zu Besuch bei Laura Gambrinus

Ciao amici … Die zauberhafte Laura Gambrinus hat mich eingeladen, zu ihr zu fahren und ihr ein paar Fragen zu stellen, damit ihr die diesjährige History-Jurorin besser kennenlernen könnt. Ihr könnt euch vorstellen, dass sie mich nicht lange bitten musste, damit ich sie in Bella Italia besuchen komme. Cappuccino, Tiramisu, Panna Cotta, Gelato – Dolce Vita pur! Mal sehen, was ich bei diesem gemütlichen Plausch unter den warmen Sonnenstrahlen Italiens so alles aus der vielseitigen Autorin herausgekitzelt bekomme …

 

Zu Besuch bei Laura Gambrinus, die gerne in ihren Büchern ein Augenmerk auf Irrungen, Wirrungen und dramatische Wendungen legt.

 

Beschreibe dich in einem Wort!

Chaotisch

Ich hätte ja mit vielem gerechnet … 😉

 

Strukturierter Planschreiber, Bandenmitglied oder kreativer Chaot – was ist dein Schreib-Erfolgs-Konzept?

 

Siehe hierzu Punkt 1: Ich bin ein Chaot.

Fällt mir noch immer schwer zu glauben. Und das Schreiben?

Leider auch beim Schreiben. Aber ich lerne immer mehr, zu plotten und zu recherchieren. Das kann durchaus sehr hilfreich sein für die Entwicklung eines Buches.

Davon habe ich auch schon gehört 🙂 

Allerdings funktioniere ich gut unter Druck, auch solchem, den ich mir selbst mache.

Und wie lässt du dich noch motivieren?

FB-Gruppen und NaNos sind da ein gutes Mittel, mich an die Leine zu legen und zum Arbeiten zu bringen. Es sei denn, ein Stoff galoppiert mit mir davon, was mir inzwischen auch schon ein paar Mal passiert ist. Dann muss ich mich manchmal regelrecht zwingen, wieder aufzuhören.

 

Welche Taste ist die am meisten abgenutzte auf deinem PC?

 

Komischerweise das „i“

Bei solch ungewöhnlichen Antworten überlege ich immer, wie das wohl kam … 

 

 

Wenn eine Fee dir einen perfekten Autorentag anböte, wie sähe der aus?

 

Morgens um halb sieben aufstehen, dann erst mal eine halbe Stunde schreiben und dazu Tee trinken. Mein tierisches Rudel würde dann von der Fee gefüttert und versorgt, in der Zwischenzeit würde ich duschen und mich anziehen. Schminken entfällt, denn an meinem perfekten Autorentag muss ich das Haus nicht verlassen. Ich würde schreiben bis etwa halb eins und wäre hoch konzentriert und kreativ.

Du hast ja deine hilfreiche Rund-um-sorglos-Fee 🙂

Kochen muss ich ja auch nicht, macht alles die Fee 🙂 Der Nachmittag sähe dann genau so aus, nur mit dem Unterschied, dass ich da vielleicht ein wenig lesen würde. Recherche natürlich.

Ob ich dir das jetzt glaube? 🙂 Und wie geht es weiter?

Abends dann wieder von der Fee bekocht werden – herrlich. Ein wenig fernsehen und ein paar Reihen stricken. Perfekt. Hach … Wo kann man denn so eine Fee buchen?

Das wüsste ich auch gerne. Ich hatte mal so einen Flyer, aber wenn man unter der angegebenen Nummer anruft, heißt es “out of business”. Vielleicht hat die jetzt eine eigene gute Fee … Ich glaube, jetzt geht es mit mir durch, machen wir lieber weiter 🙂

 

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

 

Immer wieder mal kleine Erlebnisse des Alltags, aber nichts wirklich Einschneidendes. Ich halte nicht viel davon, mein eigenes Leben zu verewigen und jedermann auf die Nase zu binden.

Wobei ich mir bei dir als selbsternannte Chaotin gut vorstellen könnte, dass die ein oder andere lustige Geschichte dabei wäre 🙂

 

 

Was ist dein Geheimrezept, um die Muse anzulocken und Schreibblockaden (große und kleine) zu überwinden?

