
Eines Nachts im Herbst entdeckt Marie am Waldrand gerade geborene, verwilderte Katzen.
Sie gehören niemandem, sind ganz auf sich gestellt, Aug in Aug mit dem Marder und dem Fuchs. Was sie hier erlebt, erinnert sie intensiv an ihre Kindheit – als Herbstkatze.
„Da hast du aber eine richtige Herbstkatze“, sagt eines Tages ein Mann zu ihrem Vater.
Diese Worte treffen sehr tief. Marie weiß, was Herbstkatzen sind. Die Bauern werfen sie tot oder ersäufen sie, weil sie kränklich sind, schwächer und struppiger. Man sagt, sie sind die Milch nicht wert, die man ihnen gibt.
Keinen Begriff verinnerlicht die kleine Marie so sehr für sich, wie den der Herbstkatze.
Durch die ganze Kindheit hindurch begleitet er sie.
Marie kommt nach dem Krieg in ärmlichsten Verhältnissen im kleinen Haus ihrer Oma zur Welt. Die junge Mutter ist mit dem Kind, der Armut und dem jähzornigen Ehemann völlig überfordert. Sie beginnt sehr früh, sich auf Marie zu stützen.
Sie wird zur Hilfskraft und Dienstmagd ihrer Eltern und bemerkt, dass ihr dadurch eine Art Daseinsberechtigung zugestanden wird. Die jüngeren Geschwister übernehmen dieses Muster der Eltern gegenüber Marie. Gefahren, große Belastungen und Überanstrengungen sind die täglichen Begleiter. Ein debiler Onkel ist von Anbeginn eine der größten Gefahren. Er überschreitet Grenzen bei Marie. Es beginnt bereits in einem Alter, in dem das Kind nicht einmal aussprechen kann, was ihm geschieht…
Mit zunehmendem Bewusstsein wird Marie klar, wie kleinste Erfahrungen, Krümel, Staubkörnchen von Liebe und Herzensfreundlichkeit doch ausreichen können, um zu überleben. Tatsächlich reichen sie aus, damit eine Herbstkatze stark wird und erkennen kann, dass sie vom Leben selbst gewollt ist.
| ISBN | 9783937013435 |
|---|---|
| Erschienen | 2017 |
| Autoren | Andott Marie |
| Verlag | Frauenzimmer |
| Genre | Unklassifizierbar |
| Ausgabe | Taschenbuch |





