zu Besuch bei: René Junge

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Für den Besuch bei René Junge verschlägt es mich wieder einmal ins schöne Hamburg. Ein Besuch, auf den ich mich freue, denn ich muss gestehen, ich mag die Simon Stark-Bücher und bin gespannt, wie der Mensch ist, der sie sich ausgedacht hat. Die aktuellen Bezüge in der Reihe sind stets sauber recherchiert, aber das kann man bei einem studierten Historiker auch erwarten. Mal sehen, was er mir auf meine Fragen erzählen wird.

 

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Zu Besuch bei René Jung, der sehr visuell schreibt

 

Was ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Sobald ich das herausgefunden habe, sage ich Bescheid 😉

Ich bitte darum. Wollen wir vielleicht gemeinsam suchen?

Wenn ich eine Idee brauche, ist sie einfach da. Ich vertraue fest darauf, dass die Ideen kommen, wenn ich schreibe, und das führt dazu, dass ich nicht verkrampfe und alles fließt.

Also schreibst du mit so einer Art Ur- oder auch Gottvertrauen.
Finde ich sehr beeindruckend. Und (unabhängig von beten) …

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Ist schwer vorstellbar.

Für das Interview, versuch es. Autoren können sich viel vorstellen. Da bin ich zuversichtlich.

Da müsste schon einiges passieren. Sollte ich körperlich nicht mehr in der Lage sein, zu schreiben, würde ich mich um technische Unterstützung wie z.B. Diktiersoftware bemühen.

Wir machen hier mal eine Produkttest-Seite mit Erfahrungsaustausch auf. Das hören wir oft. Und sonst?

Wenn es geistig nicht mehr reicht, wäre das Schreiben allerdings mein geringstes Problem.

Örgs. Da hast jetzt du wieder recht.
Gehen wir das Thema anders an:

 

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Ganz kurz: Noch nie.

Themenwechsel:

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Das sind immer viele, gleichwertige Momente. Das Wort „Ende“ unter ein Manuskript zu setzen, ist so ein emotionaler Höhepunkt, aber auch, wenn mir eine Szene besonders gut gelungen ist, stellen sich Glücksgefühle ein.

Die Freude an der eigenen Arbeit ist schon etwas Wunderschönes. Bewahr dir das, ich kann das nur selten, weil ich immer viel zu sehr zweifle. Erst mit etwas Abstand kann ich mich richtig an meinen Texten freuen.

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Eher wenig, aber natürlich nehme ich Versatzstücke, wie Namen, Anekdoten oder Orte aus meinem Leben und benutze sie. Wirklich autobiographisch ist daran allerdings nichts.

Was ich bei einem Thrillerautor fast so beruhigend wie bei Horror finde. :)  Und doch – ganz genregerecht – hast du uns mit der Antwort ja genug Ansatzpunkte gegeben, um zu kniffeln, wo nicht doch eine Portion „Extra-Junge“ drin steckt (neben der Fantasie, meine ich).

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

Ich konnte einfach nicht aufhören, zu lesen. Wenn mir das jemand sagt, habe ich meinen Job gemacht, und das ist großartig.

Jup. Nichts ist so kostbar wie Zeit, weil sie unverhandelbar endlich ist. Wer also das in unsere Werke investiert, macht uns das größte Kompliment. Sehe ich ganz genauso. Andere Frage …

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Er zieht im Kino den Actionfilm der Romanze oder der Komödie vor, denkt sehr visuell und liebt natürlich das Lesen.

Geile Antwort. Den Vergleich mit den Kinogängern hatten wir noch nicht – und das obwohl er so naheliegend und bildhaft ist, dass – hahaha – das Kopfkino sofort anspringt.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Eigentlich bei jedem.

Ah, einer von den Wrestling-Schreibern. Kannst du mir das noch genauer erklären?

Ich muss meine Figuren ja triezen, wo es nur geht. Da tut man als Autor gut daran, sich nicht in seine Charaktere zu verlieben. Sie würden mich wahrscheinlich alle liebend gern mit dem Auto überfahren und dann noch einmal zurücksetzen.

Was jetzt irgendwie ein sehr spannender Plot für einen fantastischen Mystery-Thriller wäre … Autor muss sich gegen seine Protagonisten zur Wehr setzen, so im Stil von „Die Geister, die ich rief…“
Wie schaut es aus, mit einem Gemeinschaftsprojekt?

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

Glaubst du, dass du eines Tages vom Schreiben wirst leben können?

Das wünsche ich dir von Herzen, deine Bücher hätten jedenfalls das Potential dazu. Deshalb auch viel Glück im weiteren Wettbewerb. Vielleicht ist das ja ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel.

 

Hier könnt ihr René Junge treffen:

René Junge auf Facebook

Autorenhomepage von René Junge

Skoutz-Lesetipp:  Im Bann der Sekte (Simon Stark-Roman) – Actionthriller von René Junge

Im Bann der SekteWarum wirft sich eine junge Frau vor einen Zug, obwohl sie nie als selbstmordgefährdet galt?

Diese Frage lässt die Psychologin Martina Lieschek nicht mehr los, nachdem sie Zeugin des Freitodes einer ehemaligen Klientin wird.
Sie wendet sich an ihre Freunde von der Agentur Palmer & Stark, weil sie vermutet, dass die junge Frau in die Fänge der Psychosekte Clear Thinking geraten ist. Das Team um Simon Stark nimmt sich des Falles an und schleust einen Mann in die Organisation ein.
Nach und nach stellt sich heraus, dass diese Gruppe weit gefährlicher ist, als zunächst angenommen. Die Ermittler von Palmer & Stark geraten ins Visier der Sekte, die auch vor brachialer Gewalt nicht zurückschreckt. Gleichzeitig erliegt Frieder, der eingeschleuste Mitarbeiter, mehr und mehr der Faszination, die von der Clear-Thinking-ideologie ausgeht.

Plötzlich ist niemand mehr seines Lebens sicher. Simon Stark muss einsehen, dass er die Lage vollkommen falsch eingeschätzt hat. Jetzt geht es nur noch darum, zu überleben.

Skoutz meint: Wie auch schon in den anderen Bänden der Simon Stark-Reihe greift René Junge auch hier wieder ein brisantes, tagesaktuelles Thema auf und hebt sich mit den sich daraus ergebenden interessanten Denkanstößen wohltuend von der Thriller-Konkurrenz ab. Dass auch dieser dieses Buch wieder furios komponierter Action, überraschenden Wendungen und sich menschlich von Band zu Band weiterentwickelnden Protagonisten aufwartet, ist keine Überraschung, denn das ist man von René inzwischen gewohnt. Und damit ist der Hinweis, dass auch hier wieder ein echter „Simon Stark“ vorliegt, dem Kundigen genug gesagt – und allen anderen Thrillerfans sei dringend ans Herz gelegt, sich schnellstens kundig zu machen. Klare Leseempfehlung.

 

Der SchlepperHinweis:

Den Vorgängerband aus der Simon Stark-Reihe, „Der Schlepper“ hat unser Juror Andreas Adlon aus über 200 vorgeschlagenen Titeln in die Midlist Crime des Skoutz-Awards 2016 gewählt.

Unser CBI-Team (Crime-Book-Investigation) hat sich daraufhin den von René selbst veröffentlichten Actionthriller über einen hochbrisanten, im Flüchtlingsmilieu angesiedelten Fall ins Labor geholt und genauer untersucht, um ihn euch vorzustellen (weiterlesen).

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