 

Ganz was Altmodisches: ein schöner Füller, bunte Tinte und ein besonderes Notizbuch mit dickem, cremefarbenem Papier.

Das klingt auch irgendwie romantisch und hat etwas Meditatives …

Und dann einfach irgendetwas schreiben. Der Sinn kommt von selbst mit der Freude an diesem haptischen Erlebnis.

Mit viel Fingerspitzengefühl also …

 

 

Welchen Anteil hat das reine Schreiben im Autorenjob und was gehört noch dazu?

Ich habe das große Glück, dass ich derzeit für meine historische Linie einen wunderbaren kleinen Verlag habe, der all das Drumherum für mich macht.

Das entlastet dich bestimmt sehr. Aber der Fankontakt und all das? Das machst du doch selbst, oder?

Natürlich kümmere ich mich auch um die Netzwerke, mache FB-Anzeigen und poste Schnipsel und Ähnliches. Aber das Große wird mir da derzeit abgenommen und ich bin sehr froh darüber.

 

 

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

 

Schöne Sprache, sorgfältige handwerkliche Arbeit und eine Geschichte, die mich fasziniert, das ist für mich Grundvoraussetzung für ein gutes Buch. Und einfach nur Spaßlesen? Das ist bei mir besonders schwer, da ich selbst auch noch professionell lektoriere und korrigiere. Von daher kann ich das fast nicht mehr.

 

 

Welche Gefahren lauern im Alltag auf deine Manuskripte, was kann dich von deiner Geschichte trennen?

Ich habe acht Haustiere – da ist Ablenkung nie besonders weit weg. Wer mein Profil manchmal verfolgt, der kennt ja meine Fotos von den erschwerten Arbeitsbedingungen mit Katzen auf der Tastatur und so.

Wow, acht Haustiere, da ist ja immer was los 🙂 Gibt es sonst noch irgendwelche Ablenkungsfallen?

Mein Arbeitsplatz steht außerdem so, dass ich aus einer großen Glastür direkt in die Ebene des Po-Delta hinausschauen kann.

Den Ausblick habe ich vorhin auch schon bewundert 🙂 *schmacht*

Das lenkt ganz schön ab, auch wenn es nichts zu sehen gibt als Felder und Himmel darüber.

 

 

Und wenn du mal den Kopf freibekommen willst, womit beschäftigst du dich dann am liebsten?

 

Immer wieder dasselbe: mit meinen Tieren.

Verständlich, die fordern sicher auch ihre Aufmerksamkeit ein. Aber es gibt doch sicher auch noch andere Sachen, mit denen du dich ablenkst, oder?

Und ich mache gern Ausflüge in die nähere oder fernere Umgebung, die ich dann auch gleich mit Recherche kombinieren kann, wenn ich mag.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

 

Immer bei dem, der gerade aktuell ist.

 

 

Wie groß ist dein SUM (Stapel ungeschriebener Manuskripte) und wie gehst du mit ihm um?

Der Stapel wächst ständig, dabei dachte ich nach dem ersten Buch, mir würde nichts mehr einfallen.

Und? War es dann wirklich so?

Das Gegenteil ist der Fall. Je kreativer man ist, umso mehr Ideen hat man – und umgekehrt.

Wenn du so inspiriert bist, müsste das Schreiben doch auch relativ flott von der Hand gehen …

Ich brauche zwischen vier Wochen und einem Jahr reiner Schreibzeit. Das kommt immer darauf an, wie sich die Geschichte entwickelt und wie offenherzig meine Protagonisten mir ihre Gefühle vermitteln.

Da wären wir wieder beim schwierigen Beziehungsstatus 🙂 Überwiegt dann der Chaot oder der Stratege? Eines nach dem anderen oder Parallelschreiber?

Am liebsten arbeite ich schön ordentlich der Reihe nach, aber derzeit habe ich gerade zwei Projekte nebeneinander.

Und wonach favorisierst du? Ideen oder Veröffentlichungsdruck?

Meine VÖs plane ich nicht – sie kommen so, wie sie mir aus der Feder fließen. Meistens sind es drei bis vier im Jahr.

