Interview mit Chris Karlden

Zu Besuch bei: Chris Karlden

Mit seinem Thriller „Der Todesprophet“ hat es Chris Karlden bis in die Midlist Crime des Skoutz-Award 2017 geschafft. Ursprünglich studierte Karlden Rechtswissenschaften und ist heute auch als Jurist tätig. Sicherlich hat ihm diese Art der Ausbildung einige tolle Ideen für seine Bücher verschafft.
Begonnen hat seine Karriere als Autor mit seinem Selfpublisher-Werk „Monströs“ im Jahre 2012 und seit diesem ersten Erfolg geht es mit ihm immer weiter bergauf. Seine Liebe zum geschriebenen Wort verdankt er seinem Großvater, in dessen Hausbibliothek er schon als Kind gerne stöberte. Er sieht sich selbst als Abenteurer, der immer auf der Suche nach neuen Ideen und Geheimnissen ist.
Natürlich wollten wir Chris Karlden einmal näher unter die Lupe nehmen und haben ihn für Euch interviewt.

Und das ist dabei raus gekommen:

 

Zu Besuch bei Chris Karlden:

Chris Karlden

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Ich habe kein festes Ritual, um in den Schreibmodus zu wechseln. Bevor ich mit einem Manuskript beginne, habe ich alle wesentlichen Handlungselemente in einem sechs bis zehn Seiten umfassenden Exposé niedergelegt. Beim Schreiben selbst tauche ich dann in eine andere Welt ein. Die Figuren werden lebendig. In ihrer Welt bin ich ihr Werkzeug und der Computer das Medium, um ihre Geschichten zu erzählen. Durch das, was sie erleben, was sie tun und denken, bestimmen sie den Rhythmus der Geschichte und meine Art zu schreiben. Die Ideen für ein Buch kommen plötzlich und unvermittelt, als ob sie unsichtbar durch die Luft fliegen würden und ich eine eingebaute Antenne hätte, die sie empfängt, wenn ich in ihre Nähe komme. Ich kann weder etwas dafür, noch dagegen tun. Manchmal sehe oder höre ich etwas, oder es ist eine bestimmte ganz alltägliche Situation, die auf einmal einen ganz neuen Gedanken auslöst. So ging es mir letztens zum Beispiel beim Frühstück, als ich nach der Marmelade griff. Näheres wird aber nicht verraten, eventuell wird noch ein neues Buch daraus.

Das klingt nach einem sehr dynamischen und vielseitigen Prozess. So bleibt also auch für Dich noch ein gewissen Maß an Spannung und Unvorhersehbarkeit beim Schreiben vorhanden.
Wir sind sehr gespannt, was die Marmelade für eine spannende Geschichte verbirgt!

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Vermutlich alles, außer Schreiben. Nein im ernst. Abgesehen, davon, dass ich mehr Zeit mit der Familie, Sport, TV-Serien, Lesen, Musik machen, gesunder Ernährung und mehr Schlaf verbringen würde, würde ich vielleicht auch ein paar meiner Geschäftsideen in die Tat umsetzen und anderen Autoren bei der Vermarktung ihrer Bücher helfen. An meiner Aufzählung, die noch längst nicht abschließend ist, erkennt ihr, worauf man so alles verzichtet, wenn man schreibt, was eigentlich verrückt ist. Aber es macht halt großen Spaß, ebenso wie eure Fragen zu beantworten.

Das hören wir gern, denn uns macht es auch viel Spaß Dich näher kennen zulernen!

