Zu Besuch bei: Jessica Winter

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Jessica Winter ist mir das erste Mal aufgefallen, als sie in die Endauswahl des Kindle Storyteller Awards 2015 neben Skoutz-Jurorin Mella Dumont gelangte. Wir hatten damals nur kurz zwei Begrüßungssätze am Amazonstand gewechselt und uns sofort wieder aus den Augen verloren. Umso neugieriger bin ich heute, wie mein Besuch bei der Sozialpädagogin aus Leidenschaft in Linz anlässlich ihrer Nominierung für die Midlist Drama wohl werden wird und welche Antworten sie für mich bereit hält. 

 

Träne 1er

 

Zu Besuch bei Jessica Winter, die Persönliches von Autobiografischem trennt.

 

Jessica-WinterWas ist dein »Sprit« beim Schreiben, woher nimmst du deine Ideen?

Träumereien.

Wie das?

Ich bin froh, dass ich die ganzen Tagträume endlich gebrauchen kann, sonst wäre die Intensität meiner Fantasie nämlich seltsam. Musik kann auch eine Geschichte stützen, weiterspinnen. Autofahrten sind auch gut zum Ideen sammeln.

Jetzt wo du es sagst, finde ich es auch seltsam, dass so wenige Kollegen Autofahrten als Inspiriationsquelle erwähnen. Eine Nacht, eine Straße, passende Musik – da habe ich auch die besten Einfälle.

 

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?

Wow. Das wäre echt hart. Ich kann schon jetzt kaum eine Woche ohne Entzugserscheinungen einfach mal nicht schreiben. Wenn ich gerade eine Blockade habe und deshalb nicht schreiben kann, möchte man mich lieber nicht darauf ansprechen 😉

Also würdest du neben einer Entziehungskur ein Antiagressionstraining belegen?

Zu welchen Anlässen hast du schon überlegt, mit dem Schreiben aufzuhören?

Eigentlich noch gar nicht. So lange schreibe ich ja noch nicht. Dafür hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich mich gedanklich entschlossen habe, überhaupt zu veröffentlichen, weil ich Angst davor hatte, mich damit verletzlich zu machen. Jetzt bin ich froh, dass ich mich getraut habe.

Und deine Fans erst … Gerade dein Beispiel zeigt aber wunderschön, wir irrational Ängste und Zweifel doch sind und dass man sie eigentlich nur aus sich heraus überwinden kann.


Was war dein emotionalstes Erlebnis beim Schreiben?

Eigentlich gab es immer wieder sehr emotionale Momente.

Ich weiß. Deshalb auch der Superlativ …

Aber wahrscheinlich war das erste das heftigste Erlebnis, als die Geschichte mir in den Sinn kam; mich durchflutete und total mitnahm, sodass mir kurz buchstäblich der Atem wegblieb. (Vielleicht daher der Titel? ;))

Könnte sein … Bringt mich dann gleich zur nächsten Frage:

 

Wie viel Autobiografie steckt in deinen Geschichten?

Wenig. Vielmehr habe ich beim Schreiben etwas von meiner Persönlichkeit und Geschichte in beinahe jedem der Charaktere wiedergefunden.

Interessant. Kürzlich erst hat mir auch Benedict Wells erklärt, dass nichts Autobiografisches, nur Persönliches in seinen Geschichten steckt. Ich verstehe immer noch nicht, wie etwas persönliches nicht auch autobiografisch sein kann und woraus eine Autobiografie bestehen soll, wenn nicht aus der eigenen Geschichte. Wenn du also beides in deinen Charakteren findest, dann ist das da doch drin? Einer der berühmtesten Autoren der indirekten Autobiografie, Franz Kafka, war ja auch kein Käfer oder wurde tatsächlich von einem Schloss aus tyrannisiert …

 

Was wäre das größte Kompliment, das man dir als Autor machen kann?

„Deine Bücher haben mein Leben zum Positiven verändert. Ich weiß es jetzt mehr zu schätzen.“ Oder: „Die Geschichte hat mir Hoffnung und Mut für mein eigenes Leben gemacht“

Das Schöne ist, das haben mir tatsächlich schon viele Leute geschrieben.

