Der Umhang
Ein Mensch, mit dem die Freundin bänglich
seit Monaten den Umgang meidet,
dem seine Gattin, kaum empfänglich,
die süße Zärtlichkeit verleidet
und der vergeblich sich bemühte
bei einer Dame, schlank und hold,
daß ihm ein neues Glück erblühte,
hat, was er sicher nicht gewollt,
setdem so unruhige Nächte.
Und eines Nachts im Traum erscheint
die Dame, die er lieben möchte,
ganz selbstverständlich, wie er meint.
Und dennoch schaut der Mensch betroffen.
Denn, was noch nie zuvor geschah,
ein leichter Umhang, vorn ganz offen,
ließ seh’n, was er noch niemals sah.
Zwei Brüste, zierlich in der Form
mit süßen dunkelbraunen Zitzen,
ein wenig kleiner als die Norm,
schön hoch und steil am Körper sitzen.
Er sieht, weil sie, sein Herz schlägt laut,
jetzt dicht vor seinem Bette steht,
umrahmt von sammetweicher Haut
ihr krauses Petersilienbeet,
ein süßes Dreieck, unwahrscheinlich
in ihres Leibes Harmonie.
Es ist der Dame gar nicht peinlich,
so andächtig beschaut er sie.
Verlangend sich die Augen weiten
beim Anblick, den sie ihm beschert.
Sie läßt von ihren Schultern gleiten
den Umhang, der sie kaum beschwert.
Weil sie im Traum sich nicht geniert,
entblößt sie sich bis auf die Haut,
als wären, was sonst nie passiert,
die Hemmungsschwellen abgebaut.
Ein Lächeln huscht durch ihre Züge.
Das sah er häufig schon bei ihr.
„Du möchtest, daß ich bei Dir liege,
ich auch
| Erschienen | 1992 |
|---|---|
| Autoren | Binsen Jaco |
| Verlag | Carussell Com |
| Genre | Contemporary (Zeitgenössische Romane) |