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Als ich das Manuskript meines ersten Psychothrillers „Monströs“ 2011 an etwa 10 Literaturagenturen schickte und von allen eine Absage erhielt, dachte ich, okay, das war´s. Wenn du schon keine Agentur überzeugen kannst, dann klappt das mit den Verlagen erst recht nicht. Für etwa ein halbes Jahr habe ich mich dann schweren Herzens von dem Traum Schriftsteller zu werden, verabschiedet. Glücklich war ich damit nicht. Dann habe ich 2012 mitbekommen, dass man bei Amazon sein Manuskript als E-Book hochladen und verkaufen kann. Ich war sofort von der Idee angefixt, schließlich war das eine Möglichkeit, mein Buch doch noch aus der Schreibtischschublade herauszubefördern und das Licht der Welt erblicken zu lassen. In den ersten 6 Wochen passierte nichts. Im Sommer schoss „Monströs“ dann bis auf Platz 2 der Amazon E-Book-Charts und hielt sich über Monate in den Top 10. Mein Traum wurde wieder greifbar. Seitdem sind zwei weitere Bücher von mir erschienen. „Der Todesprophet“ war mein Debüt im Taschenbuch. Dennoch kommt es hin und wieder – aber nicht wirklich ernsthaft – vor, dass ich daran denke, mit dem Schreiben aufzuhören. Vor allem, weil ich noch einen Hauptberuf habe und fast die gesamte verbleibende Freizeit vom Schreiben aufgesaugt wird. Zwei Jobs erfordern ein ständiges Umdenken und unter dem damit einhergehenden Zeitmangel leiden Familie, Freunde, und Arbeiten, z.B. am Haus und im Garten, die zu erledigen wären, müssen warten. Wenn das fertige Buch dann am Ende eines langen Weges nach Erscheinen zwar gute Bewertungen bekommt, aber die Verkäufe viel zu gering ausfallen, als dass man auch nur annährend davon leben könnte, dann frustriert das schon, und ich komme ins Überlegen. Wenn ich dann aber eine nette E-Mail oder eine Facebook-Nachricht einer begeisterten LeserIn erhalte, motiviert mich das, weiterzumachen und spätestens mit der nächsten Idee für ein neues Buchprojekt sind die Gedanken ans Aufhören wie weggeblasen, und ich hänge wieder über den Tasten. Gerade die Nominierung auf die Midlist des Skoutz Award beflügelt mich ungemein, weiterhin mein Bestes zu geben, um die Leser spannend zu unterhalten, und ich würde mich sehr freuen, wenn dadurch einige neue Leserinnen und Leser, die mich als Autor bisher noch nicht wahrgenommen haben, auf mich aufmerksam werden und sich meine Bücher einmal anschauen.

Das ist Dir durchaus gelungen – unsere Redakteurin Lisa ist auf jeden Fall auf den Geschmack gekommen und wird sicherlich für uns noch einige Buchvorstellungen schreiben. Und Deine Fans lieben Dich und Deine Bücher – an Aufhören ist also nicht zu denken!

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Die beiden letzten Seiten und insbesondere der letzte Satz am Ende von „Monströs“ waren sehr berührend. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich am Ende meines im Herbst erscheinenden neuen Thrillers „Der Totensucher“, was ebenfalls sehr emotional ist. Schnief. Vielleicht hat das auch allgemein mit dem Ende eines Buches zu tun. Dieser Moment, indem man alle losen Fäden, wieder zusammengeführt hat ist ein erleichterndes und erhebendes Gefühl, gleichzeitig ist man traurig, dass nun ein Buchprojekt zu Ende ist. Das geht mir beim Lesen ja auch so. Wenn ich einen guten Roman beende, heißt es Abschiednehmen, von den lieb gewonnen Figuren und deren Buchleben.

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Ich versuche, meine Figuren anders denken zu lassen, als ich es tue. Aber meine Lebenserfahrung und meine Sicht auf die Welt fließen natürlich in ihr Handeln mit ein. Aber mein Leben hat glücklicherweise nichts mit dem meiner Figuren und dem, was sie erleben zu tun.

Alles andere wäre auch sehr Besorgnis erregend!

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Ein solches Kompliment wurde mir schon gemacht, indem einige Rezensenten „Der Todesprophet“ als ihr Thriller-Highlight des Jahres 2016 bezeichneten und der Vergleich mit Sebastian Fitzek gezogen wurde, den ich sowohl als Autor, aber vor allem auch als Mensch, sehr schätze.

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Mein idealer Leser mag es gern nervenzerfetzend spannend mit vielen unerwarteten Wendungen, kurzen Kapiteln und Cliffhangern, die einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lassen und über einem fulminanten Showdown zur überraschenden Auflösung am Ende führen. Der ideale Leser sollte gern miträtseln, wer hinter allem steckt und vor allem, warum das alles genauso geschieht. Ausufernde Brutalität, extreme Gewaltdarstellungen und seitenlange Beschreibungen von rechtsmedizinischen Obduktionen wird er in meinen Büchern nicht vorfinden.

Im Hintergrund sehen wir Lisa schon zappeln…

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Da brauche ich gar nicht lange zu überlegen. Definitiv bei Ben Weidner, meinem Helden aus „Der Todesprophet“.

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Ist es wahr, dass Deine Bücher regelmäßig die Bestseller-Listen stürmen, in über dreißig Sprachen übersetzt wurden und sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft haben?

Danke, Chris, für die ausführlichen und spannenden Antworten! Wir wünschen Dir weiterhin alles Gute und hoffen auf viele weitere Thriller aus der Karlden-Feder!

Mehr über Chris Karlden findet ihr hier:

Homepage von Chris Karlden
Facebook Seite von Chris Karlden

Und so schaut das Meisterwerk aus:

Der Todesprophet von Chris Karlden

Wer gerne mehr darüber erfahren möchte, der kann dazu natürlich noch unsere Buchvorstellung lesen.

 

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