Verdientermaßen. Habe ich schon erwähnt, wie unbegründet deine Selbstzweifel waren?

 

Wer ist für dich dein idealer Leser?

Jemand, der sich einfach vollkommen auf das Buch/ die Geschichte einlässt, sich überraschen lässt und so sehr hineinfühlen kann, dass er mir nachher witzige, detaillierte Fragen stellt, an die ich selbst vielleicht gar nie gedacht hätte.

Das ist eine hübsche Definition, also das mit den Fragen … 🙂  Das hat so noch keiner deiner Kollegen geäußert, obwohl ich glaube, dass es fast jeder unterschreiben würde.

 

Bei welchem deiner Protagonisten würdest du den Beziehungsstatus mit dir als »schwierig« bezeichnen?

Eigentlich liebe ich alle quer durch die Bahn.

Das höre ich oft. Aber kann man nicht auch Problemkinder lieben? Also frage ich, wer dann „uneigentlich“ schwierig ist?

Am wenigsten mochte ich aber Jules Vater, weil er so teilnahmslos ist, dass er mir oft damit auf die Nerven ging.

 

Und zum Schluss: auf welche Frage in einem Autoreninterview möchtest du einfach nur mit »Ja« antworten?

„Willst du Schokolade?“ 😉

Bringe ich beim nächsten Mal mit, oder auch einen Schokoladenkuchen, so wie ihn sich Andi Biel gewünscht hat (Autoren sind häufig verkappte Schokoholiker…)

Ich danke dir für das nette, warmherzige Gespräch, die originellen Antworten und wünsche dir für den weiteren Wettbewerb viel Erfolg.


Hier könnt ihr Jessica Winter treffen:

Jessica Winter auf Facebook

Autorenhomepage von Jessica Winter

 

Solange-du-bleibstSkoutz-Lesetipp: Solange du bleibst – Melodram von Jessica Winter

Wenn alles um dich zusammenzubrechen droht, wer wird dich vor dir selbst retten?
Julias Leben ist ein Scherbenhaufen. Gewalt, Verlust und Manipulation erreichen ihren Höhepunkt. Im Kampf darum, sich endgültig aus diesen Fesseln zu lösen und einen Neuanfang zu wagen, begegnen ihr große Hindernisse. Gleichzeitig muss sich Jeremy einem Teil seiner Vergangenheit stellen, den er nie kennen gelernt hat. Dabei werden ihm Tatsachen enthüllt, die sein Leben völlig aus der Bahn werfen und nicht nur die Gegenwart mit Julia, sondern seine gesamte Zukunft gefährden könnten…

Skoutz meint: Auch die Fortsetzung der Geschichte um Julia und Jeremy, die in „Bis du wieder atmen kannst“, ihren Anfang nahm, zwingt den Leser von der ersten Seite an in eine wahre Achterbahn der Gefühle. Jessica Winter beherrscht die hohe Kunst des Dramas, wer sich auf ihre Geschichten einlässt, leidet, freut und fiebert mit. So hart das beschriene Schicksal ist, so gnadenlos die äußeren Umstände – so schön ist es, wie die Protagonisten in sich und miteinander das Schöne und Gute finden und bewahren und so Schritt für Schritt, Seite für Seite der Hoffnung wieder Platz einräumen, die auch über die letzte Seite noch fortwirkt.

 

Winter - bis du wieder atmenHinweis:

Für den Vorgängerband „Bis du wieder atmen kannst“, in dem Julia und Jeremys Geschichte ihren Anfang nimmt, wurde Jessica Winter von Skoutz Jurorin Emma S. Rose aus weit über 100 vorgeschlagenen Titeln (Longlist) in die Midlist Drama des Skoutz-Awards 2016 gewählt. Und von dort haben es die Leser und die restliche Jury zusammen in die Shortlist gewuppt, wo es nun im September gegen zwei Konkurrenten ins Rennen um den Drama-Skoutz 2016 geht.

Deshalb haben wir uns das Melodram, das seine Leser sofort gefangen nimmt und ein wahres Wechselbad der Gefühle durchleben lässt, genauer angesehen und stellen es euch nun, nachdem wir uns wieder emotional im Griff haben, gerne hier vor (weiterlesen).

 

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