zu Besuch bei: Timo Leibig

 

Heute bin ich zu Besuch bei Thimo Leibig, einem Autoren, den ich zwar aus den Krimi-Bestsellerlisten dem Namen nach schon kenne, mit dem ich aber keinerlei Kontakt bisher hatte. Sozusagen ein Blind Date, anlässlich seiner Nominierung für die Midlist Crime des Skoutz-Award 2017. Aber das ist ja prinzipiell nicht schlecht, sondern spannend.

Zu Besuch bei Timo Leibig, einem bekennenden Cross-Genre Schreiber

                                                        Autorenfoto: © Jonathan F. Kromer

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Es gibt dafür kein Woher.

Nicht? Ich bin verwirrt. Erklär mir das bitte.

Ich war schon als Kind sehr kreativ und wollte Erfinder werden. Das bin ich nun geworden. Die Ideen kommen von selbst und meist dann, wenn ich mental Freiraum habe. Kreative Pausen sind also enorm wichtig.

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Zum Glück ist die Frage im Konjunktiv formuliert, denn ich wüsste nicht, was ich dann tun würde.

Dann hoffen wir jetzt einfach mal, dass wir es nie erfahren werden. 🙂

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Gar nicht. Ich schreibe, weil ich genau das tun will. Der finanzielle Aspekt ist ein anderes Thema, da müsste man zwischen hauptberuflichem Schreiben und Schreiben als Hobby unterscheiden.

Ja, das ist wohl wahr und ein Thema, über das wir mal gesondert sprechen könnten. Das wäre auch eine interessante Podiumsdiskussion.

Aber schreiben werde ich ohne Wenn und Aber.

Das wird deine zahlreichen Fans sicher ungemein erleichtern!

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Die Fertigstellung meines zweiten Buchs Wenn Böses spielt. Es ist in Ich-Form geschrieben und beinhaltet sehr viel Tragik. Das hat mich schon sehr berührt, da ich durch die Erzählperspektive noch näher am Protagonisten dran war.

Genau deshalb schreibe ich nicht so gerne in der Ich-Form. Da verliere ich mich zu schnell in der Szene und der Plot gerät aus dem Blickwinkel.

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Mal mehr, mal weniger. Es fließt immer der persönliche Erlebnis- und Erfahrungshorizont mit ein, da kann man als Schriftsteller behaupten was man will.

Danke! Das predige ich auch immer! 🙂

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Mich auf eine Stufe mit George R.R. Martin zu stellen. Ich will nicht schreiben wie er, aber er ist ein großes Vorbild und einer der talentiertesten Schriftsteller unserer Zeit.

Ja, ich bin auch ein großer Fan von ihm, und zwar aus einer Zeit, wo ich im Hugendubel noch erläutern musste, ob George oder Martin der Vorname ist.

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Es gibt keinen idealen Leser.

Wahrscheinlich nicht, aber versuch doch mal das Gedankenspiel …

Ich wünsche mir nur, dass man sich auf meine Geschichten einlässt und ihnen eine Chance gibt. Ich mag es gern, Genregrenzen zu überschreiten. Das mag nicht jeder, aber man kann es nicht jedem recht machen.

Ich mag das gerne und ich halte es auch für unvermeidlich, ähnlich wie mit der Autobiografie. Das Genre “Science Fiction” besagt ja zunächst mal nur, in welcher Zeit die Geschichte spielt. Da aber noch eine Handlung gebraucht wird, ist genug Raum für “Krimi”, “Abenteuerroman”, “Drama”, “Horror”… Wobei Horror ja dann auch schon wieder eher die Stimmung beschreibt als die Handlung…

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Aktuell bei einer Figur aus meinem Verlagsbuch, das 2018 bei Blanvalet/Penhaligon erscheinen wird. Die Figur macht einfach nie, was ich will. *Lach*

Der antiautoritär erzogene Protagonist kommt öfter vor als man meinen sollte.

Bei der Goldmann-und-Brandner-Reihe bin ich hingegen mit meinem Ermittlerteam sehr im Einklang. Cahide, eine junge Kommissarin aus dem aktuellsten Fall Grenzgänger, ist da noch am distanziertesten zu mir. Aber es wird.

Das ist doch auch schön, wenn man so über die Seiten seine Figuren kennen lernt und aus Ideen “Freunde” werden.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Kann man wirklich vom Schreiben leben?

Ich hoffe!

 

Lieber Timo, vielen Dank für das sehr, sehr angenehme Interview, das ich gerne nochmal vertiefen würde. Viel Erfolg im weiteren Wettbewerb und ich hoffe sehr, dass wir dich auf der Skoutz-Party in Frankfurt wiedersehen.

 

Hier könnt ihr Timo Leibig treffen:

Timo Leibig auf Facebook

Autoren-Homepage von Timo Leibig

 

Lesetipp: Wenn Böses spielt – Psychothriller von Timo Leibig

»Sie würden also alles für Romina tun?« Dr. Richters Stimme bebte ein wenig.
»Alles«, sagte ich entschieden.
Er strich mit Daumen und Zeigefinger den überschüssigen Speichel vom Rand seiner Unterlippe. Dann fragte er: »Auch einen Mord?«
»Ja«, sagte ich nach kurzem Zögern. »Auch einen Mord.«

Niklas trauert seiner Jugendliebe Romy nach – seit zwölf Jahren. Er kann nicht ertragen, dass sie sich von ihm trennte, und sucht nach professioneller Hilfe. In der Therapie treffen der emotionale Niklas und der rationale Dr. Richter aufeinander – und es beginnt ein Spiel um die Frage: Wie weit geht Niklas für seine große Liebe?

Diese Frage muss er beantworten, als Romy von einem Unbekannten bedroht wird. Und Niklas erkennt, dass die Liebe zwar das Schönste für ihn ist, aber auch das Schlimmste aus ihm herauslockt.

Skoutz meint: Die Idee ist schon faszinierend. Was passiert, wenn ein selbstkritischer Psychopath auf einen machtversessenen Egomanen trifft? Nichts Gutes. Und selten wurde “Ich will doch nur spielen”, abgründiger geschildert als in diesem Buch. Der Protagonist ist kein einfacher Charakter und man wird nicht wirklich warm mit ihm, auch wenn man ihn in seinem Handeln absolut verstehen kann – und das ist das Erschreckende daran. Das zieht den Leser in die geschickt mit Zeitsprüngen und Rückblenden erzählte Geschichte und lässt ihn dem furiosen Finale entgegenfiebern.

 

Hinweis:

Grenzgänger” aus Timos erfolgreichen Goldmann und Brandner-Reihe nominierte die Crime-Queen unserer Jury,  Daniela Arnold, aus fast 300 vorgeschlagenen Titeln der Longlist Crime 2017 für die Midlist Crime 2017 des Skoutz-Awards.

Wir haben daher diesen spannenden Thriller, der sehr gekonnt brandaktuelle Themen aufgreift, näher begutachtet und ausführlich vorgestellt (weiterlesen).

 

 

 

 

 

 

 

 

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