zu Besuch bei Teresa Simon

 

Heute durfte ich die großartige Teresa Simon besuchen, die mit ihren gefühlvollen und geschichtlich untermalten Familienchroniken den Leser mitten ins Herz trifft. Ich war im Vorfeld ganz aufgeregt, da ich selbst ein bekennender Geschichts-Freak bin und dies auch zu meinem Beruf gemacht habe. Daher war es mir ein besonderes Vergnügen, die Autorin mit all meinen Fragen zu löchern.

 

Doch lest selbst:

Zu Besuch bei Teresa Simon, die einen Spiegel-Bestseller lieferte

 

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Manche trage ich schon seit vielen Jahren mit mir herum, wie eben „Die Holunderschwestern“, die zum Teil auf dem wahren Leben meiner Großmutter basieren.

Es ist erstaunlich, wie sehr uns Großmütter inspirieren können. Wie deine Protagonistinnen sind wir wohl alle enger mit unserer Verangenheit verbunden als man oft vermuten möchte. Aber du sagtest “Manche” …?

Andere fliegen mich an – Menschen, die ich sehe, Ereignisse, über die ich lese, Beobachtungen, die ich mache.

Der Alltag bietet mit Sicherheit genügend Stoff, für viele weitere, tolle Romane von dir. Der “Sprit” geht dir in dem Fall wahrscheinlich nie aus 🙂

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Schreckliche Vorstellung! Dann würde ich am liebsten Kindern Lesen beibringen und ihnen Geschichten erzählen.

Das wäre eine schöne Aufgabe! Kindern etwas beizubringen, ist eine sehr tolle und erfüllende Sache. Als Lehrerin kenne ich das Gefühl!

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Ehrliche Antwort? Noch nie …

Gott sei Dank!

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Als ich meinen ersten historischen Roman nochmals überarbeitet habe und merkte: ja, es läuft tatsächlich. So kann die Geschichte gehen … damals flossen Freudentränen.

Der erste Roman ist eben doch etwas besonderes 🙂

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

In einigen eine ganze Menge, in anderen gar nichts. Aber natürlich schenke ich allen meinen Figuren meine Erfahrungen und Gefühle, wenngleich auch unterschiedlich dosiert. Wie sonst könnte ich sie erzählen?

Deine Kollegin Mirjam Müntefering spricht da von emotional autobiografisch. Das ist ein schöner Begriff, den wir uns bei Skoutz gemerkt haben. Die Dosis macht es ja immer aus…Ob in Romanen oder dem wahren Leben 🙂

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Hat man mir schon mal gemacht: „Wer wissen will, wie lebendig Geschichte sein kann, der muss mit dieser Autorin sprechen.“ Stammte von einer klugen Brigitte-Journalistin ….

Da kann ich nur zustimmen. Du schaffst es Geschichte auf eine besondere Weise zu vermitteln 🙂 Da geht mir als Geschichtslehrerin das Herz auf *grins*

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Ich liebe sie alle, am meisten aber natürlich diejenigen, die sich ganz auf die Geschichte einlassen und so richtig mitgehen.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Kenne ich so eigentlich nicht. Ich mag sie alle – auch und besonders die Schurken -, sonst könnte ich sie nicht erzählen. Die sogenannten „Bösen“ bringen erst so richtig Schwung in das Erzählte ..

Das erlebe ich doch eher selten. Keine Beziehungsprobleme und kein Therapeut notwendig! Respekt 🙂

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Ist Schreiben deine Leidenschaft?

Da wird doch der Beruf zur Berufung 🙂

Liebe Teresa, ich danke dir, für diesen Einblick in deine Autorenwelt und wünsche dir weiterhin viele tolle Ideen, die dich zu neuen, spannenden Geschichten inspirieren. Deine Leser werden es kaum erwarten können, deinen neuen Roman “Die Oleanderfrauen” im Januar 2018 lesen zu dürfen. Ich drücke dir für den weiteren Wettbewerb die Daumen und würde mich freuen, dich wieder in Frankfurt sehen zu dürfen 🙂

 

Hier könnt ihr Teresa Simon treffen:

Facebookseite von Teresa Simon

 

 

Skoutz Lesetipp: Die Frauen der Rosenvilla – eine berührende Familienchronik von Teresa Simon

Im Garten der Villa verbirgt sich ihr Geheimnis …

Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis …

 

Skoutz meint: So, wie Teresa Simon hier mittels eines Tagebuchs die Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlägt und den bittersüßen Zauber goßer Emotionen in den schwierigen Zeiten der Weltkriege zwischen den Seiten entfaltet, dann ist das ein wundervolles Leseerlebnis, dass nicht nur Lust auf Schokolade, sondern auch auf eine Dresden-Reise macht. Die Geschichte ist so wundervoll erzählt, dass man einfach nicht anders kann, als mitzufiebern und mitzurätseln, sich mit den Protagonisten damals wie heute zu freuen und mit ihnen zu leiden. Toll …

Hinweis:

Teresa Simon verbindet spannende Familienchroniken mit geschichtlichen Hintergründen auf eine unverwechselbare Weise, dass es uns nicht überrascht hat, dass unsere Skoutz-Jurorin Vera Buck dieses Buch aus über 170 Vorschlägen der Longlist 2017 für die Midlist History 2017 des Skoutz-Awards ausgewählt hat.

Mit einem feinen Gespür für Sprache, interessanten historischen Details in Kombination mit Romantik überzeugt Teresa Simon mit ihren Holunderschwestern und wir haben für euch das Buch ausführlicher besprochen. (weiterlesen)

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