 

Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

 

Vor vier Jahren habe ich eine uralte Kladde wiedergefunden und darin ein paar Seiten entdeckt, die ich irgendwann (leider ohne Datumsangabe) mal geschrieben hatte. Diese Story hat mich richtiggehend angesprungen, ich konnte mich selbst kaum bremsen dabei, sie zu schreiben, und habe mich morgens grinsend an den PC gesetzt.

Das war bestimmt ein ganz besonderes Gefühl und wenn sowohl Muse als auch Herz als Helfer zur Hand gehen, geht es bestimmt um einiges schneller …

In vier Wochen war das Buch in seiner Rohfassung fertig.

Wow, da warst du ja echt schnell 🙂

Klar, mit Lektorat und so weiter hat es dann noch mal drei Monate gedauert bis zur VÖ, aber das war wirklich eine sehr besondere Erfahrung für mich.

 

Wie definierst du Erfolg?

 

Ja, das ist eine gute Frage.

Danke 😉

Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass mich Rankings nicht interessieren. Klar wäre ich gern mal auf Rang eins einer wichtigen Bestsellerliste und würde das als Erfolg bezeichnen. Aber was für mich viel mehr zählt, ist, wenn ein/e Leser/in mir sagt, ich hätte ihr/ihm ein paar schöne Stunden bereitet mit meinem Buch. Literaturpreis? Davon bin ich weit entfernt und habe keinerlei Ambitionen.

Aber vielleicht ist es irgendwann doch mal soweit 🙂

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

 

Liebst du deine Arbeit?

 

Vielen Dank, liebe Laura Gambrinus, dass du mich empfangen und mir alle meine Fragen so geduldig beantwortet hast. Ich freu mich schon darauf, wenn wir uns in Frankfurt zur Skoutz-Award Verleihung wiedersehen und bin gespannt, welcher der Titel, die du ausgewählt hast, es letztendlich schafft.

 

Mehr von Laura Gambrinus erfahren wollt, schaut auf …

ihrer Autorenhomepage

bei Instagram

und natürlich auf ihrer Facebook-Fanseite

 

Skoutz-Lesetipp: Eine Lady in der Fremde – humor- und gefühlvoller Regency-Liebesroman

Eine verschmähte Frau, ein unscheinbarer Mann – und nichts ist, wie es scheint …

Gestern noch saß Cassandra, Tochter eines begüterten Landedelmanns, überglücklich dem attraktiven und kultivierten Nathan Ironside gegenüber und freute sich auf den Antrag, den er ihr machen würde.
Heute sitzt Cassandra auf einem schwankenden Bötchen und wird durch die müffelnden Kanäle Venedigs gefahren. An ihrer Seite Marmaduke Lakeland, ein Mann mit kleinem Bäuchlein und krummer Statur, den man auf der Straße übersehen mag. Ihr Ehemann.
Sie selbst trägt die Schuld an der Misere, hat sie den Geschäftsmann doch in eine kompromittierende Situation gebracht, nachdem sie nach der Zurückweisung durch ihren Verehrer vor Verzweiflung blind war.
Um in England dem Tratsch über sich zu entgehen und ihrer egoistischen und lieblosen Mutter zu entkommen, hat sie darauf bestanden, ihn auf seiner Geschäftsreise nach Italien zu begleiten.
Aber was stimmt mit dem Mann nicht? Warum beachtet er sie kaum, schleicht sich nachts aus dem Haus und kehrt erst in den frühen Morgenstunden zurück? Und was sind das für Geräusche aus dem Nachbarhaus, das doch seit Jahren verlassen steht?
Marmaduke scheint ein finsteres Geheimnis zu bewahren, und Cassandra ist entschlossen, dieses zu lüften …

Skoutz meint: Gefühlvoll, mit sehr viel Esprit und einem Hauch Humor entführt uns Laura Gambrinus in das Venedig des 18. Jahrhunderts. Lebendige Charaktere, die man direkt ins Herz schließt, und einige unerwartete und ebenso spannende Wendungen ziehen den Leser in seinen Bann. Ein toller und mitreißender Regency-Roman, in dem nichts ist, wie es zu sein scheint.

 

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