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Beweltigung

Cover von Beweltigung

Unsere Ontogenese gleicht unserer Phylogenese – zumindest in mancherlei Hinsicht: Wir werden geboren – hilflos und nackt – und entwickeln Sprache, Motorik, Hilfsmittel, um Gemeinschaft zu schließen und unser Überleben zu sichern. Sobald das Überleben als ungefährdet gilt, richten wir unsere Bestrebungen auf eine Verbesserung unseres Lebens.

Zugleich entsteht Zeit: Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Hinterfragen, aber auch Zeit zum Zeitvertreib. Wir benötigen nicht mehr all unsere Zeit für die Absicherung unseres Lebens und entwickeln die Idee von Glückseligkeit, von Zufriedenheit, von Sinn.
Technisierung und Globalisierung helfen Zeit und Geld einzusparen, die ihrerseits wiederum in mehr Lebenssinn investiert werden können. Dabei nehmen wir eine Verselbstständigung der von uns geschaffenen Institutionen in Kauf und schränken unsere Freiheiten ein. Gleichsam entsteht durch eben jene Institutionen, welche in höchst automatisierter Weise große Teile unseres (Zusammen-)Lebens regeln, mehr Zeit – die wir für mehr individuelle Freiheit zu nutzen versuchen. Diese schränken wir jedoch selbst ein, indem wir an unzeitgemäßen Traditionen und Glaubenssätzen klammern, welche uns unsere so sehr ersehnten Konstanten bereitstellen.
Trifft Tradiertes auf Innovation oder Glauben auf Wissenschaft, treten nicht gerade selten Ungereimtheiten zutage. Manch ein Widerspruch, manch ein Zwiespalt begegnet uns, wenn wir uns in der Welt umblicken, aber auch in uns selbst hineinschauen.
Kunst ist ein Weg, diese Innerungen zu äußern. Kunst muss nicht schön, nicht klug, nicht sinnvoll sein. Doch immer dient Kunst dem Nach-außen-Krempeln von Gedanken und Gefühlen. Und nicht selten versucht sie dabei einen Beitrag zu leisten, unser ach so widerspruchsvolles Leben zu beWELTigen.

ISBN9783848264094
Erschienen2013
AutorenSawatzki Dennis
VerlagBooks on Demand
Genre
AusgabeHardcover
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