin. Wer also die Möglichkeit hat, sie zu treffen, sollte das unbedingt tun! Hast du schon viele Bücher von ihr gelesen?

Kay: Also ich habe mehr auf dem SuB als im Regal (Schande über mich), aber gelesen habe ich bisher „Wintermorde“, „Jasper – Das Böse in dir“ (das war ja auch für den Skoutz Award nominiert) und jetzt eben „Gleis der Vergeltung“. Womit wir ja beim Thema wären.
Das ist auch wieder ein Buch, das mich thematisch wirklich überrascht hat, weil es sich anders entwickelt, als der Klappentext vermuten lässt. Oder wie siehst du das?

Lisa: Das stimmt. Die Einschübe waren anfänglich sehr geheimnisvoll und haben mich neugierig auf den Hintergrund gemacht. Irgendwann ahnt man dann, worauf es hinauslaufen könnte und hat schon fast Angst vor der Auflösung. Zumindest ging es mir so. Hast du das ähnlich empfunden?

Kay: Ich hatte sehr früh einen Verdacht, den ich tapfer durchs Buch getragen habe, um mich dann doch zu irren. Das war insofern doof, als ich während des Lesens dachte, mannmannmann, ist ja sooo klar, und dann doch ganz zum Schluss überrascht war (und etwas verlegen). Das ist der Fluch des vermeintlich abgeklärten Viellesers.
Wie kamst du denn mit den Protagonisten aus?

Lisa: Ich war zwischenzeitlich, ehrlich gesagt, ziemlich verwirrt durch die vielen Perspektivwechsel und habe gehofft, dass die Fäden bald zusammengeführt werden.

Kay: Das mit den Perspektivwechseln hat mich nicht so gestört, ich schreibe ja selbst zum Teil mit sehr vielen Perspektivwechseln. Von daher fühlte ich mich schon „in der Geschichte“. Vielleicht hatte die Distanz beim Lesen ja andere Gründe?

Lisa: Vielleicht. Richtig warm geworden bin ich mit keiner der Figuren, obwohl sie gut ausgearbeitet sind. Selbst Lynn ist mir irgendwie fremd geblieben, obwohl man so viel über sie erfährt.
Wie ging es dir damit?

Kay: Hm… Ja, da gebe ich dir recht, wenn du mich so frägst. So ein richtiges Herzerl war keiner der Protagonisten. Aber das muss ja bei einem eher düsteren Thriller auch nicht so sein. Cosy Crime ist ein eigenes Genre 🙂

Bei Lynn hätte ich so vieles einfach anders gemacht als sie, dass ich da eine innere Distanz aufgebaut habe, die ich bis zum Schluss nicht wirklich überwunden habe. Aber das liegt vielleicht auch an meiner eigenen Leseüberheblichkeit, zu meinen, ich wüsste es ja schon… Selbst schuld. 🙂
Lisa: Und wie gefiel dir die Spannungskurve?
Kay: Gut! Es ist, obwohl das Buch jetzt ohne Jump and Run-Action anfängt, von Anfang an spannend. Man leidet vielleicht weniger als gewöhnlich mit den Figuren mit, aber man fiebert umso mehr der Auflösung all der verwirrenden und vermeintlich widersprüchlichen Hinweise entgegen und frägt sich erst wohin das führen soll und dann, ob und wie da die Protagonisten wieder rauskommen sollen. Astrid hat das einfach drauf.
Wo war jetzt so deine Herzsprungszene, wenn du die benennen kannst, ohne zu spoilern?
Lisa: Am schlimmsten fand ich glaube ich die Tagebucheinträge, aber mehr kann ich dazu nicht verraten. Welche Szene war es bei dir?
Kay: Ja, das mit dem Tagebuch war sehr intensiv. Ich bin da sehr altmodisch und fühle mich sogar schlecht, wenn ich in einem Buch über Tagebucheinträge lesen soll… 😛
Aber insgesamt hat mich die Geschichte gut durch das Buch transportiert und mit dem Ende war ich auch einverstanden. Und – aber das ist ein anderes Thema – erst recht mit der Aktion, die Astrid an dieses Buch gekoppelt hat.
Lisa: Da sprichst du einen sehr wichtigen Punkt an! Sie spendet den Gewinn an den Kinderschutzbund und das ist wirklich eine tolle Geste. Ich finde, das sollten wir so gut es geht unterstützen und setzt dem Leseerlebnis noch das Tüpfelchen auf das i 🙂
Kay: Du.. *hüstel* Wieso guckt der Skoutz denn so komisch um die Ecke?
Lisa: Ich glaube wir sollten wieder an die Arbeit gehen…

Wem verdanken wir Gleis der Vergeltung?

Astrid Korten lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leiden und Maastricht. Ihre große Leidenschaft ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Ihr Spezialgebiet: Suspense-Thriller und Psychothriller, in denen sie das Böse poetisch und spannend pervertiert. Die Presse nennt sie “Thriller-Queen” und “Thriller-Herrin”. Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Medizinern beraten. Sie schreibt außerdem Biografien, satirische Kurzgeschichten, Romane, Dreh- und Kinderbücher unter Pseudonym.

Vor einer Weile haben wir Astrid Korten auch für Euch interviewt. Schaut doch einfach nochmal vorbei!

Last but not least

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Ein Gedanke zu „Gleis der Vergeltung – Literatalk über Astrid Kortens Psychothriller

  1. Liebe Kay, liebe Lisa, 🙂🙂 Ihr süßen Mädels, was war das denn? Ein Plauderstündchen ohne mich, aber über mich und meinem neuen Baby „Gleis der Vergeltung“. Was macht Ihr da nur mit mir? Dankeschön für dieses tolle Engagement. Es ist immer wieder schön Euch zu lesen. Insbesondere freut es mich, wenn ich erfahrene Vielleser mir einer Geschichte in die Irre führen konnte.
    Ich soll Euch übrigens von „Lynn“ grüßen. Ich habe ihr den Artikel geschickt. Ihr Vater ist mittlerweile gestorben und sie und Simon sind ein Paar.
    Liebe Grüße mitten ins Herz.
    Eure Astrid
    PS: Freu mich auf unser Treffen, Lisa. 😛

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